Unterricht / Beritt

In den letzten Jahren hat sich herumgesprochen, dass meine Art der Ausbildung eine andere ist. Es kommen immer mal wieder Reiter, deren „letzte Hoffnung“ ich bin vor einem Verkauf oder gar der Schlachtung ihres Pferdes.

Es kommen manchmal veterinärmedizinisch „austherapierte“ Pferde mit diffusen Lahmheiten zu mir, die oftmals nach ganz kurzer Zeit durch ein anderes Bewegungsmuster klar gehen, und dies durch eine muskuläre Umstellung erhalten können.

Bei vielen Reitern werfe ich in der ersten Unterrichtseinheit ein ganzes Weltbild um. Wecke erst einmal überhaupt Verständnis dafür, dass wir es hier mit einem so überaus sensiblen Tier zu haben und es uns schlicht nicht zusteht, dieses Tier roh zu behandeln, zusammen zu schnüren, herunter zu riegeln…
So erschreckend es immer wieder ist, was Reitern beigebracht wird (und was sie nicht hinterfragen…), so wunderbar ist es immer wieder zu erleben, wenn da plötzlich eine Frage des Pferdes vom Reiter wahrgenommen wird, der Reiter zum ersten Mal wirklich spürt, wie sehr sein Pferd ihm gefallen möchte, wie viel Bereitschaft es zeigt, die so gerne übersehen oder für selbstverständlich gehalten wird.

Ich hasse Verhätschelei und Kuschelkurs. Noch mehr hasse ich jedoch ungerechtfertigtes Rumgezerre und Draufgehaue und diesen typisch verständnislosen Umgang, der leider immer noch so weit verbreitet ist. Gewalt entsteht jedoch aus Unverständnis und Unwissenheit. In beiden Fällen kann Abhilfe geschaffen werden!

Ein Ausbleiben von Lob muss Strafe genug sein!

Ich zeige Wege auf, „pferdisch“ zu denken und die Zeichen des Pferdes wahrzunehmen, zu respektieren und etwas daraus zu machen. Zuhören steht immer vor kommandieren.
So sind mir alle Rassen willkommen, und die Rassenvielfalt in meinem Unterricht ist inzwischen wirklich beeindruckend. Ich widerlege ausgesprochen gerne Vorurteile wie dass Haflinger stur, Tinker trampelig, Warmblüter blöd sind und Spanier schon im Mutterleib piaffieren und das deshalb ja nicht extra lernen müssen.
So unterschiedlich wir Menschen sind, sind auch unsere Pferde, und so individuell, wie wir behandelt werden möchten, möchten auch sie behandelt werden.
Und da haben sie verdammt noch mal ein Recht zu.

NICHT FLÜSTERN – ZUHÖREN!!!

Der wunderbare Isländer Daðri (6)

Der wunderbare Isländer Daðri (6 Jahre)

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Welsh-Cob-D „Ali Baba“ (5 Jahre)

Haflingerstute "Linnea" (4 Jahre)

Haflingerstute „Linnea“ (4 Jahre)

Island-/Welsh-Mix "Spirit" (7 Jahre)

Island-/Welsh-Mix „Spirit“ (7 Jahre)

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Erste Schritte unter dem Reiter – Tinker-Stute „Fee“ (4 Jahre)

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Wiebke Hoppe aus Flensburg:
Als ich vor einiger Zeit in dem Buch „Die klassische Reitkunst“ von Alois Podhajsky blätterte, fand ich eine Stelle über die Ausbildung junger Pferde: „Vor allem muss der Reiter sich von jeder Schablonenarbeit fernhalten und die individuelle Erziehung in den Vordergrund stellen. Nur dann wird er jene mannigfaltigen feinen Nuancen wahrnehmen, die ihm Veranlagung und Stärke seines Pferdes zeigen und ihm helfen, diesem das Lernen so leicht und so freudig wie möglich zu gestalten.“
Bei Dir ist genau das gegeben.

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Für den Reiter:

Kommen Sie mit Ihrem Pferd nach Tornesch – „nur so zwischendurch“ zum individuellen und intensiven Einzelunterricht.
Jeder Unterricht ist individuell auf Pferd und Reiter abgestimmt. Ziel ist es, Reiter und Pferde zu einem harmonischen, sich respektierenden und verstehenden Paar zu machen.
Spannend, abwechslungs- und natürlich extrem lehrreich, zudem bietet sich hier oft die Möglichkeit zum Austausch mit anderen.

So ist Unterricht in der klassischen Dressur (und damit meine ich nicht das, was landauf, landab auf FN-Turnieren zu sehen ist und als „klassisch“ bezeichnet wird…) zwar immer die Grundlage, doch kann es sich daraus ergeben, dass Elemente oder Lektionen der iberischen (z.B. Doma Vaquera) oder auch der barocken Ausbildung bzw. Reitweise hinzu kommen, das Reiten mit Halsring (auch über Sprünge), die Arbeit an der Hand, an der Longe und am Langen Zügel… Auch Sitzschulungen an der Longe nehme ich immer wieder gerne mit dazu.

Einzelunterricht ist am effektivsten!
Eine Unterrichtseinheit dauert i. d. R. zwischen ca. 45 und 60 Minuten.
Der Reiter kann sich aussuchen, ob er z. B. Arbeit an der Hand machen oder reiten möchte – ganz nach Wunsch. Meist jedoch gibt das Pferd nach wenigen Minuten das Thema der jeweiligen Stunde vor…
🙂
Der Unterricht beschränkt sich niemals nur auf das Reiten alleine, der Umgang und das Verstehen von Verhaltensweisen und Reaktionen des Pferdes gehört dazu.
So macht die Theorie, möglichst in größerer Runde, auch viel Spaß.

1

Sicherheit und Vertrauen stehen immer im Vordergrund – anfangs durch die Longe und eine Führperson

Die Reitweise ist egal. Es geht um gutes Reiten! Die 5jährige Quarter-Horse-Stute Drifty

Der 5jährige P.R.E. Navarre

Der 5jährige P.R.E. Navarre

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Für das Pferd:

Grundausbildung, Förderung oder Korrektur

Mit dem vertrauensvoll und korrekt angerittenen jungen Pferd gibt es später die wenigsten Probleme. Ein vom Erfahrungsschatz her junger Reiter gehört nicht ohne Anleitung auf ein junges oder gar verdorbenes Pferd. Hier entstehen oft Probleme, die später schwer oder gar nicht mehr zu korrigieren sind.
So übernehme ich gern die Grundausbildung des jungen Reitpferdes, selbstverständlich ebenso die Korrektur oder weitere individuelle Förderung.
Idealerweise geschieht dies so oft wie möglich mit dem Reiter zusammen, denn schließlich ist die Ausbildung des Pferdes nur dann sinnvoll, wenn sie Reiter und Pferd einander immer näher bringt und zusammen wachsen lässt.

2

Anreiten: Vertrauen geben in den anfangs passiven Reiter. Vierjähriger Friesenhengst

Eine intensive Ausbildung oder Korrektur lässt sich nur in Alveslohe durchführen, da ich hier fast jeden Tag bei dem Pferd sein kann.

Der Reiter/Besitzer muss bei Problemen unbedingt Offenheit Neuem gegenüber und die Bereitschaft mitbringen, evtl. umzudenken und seine Arbeit mit dem Pferd zu überdenken und umzustellen.

Mehr zu der Arbeit mit schwierigen Pferden auf der SeiteProblempferde

Generell liegt das Hauptaugenmerk auf einem freudig und zufrieden mitarbeitenden Pferd, dessen körperliche und geistige Fähigkeiten beachtet, verstanden und dann mit Gefühl gefördert werden.

Islandpferd Skjóttur

Islandpferd Skjóttur

Lilly

Erste Schritte am Langen Zügel mit Helfer – Lusitano Baunilha

P.R.E. Merlin

P.R.E. Merlin

Andaluz

Erste Gewöhnung an die Doppellonge mit Helfer – P.R.E. Andaluz

Überforderung eines Pferdes darf nicht sein, aber ständige Unterforderung kann für ein Pferd genauso furchtbar sein. So sollte das Pferd ein Mitspracherecht haben bei der Wahl der Reitweise – die sich oft hauptsächlich in ihrer Ausrüstung und Kleidung von anderen Reitweisen unterscheidet…

Raus aus Schablonen!

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