Bericht von Corinna

Eine Messe mit so vielen Höhen und Tiefen habe ich, so weit ich weiß, noch nicht erlebt. Absolutes Highlight waren meine beiden Jungs am Sonntag beim „Reiten mit Handpferd“ – das war pure Freude mit meinen Pferden.
Ein weiterer Höhepunkt war unser „Barockes Ensemble“ am Freitag – zum ersten Mal war das erste Schaubild gefühlt das schönste, Harmonie unter den vielen Reitern und Pferden, die sich zum Teil noch gar nicht kannten, eine spontane gemeinsame Pirouette und ein ebenso spontaner gemeinsamer Spanischer Schritt mit Andrea Schmitz, ein fröhlich-verspielter Joya, der in die Halle kam und seinen Hals aufpumpte.
Ein Fàscino, der mit seinen 21 Jahren sein erstes Garrocha-Solo ging, vor dem ich direkt mal ein bißchen aufgeregt war – alleine in der Halle ist ja nicht gerade das, was Fàsci liebt, eine Garrocha, die für ihn eigentlich zu kurz ist, eine Tänzerin, deren schwungvolles Tuch er erst wenige Minuten zuvor kennenlernte – und er ging einfach großartig.

Ebenso Joya am nächsten Tag mit der Garrocha.

Die Stimmung im Team war einfach nur großartig, wir verstanden uns prima.

Und schließlich die Offene Kür der Reitweisen am Sonntag, die einen so schönen Schlusspunkt setzte und wunderbare Werbung für ein harmonisches, vielseitiges Miteinander war.

Absolutes Tief – die Kolik von Smily, von dem wir phasenweise dachten, er stirbt uns noch vor der Tür auf dem Asphalt. Das war überhaupt nicht witzig, insbesondere die Tatsache, dass kein Tierarzt  zu bekommen war – bzw. erst reichlich spät. Das war ein fürchterlicher Samstagmorgen.

Ein möglicherweise vergifteter Futtereimer bei meinen Pferden, der morgens extrem nach irgend etwas roch, was offenbar etwas anderes überdecken sollte, und mit braunem Pulver überzogen war, ließ meine Körpertemperatur für eine Stunde gefühlt um 5 Grad sinken.

Der wochenlange ungeheure Stress im Vorwege bei den ganzen Vorbereitungen, Kleinigkeiten vor und während der Messe, die sich summierten und mich gefühlt 5 Jahre Lebenszeit gekostet haben und mich nach der Messe für zwei Tage fast zusammenbrechen ließen und ein Fàscino, der am späten Freitagabend so schlecht aussah, dass ich richtig Angst um ihn hatte und den ich noch nach Hause fahren wollte, der sich allerdings nur in der ihm eigenen Art zurückgezogen hatte, um mich Samstagmorgen freudestrahlend zu begrüßen und von da an nur noch aufzublühen – all‘ das raubte Kraft in einem bisher nicht gekannten Maß.

Aber das ist ja nun auch keine „mal-eben-Veranstaltung“ und wir hatten im Barocken Ensemble so viele Pferde wie noch nie – immerhin vierzehn, von denen manche an allen Tagen, andere nur an bestimmten Tagen teilnahmen. Für die alle wollte mitgedacht und geplant werden. Dazu meine drei Solo-Schaubilder und noch zwei ganz spontane Teilnahmen bei Referenten und die komplette Organisation der Offenen Kür ließen die diesjährige Nordpferd für mich zu einer derartigen Mammut-Veranstaltung werden.

Die Eindrücke sind noch sehr frisch, die negativen werden verblassen, irgendwann blicke ich zurück und sehe meine fantastischen Pferde, ein tolles Team mit großem Zusammenhalt und gelungene Schaubilder und Küren vor mir – und dann bleibt hoffentlich einfach nur Freude. Ach ja – und die rührenden Momente, in denen sich Renate Schröder bei mir und ich mich bei ihr für (mehr als…) 10 Jahre Zusammenarbeit bedankte.

Und über allem dieses unbeschreibliche Gefühl des Schaubildes „Reiten mit Handpferd“ – ach, das sind die Momente, für die es sich zu leben lohnt!

Danke an alle, die zu den schönen Momenten dieser Messe beigetragen haben, insbesondere natürlich an meine beiden Zauberpferde…
Was für ein Geschenk, solche Pferde zu haben!