August

Die Woche verlief ruhig, ich ritt einmal auf der Wiese, was ein kleines Durcheinander von sehr locker-flockigen, leichten Momenten und federleichten Übergängen und kleinen Unruhen in der Anlehnung und Wackelmomenten in der Grundspannung war. Also alles normal für meinen schlaksigen Sechsjährigen 🙂

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Samstag, 6.8.

Von dem Tag allerdings gibt es etwas zu berichten…
Wir waren in St.-Peter-Ording! Endlich!!
Ganz viele tolle Fotos sind hier zu sehen!

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Samstag, 13.8.

In der Woche war ich einmal geritten, das war schön, aber unspektakulär, im Moment sehe ich zu, dass Dón von sich aus anbietet, mit Spannungsgraden zu spielen, ich begleite möglichst ohne große Erwartungshaltung. 

Das zahlte sich am Samstag aus, mir war mal wieder nach einhändig blank, und hier bot Dón nach relativ wenigen, sehr harmonisch-entspannten Runden, von sich aus spürbare Spannungswechsel an, die schließlich zu den ersten echten halben Tritten führten!
Das war so großartig – ich ließ einfach geschehen, unterstützte ihn, wenn er mehr Grundspannung anbot, setzte den einen oder anderen Schnalzer, hätte mich aber sofort zurück genommen, wenn er hätte erkennen lassen, dass er auch nur über die Spannung nachdenkt. Tat er nicht, er wurde ehrgeizig. Und so bekam ich ein paar Mal tolle Ansätze zu sehr versammelten Tritten, immer nur einige ganz wenige und auch nie in abrufbar gleicher Qualität, aber von ihm angeboten und mit erkennbarem Ehrgeiz ausgeführt.

Ich freute mich wie verrückt, ließ ihn noch ein wenig galoppieren und dabei sehr albern werden, ging auf den Zirkel, dachte so über einen fliegenden Wechsel nach und da sprang er zehn Meter, bevor ich konkret werden wollte, los, wendete, und sprang einen tollen Wechsel. Und grinste über beide Ohren. „Ich weiß, ich weiß, ich mach schon!!“ – total toll, super motiviert, allerdings dabei prompt Navarre voll vor die Nase gesprungen 🙂

Nic war gerade mit der Garrocha in Gange und so ritt ich, nachdem ich mich gebührend über Dóns Eigeninitiative gefreut hatte, neben die Garrocha und nahm das andere Ende in die Hand.
Das wurde sehr genial – wir  ritten Kreise, jeder ein Ende der Stange in der Hand, schließlich musste der arme Flami, der das erst überhaupt nicht wollte, unter der Garrocha durch gehen, wir drehten gemeinsam unter der Stange durch und galoppierten sogar gemeinsam, das geriet allerdings ein wenig aus den Fugen. Wir spielten so mit der Stange vor uns hin, schließlich blieb jeder einmal in der Mitte stehen, der andere galoppierte drumrum – also, eines Tages wird das öffentlich gezeigt. Da besteht noch ein bisschen Übungsbedarf, aber das ist schon genial. Da müssen wir was draus machen!

Dón hat die Nordsee sichtlich gut getan. Er wirkt aufgeschlossener, nicht mehr so in sich zurückgezogen, wenn er mit irgend etwas nicht sicher ist, irgendwie hat ihm der Tag Auftrieb gegeben und ihm – und uns – einen total positiven Kick gegeben. Er war äußerst witzig drauf.

Und so nahm er, nachdem ich abgesessen war und nochmal Spanischen Schritt anfragte (sehr schön!) ständig einen Zügel ins Maul. Fand ich gar nicht gut. Ich lenkte so gut wie möglich ab, um nicht strafen zu müssen, er wurde immer geschickter, das Ding doch zu erwischen. Er merkte aber sehr wohl, dass ich das nicht witzig fand und so nahm er sich den nächstbesten erreichbaren Zügel – und das war der von Flami, der gerade neben ihm stand. Und dann marschierte Dón einfach los und zog Flami mit sich. Wir waren baff und lachten uns schließlich schlapp – Dón mit Flami im Schlepptau, der sich sehr brav führen ließ, schließlich aber schneller ging als Dón, der daraufhin stehen blieb und Flami um sich herum schickte. Es war saukomisch! Fördern, fördern, fördern!!
Dón erfindet neue Schaubilder!

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Sonntag, 14.8.

Wir hatten uns eine Art „GHP-Trainingsparcours“ aufgebaut, da wir Mitte September beim VFD-Turnier in Lockstedt die dortige Gelassenheitsprüfung genannt hatten.
Und das mir, die ich mich für so etwas jahrelang überhaupt nicht interessiert habe – kaum habe ich junge Pferde, müssen die für all‘ sowas herhalten!

Und das taten sie, wenn auch sehr unterschiedlich. Ich hatte sie aber ziemlich gut eingeschätzt – Dón war der deutlich guckigere. Er hat so einige schreckhafte Momente und Phasen und so kann so etwas für ihn nur gut sein.

Es war zwar einigermaßen windstill (für hiesige Verhältnisse), aber wir waren doch überrascht, wie sehr der Flattervorhang seinem Namen gerecht wurde. Puh! 
Und so band ich erst einmal die beiden Hälften zur Seite, damit die Pferde überhaupt durchgingen. Dann hatten wir noch 3 Regenschirme (ich sage nur: Eutin…!), 2 Bälle, Luftballons, die zu zweit oder zu dritt an Ständern befestigt wurden, einen Rappelsack, einen Stangen-Fächer und 2 große Planen.

Mit denen hatte Dón erwartungsgemäß überhaupt kein Problem, Plane kennt er ja. Er ging sofort anstandslos über beide und trabte nachher auch drüber.
Der Stangen-Fächer wurde beäugt, aber auch da ging er sofort drüber.
Die Luftballons waren ihm nicht so geheuer, aber er hielt aus, dass sie da waren.
Die Bälle nahm er gelassen hin, als ich sie kreuz und quer vor ihm her kickte.
Überrascht war ich bei den Schirmen – drumrum führen war kein Problem, einen anheben auch nicht, hoch halten war ihm allerdings nicht geheuer, zumindest nicht, wenn ein Schirm über seine Kopfhöhe hinaus ging, ansonsten stellten die im Prinzip kein großes Problem dar.

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Vor dem Rappelsack hatte er am meisten Angst. Bis er den neben sich akzeptierte, dauerte eine ganze Weile, er schnorchelte sich rund um den Platz. Ich ging tiefenentspannt Runde um Runde und konnte den schließlich sogar über den Stangen-Fächer ziehen. Begeisterung sieht anders aus, aber Dón hielt das Geräusch schließlich einigermaßen aus.

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Ähnlich viel Angst hatte er vor dem Flattervorhang. Wie immer – Dinge, die über seinem Kopf sind. Die machen ihm Angst. Und so verbrachten wir auch hier eine ganze Weile, während der es leider zu regnen anfing, aber nicht schlimm. Kein Grund zum Abbrechen.

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So nach und nach traute sich Dón immer wieder mal durch, allerdings mit abgeklappten Ohren und möglichst geduckt. Sehr niedlich.

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Ich lockte ihn immer wieder. Machte ihn mutiger. Machte ihn stolz. Alberte mit ihm rum. Ließ ihn auf mich zuspringen. Und so nach und nach legte er mehr Wert auf unser Spiel als auf den Vorhang und spielte richtig gut mit. Ich musste ganz schön aufpassen, denn er fand großen Gefallen daran, auf mich zuzuspringen. Das musste ich also ein bisschen einschränken, ohne ihm das Gefühl zu geben, er würde etwas falsch machen. Aber ich durfte ihn zurück weisen, ohne dass er den Spieltrieb verlor.
Er ging zwar nicht ein einziges Mal „normal“ im Schritt durch, aber was soll’s, er hatte Spaß. Schritt kommt später!
🙂

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Montag, 15.8.

Das Wetter war super angesagt und ich wollte mit Dón nach Heist – Karo hatte Urlaub und Lust, mitzukommen, so hatte ich nicht nur eine helfende Hand, sondern diese legte sie natürlich auch auf den Auslöser der Kamera 🙂

Zudem fand in Heist gerade der Trainer-B (klassisch-barock) Lehrgang statt, so dass wir Freunde, die wir in Portugal kennengelernt hatten, wiedertreffen konnten. Zudem war Richard Hinrichs da. Darauf freute ich mich und so trafen wir uns in Heist – Karo kam von zu Hause aus, ich sah kein Problem, mit Dón alleine zu fahren.

Das war auch wirklich völlig problemlos – er war ungeheuer entspannt beim Putzen und ging mit Strick über dem Hals alleine auf den Hänger. Großartig!

Ich smste Karo an, dass ich da sei und prompt kam sie zum Hänger – mit Richard Hinrichs im Schlepptau, der sich meinen Nachwuchs angucken wollte. Wir klönten eine Weile, und dafür ergab sich mittags noch einmal schön Zeit in der Mittagspause. Da war ich mit Dón schon fertig und ließ ihn auf der Wiese laufen, während wir uns unterhielten. Es war ein rundum schöner Tag, dies vor allem aber, weil Dón, der ja nun zum ersten Mal über Geländesprünge ging und so viel Springerfahrung ja noch nicht mitbrachte, schlicht gigantisch war!! Auf der Fahrt überlegte ich, ob ich dieses Jahr überhaupt schon mit ihm gesprungen war und kam zu einem Ergebnis zwischen null und ein Mal, mehr nicht 🙂

Vielleicht ein bisschen frech, dann gleich in Heist springen zu wollen, aber nun waren wir unterwegs.

Dón war sehr aufmerksam, aber ähnlich gelassen wie beim Working-Equitation-Turnier Anfang Juni. Ich nehme an, als er den Stall sah, hat er den Hof schon wiedererkannt.
Aber die Sprünge hatte er ja in der Form nicht wahrgenommen, das kam dann jetzt!

Ich sah zu meiner großen Freude erst einmal ein paar bunte Hindernisse auf dem vorderen Platz, darunter ein Flattervorhang! Dieser mit rot/weißem Band und zum Durchreiten geeignet, die Bänder waren jedoch komplett an der Seite befestigt und flatterten nicht. Ich ritt direkt drauf zu – vorher machte Dón einen Schlenker an genau der Stelle, an der beim Turnier die Brücke gestanden hatte. Ob er sich erinnerte??

Dón schnorchelte den nicht flatternden Vorhang kurz an – und ging durch! Mit abgeklappten Ohren und geduckt, aber (fast) auf Anhieb! Hammer!

Und dann sah ich den Ball. Er sah ihn auch und schnorchelte erneut. Ich nervte ihn so lange an diesem Ball, bis er ihn schließlich einige Schritte vor sich her kickte. Auch so etwas hatte er erst einmal gemacht, und das war letztes Jahr im Oktober… Guter Junge!

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Dann, wie immer, waren das erste, was ich ritt, die beiden Wälle.
Dón ging sofort anstandslos rauf und runter.

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Wir gingen zum „Acker“. Dón guckte sich höchst interessiert um.

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Hier fange ich gerne mit dem kleinen Billard an. Nacariño hatte das ja mit größtmöglicher Coolness gemeistert, ich war gespannt, wie Dón das nun machen würde. Bei ihm rechnete ich vorsichtshalber auch mit ziemlichen Sätzen – aber auch er nahm das Billard mit großer Übersicht.

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Beim ersten Mal zumindest. Beim zweiten und dritten Mal übertrieb er ein wenig 🙂

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Meine Güte! Das waren so ungefähr die Sätze, mit denen ich gerechnet hatte. Ich hatte die Bügel natürlich kürzer als sonst, aber viel Halt hat man auf dem schlanken Dón, wenn der so losspringt, nicht gerade.
Ich fing „richtig“ an zu springen und auch da übersprang sich Dón immer wieder ganz schön. Hossa! Aber – er sprang! Alles! Er blieb nicht ein einziges Mal stehen oder lief vorbei. Ich trabte auf alles zu, wenn er einen Sprung kannte und von sich aus angaloppierte, ließ ich ihn aus dem Galopp springen.

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Er kam nicht immer passend, aber ich ließ ihn lernen, indem ich ihn weitgehend selbständig springen ließ und immer nur bestätigte und lobte. 

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Ich fühlte mich phasenweise 20 Jahre zurückversetzt und erinnerte mich an den jungen Fàscino… Dón trabte vor sich hin und guckte in der Gegend rum, nahm nebenbei etwas auf dem Boden wahr (Algen in der Nordsee sag ich nur…) und sprang zur Seite. Solche Schlenker konnte Fàsci hundertfach einbauen.

Mein Körper erinnerte sich vor und über den Sprüngen an alte Military-Zeiten und reagierte unfassbar schnell auf die Situationen. Zum ersten Mal nahm ich bewusst wahr, dass mein Körper reflexartig reagierte, dabei aber auf einem Pferd saß, das noch viel langsamer reagierte und noch über gar keine Reflexe dieser Art verfügte.
Irgendwie irre.

Wir hatten immer mehr Spaß, Dón war einfach großartig, und so schickte ich ihn schließlich über einen kleinen Graben – hier übertrieb er nun aber wirklich maßlos:

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Und dann ritt ich schließlich erst drei, dann vier Sprünge in Folge, einer davon auf einem kleinen Hügelchen. Die Sprünge standen ja nun nicht in gerader Linie hintereinander, sondern alle versetzt, aber Dón ließ sich anfassen und lenken und fing danach an, die Sprünge zu fokussieren und nicht mehr ganz so viel Umgebung wahrzunehmen.
Mein Military-Herz schlug wieder höher…

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Und so ergaben sich schließlich Sprünge, die mir bei der ersten Schritt-Runde als noch zu mächtig erschienen waren, aber Dón gab mir ein tolles Gefühl. Er kann wirklich springen, das Abschätzen dessen, was an Höhe wirklich erforderlich ist, lernt er noch 🙂

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Glatt aus dem Bild gesprungen…

Wir waren einiges gesprungen. Dón war hochmotiviert und eifrig, aber ich sollte da wohl mal langsam ein Ende finden. Es machte so einen Spaß!
Aber da war ja noch das Wasser. Leider war der kleine See, den ich mit Nacariño hatte nutzen können, trocken. Es blieb nur der ganz große… Oha. Ich war gespannt.

Dieser See ist wirklich einer, die Pferde können im hinteren Teil schwimmen. In den vorderen Teil kommt man nur, indem man ein Stück runter reitet, dann sieht das Wasser aber auch gleich relativ tief aus. Für Pferde, die so etwas nicht kennen, durchaus unheimlich. Da hilft Nordsee-Erfahrung mal überhaupt nicht!

Dón rammte auf halber Höhe alle Viere in den Boden, schnorchelte, und wagte sich nicht weiter. Ich bedrängte ihn mit der Zeit ganz schön, aber er wollte da auf keinen Fall rein.

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Und dann kam der Moment, in dem er sich in sich zurückzuziehen drohte. Das wollte ich nach den großartigen Sprüngen von eben auf keinen Fall. Und so saß ich ab und ging vor.
Ich tastete mich über den weichen, unebenen Boden und hatte Sorge, dass Dón mich umspringt, wenn er mir mit einem Satz hinterherkommen würde. Tat er aber nicht.
Es dauerte eine Weile, aber dann folgte er mir. Und wollte bitte auf den Arm und über den See getragen werden 🙂

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So, wieder rauf und sofort rein reiten. Nicht nachdenken, Dón, rein da!!
Ich musste ganz schön überreden, aber dann war er drin! KEKS!!

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Ich ritt etliche Male rein, durch, wieder raus. Dón schlenkerte jedes Mal, ging aber rein. Was im Schritt ging, müsste doch auch im Trab gehen…? Ging!

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Was im Trab geht, müsste doch auch…??
Schließlich durfte ich im See angaloppieren und dann auch komplett durchgaloppieren.
Wir wurden süchtig. Es machte so einen Spaß! Dón wurde immer mutiger, sprang schon im Anreiten von selbst an und dann kraftvoll durch das Wasser, dass es nur so spritzte.
Es war einfach nur großartig. Was für ein Gefühl! Was für eine Kraft! Was für ein Spaß!

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Das war der Hammer. Das war einfach nur geil. 
Dón sprang aus dem Wasser, ich sprang runter und fiel ihm um den Hals.
Und dann gab es als hochverdiente Belohnung ein Sandbad!

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Da habe ich zwei junge Spanier, die gerne und talentiert springen…
Was für ein Geschenk…
Was für ein seligmachender Tag!

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In den zwei Wochen nach Heist…

…hatte ich nicht viel mit Dón gemacht, saß zwei Mal drauf, viel reite ich ja eh nicht.

Die beiden Male waren aber insofern toll, als dass ich ihn mal von selbst mit Spannung spielen ließ. Und ich glaube, ich habe da einen Schalter gefunden. Dón nötigt einen ja immer so ein bisschen dazu, im Schritt mitzutreiben. Seine Körperform setzt einen so hin und sein Schritt fühlt sich so an, dass man immer geneigt ist, ein wenig nachzuhelfen. Und da ich das ja hasse wie die Pest und auf keinen Fall will, muss ich hier ein bisschen aufpassen, weil er das so ganz unauffällig immer wieder anfordert und seine Form das Bein immer wieder näher an den Körper legt, als ich möchte.
Das fiel mir mal wieder auf und so konzentrierte ich mich extrem darauf, ihn nicht mit dem Bein zu berühren. Den Fleiß erhielt ich mit Stimme und Gerte, auch wenn er das Bein anforderte. Dann wollte ich, dass er aus dem Halten ohne Bein antritt. Hierzu nahm ich das Bein sogar noch spürbar weg, wenn der Schnalzer kam, bei Bedarf kam die Gerte dazu.
Beim dritten Mal trat Dón mit so toller Spannung und Vorwärtsidee an, dass ich ganz doll lobte. Er bekam eine Idee. Und wurde heiß darauf, das Gewünschte zu tun, da er jetzt erkannte, worauf ich hinaus wollte. Schließlich konnte ich rein auf das Verändern meiner Spannung anreiten und antraben und auf ein Schließen der Knie durchparieren. Er war ungeheuer aufmerksam und willig und wurde immer kerniger, um nur ja keinen Impuls nach vorne zu verpassen. Das an sich war schon toll, aber es kam noch besser.

Er war so in positiver Spannung, dass ich bei einem Antraben die Energie erhöhte, den Trab aber nicht rausließ. Also ganz klar die Idee erster Versammlung und verkürzter Tritte. Die bringen mir nichts, wenn ich das Pferd mit dem Zügel halten muss, dann sind sie schon kaputt und sinnlos, bevor das Antreten durchkommt, der Zügel muss einen Rahmen geben dürfen, an und in dem das Pferd sich vom Zügel abstößt und nicht gegen den Zügel Druck aufbaut und fragt, ob es mit starkem Hals nach vorne soll. Nein, es soll mit starkem, aber selbst getragenem Hals nach vorne / oben. Dafür muss so viel Grundspannung und so viel Energie im Pferd sein, dass die Hinterhand das tragen kann, nur dann braucht das Pferd in diesem Stadium die Hand nicht.

Und genau das bekam ich jetzt einige Male geschenkt. Es waren immer nur kurze Momente, aber zum ersten Mal überhaupt trat Dón mit gewinkelten Hinterbein so an, dass hier klar die Lastaufnahme lag und er in der Hand leicht blieb oder sofort wieder wurde. Ich lobte wie verrückt und ließ die Spannung gar nicht groß raus, die sollte im Pferd bleiben, damit er mit ihr arbeiten lernt. Das machte er ein paar Mal wirklich klasse und dann entließ ich ihn in den Galopp, der dann natürlich auch entsprechend frisch und dynamisch ausfiel. Ich ließ ihn machen, er fing im Galopp an, sich zu entspannen, und so hörten wir total zufrieden auf. Dón war anzumerken, dass er daran Gefallen gefunden hatte.

Und genau so baute ich das einige Tage später noch einmal auf und Dón reagierte sofort.
Er bot sofort eine Grundspannung und eine Lastaufnahme an, die tatsächlich die ersten piaffe-ähnlichen Tritte bedeuteten und mich nach zehn Minuten begeistert aufhören ließen. Zur Belohnung ging es eine Runde über das Stoppelfeld, von dem ich nur hoffte, dass sie es ein paar Tage stehen lassen und nicht gleich wieder umpflügen würden…

Dón galoppierte freudig und kraftvoll, aber dennoch in sich total ruhig.

Da haben wir ja nun etwas Neues! Endlich kommt die Idee der Grundspannung von ihm! Naja gut, nicht ganz, ich habe die natürlich provoziert, aber er konnte jetzt damit umgehen, es machte ihm überhaupt keine Angst, auf einmal kommt da Stolz durch.
Toll!!

Dann fiel ich ja so fürchterlich auf die Schnauze und leckte ein paar Tage meine Wunden. Der erste, auf den ich mich wieder wagte, um zu sehen, ob noch alle Knochen da sitzen, wo sie vorher waren, war Dón, da er am besten zu sitzen ist. Tatsächlich fühlte sich meine Hüfte rechts an, als wäre das Bein nicht mehr so aufgehängt wie vorher. Es war nicht schön, Dón war verwirrt, aber das Reiten half auch (wie immer bei mir…), danach erholten sich die lädierten Muskeln wieder und einige Tage später war alles vergessen. Aber das war schon happig und insgesamt hatte ich gut zehn Tage etwas davon gehabt. Puh!

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Mittwoch, 24.8.

Heute gab es mal Fotos, und zwar so echte Mädchen-Bilder. Und da ich von beiden Pferde welche habe, sind die hier zu sehen!

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Danach gab es noch ein paar tolle Momente auf der Weide…

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Donnerstag, 25.8.

Ich fühlte mich wieder fitter und so wagte ich eine Premiere – Halsring und Handpferd!
Da auch dies natürlich beide Pferde betraf, ist der Bericht hier zu lesen 🙂

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Freitag, 26.8.

Ich musste da wohl mal wieder rauf, denn am Sonntag wollen wir nach Ruschwedel und Dón war in zwei Schaubildern geplant. In „Flagge zeigen!“ mit neuer Flagge – ich hatte eine mit Schmetterlingen gebastelt, damit wir alle unterschiedliche haben. Die war weiß und so bekam die Dón vorher nicht zu sehen, ich nahm nochmal die spanische zur Hand. Dón ging vertrauensvoll und sicher, auch als der Wind ein paar Geräusche mit der Flagge machte. Kein Problem, daran gab es nichts mehr zu üben. Die Spannungswechsel waren wieder abrufbar und freuten mich ganz fürchterlich, vor allem, weil er so klar eine Idee damit verbindet, die ihm keine Sorgen bereitet. Schlaksig fühlte er sich dennoch an und ich hatte schon kurz Sorge, dass er sich so kurz vor Ruschwedel gerade wieder in irgendeinem Wachstumsschub befindet. Kann aber ja auch einfach daran liegen, dass ich kaum drauf sitze. Nicht problematisieren!
🙂

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Samstag, 27.8.

Große Zäumungs-Anprobe, immerhin hat Dón das Eröffnungs-Schaubild! Hierfür hatte ich den blauen Offizierszaum aus dem Keller geholt – sah unglaublich gut aus, aber Dón fühlte sich damit sichtlich unwohl. Irgendwas stimmte da nicht. Er war beim Reiten nörgelig und schwankend und unzufrieden und nun machte ich mir ernsthaft Sorgen.
Ich saß nach drei Runden ab und nahm diesen Zaum runter, ich hatte ja noch andere, die für Ruschwedel angepasst werden wollten. Und so legte ich die weiße Prunktrense an, saß wieder auf und siehe da – damit mochte Dón gehen und sofort fühlte er sich viel besser an!

Ich machte nicht viel, freute mich an seiner Motivation, die jetzt klar spürbar war, fragte hinterher noch einmal an der Hand Spanischen Schritt an, der in weiten Phasen sehr gut gelang. Das würde schon klappen!

Er durfte sich noch wälzen und dann kam ich später noch einmal wieder, um beide zu waschen. Zum ersten Mal wusch ich sie gleichzeitig, das fanden sie offenbar gut.
Sie sind einfach zu und zu schön, wenn sie frisch gewaschen sind…!

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Sonntag, 28.8.

Wir waren in Ruschwedel!
Das verlief etwas anders als erwartet – der Bericht ist hier zu lesen!

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Montag, 29.8.

Dón begrüßte mich freudestrahlend auf der Weide und wirkte unternehmungslustig.
Da er sich in Ruschwedel ja nicht gerade überarbeitet hatte, dachte ich, machen wir einen schönen Ritt. Das wurde es auch – erst auf dem Platz, danach auf dem Stoppelfeld. Dón war aufmerksam und fein, er macht auf dem Feld nicht die geringsten Anstalten, abzuhauen, und so plante ich für den nächsten Tag eine ziemlich rasante Steigerung. Halsring wäre die eine Alternative gewesen – aber ich wählte eine andere.

Etwas Neues 🙂

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Dienstag 30.8.

Ich ging zum allerersten Mal überhaupt mit meinem kompletten Trio gleichzeitig los!
Den Bericht und die Fotos von diesem tollen Erlebnis gibt es hier

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