April

Anfang April gab es bei schönem Frühlingswetter noch ein, zwei, schöne, sinnige Ritte mit Dón, der auf Trense wieder in so manchen Übergängen glänzte, im Galopp die fliegenden Wechsel weitgehend wieder vergessen hatte (das ist jetzt positiv gemeint, er fragte sie nicht an, und ich konnte auch mal wieder eine lange Seite geradeaus galoppieren, ohne dass er sich bei dem Gedanken an einen eventuellen Wechsel aufheizte), und im Trab war spürbar, dass eine ganz andere Grundspannung bereits vorhanden oder sehr leicht abrufbar war. Das hat sich wirklich grundlegend verbessert! Dón bekommt Spaß daran, sich im Trab zu präsentieren, und er hält Schwung und Rhythmus immer besser.

Am 5. April ließ mich eine frühmorgendliche WhattsApp in gelinde Hektik verfallen, als ich spontan zur Pressekonferenz der NORDPFERD nach Neumünster gerufen wurde.
Ich war sehr froh, mit meinen Jungs dabei sein zu dürfen – der Bericht dazu ist hier.

Am 8. April wurde Dón 7 Jahre alt. Natürlich bekam er etwas geschenkt – ob er das so als Geschenk empfunden hat, kann ich nicht sagen, denn wir gönnten uns einen ziemlich spannenden Tag. Den verbrachten wir auf Roger’s Area in Boklund beim Extreme Trail.
Also, in unserer Variante wohl eher beim Soft Trail 🙂
Der Bericht zu diesem erlebnisreichen Tag ist hier zu lesen!

Danach rannte mir die Zeit davon, was die Messevorbereitungen anging. Das reichte zwar noch nicht, um Nervosität auszulösen bei mir, aber ein bisschen anders hätte ich mir das schon gewünscht.
Meine Pferde warfen regelmäßig meine Planungen durcheinander, indem irgendetwas, was sich eigentlich ziemlich abgesichert anfühlte, plötzlich nicht mehr ging.
Viele Möglichkeiten zum Üben hatte ich nicht, ohne Halle und bei nun inzwischen echtem Aprilwetter und dann auch noch tagelangem Wind-/Sturm-Gemisch. Menno!!

Karfreitag endlich hatte ich die Möglichkeit, zur Halle zu fahren und einmal das ganze Schaubild durchzureiten. Generalproben sollen schiefgehen?? Nun, das hat geklappt.
Der Bericht zu dieser in weiten Teilen verpatzten Probe ist hier zu lesen…

Mir lief die Zeit weg. In einem Stall ohne Halle erst Recht, da das Wetter jetzt so richtig den April raushängen ließ. Ich musste vor der Messe unbedingt mit Dón wieder zu unserem vertrauten Gefühl zurückfinden und hoffte nur, dass ihm diese verpatzte Probe keine Angst eingejagt hatte. Insbesondere wollte ich unbedingt vor der Messe noch einmal mit Handpferd reiten, das war jetzt im Prinzip das Wichtigste. Und einmal noch „einfach so“ reiten wäre auch noch super, der Rest wäre dann halt, wie so oft, pure Improvisation.

Beides ergab sich zum Glück am Osterwochenende, das Wetter war deutlich schlechter angesagt als es dann wurde, und auch wenn der Platz unter Wasser stand, so ergaben sich doch zwei zumindest von oben trockene Momente. Wir gingen mit vier Pferden ins Gelände für eine schöne ruhige Runde, ich hatte meine beiden dabei und es war super. 
Dón zeigte überhaupt keine Anzeichen, den doofen 14.4. noch im Kopf zu haben. 
Er machte einen ungeheuren Sprung über eine der Pfützen und war ansonsten einfach schön zu reiten.

Dann ergab sich auch noch die Chance (sogar mit Sonnenschein!), auf dem Platz zu reiten. Das wurde ein kurzer, aber richtig schöner Ritt. Dón ging in schöner Anlehnung mit guten Ansätzen zur Versammlung und tollem Galopp – vor allem auf der rechten Hand war er so gut am äußeren Zügel, dass ich mehrfach innen überstreichen konnte, während er sicher in Innenstellung blieb. Er dachte nicht an fliegende Wechsel, so dass ich fast in Versuchung kam, einen zu reiten. Aber ich riss mich zusammen 🙂

Wir hörten sehr glücklich auf, der 14. hatte keinerlei Spuren hinterlassen.
Wir hatten (und haben) uns lieb!
Wenn ich jetzt wettertechnisch nicht mehr zum Reiten kommen sollte, wäre es egal.
Mit dem Gefühl können wir nach Neumünster fahren. Und da wird improvisiert 🙂

Oh ja, es wurde improvisiert. Das, was am sichersten schien, machte ich überhaupt nicht (Reiten mit Handpferd…), ganz neue Dinge ergaben sich einfach in den Schaubildern.
Wie immer also 🙂
Beide Jungs haben so dermaßen großartige Premieren abgeliefert!!
Dón wird seit dem Messe-Sonntag nur noch mit „Seine Majestät“ angesprochen 🙂

Wir haben eine wahre Sternstunde am Samstag Nachmittag erlebt. Unser freies Spiel, von dem ich vorher hoffte, es überhaupt zeigen zu können, gehörte an allen drei Tagen mit zu den Highlights. Dón war einfach nur wunder-, wunder-, wunderbar.
Hier gibt es tolle Fotos (und viiiel Text…) zu Freitag, Samstag und Sonntag.

Der Montag war natürlich verdient frei, am Dienstag wollte ich einfach nur laufen lassen. Keine Chance. Dón klebte an mir und wollte nur und nur spielen. Es war so schön…
Und die Motivation und die verliebten Blicke der Jungs zeigten mir überdeutlich, dass die Messe und alles Drumrum gut und richtig war und unserer Beziehung ungeheuer gut getan hat – und noch tun wird. Auf jeden Fall ist da nochmal richtig was zwischen uns passiert.

In der Woche ritt ich einmal, eine verträumte, schöne Runde auf dem Platz – und es war unsere letzte auf diesem Platz. Am letzten Freitag des Monats bezogen meine Jungs ihr neues Quartier in Auufer – leider eine halbe Stunde von zu Hause entfernt und leider stehen meine Drei nun in verschiedenen Ställen, aber die Preisveränderung im alten Stall machte diesen Schritt erforderlich.

Die Jungs waren ziemlich aufgeregt, als sie  auf das Paddock kamen und die beiden Falben von Doris entdeckten – Fynn kannten sie ja schon, Dón und Fynn mögen sich sehr, und so war Dón nun deutlich mehr an dem mächtigen Connemara „Conny“ (in echt: Blue Moon Lucky Vivaldi, da ist „Conny“ einfacher…) interessiert. Der durchaus auch an ihm, er blies sich auf und machte den Macker, Dón machte Kragen und sah unglaublich schön aus.

Wir ließen sie noch nicht zusammen, aber das dürfte kein Problem sein. Sie standen immer wieder am Zaun und gingen dann wieder getrennte Wege. Meine beiden donnerten ganz schön rum und galoppierten einige Löcher in die Wiese.

Am nächsten Tag holte ich sie einzeln vom Paddock und zeigte ihnen den Platz. Dón war aufgeregt und guckig und erschreckte sich einige Male, vor allem, als neben dem Platz ein Huhn hochflatterte. Ich spielte einfach nur ein wenig mit ihm ohne großen Anspruch, und er wurde immer eifriger und konzentrierter. Ich räumte in Ruhe meinen Schrank ein,  ging immer wieder mal zu den Jungs, die sich schon sehr wohl zu fühlen scheinen. Sie sehen aus wie Erdferkel, sind hier den ganzen Tag draußen und nachts in ihren Boxen. Es gibt drei Unterstände mit mehreren Heunetzen und zwei Weidestücke, so dass immer umschichtig die beiden Zweier-Gruppen mal auf dem Paddock, mal auf der Weide stehen.
Eine Halle gibt es nicht, die vermisse ich aber ja ohnehin nicht, dafür einen sehr gut angelegten Platz. Der ist kleiner als 20 x 40 m, liegt aber super idyllisch neben einem Teich (mal sehen, wann die ersten Enten da sind…) und in Doris‘ Garten. Ihre Pferde stehen direkt am Haus, mehr als vier Pferde können hier auch gar nicht stehen.

Nun haben wir hier unsere hübsche kleine Herde mit einem hellen und einem dunklen Schimmel und einem hellen und einem dunklen Falben. Ziemlich exclusiv! 🙂

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