Pfingstturnier in Miesau

Ein Bericht von Solveig Mittelhäußer-Brown

Da werden sich jetzt einige fragen, was ein Bericht über das Pfingstturnier in Miesau (wo ist das denn? Kann man das essen?) auf dieser „norddeutschen“ Homepage zu suchen hat… Die Erklärung ist einfach: Corinna hatte angeboten, die bei unserem Pfingstturnier erstmalig ausgeschriebene Barockpferde-Kür zu richten. „Wir läuten hier mal das Barockpferde-Zeitalter ein“, so ihre Worte im Vorfeld. Denn – leider – ist diesbezüglich „hier unten“ wirklich nicht viel los. „Hier unten“ ist übrigens in der Pfalz, nahe bei Kaiserslautern (schon mal gehört: die Roten Teufel vom Betze?), eine Stunde südwestlich von Frankfurt.

Die als Prüfung ausgeschriebene Kür war auch gleichzeitig als Showpunkt gedacht im Rahmen unseres 60jährigen Jubiläums des Reitturniers, zwischen Tagesprogramm und nächtlichem, traditionellen Fackelspringen auf dem Hauptplatz, vor großer Kulisse sozusagen. Damit waren auch viele Zuschauer garantiert, denn zum Fackelspringen scheint sich immer der ganze Ort einzufinden, und bei gutem Wetter muss man früh eintreffen, wenn man einen guten Platz bekommen will.

Nach all‘ den Vorbereitungen war es dann endlich soweit: Pfingsten! War der Samstag noch wunderschön sonnig und trocken nach all dem Dauerregen die ganze Woche davor, zog es sich sonntags doch wie angekündigt wieder zu, und das Tröpfeln nachmittags ging langsam, aber sicher, wieder in den gewohnten Regen über… Oh Mann!

Was tun? war da die Frage, die Kür in die Halle verlegen, aber was ist dann mit der Musik und den Zuschauern…
Letztlich blieb alles wie geplant, so konnten die Teilnehmer in der Halle abreiten und warten, und mussten nur die kurze Zeit der Prüfung „baden gehen“.

Viele Neugierige und Interessierte hatten sich vor Prüfungsbeginn in der Halle eingefunden, sahen Reiter und Pferde doch sehr ungewohnt aus, so anders und schön! Und ein goldgeschmückter Friesenhengst, der gerade etwas aufmüpfig wird, ist schon ein beeindruckender Anblick. Alle acht Starter waren in der Tat wunderschön kostümiert, und es konnte losgehen. Leider fiel die geplante Vorstellung aller Reiter vor Beginn der Prüfung zusammen draußen auf dem Hauptplatz im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser, denn das wollte man Reiter und Pferd doch nicht zumuten. Sehr schade.

Nachdem alle Paare ihr Können bestmöglich gezeigt hatten, von Corinna fachkundig und genau erläutert, wie die einzelnen Noten zustande kamen, und auch das Publikum manch‘ einen Kommentar verlauten ließ, wurde die Siegerehrung in die Halle verlegt, wo die Teilnehmer bereits warteten.

Die Stimmung war großartig, alle hatten viel Spaß gehabt trotz des miserablen Wetters und einigen Pannen mit der Musik… Das war wohl das Schönste an dieser Prüfung: es ging nicht um den Sieg, sondern vor allem um den Spaß, sein Pferd zu präsentieren und sich an dem schönen Bild zu erfreuen. Was die Barockreiterei meines Wissens ja ursprünglich auch ausmachte.

Die Plazierung war spannend, zumindest für mich, denn außer meinen und zwei anderen Wertungen hatte ich nichts mitbekommen, auch die anderen Ritte nicht gesehen, so dass ich keine Ahnug hatte, wer der Sieger sein würde.

Hier die Ergebnisse:

1. Isabelle Morawietz mit Luna-Sky (7j. Knabstrupper)
im-luna_sky.

2. Solveig Mittelhäußer-Brown mit Limonero (13j. P.R.E.)
smb.

3. Christine Merkert mit Shanon (11j. Friese)
cm-shanon.

4. Torsten Milz mit Darius Easterborn (11j. Friese)

5. Torsten Milz mit Boeye (12j. Friese)
tm-darius.

6. Regine Owens mit Maruja (13j. Cruzado)

7. Vivienne Brown mit Kaiser (14j. P.R.E.)
vb.

8. Selina Morawietz mit Mia Cara (12j. Knabstrupper)

Nach der Prüfung kam Stefan, einer unser unermüdlichsten Helfer – er hatte ohne mit der Wimper zu zucken im Matsch das Viereck für uns aufgebaut – zu mir und war völlig begeistert, denn „ so schön hätte er sich das niemals vorgestellt“, nachdem er zuvor keine so rechte Vorstellung von dem Ganzen hatte. Das sind Momente, wo man weiß, dass alle Mühe sich gelohnt hat!

Ja, und das entspricht auch dem Gesamttenor, allen Anwesenden hat es super gut gefallen, Fach- wie Nichtfachleuten, Zuschauern und Helfern, der Kommentar unserer Vorstandschaft: das behalten wir bei, das wird ein fester Programmpunkt unseres Turniers!

Und sogar im Nachhinein hatte ich noch mehrere Anrufe von Bekannten, die bedauerten, nicht dagewesen zu sein, sie hätten gehört, es wäre sooo schön gewesen…

Danke, Corinna! Für die Ermutigung zur Ausschreibung, Deine Hilfe, das Richten und überhaupt!!!

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