Juli

Der Juli startete ja gleich mit unserem Team-Légèreté-Turnier, zum ersten Mal „Outdoor“ mit Trail- und Geländeprüfungen. Die hier zu reitende Dressuraufgabe kam Dón von der Linienführung her weitaus mehr entgegen als die Working-Equitation-Dressur, so dass wir unser Galopp-Problem wieder weitgehend in den Griff kriegten. 

Dón wurde ziemlich vergoldet… Die Richterin meinte nach der Dressur „Ihr seht einfach schön zusammen aus. Dir sieht man die Freude am Reiten an und ihm die am geritten werden. Er strahlt Deine Freude zurück“. Dieser rührende Satz veranlasste sie zu einer sagenhaften Wertnote von 9.0, was den Sieg in der Dressur bedeutete. Den geführten Trail gewann zu meiner riesigen Freude Nacariño, den gerittenen gewann tatsächlich Dón. Und dann gewann er auch noch den Geländeritt, hier wieder mit einer 9.0, und danach kam in der kombinierten Wertung (schwerere Dressur, gerittener Trail und schwerere Geländeprüfung) natürlich keiner mehr an uns vorbei. Fünf Prüfungen, vier Siege…
Ich weiß nicht, ich unterschätze Dóns Ausstrahlung total und überschätze Nacariños.
Auf jeden Fall hatte Dón einfach großartig mitgemacht!

Nach der letzten Siegerehrung ritt ich nochmal mit beiden über den Wall, über die Plane, durch den Teich… Was für ein Spaß!!

Mehr zu diesem Turnier – natürlich mit vielen Fotos – gibt es hier.

Am Wochenende darauf fuhren Dón und ich noch einmal nach Boklund zum Extreme Trail. Wir verlebten einen spannenden Tag – Bericht und Fotos dazu gibt es hier.

Da es viel regnete, ritt ich sehr unregelmäßig, aber ich hatte auch nicht das Gefühl, irgend etwas in dem Sinne „üben“ zu müssen. Beide Pferde gingen überwiegend einfach schön, wir hatten Spaß miteinander. Dón war im Umgang einfach nur zuckersüß – anhänglich, immer ungeheuer freundlich und liebevoll.

Und dann standen alle Zeichen auf Eutin, das zwei Wochen später stattfinden sollte.
Da mir kein 20 x 40-Viereck mehr zur Verfügung steht, ritt ich die Kür nur so ohne Musik auf dem 30er Viereck durch, um die Linienführung wieder in en Kopf zu bekommen – ich wollte die Kür vom letzten Jahr nehmen. Die hatte sich einfach schön angefühlt und war von der Linienführung her so gestaltet, dass leicht hier und da und den Schwierigkeitsgrad verändern konnte.
Zudem hatte ich die Halsring-Kür wieder genannt und so ritt ich einige Male mit Halsring. Das fühlte sich unterschiedlich gut an – mal war Dón reichlich heiß, so würde ich jedenfalls kein Prüfungsviereck betreten, mal war er einfach nur super, ging Schlangenlinien mit einfachen Galoppwechseln und alles mögliche total lässig. Aber leider nicht einschätzbar und mit einem Fingerschnipsen aus der Ruhe zu bringen. Der Galopp war also immer noch störanfällig, Dón hatte immer wieder Phasen, in denen er abgehen wollte. Das wechselt manchmal von einem auf den anderen Tag ohne erkennbaren Grund. Gerne auch mal von der einen auf die andere Minute. Dann hilft manchmal nur runterfahren und einlullen, aber dann darf ich eben auch kaum noch irgendeinen Anspruch stellen.
Gar nicht so einfach mit meinem Temperamentsbündel.

Was er allerdings wirklich super machte – ich nahm Charleen noch zwei Mal auf seine Kruppe. Wir trafen uns einen Nachmittag im Möschenhof, hier durfte ich das Viereck nutzen, damit wir einmal ein Gefühl für die Originalmaße bekamen. Das war super.
Hier ritt ich dann auch nochmal die Kür durch – die Musik passte noch wie im letzten Jahr. Konnte ich so lassen. Perfekt!
Mit Halsring ritt ich dann noch eine spontane Kür und ließ mich filmen, um hinterher danach die Musik zu schneiden, nochmal nach Musik würde ich das dann allerdings nicht durchreiten können. Da mir zu Hause beim Anschauen die Linineführung aber nicht so gefiel, schnitt ich für diese Kür einfach nach Gefühl Musik zusammen. Mut zum Risiko 🙂

Da die Grupera ja noch drauf lag, nahm ich Charleen noch einmal auf die Kruppe. Mit Halsring! Und auch das machte Dón einfach brav – er war kernig, aber gut händelbar.
Daraus müssen wir irgendwann auch was machen…!


Danach stellte ich ihn noch vor diese wunderbaren Rosenbüsche – mein Rosenkavalier…

Wir probten noch ein zweites Mal, und auch diese Probe verlief sehr gut und half uns, die Ideen noch ein bisschen zu verfeinern. Auf diese Offene Kür freute ich mich so richtig. Das würde eine so schön bunte, so richtig spanische Kür mit verschiedenen Elementen werden, die Musik passte so schön, da würden wir – und das Publikum – bestimmt eine Menge Spaß haben.




Die erst zweijährige (!!) Rieke mit vollem Einsatz 🙂

Olaf und Jo gelangen dabei noch fantastische Garrocha-Fotos. Ohnehin hat sich Dón an de Garrocha ungeheuer verbessert – nicht, dass ich da irgendwas geübt hätte, er ist einfach im Galopp an sich so viel gesetzter geworden, das zeigt sich jetzt mit Garrocha so richtig.


Danach durften natürlich auch Sönke und Rieke nochmal auf die Kruppe.

Und dann alle zusammen – Dón als „Familienpferd“ (oder Kindergarten-Pferd??)!


Eutin schließlich wurde ein voller, voller Erfolg. Der Bericht und die Fotos dazu sind hier.

Ich hatte mich in der Kür filmen lassen. Und es war verdammt gut, mal nicht nur Fotos, sondern mal den gesamten Bewegungsablauf zu sehen. Ich war etwas überrascht, wie sehr das Gefühl bei Dón doch noch abweicht – die Fotos passen inzwischen zum Gefühl, aber das Video zeigte mir, dass er doch noch deutlich eiliger wirkt, als er sich anfühlt. Überhaupt nicht hektisch, aber im Bewegungsablauf eilig. Das will ich so nicht.

Nach Eutin ritt ich also zwei Mal sehr bewusst mit dem Fokus auf einem deutlich ruhigeren Bewegungsablauf. Und es war schnell zu merken, dass sich das schnell etablieren würde, wenn ich da nur eine Weile konsequent drauf achte. Der erste Tag war wirklich schön, Dón ging wunderbar leicht und elastisch, am zweiten Tag hatte er wieder so einen Hasch-mich – er sprang alle Nase lang weg, erschreckte sich vor allem und jedem, so dass ich wieder nur damit zu tun hatte, ihn runterzufahren und einzulullen, er ließ sich aber schließlich gut darauf ein und ich kam wieder zum Treiben und zum Loslassen.
Aber ich wüsste einfach gerne, warum er das immer wieder mal hat. Naja, vermutlich wird er mir das nicht erzählen, ich kann nur zusehen, dass ich jetzt diesen Fokus auf mehr Ruhe mal beibehalte. Das fühlte sich wirklich gut an.

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