Bericht von Sandra & Jenny

Nachdem uns im Dezmeber 2012 die Pferd & JAGD in Hannover in den Messebann gezogen hat, waren wir voller Vorfreude auf die NORDPFERD.

Die ließ aber erstmal auf sich warten und die Vorbereitungen (Mails hin und her) fingen stockend an. Irgendwann hieß es dann: Das „Barocke Ensemble“ wird es werden! ABER: Wir haben nicht genügend Boxen!

Da Corinna ja schon von der ersten Messe her wusste, dass Wazeer Probleme damit haben wird, in einer Box zu stehen, in der er nicht auf Augenhöhe mit Sahabi kuscheln kann (was im Zweifel in Neumünster nicht leicht baulich veränderbar ist – so haben wir gedacht – geht nämlich doch) und wir Reiter noch kein barockes Outfit haben, hat sie uns vorgeschlagen, einfach am letzten Messetag dabei zu sein und bei der von unserem Verein ausgeschriebenen „Kür der offenen Reitweisen“ reitend die Schleifen zu übergeben. Gern können wir auch, wenn wir denn wollen, beim „Barocken Ensemble“ mireiten – „Ihr braucht nur noch Kostüme!“. Wir hatten uns dann dafür entschieden, erst am Samstag anzureisen, im „Barocken Ensemble“ mitzureiten, abends die Pferde nach Hof Hellerholz zu bringen und am Sonntag wieder hin.

Es kam alles anders.

Ein paar Wochen vor der Messe haben wir dann doch genügend Boxen für die Pferde zur Verfügung gestellt bekommen, so dass unsere Schätze dort bleiben konnten. Nur unseren Urlaub wollten wir nicht mehr verschieben. So war die Anreise am Freitagabend und wir blieben bis Sonntag. Auch bei der „Kür der offenen Reitweisen“ haben wir nicht die Schleifen-, sondern die Fahnenträger gemacht. Nach einer äußerst kuriosen Bewerbung für die Kür wurden wir tatsächlich genommen. Und Sandra bekam den Näh- und Bastelwahn!!!

Die größte Änderung folgte aber noch.
Wazeer war seit Ende Februar verletzt, da dachten wir noch, dass er sich bis zur Nordpferd erholen würde. 10 Tage vor der Messe, dann das ernüchternde Ergebnis: Wazeer fällt aus.
Ein Pas de deux mit Sandra und Sahabi allein… Geht nicht. Die Fragen wurden immer mehr. Soll Sandra alleine hin und was machen dann die anderen drei Pferde zu Hause? Unsere Pferde stehen jeweils in zwei Zweier-Ställen, so dass, wenn ein Pferd weg ist, eins alleine stehen muss.
Dann die grandiose Idee: Jenny nimmt Jairami mit…    🙂

Das letzte Wochenende vor der Messe haben Jenny und Jairami sich gegenseitig ausprobiert, schließlich saß Jenny schon so einige Jahre nicht mehr auf Jai drauf.

Es hat alles geklappt und so wurden wir „entzwillingt“. Aus Jenny & Wazeer und Sandra & Sahabi wurde „J & J“ und „S & S“.

Am Freitag mussten wir unsere regennassen, Holsteiner-Marsch-vermatschten Araber waschen. Eigentlich wollten wir nur so grob rüberputzen. Bei den Dreckmassen musste dann doch der kalte Wasserschlauch her. Sauber und trocken sind wir vier dann am Freitagabend Richtung Neumünster gestartet. Auf der Autobhan bemerkte Sandra zwischendurch: „Jairami fährt ja das erste mal auf der Autobahn!“
Nach einer guten Stunde sind wir in Neumünster angekommen. Wie schon in Hannover sind wir auch hier zweimal im Kreis gefahren, bis wir dann endlich die Einfahrt für Teilnehmer gefunden haben (Ines D: japp, wir haben die zweite Einfahrt übersehen, gleich zweimal…)

Die Boxen waren schnell gefunden, dank der guten Anleitung von Ines D. Sahabi war in seiner Box recht schnell wieder ruhiger. Jairami, das erste Mal für nur ein Wochenende von zu Hause weg, war doch etwas unruhiger. Bis sie ihren Boxennachbarn, Corinnas Fàsci, gesehen hat! Was für ein Prachtkerl: groß und dunkelbraun. Toll, Jairami war hin und weg und Sahabi sichtlich traurig, erstmal abgeschrieben zu sein.

Der Samstag, und damit der für uns erste Messetag, ging mit einer üblen Überraschung los: Smily hatte sich festgelegen und kam mit einer Kolik in die Klinik. Wir wünschen Euch, dass Smily ganz schnell wieder gesund wird!!!

Auf dem Messezeitplan stand, dass wir am Samstagmorgen den Pferden die Showhalle zeigen konnten. Das war einfacher geschrieben als umgesetzt. Mit ganz viel Bitte Bitte wurde dann mit einiger Verzögerung die Halle geöffnet, so dass wir Jairami und Sahabi die Halle zeigen konnten. Jairami, sichtlich geplättet von der Größe, nahm trotzdem das ganze Gewusel recht cool! Nur kleine Shettys gab es ihr zu viele: „Guck mal, Sahabi, die sind ja noch kleiner als ich!“ Das war für sie unheimlich. Für Sahabi war alles in Ordnung, er hatte seine Jairami bei sich und von Fàsci war weit und breit nix zu sehen   🙂

Für uns war die Größe der Halle und die Zahl der Sitzplätze nicht umwerfend. Da war Hannover doch noch ein Stückchen größer… Also coole Reiter = coole Pferde…   🙂

Der Auftritt war super. Jairami hat sich toll benommen, ging gut auf das Podest und hat ihre Lieblingsübung, den Spanischen Schritt, gezeigt. Sahabi hatte am Samstag einen tollen Zug. Sandra musste ihn eher zurückhalten, als nach vorne zu schicken. Wir begannen mit unserem Pas de deux, um nach ca. vier Minuten abzusteigen und Arbeit an der Hand zu zeigen. Während des reiterlichen Teils haben wir uns nicht getrennt, weil wir nicht wussten, wie sehr Jairami an Sahabi kleben wird. Samstag war einfach toll!

Sonntag war Jairami wieder super. Sie hat sich von vornherein toll benommen und war voll bei der Sache. Sahabi wollte nicht. Er war noch ein bisschen steif von der Nacht und das Lösen vorher war zu wenig. Er hatte kein Go und Sandra hatte doch alle Hände voll zu tun, ihn vorwärts zu schicken und von der Bande zu lösen, an der er sich festgesaugt hatte…

Am Sonntagnachmittag bei der „Kür der offenen Reitweisen“ haben wir unser Pas de deux unter Ägyptischer Flagge gezeigt. Leider waren die Maße des Vierecks doch GANZ anders als vorher angenommen und es passte leider irgendwie gar nichts mehr. Wir hatten die Kür kurzfristig umgestellt, sind anstatt auf zwei auf vier Zügeln einhändig geritten und Jairami ist kurzfristig eingesprungen. Mit dieser Ausgangssituation sind wir mit unserem 5. Platz vollkommen zufrieden.
Nach unserer Kür hatten wir uns vor dem Viereck aufgestellt, um den anderen zuzuschauen. Unsere „feurigen Araber“ blieben die gesamte Zeit total cool stehen und dösten in der Showhalle vor sich hin. Auch Deborah gesellte sich mit ihrem Araber Maroun nach ihrer Prüfung zu uns. Es waren tolle Küren zu sehen und es hat uns riesigen Spaß gemacht, zu sehen, was Ihr anderen alles so mit Euren Pferden macht und wie viel Spaß Ihr gemeinsam habt!

Fazit:
Es ist schön, dass wir Teilnehmer so nah an den Besuchern in Neumünster sein können und viele Fragen rund um unsere Art, mit Pferden umzugehen, beantworten können. Der Stresspegel für uns Teilnehmer in Neumünster war gefühlt größer, die Besucher standen oft im Weg und machten keinen Platz. Die Geräusche der Hufe auf den Stallgassen erhöhte unseren Stresspegel. Die Pferde waren mehr unter Strom.

Uns gefällt die Pferd & JAGD in Hannover besser, was die Unterbringung der Pferde angeht. In Hannover wurden die Pferde abgeschirmt von den Besuchern untergebracht. Die Geräuschskulisse war um einiges geringer als in Neumünster. Und wir Teilnehmer hatten einfach einen Rückzugsbereich.

Insgesamt war die NORDPFERD eine schöne Messe mit wieder interessanten Einblicken in die Welt der Pferde! Wir waren wieder eine tolle Truppe mit tollen Pferden und unseren tollen Helfern (die nicht zu missen sind)!

Danke für dieses spannende Messewochenende!

Eure
J & J und S & S

01