August

Am 2. fuhr ich mit Dón sehr spontan an die Nordsee – mein Freund hatte ausnahmsweise mal Zeit, mitzukommen, und so sind tolle Fotos entstanden. Die sind hier zu sehen.

Wirklich viel gemacht habe ich in diesem Monat ansonsten nicht – ich hatte zu Hause ein Großprojekt in’s Leben gerufen, an das sich irgendwie von selbst viele kleine, mittlere und weitere große anschlossen 🙂

Die Pferde hatten also fast so ein bisschen Sommerurlaub und freuten sich entsprechend, wenn ich dann doch mal kam. 

Zwei Mal allerdings durfte Dón sein Talent als künftiges Lehrpferd unter Beweis stellen – und das hat er eindrucksvoll getan. Am 9. war Ines bei uns, die im Oktober 2015, als Dón noch kein halbes Jahr bei mir war, einmal „probesitzen“ durfte. Ihr fiel natürlich auf, wie viel mehr Pferd man da jetzt unter sich hat 🙂

Ines fällt es schwer, ihr Becken loszulassen, was Dón damit quittierte, so gut wie überhaupt nicht seitwärts zu gehen. Ohnehin nicht sein Lieblingsthema, wenn dann aber auch noch der Reiter die Bewegungen im Becken nicht durchlässt, dann stellt er seine auch ein. Spannend zu sehen.

Dennoch hatten die beiden viele schöne Momente und eine passende gemeinsame Grundspannung, und ich freute mich sehr an dem Anblick dieses schönen Pferdes, den ich sonst ja „live und in Farbe“ nicht unter dem Reiter sehe.

Ines spielte allerdings Dóns fliegende Wechsel kaputt, das ließ sich aber, als ich das nächste Mal ritt, wieder korrigieren. Seitengänge und fliegende Wechsel, die beiden Themen zeigten sehr deutlich, dass er da völlig (und bislang ausschließlich) auf mich eingestellt ist, alle anderen Dingen – sogar erste Pirouetten-Ansätze – durfte auch Ines anfragen. Dón hörte zu, versuchte gehorsam, alles umzusetzen, fragte freundlich nach, wenn er sie nicht verstand und nahm nichts übel. Er machte das echt großartig.

Der nächste „Fremdreiter“ war dann Ende August Susanne. Wir kennen uns schon lange, sie hatte vor vielen Jahren schon Fàscino und später auch Joya geritten, während ihr junger Isländer Daðri (wie passend: „Schmeichler, der Flirtende“) heranwuchs.
Dieses so großartige Pferd, ein echter Ausnahme-Isländer, starb viel zu jung siebenjährig an einer Kolik.
Dieses unglaubliche Pferd war und ist jede Träne wert, die um ihn geweint wurde.
Das ist nun fast zwei Jahre her.

Um so mehr freute ich mich, als Susanne vor kurzem fragte, ob sie nicht doch vielleicht mal wieder… Ja!! Und so lernte sie am 27. Dón von oben kennen.

Ich war überrascht, wie sehr er sich bitten ließ, es war sofort zu spüren und zu sehen, dass Susanne anfangs keine großen Energien in das Pferd brachte (obwohl sie das durchaus kann), und das war auch sehr gut so. Sie ist mit großen Pferden nicht so vertraut und ja auch selbst nicht sehr groß, so dass Dón für sie schon eine ganze Menge Pferd ist.
Da muss er nicht auch noch spritzig sein. Zumindest nicht am Anfang.
Und so hatten die beiden einen sehr ruhigen, sinnigen Beginn. Im ersten Galopp setzte Susanne dann unbewusst doch einige Energien frei, und dann war Dón auch „an“. Da hatte sie aber schon einiges an Vertrauen zu ihm und konnte das sehr gut händeln.

Auch mit Dón und Susanne entstanden tolle Momente, die beiden wirkten nach verblüffend kurzer Zeit vertraut, was ja auch zeigt, wie sehr Dón bemüht ist, sich auf seinen Reiter einzulassen. Total toll. Ines ist mit Iberern und Großpferden vertraut, Susanne nicht. Sie reitet (auch jetzt wieder) Islandpferde, und dann Dón so schön zu reiten, dazu gehört schon was. Sie kam nachher schön zum Loslassen und hat ihn gut von seiner heutigen Glotzigkeit ablenken können. Es machte Spaß, zuzuschauen.

Mir zeigten diese beiden Tage, wie freundlich und willig Dón bereit ist, fremden Reitern zu vertrauen und zuzuhören und sich auf sie einzulassen. Er nimmt kleine Fehler nicht übel (noch setze ich keine Reiter drauf, die große machen könnten) und bemüht sich wirklich, die Ansagen, die ja nicht immer den meinen so gleichen, umzusetzen. Ganz großartig. Damit hat er mich wirklich sehr begeistert.

Interessant fand ich, wie frech er hinterher gebettelt und rumgerüpelt hat, obwohl Susanne ihm nichts gegeben hat. Was ihn dazu veranlasste, weiß ich nicht, aber es war spannend zu sehen, wie er testet.

Diese „Tests“ seiner künftigen Lehrpferd-Eignung hat er jedenfalls bravourös bestanden!

Mehr geritten wurde Dón dann in diesem Monat auch nicht – aber meine Großprojekte zu Hause neigten sich dafür auch dem Ende zu. Der September gehört wieder deutlich mehr meinen tollen Jungs!
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