März

Anfang März gab es einen so wunderbar frühlingshaften Nachmittag, den ich sofort nutzte, um mal wieder auf dem Platz zu reiten. Mal wieder ernsthaft 🙂

Der letzte Ritt war im Gelände mit einem überaus temperamentvollen und glotzigen Dón zwei Tage zuvor, nun war davon nichts mehr zu sehen – alle drei lagen gemütlich dösend in ihren Boxen, als ich kam. Meine Jungs standen auf, Navarre schlief weiter.

Dón war entsprechend entspannt und zufrieden und genoss die Sonne ebenso wie ich.
Ich ritt auf Trense – einhändig blank ist echt schöner…
Dón ließ sich sehr schön auf das ein, was ich wollte und ich hielt die Anforderungen bewusst gering. Wirklich toll waren die Übergänge in den Galopp und zurück, egal ob Schritt oder Trab. Nicht so schön war das etwas zähe Rückwärtsrichten und die instabile Anlehnung, an der ich dieses Jahr nun wirklich ein bisschen was tun muss.
Die Grundspannung entsprach dem entspannten Gemütszustand, der Trab war also Dón-mäßig flach. Ich ließ ihn machen und freute mich sehr an dem tollen Galopp, der sehr viel besser war als im Gelände vor zwei Tagen.

Am Schluss fragte ich ein Steigen an. Das hatte ich unter dem Reiter überhaupt erst zwei Mal gemacht – das erste Mal mit Unterstützung von unten, das zweite Mal alleine.
Dón stieg sehr fragend und vorsichtig, hob drei Mal ein kleines bisschen ab und stieg dann einmal sehr schön groß und kraftvoll. Danach sprang ich ab und lobte Dón sehr.
Das war ein schöner Ritt! Mehr solche Tage jetzt bitte bitte!!

An einem weiteren wunderbar frühlingshaften Tag nahm ich Dón „nur mal kurz“ an die Hand. Ich hatte die Trense drauf und wollte ein wenig Spanischen Schritt und ein paar Piaff-Reprisen anfragen. Der Platz hatte eine relativ trockene lange Seite und eine Hälfte der kurzen war noch begehbar, der Rest war zum Gehen nicht so schön. Also ließ ich Dón in Richtung Nachbars Garten immer wieder zwischen Schritt, halben Tritten und Halten wechseln und auf dem Rückweg fragte ich Spanischen Schritt an.
Die halben Tritte waren gut, Dón hatte ganz klar die richtige Idee, ich wünsche ihn mir aber vorne größer. Die Vorderbeine kleben noch ziemlich am Boden. Ich fixierte also den Widerrist und hob den gedanklich an, daraus ergaben sich ein paar Mal Momente, in denen Dón mit beiden Vorderbeinen ein wenig abhob. Auch wenn das nicht der Wunsch war, so lobte ich das trotzdem sehr, da er nach oben dachte. Und so wurden die Tritte immer besser, mit immer mehr Energie gefüllt, Dón wurde stolzer und eifriger, was ihn allerdings auch schwerer händelbar machte.

Es ist bei ihm noch nicht leicht, das Maß zu finden, damit er mit genügend Energie einige wenige möglichst ausdrucksvolle Tritte zeigt, danach aber auch seine Pause im Halten genießen kann. Beides im schnellen Wechsel kann er noch nicht 🙂
Ich den Pausen war er nach guten Tritten also unhandlich, oder er genoss die Pause, dann waren die Tritte davor aber mau. Na, das kriegen wir mit der Zeit schon noch hin.

Auf einem Rückweg bekam ich allerdings eine Folge von sechs oder acht durchgehend tollen Spanischen Schritten. Ganz gleichmäßig, sehr ausdrucksvoll. Super!
Das gelang uns so gut nicht nochmal, dafür aber die bislang beste Idee von Spanischem Trab, als er etwas mehr aufdrehte.

Das Aufdrehen führt bei ihm oft aber auch dazu, dass er plötzlich mal seinen Kopf gegen meinen knallt oder irgendein Vorderbein auch mal durch die Luft fliegt. So ganz hat er sich nicht im Griff, wenn er sich gerade toll findet. Ich strafe das niemals, bitte ihn nur, aufzupassen – und passe meinerseits etwas besser auf. Für den Treffer Kopf an Kopf hat er schon einen Rüffel bekommen, danach war er auch sofort vorsichtiger und hat mich genauer beobachtet, ohne sich aber erschreckt zu haben. Das ist bei ihm immer so ein schmaler Grat – er wird schnell schreckhaft und scheu, wenn man ihn sanktioniert, also passe ich sehr auf, nicht heftig zu reagieren, wenn er so überkandidelt drauf ist, und heute war er so aufgekratzt und mutig, dass wir das richtige Maß fanden.

Er fragte zu süß, ob er nun nicht endlich – bitte bitte!! – steigen dürfe.
Endlich durfte er.

Und dann ließ ich ihn los.
Der Platz war offen, er hätte raus gekonnt – er dachte nicht daran.

So haben wir noch nie frei gespielt! Verdammt, ich brauche mehr Kondition!! Das war so genial! Ich konnte hinspringen und rennen, wohin ich wollte, er kam hinterher, auf mich zu, drehte sich mit einem Sprung zu mir um, ließ mich nicht aus den Augen und war nicht auch nur im Geringsten versucht, sich von mir zu entfernen. Das machte pur Spaß!!

Und dann kam eine Nachricht, die mich riesig freute – ich bin nun doch im Tagesprogramm der Messe NORDPFERD in Neumünster!
Jeden Tag mit einem achtminütigen Schaubild, das ich frei gestalten und mit Headset kommentieren kann. So, wie ich es liebe 🙂

Ich will unbedingt dieses freie Spiel unterbringen. Meine Idee ist, beide Pferde in der Bahn zu haben, ich muss mir aber noch ein ungefähres Programm für acht Minuten zurechtlegen. Irgendwie muss ich da unterbringen, dass Dón nachher „nackt“ und möglichst natürlich mit offener Wallemähne noch frei mit mir spielt.

Ich möchte ja immer gerne, dass alle Pferde alles können, aber hier offenbaren sich bei den beiden trotz der vielen Dinge, die ich schon mit beiden machen kann, auch langsam Talente, die ich fördern sollte, damit sie auch jeweils in Dingen glänzen können, die ich mit dem anderen eben nicht so mache. Dóns Part wird ganz klar dieses freie Spiel!

Am nächsten Tag ritt ich mal wieder und Dón, anfangs noch sehr entspannt, verabredete sich schließlich mehrfach mit Navarre zum Wegspringen. Also dieser Reitplatz ist mal echt Abhärtung!! Manchmal mehr als einem lieb sein kann…
Es war frisch und windig und das trug sicherlich zu einigen Temperamentsausbrüchen bei.
Anfangs gelangen aber schöne Übergänge Schritt / Trab / Halt. Dón anzugaloppieren wurde allerdings schließlich interessant und abwechslungsreich, er baute hier und da ungeheure Bockprünge ein. Ich musste reichlich und jederzeit die Knie zu haben, sonst wäre ich ein paar Mal geflogen. Es war einige Male knapp.
Diese turbulenten Galopps machten allerdings den Trab sehr gut. Und zwar so gut wie noch nie. Wie so oft – über den Galopp kommt man an einen besseren Trab heran!
Dón ließ schließlich einen Schwung durch, den er bislang noch nie hatte halten können – seine hellwache Grundspannung ermöglichte es, ihn über 40, 50 Meter am Stück mit diesem tollen Schwung traben zu lassen. Und so saß ich direkt nach einer dieser schönen Trabstrecken ab und lobte und freute mich.

Danach sinnierte ich noch mit Nic darüber, dass kaum irgend ein Reiter sich an solch‘ einem Tag von seinem Pferd noch hätte begeistern lassen – Nic hatte  sogar einen von Navarres Sprüngen nicht sitzen können und war im Sand gelandet war. Beide sprangen wiederholt kreuz und quer in der Gegend herum, wir aber erfreuten uns an den tollen Momenten, auch wenn wir höllisch aufpassen mussten. Wer aber all‘ diese Bewegungen einschränkt, sanktioniert, verbietet, der bekommt auch die anderen nicht. Schon gar nicht mit der Gehlust, Freude und Ausstrahlung, die unsere beiden zeigten, wenn sie gerade mal nicht bockten (Dón) oder wegsprangen (Navarre). So einen tollen Trab hätte ich nicht bekommen, wenn ich die Bocksprünge Dón gegenüber negativ kommentiert oder gar gestraft hätte. Tolle Tritte, toller Schwung, toller Dón!
Er war ungeheuer süß hinterher und küsste mit Hingabe 🙂

Eine große Freude hatte er mir noch gemacht: er stand beim Aufsitzen wie ein Baum.
In dieser Form vielleicht zum ersten Mal. Auch so ein Ding – seit fast zwei Jahren ist er nun bei mir und noch immer ist das Aufsitzen nicht abgesichert ruhig. Was haben die da bloß in der so kurzen Anreitephase mit ihm gemacht, dass das in ihm einen so nachhaltig negativen Eindruck hinterlassen hat?? Möchte man gar nicht drüber nachdenken…

Kurz darauf ergab sich ein kurzer Ritt – kurz, weil es unangenehm kalt und windig war und es dann auch noch anfing, zu regnen. Aber es war auch leicht, den Ritt kurz zu halten – Dón war super! Er trabte sofort so los wie beim letzten Mal, in toller Grundspannung, und er hielt sie! Der Galopp war ruhig, ich durfte treiben, Dón fragte einmal kurz nach einem Losschießen, wartete auf meine Reaktion, es kam keine, also galoppierte er brav weiter und entspannte sich.
Der Trab ließ nach zehn Minuten ein wenig nach, ich forderte noch einmal ganz behutsam auf, Dón war sofort wieder in der guten (neuen) Grundspannung, und damit hörte ich auf.
Das war insgesamt höchst erfreulich gewesen – vom Wetter mal abgesehen 🙂
Auch das Aufsitzen war wieder sehr ruhig verlaufen – Dón ging zwar ein, zwei Schritte vor, wartete dann aber brav. Im Stall war er wie immer zu und zu süß und kuschelig.

Und dann entdeckte ich bei facebook sein Geburtstagsgeschenk!
Roger’s Area veranstaltete im März an zwei Samstagen ein Extreme-Trail-Training.
Ich fragte an, ob das (vom Rhythmus her würde es passen) auch am 8. April stattfindet. Und das tut es und so habe ich mich dafür angemeldet – da feiern wir dann Dóns 7. Geburtstag!

So, und nun gibt es endlich einmal wieder Fotos!!
Dón hat so schön frei mit mir gespielt – sagte ich es schon? Ich brauche mehr Kondition!!!
Zuerst machten wir aber ein wenig Arbeit an der Hand:

Kurz darauf holte ich die Plane hervor, die Dón einige Monate lang nicht mehr gesehen hatte. Ganz geheuer war sie ihm anfangs nicht, da der Wind sie ein bisschen bewegte, aber ich packte Sand auf die Ecken und dann ging es, so dass ich von allen Seiten problemlos drüber reiten konnte. Im Linksgalopp machte er enorme Sätze, also ließ ich ihn aus dem Trab kommen und galoppierte auf der Plane an. Das zog ich immer einen Galoppsprung weiter vor, so dass er erst direkt vor der Plane ansprang, dann noch etwas weiter davor und dann konnte ich auch in Ruhe drüber galoppieren.

Ich saß ab und nahm die Plane in die Hand. Oha! Dón wich aus und schnorchelte, ich ließ ihm Zeit, er fand sich mit der Situation ab. Ich saß wieder auf und nahm die Plane mit.
Das ging so weit ganz gut, auch wenn der Wind sie auf der einen Seite immer gegen uns drückte und sie auf der anderen von uns wegzog, aber das hielt Dón im Schritt ganz gut aus. Ich konnte ihn eine Volte darüber gehen lassen, musste allerdings loslassen, wenn sie sich unter einem seiner Füße verhedderte.

Absitzen, Plane aufsammeln, aufsitzen, neu. Wieder loslassen.
Hmm, doof. Dafür war es einfach zu viel Wind.

Was Dón überhaupt nicht gut aushalten konnte (nanu?) war, als ich ihm die Plane überlegen wollte. Vor allem, das hatte ich beim Reiten schon gemerkt, wenn sie auf Kopfhöhe oder gar noch höher kam. Ich zog sie also vorsichtig so dicht am Rücken wie möglich über ihn und zupfte dann hier und da und dort, um sie auf ihm auszubreiten, und schließlich lag sie ganz drauf und er stand. Nun hielt er auch aus, dass sie flatterte und ihm gegen die Beine schlug. Das war prima, damit hörten wir auf.

Ein paar Tage später holte ich beide Pferde auf den Platz, die Plane hatte ich schon hingelegt. Es war deutlich mehr Wind und der nervte, weil ich dauernd Sand nachhäufte, aber die Plane hatte trotzdem ein deutliches Eigenleben.

Dón ließ sich davon nicht beeindrucken und war einfach zum Dahinschmelzen schön…

Ich holte die Springblöcke und stellte die auf die Seiten, das half ein bisschen, zudem hatte ich vor – neue Idee – mal einen Sprung auf die Plane zu stellen. Oft springen die beiden ja nun wirklich nicht, und auf der Plane zu springen war eine echte Herausforderung.
Das Ganze wollte ich auch noch fotografieren, was sich gar nicht so einfach gestaltete, ich hatte einfach mal wieder zu wenig Hände (und vor allem im Moment auch noch nicht mal zehn verfügbare Finger. Der gebrochene machte das Ganze noch schwieriger).

Man wächst nur mit seinen Aufgaben – das Vorhaben gelang. Beide Jungs machten tolle Sprünge, Dón übertrieb ein paar Mal ein bisschen, nachdem er einmal etwas spät abgesprungen war und alles zertrümmert hatte. Dass die Plane unter dem Sprung lag und die ja beim Draufspringen und vor allem in der Landung Geräusche machte, interessierte beide überhaupt nicht. Woraufhin ich das geistig natürlich sofort in ein Schaubild einbaute 🙂

Danach legte ich die Plane beiden nacheinander über den Rücken – Dón hielt das heute viel besser aus, obwohl aus dem Wind inzwischen Sturm geworden war und die Plane echt flatterte und sich auf der einen Seite mächtig gegen das Pferd drückte.
Die Jungs waren so cool drauf, dass sie nachher noch an der Plane rumzogen. Davon machte ich ein paar kleine Videos, das war einfach zu witzig, und auf den Filmchen hört man richtig, wie die Plane knattert. Ich war mal wieder ganz schön stolz auf die beiden!

Endlich waren wir wieder mal für eine schöne Handpferde-Runde im Gelände.
Auf dem Hinweg musste ich Dón treiben, und zwar so, dass sich das folgende Bild vor meinem geistigen Auge ergab…:

Wir hatten super schöne Galoppstrecken zu dritt und auf dem Rückweg hatte Dón dann auch einen schönen Fleiß. Da allerdings döste Nacariño dann vor sich hin 🙂

Kurz darauf fuhr ich sehr spontan mit Dón nach Heist. Das Gelände dort soll neu eingesät werden und wird bis Mitte Juni nicht bereitbar sein, Ende März war die letzte Chance und wir beschlossen, am Sonntag hinzufahren. Und da war es wieder, mein Luxusproblem – welches Pferd nehme ich mit? Und so nahm ich kurzentschlossen den Freitag mit dazu und fuhr mit Dón los.

MEINE GÜTE, KANN DIESES PFERD SPRINGEN…
Er war erst zwei Mal hier, zu Hause bin ich seit Monaten nicht mehr gesprungen, frei gesprungen ist er nach dem Winter jetzt zwei Mal – wo nimmt der das her??
Kommt da hin, guckt sich um, saugt sich Lungen mit Luft voll und ist die pure Kampfansage. So oft in Wohnungsnot wie an diesem Tag war ich bei ihm noch nie!
Er hat Schlenker gemacht ohne Ende, sprang von kreuz nach quer, weil ihm nichts geheuer war, aber kaum lag Holz im Weg, gab es kein Halten mehr.
Mir war ja schon klar, dass er geschickt und talentiert springt, aber er war regelrecht heiß auf’s Springen. Er geierte und zog zu den Sprüngen, das war unglaublich.
Wo waren noch alle jene, die meinen, Pferde würden zum Springen gezwungen?? Und Spanier können’s sowieso nicht?? Gerne mal herkommen, sich auf Dón setzen und auf ein Stück Holz zutraben. Viel Spaß dann noch!

Er hat Sätze gemacht, meine Güte. Es hebelte mich wiederholt aus dem Sattel (ich brauche offenbar doch wieder einen Springsattel, wer hätte das gedacht…). Er übertrieb maßlos.

Mich begeisterte seine wilde Freude am Springen, aber mein gebrochener Finger passte so überhaupt nicht ins Bild. Die Hand hemmte mich, auch wenn ich mit großer Freude spürte, dass mein Körper sofort wieder diese einzigartige Elastizität und Geschicklichkeit aus Military-Zeiten hatte. Sonst wäre ich zehn Mal runtergeflogen. Aber der Finger ging gar nicht und nach dem vierten Sprung wurde Dón unsicher, weil er merkte, dass ich nicht völlig frei in der Bewegung war. Daraufhin sprang er ein paar Mal so eckig und kantig, dass ich die Schiene schließlich abmachte. Das ist jetzt vier Wochen her, das muss halten!

Hielt auch. Tat weh, aber hielt. Und Dón sprang wieder sicherer, als er merkte, dass ich die Hand frei bewegen konnte. Naja, relativ – relativ sicherer und relativ frei bewegen…

Am Wasser stellte er sich anfangs reichlich an, ich musste aber nicht absitzen, er ließ sich dann doch überreden. Dann hatte er auch sofort Spaß daran.

Und so konnte ich schließlich den Sprung am Teich und das Wasser miteinander verbinden:

  

Ich wäre gerne noch weiter gesprungen, aber mit dem Finger fühlte sich das alles nicht so richtig gut an. Und Dóns totaler Übereifer machte es nicht besser. Und ich hatte ja noch etwas anderes im Kopf… Also hörte ich auf, ging zurück zum Hänger und sattelte ab.
Hier guckte er ein paarmal durch die Gegend und sah so wunderschön aus…

Ich wollte hier frei mit ihm spielen. Na klar, wie hätte es anders sein können, kam ein Schimmel des Weges, der ihn brennend interessierte. Ich wollte nun aber auch nicht riskieren, meinem wild von dannen galoppierenden, halfterlosen Pferd hinterher zu gucken. Also behielt ich ihn noch einen Moment am Strick, ließ ihn das andere Pferd angucken, bis er sich von selbst wegdrehte, und fragte erst einmal am losen Strick an, ob er auf ein Gertensignal zu mir kommt. Das tat er. Er war in Spiellaune. Und wie!

Und so machte ich das Halfter ab… Boah, war das schön!! Machte das Spaß!!
Das fremde Pferd kam noch zwei Mal vorbei, Dón sah dem gebannt hinterher, blieb aber zuverlässig bei mir und ließ sich immer wieder zum Spielen animieren.

Das war toll, das war toll, das war einfach toll!
Ich stellte Dón vor einen Sprung, sagte „Warte!“, sprang selbst drüber, drehte mich zu ihm um und holte ihn auf Gertensignal zu mir. Das war nun echt der Hammer!

Er durfte ein wohlverdientes Sandbad nehmen und ich setzte mich dazu.
Was für ein Nachmittag!
Mit Dóns überdimensionaler Springerei war ich nicht ganz glücklich, aber unser freies Spiel hatte alle kantigen Momente und den schmerzenden Finger wieder wett gemacht.

Am nächsten Tag probierte ich mit beiden zusammen einiges aus, davon sind hier viele Fotos zu sehen.

Danach hatte Dón zwei Tage frei und durfte ein wenig grasen und endlich konnte ich auch mal wieder den Schweif waschen. Das lohnte sich!!!
Zudem hatte ich eine rutschfeste Matte auf mein Podest geklebt und die mussten die Jungs natürlich ausprobieren – beide waren lange nicht mehr auf dem Podest, standen aber nach wenigen Sekunden brav gleichzeitig drauf und fanden das sofort wieder toll.

Am nächsten Tag überlegte ich, was ich machen könnte – das tolle Wetter wollte ich gerne nutzen, für morgen war Regen angesagt und danach wäre ich drei Tage nicht da, aber nach Reiten war mir nicht. Nach Arbeit an der Hand auch nicht.
Langer Zügel? Hmmm, nö, auch nicht.
Ich holte Kappzaum und Longe hervor.

Und das war echt eine tolle Idee! Ich longiere ja nun wirklich extremst selten und hatte nun auch den Verdacht, dass unser freies Spiel das Longieren erschweren könnte.
Das war tatsächlich anfangs auch so, Dón drehte sich einige Male zu mir um und wollte spielen. Ich schickte ihn mit freundlicher Energie wieder weg und dann hatten wir’s.
Und dann wurde es echt genial. Ich stimmte ihn so auf die Gerte ein, dass er nachher auf ein über-den-Rücken-streichen an kurzer Longe versammelt angaloppierte und auf die Gerte am Vorderbein passagierte. Das fiel ihm auf der linken Hand relativ leicht, auf der rechten Hand schwer. Ich hielt die Reprisen sehr kurz auf der jeweiligen Hand und so wurde Dón immer mutiger und aufmerksamer. Tatsächlich passagierte er schließlich auch auf der rechten Hand vier, fünf schöne ausdrucksvolle Tritte.
Damit hörte ich begeistert auf und fragte nach einer Kuschelpause noch auf beiden Seiten Kompliment an. Er machte es auf beiden Seiten zwei Mal, zwar mit langem Überlegen und mit Hilfe einer Möhre (Leckerlie reicht dafür nicht, das muss schon eine Möhre sein…), aber das zweite war jeweils besser als das erste. Mehr wollte ich dann auch nicht, das war super. Dón leckte mir mit Wonne den Arm ab. Endlich kann er mir überhaupt den Arm ablecken – T-Shirt-Wetter!!! Wir genossen die Sonne und unsere Nähe zueinander und standen noch einen Moment einfach so rum.

Der März war in weiten Teilen ein echter Wonnemonat gewesen. So erholsam nach dem Winter… So viele schöne und/oder warme Tage – und endlich wieder Fotos! 🙂

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