Bericht von Sandra & Jenny

Sandra erzählt in blau
Jenny erzählt in grün
Beide gemeinsam erzählen in schwarz
Anmerkungen von Corinna in rot

Irgendwann im Sommer haben wir eine Rundmail von Corinna bekommen, sie hat mal so in die Runde gefragt, wer denn Lust hätte, mit zur Pferd & JAGD 2012 nach Hannover zu fahren, sei es mit Pferd im Tagesprogramm oder als „Mädchen für alles“.

Wir fanden die Idee, mit Pferd nach Hannover mitzukommen, von Anfang an klasse. Haben wir uns das nicht schon immer mal gewünscht? Davon geträumt, in der großen Showhalle auf einer Messe mitreiten zu dürfen??!!
Bei der Mail von Corinna haben wir aber eher gedacht, dass das Bild in einem der Aktionszirkel vorgeführt wird, nicht in der großen Showhalle!!
Seid froh, habt Ihr gesehen, wie wenig Platz da ist??

Trotzdem waren wir hellauf begeistert! Dann kam jedoch das große ABER…

ABER sind wir denn schon so weit, bei einer Messe mitreiten zu dürfen?
Naja, die Ansprüche werden ja auf jeden angepasst!
ABER sind unsere Pferde denn so weit, bei einer Messe vorgestellt werden zu können?
Das zeigt sich spätestens dort    🙂
ABER ist Corinna nicht nur mit „ihren“ Messeprofis bei der Messe?
Die jetzigen „Profis“ waren ja auch irgendwann ein erstes Mal dabei!
ABER ABER ABER………??????

Wir waren uns einig, einfach mal Corinna fragen! Und die hatte uns prompt schon längst „locker“, wie sie es so schön nennt, (was bedeutet= fest) eingeplant! Wir DÜRFEN mit Sahabi und Wazeer auf die Messe… 🙂
Corinna sagte uns dann, was sie sich vorstellt: „Pas de deux mit ganz viel Glitzer, dann sind Eure Pferde zusammen, schließlich sind beide (alle vier, um genau zu sein) das erste Mal da!“ Das hat uns super gepasst, schließlich stehen die beiden zusammen und wir reiten oft zusammen, auch nebeneinander, einfach nur so zum Spaß!

Also gebongt, wir sind im Programm dabei! Als uns dann klar wurde, dass wir nicht im Aktionszirkel, sondern in der großen Showhalle sind, fing der Kloß im Magen an zu wachsen! Für’s nächste Mal: je größer die Halle, je kleiner kann der Kloß sein   🙂

Es war eine ganze Zeit recht ruhig um die Messe und dann begann im September die E-Mail-Flut. Ich saß noch nie zu Hause so viel, so lange und so oft vor’m PC wie in dieser Zeit. Mails hin und her, gesprengte e-Mail Körbe, Infos, Infos und noch mehr Infos. Entweder von Corinna an uns oder zurück! Ja, das wuchs einigen über den Kopf. Aber mal zugegeben – das hat ungeheuer Spaß gemacht! (Meistens…) Was nehmen wir mit, was brauchen wir? Da hatte ich Glück, ich wurde aus dem Verteiler genommen, weil ich irgendwie viel zu wenig Speicherkapazität im Mailkorb hatte (bzw. viel zu selten abgerufen…), naja und Sandra hat mir ja alles Wichtige gesagt. Und alles Unwichtige.
Jaja, hast Dich schön aus der Affäre gezogen!

Der Tag der Abreise rückte immer näher. Wir hatten das Glück, unsere Holsteiner-Marsch-vermatschten Schimmel in einem benachbarten Stall mit warmen Wasser waschen zu können und anschließend unter dem Solarium zu trocknen.

Am Mittwoch war dann Abreise angesagt. Alles gepackt, 100 mal geprüft, ob alles an Bord ist, und dann auf nach Hannover!
Nach ca. 3,5 Std. Fahrt und 2x Messegelände umfahren sind wir auf dem richtigen Parkplatz angekommen.

Nachdem wir abgeladen haben, sind wir in die Stallhalle gegangen. Ines hatte uns gleich in Empfang genommen. Dort drinnen sind unsere Süßen neben uns hergelaufen, als wäre es das Normalste der Welt, über bunte Teppiche zu laufen (das ist uns übrigens erst aufgefallen, nachdem wir gesehen haben, wie sehr sich andere Pferde mit den bunten Teppichen schwer getan haben).

Im zugewiesenen Boxenblock angekommen, mussten wir feststellen, dass unsere Pferde zwar nebeneinander, aber durch die Trennwände isoliert voneinander stehen mussten.
Für Sahabi war es nicht so schlimm, er ist gleich über die Unmengen von Einstreu hergefallen, als ob es bei uns kein Stroh gäbe. Aber naja, woanders schmeckt’s ja immer besser.
Wazeer ist völlig abgedreht, er konnte es in dieser Box nur aushalten, wenn ich die Tür aufgemacht habe und er einen Schritt raustreten konnte, um bei Sahabi in die Box zu linsen. Aber ich konnte und durfte ihn mit offener Tür, nur mit einem Band vor der Box, nicht stehen lassen.
Ein großes Problem. Wir haben alles Mögliche ausprobiert. Boxen gegenüber, gegenüber mit anderem Pferd. Es funktionierte gar nix. Wazeer, mal einfach so wie sie ursprünglich stehen sollten, einsperren und dann mal ne Zeit abwarten, ob er sich beruhigt, hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Ich wollte schon fragen ob ich im Stalltrakt übernachten darf. In einer Hauruckaktion haben wir dann mit 4 „starken“ Mädels – wieso steht’n das in Tüddelchen???? – die Wände ausgetauscht. In der hinteren war ein Fenster, welches man öffnen konnte! Nach dem Tausch war alles super! Er konnte mit dem Kopf zu Sahabi rein und andersherum genauso! Perfekt!

Eigentlich wollten wir abends noch in die Showhalle, um den Pferden die Halle zu zeigen, daraus wurde nichts. Die Gala-Probe hat einfach viel zu lange gedauert. Dann halt am nächsten Tag. Falsch gedacht, durch einen Fehler auf den Unterlagen dachten alle, dass wir in die Showhalle durften. Das war aber wieder nur für die Gala-Akteure gedacht. Also mussten wir uns und unsere Pferde mit dem ersten Aufritt ins kalte Wasser schmeißen!

Das kann ja was werden. HALLO: Wir reiten Vollblut-Araber, da hat man immer ein bisschen „heißen Ofen“ automatsich dabei.
Ein bisschen??? Also, Wazeer ist der geborene Vollblut-Araber. Der kann sich mal so richtig aufheizen und das ohne erkennbaren Grund. Auszuschalten ist er dann nicht mehr. Das kann dauern. So wie bei dem Fotoshooting draußen.

Ts ts ts, dafür reicht auch’n zwanzigjähriger Hannoveraner.
Da habe ich bei Sahabi ja eher Glück. Zwar habe ich auch einen heißen Ofen, da kenne ich aber eigentlich den „Ausknopf“. Sahabi ist eher so die coole Socke, so lange Wazeer bei ihm ist!

Also, Pferde und uns herausgeputzt – VIELEN DANK nochmal an alle Helfer für die tatkräftige Unterstützung! – und ab auf den Abreiteplatz. Was für ein Getummel, jedes Mal vor dem Auftritt. Frag nicht wieviele 100 Pferde gleichzeitig, dann die Kutschen, die Longierer, die Garrocha-Reiter und und und!
Wazeer hat sich kurzerhand entschlossen, dass schwarze Pferde gar nicht so merkwürdig sind, aber diese kleinen „hüpfenden“ Ponys waren super gruselig!

Bei Sahabi habe ich festegestellt, dass er Haflinger absolut unheimlich findet. Vielleicht lag es am bayerischen Akzent…? *Lach*!

Auf dem Abreiteplatz in der Showhalle, hinter der Arena, war es dann noch enger und dann die Hitze da drin. Hammer. Es waren viel zu viele auf einmal auf diesem Platz zugelassen. Dort galt „der Stärkste gewinnt“. Ungehobelte Reiter mit ihren tollen Pferden. Aber nicht alle. Zumindest auf diesem Platz sollten nur Teilnehmer raufdürfen, die als nächstes dran sind. Z.B. immer nur 3 Showbilder und eins in der Showhalle!

Morgens auf dem Abreiteplatz in der Stallhalle war eigentlich immer genügend Platz. Wir haben aber auch zahlreiche Kilometer mit unseren Pferden auf den Teppichen der Stallhalle spazierend hinter uns gelassen.

Ja, und dann ging es in die Arena!
1. Tag (Donnerstag): Wir haben keine Zuschauer wahrgenommen, wir hatten kein Gefühl für die Halle und die Zeit war irgendwie so schnell wieder vorbei…
Ich habe nur das Ende der Musik gehört und hatte Panik, dass wir nicht rechtzeitig aus der Halle kommen, hieß es doch, wenn wir überschreiten, kann es sein, dass unser Bild von der Veranstaltung ausgeschlossen wird. Dafür wollte ich auf keinen Fall verantwortlich sein.

Ja, und aufgrund Deiner Panik hast Du mich überhaupt nicht sagen hören, wo Du lang solltest!

Unsere hübschen Schimmelchen waren einfach toll. Sie haben ihren allerersten Auftritt vor so viel Puplikum mit Bravur gemeistert. Sie waren einfach TOLL! Gibt es darauf eine Steigerung?

Ja!

Tag 2. Freitag. Wir hatten ein Gefühl für die Halle, wir haben mehr von der Musik als nur das Ende gehört, haben Zuschauer gesehen, konnten den Auftritt genießen und sind Corinna voll in die Galopp-Pirouette rein geritten… 🙁
DICKES SORRY nochmal dafür!
Passiert. Die Bremse funktioniert ja 🙂

Am Tag 2 habe ich dann auch mal für Sahabi die Messe-Tierärztin „ausprobiert“. An dieser Stelle nochmal DANKE für die Hilfe! Er hatte sich am Auge wehgetan, ein Staubkorn oder was auch immer hatte sich dort eingenistet. Ich habe gedacht, dass für uns die Messe gestrichen wäre. Aber Sahabi hat sich erholt. Zum Glück ging es ihm schnell wieder gut!

Und die größte Überraschung haben uns unsere Zauberschimmel am Samstag (Tag 3) bereitet. Wir hatten das Gefühl, dass sie in der Halle einfach nur so schweben. Die Zuschauertribüne war rappelvoll, wir haben fast jeden Zuschauer (gefühlt) angesehen, jeden Moment der Musik genossen, jede Sekunde in der Halle gefühlt, eingesogen und nicht mehr rausgelassen. Ein wahnsinniger Augenblick. 3 Minuten, die sich so eingebrannt haben. Jetzt sind wir heiß, heiß auf jede weitere Messe, jeden Auftritt!
Aber immer in Maßen, so dass es immer ein besonderer Augenblick wird.
Wir haben so tolle Pferde!!!

Von der Messe an sich haben wir nicht so viel mitbekommen. Wie immer war es eine schöne Messe, aber da unsere Pferde mit waren, haben wir dort die meiste Zeit verbracht. Ganz toll finden wir, dass keiner der Messebesucher in den Stalltrakt kommt. So haben die Pferde zumindest dort einigermaßen Ruhe.

Untergebracht waren wir in einem Hostel in der Nähe. Das Team Légèreté hat hier die Kosten der Übernachtung überommen. DANKE nochmal an dieser Stelle für die Kostenübernahme!! Es war dort wirklich ganz nett. Wir hatten ein kleines Zimmer, welches zum Glück schnell aufheizte. Ja, das Glück hatte nicht jeder. Sogar einen Parkplatz gab es. Und ne Dusche auf’m Gang. Herz, was willst Du mehr…

DANKE auch nochmal an alle Mädels. Ihr wart eine tolle Truppe! Es hat riesen Spaß mit Euch gebracht!! 🙂

Die sinnvollste Entscheidug haben wir mit der getroffen, schon am Samstagnachmittag abzureisen. Bei uns war am Sonntag Blitzeis vorhergesagt, so kam es dann auch und ich war froh, nicht mehr mit dem Auto fahren zu müssen, geschweige denn mit Anhänger.

Also Corinna, wenn Du uns zur nächsten Messe wieder dabei haben möchtest, GERNE!!
(wenn wir Boxen bekommen, bei denen Sahabi und Wazeer sich sehen und beschnuppern können)
Ich werde sehen, was sich mit so anspruchsvollen Arabärn machen lässt!
   🙂

Es grüßen euch die „Zwillinge“ mit ihren „Zwillingen“ 🙂

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