Juni

Montag, 1. Juni

Am Montag war noch einmal großes Lernprogramm angesagt – nicht für Dón, aber für mich, die ich am nächsten Tag eine IHK-Prüfung ablegen sollte.
Dón hatte also Welness-Tag und hat den auch sichtlich genossen.

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Als Casall am Zaun stand und den Stuten zuwieherte, die auch prompt aus dem Stall zurückwieherten, machte sich Dón dazwischen mal mächtig groß und gab an – holla!
Was für ein Kerl!

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Dienstag, 2. Juni

Der Dienstag stand dann als Prüfungstag unter einem denkbar schlechten Stern – morgens um 3.00 Uhr war mein Kaninchen Chesney gestorben. Er lag bei mir im Bett, ich habe sein Sterben zwei Stunden lang begleitet und konnte auch danach noch lange nicht die Hand von seinem Fell nehmen. Ich begab mich irgendwie in eine Parallelwelt und bestand diese Prüfung – laut Prüferteam überdurchschnittlich gut. Vielen Dank, aber ich kann es deutlich besser. Unter diesen erschwerten Bedingungen war ich allerdings dann auch einfach nur froh, es hinter mir zu haben. Chesney fehlt so sehr…

So hatte Dón auch heute einen freien Tag, ich kam nur zum Kuscheln.

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Mittwoch, 3. Juni

Nun wollte ich aber gerne wieder auf’s Pferd. Ich konnte ohne Hilfe aufsitzen, er drehte auch gar nicht ganz so viele Runden um den Hocker, ging aber nach dem Aufsitzen wieder direkt los und war auch relativ kernig. Dies wurde allerdings schließlich der erste Tag (der erste Ritt vielmehr), an dem ich so richtig spürte, wie er sich an meiner Ruhe beruhigt. War der Schritt anfangs noch relativ kurz und spannig und Dón insgesamt sehr unter Strom, so beruhigte er sich nach und nach so, dass ich reell zum Treiben kam und dazu, ihn ihm Hals lang zu machen. Er schnaubte schießlich, suchte Dehnung, entspannte sich zusehends. Anfangs schoss er mir ein paar Mal so richtig nach vorne, so war er bislang noch nie weggesprungen, vor allem war er auch auf Gertenberührung extrem empfindlich und nahm die sofort zum Anlass, abzuhauen, so dass dadurch eben um so spürbarer wurde, als er sich beruhigte und mehr und mehr entspannte. Ich drückte die Gerte immer wieder am Schenkel gegen das Fell, bis ich sie schließlich auch in anderen Positionen anlegen durfte, ohne dass er jedes Mal nach vorne schoss.

Dann ist er ja auch immer ungeheuer emfindlich, wenn sich die Zügel bewegen, bei den ersten Malen, die ich ihn mit der Hand loben wollte haute er ab, wenn der Zügelkontakt abbrach. Er ist noch extrem auf die Anlehnung und Rahmengebung fixiert – auch wenn diese Anlehnung schon leichter wird, so verunsichert es ihn trotzdem noch extrem, wenn sie weg ist. Der muss irgend so ein Buch gelesen haben, in dem steht „das Pferd sucht die Reiterhand“ – oh meine Güte, ich hab mir nicht einen gekauft, der die Richtlininen gelesen hat, oder?? Dann sollte ich die auch nochmal lesen, damit ich auch weiß, was mein Pferd für richtig hält 🙂

Toll war, dass er heute zum ersten Mal auf Anhieb im Rechtsgalopp korrekt angesprungen ist, die anderen Male bedurfte es noch einiger Anläufe, sein Anspringen ist links schon sehr sicher, rechts noch gar nicht. Heute gab es zum ersten Mal keinen Linksgalopp auf der rechten Hand. Freu!!

Und er konnte stehen. Wirklich ruhig stehen. Mit schnauben und wohlfühlen.

Nach dem Reiten Sattel  ab, er suchte einen geeigneten Platz und wälzte sich an der Hand. Ich kann ihm zwar irgendwann währenddessen ein Stück Möhre ins Maul schieben, das spuckt er in der Regel aber wieder aus und eigentlich hat er auch überhaupt keine Zeit für sowas. Der rollt sich in einem Affenzahn hin und her, dass ich immer wieder mal den Zügel loslassen muss, weil er sich sonst erschreckt vor dem hin- und her schlagenden Zügel. Muss er lernen, man könnte sich ja auch einfach langsamer wälzen.
Oder still liegen bleiben.
Haha, später!

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Donnerstag, 4. Juni

Heute war Sönke dabei und hat Fotos gemacht. Wichtig waren mir Bilder vom Hufe geben, da ich sonst vermutlich in einem halben Jahr vergessen habe, was für ein Akt das (leider) ist. Es klappte ziemlich gut, ich fange vorne an, die gibt er problemlos, dann ziehe ich das gleichseitige Hinterbein behutsam so lange nach vorne in Richtung Vorderbein, bis er es vom Boden löst. Das ist der Moment, wo er sich entweder in meine Richtung fallen lässt und ich ihn anbrülle, oder wo er – so wie heute – das Bein anwinkelt und in dieser (äußerst rückenunfreundlichen Haltung für mich) Position einen Moment stehen kann. Ich habe das volle Gewicht auf der Hand, aber er blieb auf beiden Seiten ruhig stehen heute. Super!

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Dann wollte ich ja gerne Bilder von  der Arbeit an der Hand haben – beim ersten Versuch, als er eine Woche da war, wirkte er wirklich verängstigt und verstört, mich so nahe neben sich zu haben, und dann hat er – was soll er sonst tun – versucht, mehr Distanz herzustellen, indem er erst gegen mich ging und dann versuchte, seitlich abzuhauen. Ich führte also nur einen Moment in der Position der Arbeit an der Hand, bis er einigermaßen rhythmisch neben mir ging und ließ es dabei bewenden.

Beim zweiten Mal – letzte Woche – konnte er diese Position schon sofort viel besser aushalten und ich durfte die ganz normale Haltung annehmen. Führte ich links, ging er im Schritt problemlos mit, von rechts war er sofort wieder scheu – er kennt es ohnehin überhaupt nicht, von rechts geführt zu werden, da verkriecht er sich sofort. Das wurde offensichtlich noch nie gemacht mit ihm.

Dass er neben mir einfach trabt ist noch völlig undenkbar, da war er ja an dem Tag, als wir uns kennen lernten, losgeschossen, hier nun auch, so dass ich da ein wenig in die Trickkiste werde greifen müssen. Das ging mit Fàscino damals auch überhaupt nicht, und bei ihm brauchte ich es für unsere ersten Materialprüfungen (damals hießen die noch so, heute sind es die Reitpferdeprüfungen). Der lernte es auf dem freien Feld, ich wedelte mich einem Stöckchen und irgendwann ganz plötzlich von jetzt auf gleich trabte er an und danach war das nie wieder ein Problem. Ihn von hinten zu treiben durch eine andere Person hatte ihm viel zu viel Angst gemacht, ziehen ließ der sich auch nicht, dieser etwas stärkere Grashalm und das große Feld war bei Fàsci vor 20 Jahren das Rezept.
Was Dón mir da wohl vorschlagen würde?

Heute nun also das dritte Mal an der Hand, er ging von links geführt super im Schritt mit und ich durfte sogar eine Idee von Schulterherein anfragen.

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Von rechts geführt war er sofort deutlich zögerlicher, ging aber eine kleine Strecke mit, die lobte ich ausgiebig und dann wechselte ich wieder. Und fragte Trab an. Keine Chance.
Er rollte die Augen, machte den Unterhals stark, verdrehte das Genick und wurde immer kleiner und kürzer. Das Gute daran: ich konnte ihn auf die Gerte desensibilisieren, hiermit konnte ich nachher richtig anfassen, aber zum Traben bewegte die ihn auch nicht. Also – mehr Distanz. Ich ließ den Zügel so lang wie möglich, Zügel in der linken, Gerte in der rechten Hand und dann gab ich ihm das Gefühl eines winzigen (Longier-)Kreises. Und da sprang er zwei Mal los, beim dritten Mal trabte er. Ich lobte ausgiebig, er freute sich, und ich tastete mich näher an ihn heran. Schließlich trabte er anstandslos neben mir! Super!

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Wichtig ist mir auch, dass er sich, wenn ich die Zügel fallen lasse, zu mir umdreht. Zum einen, weil er dann, sollte ein Zügel mal aus der Hand gleiten, durchpariert und zu mir kommt, zum anderen, weil ich dieses Lob auf das Reiten übertragen möchte. Auch hier ist das Fallenlassen der Zügel eines der größten Lobe, weil die Pferde den letzten Moment davor reflektieren und diese spontane Freiheit wahrnehmen und genießen. Da Dón sich aber bei sich bewegenden Zügeln noch sehr erschreckt, wird das richtiggehend – langsam und für ihn nachvollziehbar – geübt.

Allerdings – dieses spanische Ross hat so überhaupt keine Ahnung, was Spanischer Schritt sein könnte. Schmeißt die Füße wie ein Großer, wenn Casall am Zaum röhrt wie ein Hirsch, aber auf Gerte? Hä??

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Trotzdem – wir hatten was zu Lachen!

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Nach diesen Runden an der Hand fragte ich an, ob er sich hinlegen wollte. Bislang hatte ich das nur nach dem Reiten angefragt, wo sein Wälzbedürfnis natürlich um so größer war, wenn er schwitzte. Jetzt war er nicht einmal warm, kaum bewegt, und es lag kein Sattel drauf, der abgenommen werden konnte. Dennoch – es dauerte einige Minuten aber dann legte Dón sich tatsächlich hin, und zum ersten Mal so ruhig, dass ich die Möhre noch einschieben konnte, bevor der Kopf auf den Boden fiel. Nicht, dass er sich Zeit zum Kauen genommen hätte, aber immerhin!

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Man soll ja aufhören, wenn’s am Schönsten ist. Ja, woher soll ich denn wissen, wann es am Schönsten ist?? Ich wurde übermütig. Ich nahm sein linkes Vorderbein, hielt ein längeres Stück Möhre hin und lotste ihn einfach mal in Richtung Kompliment. Zugegeben, das hier ist eine einfach tolle Momentaufnahme, die viel ruhiger wirkt, als es ich es empfunden habe, aber tatsächlich hat Sönke den Moment des liegenden Röhrbeines drei Mal erwischt. Drei Mal also, in den er zwar kurz, aber auf jeden Fall komplett das Röhrbein auf dem Boden abgelegt hatte. Wahnsinn!!!

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Er durfte noch auf die Weide und da zeigte er sich noch einmal in seiner vollen Schönheit. Ich stehe ja nicht so auf so viel Mähne, aber bei solchen Bildern ist Mähne natürlich toll!
Barbie-Pferd…
Mädchen-Schwarm…
Der hat die Haare schön, der hat die Haare schön…
🙂

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Abends gab ich ein Interview zum Thema Halsring. Nicoletta Gavar machte Fotos, Stephanie Sieckmann interviewte mich für einen Bericht in der „Hofreitschule“. Nicht, dass das schon Dóns Thema wäre, aber sie wollten ihn ohnehin gerne noch in Bewegung sehen, also ritt ich ihn, nachdem wir mit Fàscino und Joya schon lauter schöne Sachen gemacht hatten. Da wir mit ihm, wenn er ruhig genug war, schön ein „erstes Mal“ mit Halsring zeigen konnten, ritt ich ihn normal wie immer auf Trense, bewegte nun aber schon deutlich mehr die Zügel, damit ihn die Bewegungen am Hals nicht mehr erschreckten. Und hier war einerseits deutlich, wie ungeheuer ihm solche Bewegungen doch noch waren, andererseits aber auch, wie sehr er sich schon auf Dinge versucht einzulassen, bei denen ich ihn bitte, auszuhalten. Er zuckte etliche Male, schoss aber nicht los und hielt nachher schon eine Menge Zügelbewegungen aus.

Stephanie gab mit den Halsring, und den legt man natürlich beim ersten Mal nicht unbedingt von oben an. Machte ich nun aber. Zügel in der linken Hand, Halsring in der rechten, und diesen dann ganz behutsam um den Kopf gelegt und über die Ohren genommen. Kein Problem. Dón stand und wartete ab.

Nun hatte ich ihn aber ja auch noch nie einhändig geritten – also es wurde eine echte Demo, wie ein Pferd beim ersten Mal auf einen Halsring reagieren kann, auch wenn ich das normalerweise mit einem derart „grünen“ Pferd, der noch so viel Zügelkontakt wünscht, nicht machen würde. Er wurde auch ziemlich unsicher, ließ sich aber dennoch einfach mal darauf ein und hoffte wohl, das möge irgend einen Sinn haben. Er wird noch oft die Erfahrung machen, dass ich Dinge mit ihm machen, deren Sinn sich ihm nicht (sofort) erschließt…!

Ich machte das nicht lange, aber immerhin in allen drei Gangarten (wieder Rechtsgalopp auf Anhieb und immer „richtig“, freu…!) und ich bekam nachher auch den Ansatz einer Lenkung. Der Anfang bestand aber natürlich aus Angehen und auf Stimme anhalten, was ja nun neuerdings sein neues Lieblings-Spielzeug ist – anhalten auf Pfiff und stehen bleiben wie festgemauert. Wenn er entspannt genug ist, ist das jetzt echt kein Thema mehr! Das klappte also auch mit Halsring wunderbar, auch aus dem Trab und sogar aus dem Galopp, wenn auch phasenweise mit Zügel-Unterstützung.

Also noch eine unverhoffte Premiere – hatte der Tag nicht schon einige davon?

Es sollte noch eine folgen. Ich saß ab, sattelte ab, er legte sich hin, wieder relativ ruhig, mit einigen flotten Umdrehungen, und dann quatschten wir noch und er stand dabei. Er fummelte mit seinen Lippen permanent an meinen Haaren, meiner Kappe, meiner Weste .. herum und wurde schon relativ aufdringlich, jedenfalls störte ihn Gewieher aus dem Stall oder anderes überhaupt nicht, er war vollkommen auf mich fixiert und wollte bitte nur auf den Arm. Echt süß. Er behinderte ein bisschen unser Gespräch.

Na dann, dachte ich, kann ich da ja noch mal rauf. Wenn der so unternehmungslustig und bei mir ist… Ich bat Stephanie, am Kopf zu bleiben, damit er sich jetzt beim Aufsitzen nicht erschreckt, und dann ließ ich mich auf seinen Rücken gleiten, ohne Sattel – meine Güte, der ist aber auch schlank!

Sie führte an, ließ schließlich los, und Dón ging etwas unsicher, aber vorsichtig mit mir eine Runde und dann noch eine und versuchte sehr anständig, sich nicht vor meinen Beinen und dem neuen Gefühl zu erschrecken.

Das reichte dann nun aber wirklich für heute!

Gute Nacht, mein Kleiner – Betonung auf KLEIN, denn von den angegebenen 1,63 m (haha!) der Anzeige blieben nach genaumen Nachmessen nur 1,57 m übrig. Genau mein Maß, super! Ich hätte 1,63 m nicht haben wollen, aber das war ja dort schon zu sehen, dass da wohl an deren Zollstock ein Stück fehlt…

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Freitag, 5. Juni

Als ich in den Stall kam, saß Stallbesitzerin Meike in der Sonne auf einem Stuhl und schaute dem auf der Wiese grasenden Dón zu. Sie sagte, er sei fast lahm gewesen beim Rausgehen, sie habe sich richtig erschreckt. Dieses Gefühl hatte ich auch schon mehrfach, vor allem, wenn er aus der Ruhe kommt, also morgens gefühlt schlimmer als später. Er ist ungeheuer fühlig mit seinen (viel zu) kleinen Hüfchen, von denen ich nur hoffen kann, dass sie nie zu einem ernsten Problem werden. An denen wurde ja auch nichts gemacht, so dass seine Sohle nun nach dem Ausschneiden bestimmt noch viel fühliger ist also ohnehin schon. Für mein Empfinden etwas, was ich zwar wahrnehme, aber nicht problematisieren möchte – zwischen Stall und Weide kann er ein paar Steinchen nicht ausweichen, ein paar Meter kann man auf Gras gehen, aber eben nicht alles, also gehen wir dieses Stück langsam und vorsichtig und weichen dem Schotter so weit es geht aus. Diese kleinen Hufe sind schon ein bisschen die Sorgenkinder an ihm, ich hoffe, die kriege ich mit den Monaten und Jahren gut in den Griff.

Es war ungewöhnlich warm, fast 30 Grad, und während die anderen dann später ihre Weidezeit genossen, ritt ich Dón. Das Aufsitzen dauerte eine Weile, er drehte sich immer wieder zu mir und wurde dann unruhig, als ich ihn aus dieser Position immer wieder losschickte, schließlich stand er aber und ich konnte aufsitzen, danach blieb er sogar noch zwei Sekunden stehen. Erging in einem mega entspannten Schritt los und ich bin so lange Schritt geritten wie noch nie am Anfang. Im Trab gab es dann anfangs ein paar sehr kurze Tritte, da war er noch einmal fühlig, da leider auch auf dem Platz immer wieder mal Steine hochkommen, denen man auch durch Absammeln kaum Herr wird.

Im Galopp allerdings war ihm gar nichts anzumerken, und auch heute wieder – zum dritten Mal in Folge – sprang er auf Anhieb im Rechtsgalopp korrekt an.

Dann allerdings beobachtete er Lilly, die immer näher an den Zaun kam (die Stuten liefen auf dem „Gang“ zwischen Weide und Platz, diese Konstellation war Dón neu). Er hielt einerseits von sich aus Abstand, andererseits zog sie seine Aufmerksamkeit vehement auf sich – durch Nichtstun außer Grasen und anwesend sein. Er zog sich innerlich hoch, so wie er das in den ersten Tagen mehrfach getan hatte. Ich lenkte ihn ab, indem ich Bewegung forderte und auf einen bestimmten Rahmen bestand, den er in ihrer Nähe massiv in Frage stellte.

Vollends zog er sich dann hoch, als Merlin und Joya direkt am Zaun ausdiskutieren musste, wessen Freundin Lilly wohl war. Lilly grinste sich eins, während die Jungs sich anpöbelten, als hätten sie die Eier und nicht Dón.

Der wollte zu gerne seinen Senf (oder was auch immer) dazu geben, ich ließ ihn aber nicht, und da war’s dann auch vorbei mit innerer Ruhe, er zog sich richtig hoch. Stehen ging dann plötzlich auch nicht mehr. Keine gute Basis, um aufzuhören, auf dem Platz wäre ich jetzt aber nicht mehr gut an ihn herangekommen, ohne ihn happig anzufassen, und das war nun noch keine Situation, in der ich meinte, das tun zu müssen. Also verließ ich den Platz und lenkte ihn dadurch ab, dass ich eine Runde um den Hof ritt. Er ging mit einem ungeheuer federnden Schritt und hatte offenbar auch kein Gefühl in den Sohlen, denn die Steinchen machten ihm jetzt gerade mal nichts aus. Ach!

Er fuhr sich minimal runter, blieb aber unter Strom. Ich nahm den Sattel ab und ging wieder mit ihm zum Platz – er hatte durch die Aufregung gut geschwitzt und damit doch sicherlich ein Wälzbedürfnis, ich wollte wissen, ob er sich in dieser Stimmung trotzdem an der Hand hinlegt.

Er drehte überdrehte Kreise um mich herum, blies sich auf, machte Kragen und war reichlich hormongesteuert – aber tatsächlich war das Wälzbedürfnis schließlich so groß, dass er sich drei Mal ablegte. Das ist nicht korrekt formuliert – also, er ließ sich fallen und sprang wieder hoch, das trifft es wohl besser. Zeit für eine Möhre war dabei auch nicht. Und zum Schütteln war im Prinzip auch keine Zeit. Er war ein bisschen im Zeitraffer unterwegs.

Aber immerhin – er hatte sich wieder an der Hand hingelegt, mehr wollte ich ja gar nicht. Oder doch?? Ich hatte ein längeres Stück Möhre dabei und fragte noch einmal Kompliment links an. Und siehe da – tatsächlich ließ er sich darauf ein und legte das Röhrbein zwei Mal fühlbar auf den Boden. Großartig!

Danach in der Box regte er sich dann auch langsam wieder ab. Männer…!

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Samstag, 6. Juni

Dón hatte nach seinen Weide-Stunden wieder Wellness-Tag auf dem Platz und wälzte sich mehrfach mit sichtlichem Vergnügen. Ich fragte aus Spaß einfach nochmal Kompliment links an und nach einigen ruckartigen Bewegungen, weil er noch nicht so gerne länger mit dem Kopf unten bleiben wollte, legte er dann auf einmal doch ruhig das Röhrbein ab und ließ es mehrere Sekunden auf dem Boden liegen. Das war nun wirklich ein echtes Kompliment!

Danach arbeitete ich im Stall, hatte aber immer ein Ohr draußen auf dem Platz, weil Dón zum ersten Mal direkt am Zaun zu den Stuten stand – die zum Glück weiter oben grasten und nicht näher kamen. Unter Adrenalin war ich schon, weil ich nicht wusste, was passieren würde, wenn sie doch an den Zaun kämen – ich holte ihn rein, bevor Lilly, die langsam näher rückte, ganz am Zaun war. Brav, der Gute!!

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Sonntag, 7. Juni

Ich saß mehr im Auto als alles andere und so war ich auch nur sehr kurz im Stall.
Mit diesen Pausen müssen meine Pferde leben – was sie auch gut tun und meines Erachtens ihrem Arbeitseifer eher förderlich ist. Ich werde nie die sein, die täglich etwas mit dem Pferd macht, und so wird auch Dón nie der sein, der sieben Tage in der Woche etwas tun muss. Nächste Woche spielen wir weiter!

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Montag, 8. Juni

Dón war noch nicht auf der Weide, als ich kam, also standen auf der einen Seite vom Reitplatz die Wallache, auf der anderen die Stuten. Ich wollte die noch draußen lassen und Dón zuerst machen, putzte also und ließ ihn dann alle Hufe geben. So gut hat das noch nie geklappt! Alle vier Hufe, ohne sich gegen mich zu lehnen, ich ging die Hufe in beiden Richtungen ab und er gab sie alle einwandfrei – auch wenn ich die Hinterhufe noch eher in Richtung Bauch halte und noch nicht nach hinten nehme, aber das ist ja auch kein Thema. Ich konnte auskratzen und langsam wieder absetzen, alle prima!

Ich sattelte und war wieder einmal unglücklich über die Lage des Sattels mit diesem Pad, da das erst so richtig gut liegt, wenn es warm ist und relativ fest angegurtet. Ich gurtete also so fest, wie ich es mit meinem Gewissen vereinbaren konnte – und das ist eigentlich nicht fest genug. Aber nach ein wenig Führen kann ich ja nachgurten und wie gesagt setzt sich das Pad auch immer nach einigen Runden reiten und dann liegt der Sattel besser und der Gurt fühlt sich dann für Dón auch nicht mehr so stramm an. Alles nicht meine Wunsch-Lösung, aber die derzeit beste.

Auf dem Weg zum Platz war er ein wenig grell, aber er musste ja alle Pferde begrüßen und war davor einige Zeit alleine gewesen, das mag er nicht.
Er durfte wieder seine Runden um den Hocker drehen, die deutlich kerniger ausfielen also sonst, sein Blick galt auch immer wieder den Stuten, die sich allerdings von ihm nicht stören ließen. Schließlich stand er, wenn auch unter Strom, und ich konnte aufsitzen.
In dem Moment, als ich im Sattel saß, ging die Post ab. Dón bockte in bester Rodeo-Manier quer über den Platz. Vier, fünf Sprünge habe ich noch gesessen, dann hat es mich weggefegt. Ich bin so richtig mit Karamba runtergeknallt.
Aber diese Routine nach mehr als 1000 Stürzen (ich habe damals tatsächlich bei 1000 aufgehört zu zählen) – ich konnte noch überlegen, wo seine Kruppe ist und mich davon wegdrehen, damit er mich nicht noch trifft, wenn er hinlangen sollte, und sei es auch nur vor Schreck. Ich drehte mich also noch in der Luftweg, er hat mich nicht erwischt, ich krachte auf die Schulter, und dann wusste ich nicht, was zuerst sichern – den Zaun zu den Stuten oder den noch offenen Ausgang. Kurz hin und her geguckt, während er wie von Sinnen über den Platz tobte und nach dem rechten Bügel schlug und keilte.
Lilly kam interessiert näher. Verdammt – Ausgang?? Stutenweiden-Zaun??
Dón blieb an der Stutenweide stehen, blies sich mächtig auf, Lilly machte „höhö“, Dón blies sich noch weiter auf und quiekte da rum, und bevor er sie fragen konnte, ob sie zu ihr oder zu ihm gehen, griff ich den Aufsitzhocker und schmiss den in seine Richtung. Treffer.
Er donnerte wieder los und keilte, ich flitzte zum Ausgang, ihn mit der Gerte davon abhaltend, vor mir da anzukommen, schnell zugemacht und zum Stutenzaun gerannt.
Es dauerte einen Moment, bis Dón sich anfassen ließ, der war völlig durch den Wind.

Ist da das erste Mal jemand runtergeflogen oder wurde er nicht vielleicht doch schon mal in Spanien angeritten…? Wat weiß ich, egal. Er hat Tage, da ist er so dermaßen berührungsempfindlich (Zügel am Hals, Gerte, Bein…), und das war so ein Tag. Die Bewegungen des Zügels hält er manchmal ganz schlecht aus, ich kann auch noch immer nicht wirklich mit der Hand loben, wenn sich dabei der Zügel bewegt. Der erzieht einen echt zu konstanter Anlehnung! Und er war nicht draußen vorher. Darauf sollte ich achten.

Ich wollte wieder rauf. Also – wollte und wollte nicht…
Ich hatte nun echt ein bisschen Skrupel, ich war alleine da. Niemand, der mal eben am Kopf stehen bleiben konnte, niemand, der den Notarzt ruft
😮

Also habe ich erst einmal ein Cavaletti an die Bande gestellt und ihn an der Longe da rüber geschickt, damit er sich einerseits austoben kann, andererseits auf andere Gedanken kommt. Wow, springen kann er also auch, ich ahnte es! Er übersprang sich maßlos, wollte auch nicht unbedingt jedes Mal da rüber, ich musste schon ernst werden, aber wenn er sprang, dann echt mit Übersicht und gewaltig groß. Und zur Ablenkung tauglich war das allemal – Lilly zog von dannen und wandte sich an anderer Stelle wieder dem Gras zu.

Der Sattel lag ja inzwischen durch die Wärme gut, aber auf diesem schmalen Rücken hält ja nichts, außer man zieht reichlich happig an, was ich ja überhaupt nicht mag. Bei seiner Buckel-Arie war der Sattel nach hinten gerutscht, so dass ich neu satteln musste. Als ich das tat, bockte er los, der Sattel flog in den Dreck, was ihn nochmal erschreckte. Nun hatte er sich ein paar Sprünge später auch die Zügel über den Hals geschleudert. Ich ließ ihn lernen, war ja nicht mein Thema, wenn er sich einen Ruck holte. Und er holte sich natürlich einen Ruck. Das sind solche Situationen, die ich Pferde einfach einmal aushalten lasse, damit sie die Übersicht behalten und nicht jedes Mal panisch werden, wenn irgend so etwas passiert. Er trat ein paar Mal drauf, holte sich beim Kopf hochnehmen einen Ruck, erschrak, ich griff aber nicht ein und sprach ihn dabei auch nicht an. Und siehe da – nach dem fünften, sechsten Mal nahm er den Kopf deutlich langsamer hoch und fühlte erstmal, ob da etwas gegenhält. Wenn ja, blieb er jetzt ruhig, wenn nein, lief er weiter, wurde aber ruhiger. Ich nahm schließlich den Zügel von seinem Vorderbein, der hatte sich da inzwischen gepflegt rumgewickelt, und ließ ihn noch einmal alleine. Bei jedem Kopfschütteln bewegte sich der Zügel, was ihn immer wieder erschreckte, aber es wurde weniger.

Dón kam langsam wieder zu sich, ich fuhr ihn durch ruhiges Longieren noch ein bisschen weiter runter, bis er Schritt gehen konnte. Er ließ die Stuten nicht aus den Augen, entspannte sich aber langsam. Ich wollte unbedingt wieder rauf, trotz knurrendem inneren Schweinehund.

Für’s Aufsitzen ließ ich mir entsprechend Zeit, als ich dann oben war, war er unter Strom, aber händelbar. Ich bin schließlich auf beiden Händen zum Traben und Galoppieren gekommen, durfte behutsam treiben, aber als ich einmal das unter die Schabracke gerutschte Zügelende wieder hochziehen wollte, schoss er wieder los wie angestochen.
Die Gerte hatte ich tatsächlich liegen lassen, man muss es ja nun auch nicht provozieren, aber auch am Bein blieb er empfindlich, insbesondere am rechten.

Der Zügel machte noch einmal „Kling!“, als die Schnalle gegen den Steigbügel kam und wieder zog er die Kruppe ein und war abschussbereit. Ich konnte ihn wieder beruhigen und kam auch noch einmal zum Treiben, so richtig ließ er sich an diesem Tag aber nicht mehr los.

Das wäre vermeidbar gewesen, ich weiß nun aber auch, worauf ich besser achten sollte.
Er sollte die Möglichkeit haben, sich vor dem Reiten anderweitig zu bewegen, die Stuten müssen nicht zwingend direkt am Platz stehen in der Zeit (auch wenn ihn das natürlich später nicht mehr interessieren darf), ich muss unbedingt noch ein paar Mal jemanden beim Aufsitzen dabei haben, der am Kopf bleiben kann, damit Dón ruhiger stehen und sich dabei entspannen kann.
Ich bin heilfroh, mich wieder draufgesetzt zu haben an diesem Tag, das war gut für uns beide. Die Unbedarftheit, die wir hatten, ist leider weg. Das ist vielleicht auch gut so…

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Dienstag, 9. Juni

Ich musste in den Sattel. Ich bedauerte sehr, dass diese Unbedarftheit weg war und merkte sehr wohl die Anspannung in mir. Die darf auf keinen Fall lange bleiben. Ich habe mich für ein junges Pferd und damit genau für diese Eventualitäten entschieden. Und ich habe mich für ein Pferd entschieden, das eben (leider) so überhaupt gar nicht am Boden vorbereitet wurde und nun eben – wenn auch fast roh – schon fünf ist und in Saft und Kraft steht. Also muss ich jetzt durch dieses Magengrummeln durch und zusehen, dass ich mich das nicht weiter hemmt!

Leicht gesagt. Ich hatte wieder einen Dón, der an eine Steckdose angeschlossen zu sein schien. Ich weiß bloß nicht, wer da den Schalter betätigt. Ich nicht.
Wohlweislich waren keine Pferde auf den Weiden und er durfte sich vorher bewegen. Dennoch war ihm eine erhöhte Spannung anzumerken, als ich den Aufsitzhocker auf den Platz stellte. Spätestens da merkte er mir sicherlich auch eine erhöhte Spannung an.
Ich longierte einen Moment, um den Sattel noch einmal fester angurten zu dürfen und ich hatte ein anderes Pad untergelegt.

Das war eine klare Fehlentscheidung, wie sich herausstellen sollte – ich kam soweit gut in den Sattel, blieb auch oben, als er leider wieder die Kruppe einzog und mit Kulleraugen einen Satz machte, dann aber stehen blieb und leicht zitternd wartete. Immerhin wartete er. Ich lobte und sprach mit ihm und trieb ganz behutsam an, er stakste los, absolut in Bereitschaft, loszusprinten.

Mit diesem Pad fühlte ich dermaßen unwohl auf dem Sattel, der nicht nur schwammiger saß, sondern auch noch Geräusche machte, wenn er sich auf dem Pad bewegte.
So beließ ich bei einigen Schritt- und Halt-Übergängen, stimmte ihn immer mehr auf meinen Pfiff zum Halten ein, was nachher auch gut funktionierte, aber die Spannung wurden wir nicht los. Nicht an diesem Tag.
Zudem wollte ich von zu Hause durchgehende Zügel ohne Schnalle mitgebracht haben, was ich vergessen hatte. Spätestens beim ersten „Kling!“ der Schnalle am Steigbügel und einem mächtig zuckenden Pferd unter mir wurde ich daran erinnert.

Verdammt, das hatte ich mir anders erhofft! Neuer Tag, neues Glück…

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Mittwoch, 10. Juni

Am Mittwoch vergaß ich die Zügel schon wieder. Hildesheimer, Rüdesheimer, Alzheimer. Also Hildesheimer ist das schon lange. Mann!!

Aber dieser Ritt wurde einer für unsere beiden Seelen. Ich hatte wieder auf das Schaffell-Pad zurückgegriffen und den anatomisch geformten Gurt genommen, diese Variante saß tatsächlich gut, da Dón in der Zeit hier schon ein wenig zugenommen hat. Am Anfang gefiel mir das gar nicht, jetzt zwei Wochen später war ein Unterschied zu sehen.

Ich ließ mir viel Zeit beim Aufsitzen, hatte wieder dafür gesorgt, dass keine Ablenkung am Viereck war, das Wetter war schön, die Vögel zwitscherten, der Schreck hatte ein wenig nachgelassen – na klar taten die Nachwirkungen weh, insbesondere in Schulter und Halswirbelsäule. Aber um mal genau zu sein war nichts passiert. Also rauf da und für gute Stimmung sorgen! Und Vertrauen geben!

Das gelang. Bei diesem Ritt entspannte Dón sich sichtlich, er fühlte sich immer wohler, ließ mich immer mehr sitzen und treiben, es fühlte sich einfach wieder gut an.

Nach diesem Ritt war er sehr kuschelig und sichtbar zufrieden. Ich auch!

Typisch für junge Pferde ist ja auch, dass manche an der Bande kleben, andere wollen gar nicht an die Wand, oder es hängt von ihrer Schiefe ab, ob sie auf der einen Hand an die Bande wollen und auf der anderen lieber nicht. Dón gehört zu denen, die eher Abstand halten mögen von der Bande und vor allem noch die Ecken stark abrunden. Das hatte sich jetzt durch die beiden „blöden“ Tage verstärkt. Er wollte am liebsten eine Ovalbahn anlegen auf dem Platz, und ich ließ ihn weitgehend gewähren.
Ecken ausreiten können wir auch nächstes Jahr noch! 
:-)

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Freitag, 12. Juni

Ich hatte beim Aufsitzen Hilfe von Nic, die am Kopf bleiben konnte. Dón blieb ruhig stehen, ich kam langsam und behutsam in den Sattel und wir konnten entspannt angehen. So stelle ich mir das vor! Die Hilfe von unten tat ihm sichtlich gut.

Auch beim Reiten hielt die Entspannung an, ich kam zum Treiben, zum Sitzen, bis zu einem gewissen Grade zum Nachgeben, und das Anhalten auf meinen Pfiff klappt immer besser. Ich ritt noch unsere kleine Runde um den Hof – also auf dem Hof, um genau zu sein, eine Runde um das eine Paddock, auf der es ein bisschen was zu sehen gibt und die Dón durchaus ein „Gelände-Gefühl“ gibt. Er bestaunte einen fahrenden Trecker, machte aber keine Anstalten, davor abzuhauen.
Das war ein guter Tag und ich freute mich auf morgen!

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Samstag, 13. Juni

Am Samstag fand mein zweites Öffentliches Training statt. Das erste, an dem Dón teilnehmen sollte. An diesem Tag stellte ich mit fünf Pferden das Thema „Anlehnung, Aufrichtung, Dehnung“ vor. Zu Aufrichtung konnte und sollte Dón noch nichts beitragen, aber zur begleitenden Anlehnung eines jungen Pferdes und zur Entwicklung der Dehnungsbereitschaft natürlich schon.

Es war durch zwei kräftige Regenschauer spät geworden. Und kühler. Und ungemütlicher. Und so bat ich um Handzeichen, wer denn das junge Pferd noch sehen wollte. Die Hände flogen hoch – ok! Ich holte also Querendón. Ich hatte Unterstützung am Kopf beim Aufsitzen, so dass er wieder gut stehen bleiben konnte, und dann ging er auch ruhigen Schrittes los und bestaunte die Zuschauer die Regenschirme (ich hatte zuvor darum gebeten, sie ganz ruhig zu halten, ihn störte auch nichts, so dass ich die Zuschauer einmal bat, in gemischter Reihenfolge aufzustehen und sich wieder hinzusetzten. Auch die Bewegungen im Publikum nahm mein angehendes Showpferd weitgehend gelassen hin).
Ich erklärte etwas zu Selbsthaltung und Rahmengebung, deutlich wurde auch, wie wenig Einfluss ich noch auf Biegung und Dehnung des jungen Pferdes nehme, wie ich sich dies aber entwickeln lasse.
Dón durfte seine (phasenweise Außen-)Stellung noch weitgehend selbst bestimmen,
um in einem guten Gleichgewicht gehen zu können. Er fühlte sich auf dem nassen Boden sichtlich unwohl, ging aber artig sofort durch die Pfützen (gut, die waren klein, mal sehen, was er bei großen macht), machte aber prima mit, so dass er schließlich zeigte, wie durch Entspannung Dehnungsbereitschaft beim Pferd entstehen kann.

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Bei ihm erklärte ich aber nun auch, wie wichtig mir Anlehnung ist, weil er Zügelbewe-gungen einfach noch nicht erträgt, so dass ich auch (noch) nicht loben kann, indem eine Hand mit dem Zügel vorgeht. Ihn lobe ich also noch, indem ich beide Zügel in eine Hand nehme, damit er weder die Unterbrechung noch das Wiederannehmen des Zügels spürt. Dazu wird im Halten Vertrauen gegeben, bevor ich das in der Bewegung umsetze.
Ich muss mich immer wieder zusammenreißen, wenn ich spontan loben möchte und im selben Moment aber daran denke, dass dieses Streicheln für ihn noch kein Lob, sondern eher noch ein Schreckmoment wäre.

Super inzwischen funktioniert aber der Pfiff zum Durchparieren, der ließ sich hier vor Publikum aus dem Galopp demonstrieren. Dón nahm mit gespitzten Ohren seinen wohl verdienten Applaus entgegen. Das war wieder ein Tag für unser beider Seelenheil!

Und damit hatte Dón natürlich den Sonntag wohlverdient frei.

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Montag, 15. Juni

Heute hatte Dón wieder Wellness-Tag. Er durfte auf dem Platz laufen, sich mit Hochgenuss wälzen, und dann zeigte er sein Talent für die Schulen über der Erde…
Wow!!

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Und mein absoluter Favorit:
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Hinterher kam er noch auf die Weide, und hier hat er – frei! – alle Hufe gegeben.
Es wird!

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Dienstag, 16. Juni

Heute habe ich Dón geritten, er war relativ unter Strom, aber das war ja vergleichsweise harmlos bis zu dem Moment, als Meike mit den Stuten von der Weide kam…
Hormongesteuertes Pack!! Die Stuten machten ihm schöne Augen, er wurde sehr unhandlich und ungemütlich unter dem Sattel und es dauerte eine ganze Weile, bis ich diese Natur wieder in einen Ansatz von Kultur umgewandelt hatte. So das richtig tolle Gefühl kam nicht auf heute, aber das sind ja nunmal auch die Momente, die wir brauchen. Naja, vielleicht brauchen wir die auch erst in acht Wochen…?

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Mittwoch, 17. Juni

Ich bin noch einmal geritten, hoffte auf ein besseres Gefühl als am Vortag und bekam das auch. Und so machte ich gar nicht lange, wir hörten zufrieden auf und ich sattelte ab, damit Dón sich noch an der Hand ablegen konnte. Ein Glück war ich schon unten – kaum eine Minute nach dem Absitzen ratterte im Garten neben dem Viereck eine kreischende Säge los. Dón fuhr zusammen und startete den einen oder anderen Fluchtversuch. Ich war froh, wieder so eine Situation zu haben, in der er sich an meiner Ruhe beruhigen kann – und noch viel froher war ich, dass ich auf meinen eigenen Füßen stand!
Die Säge kreischte immer wieder mal los und hörte wieder auf, das muss für ein Pferd ein wahrlich furchtbares Geräusch sein, aber Dón bekam keine Chance, abzuhauen. Ich stellte mich an den Gartenzaun und bat ihn, das auszuhalten. Die Entspannung vom Reiten war zwar dahin, aber nach einiger Zeit fiel diese neue Spannung doch ein wenig von ihm ab und er ertrug dieses unrhythmische Kreischen. An Hinlegen dachte er nicht mehr – schade eigentlich. Aber immerhin konnten wir entspannt vom Platz gehen.

Es war mal Zeit für ein paar Portrait-Fotos, schließlich will ich in ein paar Jahren ja auch was zum Vergleichen haben! So also sieht er aktuell aus – an Brust und Kruppe lassen sich durchaus noch Hüte etc. aufhängen…
Und den Hals muss ich noch ein bisschen umformen:

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Samstag, 20. Juni

Die Hormone sprudelten wieder aus den Ohren, meine Güte! Dón lief auf dem Platz, ich holte die Stuten rein. Die quiekten wie die Ferkel, Lilly machte Blümchenaugen, Dóns Gehirnzellen wanderten nach hinten / unten.
Ich schickte Lilly sehr energisch in den Stall – und dann stand ich da und die Arme wurden lang und länger. Lilly, gehorsam (guuuute Stuuuuute) zog Richtung Box, Tina allerdings stand wie angetackert und rosste kreuz und quer auf den Hof. Kein Weiterkommen.
Und ich zwischen diesen beiden, die in verschiedene Richtungen zogen.
Die eine gehorsam, die andere mit hormonvernebeltem Blick.
Mann!!!!
Ich ließ Lilly los, die sah zu, dass sie in ihre Box kam, Tina wurde etwas unfreundlich aus ihrer Trance gerissen und verschwand ebenfalls in ihrer Box.
Dón tobte sich ein paar Kilo runter und war ernsthaft dabei, sich seine Eier zu verspielen. Ich drohte mit einem Anruf in der Klinik und dass das ganz schnell! gehen kann und er versuchte, so zu tun, als wäre nichts gewesen. Gelang ihm nicht. Zumindest nicht überzeugend.

Ich dachte, es sei mal Zeit für ein etwas ernsthafteres Longieren. Ich lasse ihn zwar vor dem Aufsitzen immer auf beiden Händen ein paar Runden gehen, das aber auch nur, damit ich den Gurt fest genug anziehen kann, um nicht von oben nachgurten zu müssen. Die jetztige Sattel-/Pad-Konstruktion liegt zwar viel besser als alles bisher probierte, aber Dón hat ja noch so überhaupt keine Gurtlage. An diesem „fliehenden Bauch“ hält ja nix. Und da ich ungerne anfangs gleich so fest anziehe, lass ich ihn eben immer ein paar Runden gehen. Da sucht er bereits einen tollen Zug zur Longe, galoppiert sicher auf beiden Händen an, lässt sich gut durchparieren und dehnt sich ab und zu. Also nichts, was er wirklich noch lernen müsste, da bringt er schon so viele gute Ideen mit, dass das für mich kein Thema ist, das ich jetzt vertiefen müsste. Nich so wie Hufe geben…!
Allerdings müssen ja alle meine Pferde lernen, gewisse Dinge auszuhalten. Sägen in Nachbars Garten zum Beispiel
:-)
Und so schnallte ich mein Gogue ein und ließ Dón das ausprobieren. Es war so lang, dass er auch, wenn der Kopf mal sehr hoch nahm, keinen ernsthaften Zwang spürte, aber auch so kurz, dass er nicht reintreten konnte. So brachte es als „Hilfszügel“ natürlich nicht viel, aber darum ging es mir auch nicht. Mir ging es darum, dass er – der zügelempfindliche – an seinem Kopf Bewegung spürt und sieht und bei ganz hochgenommenem Kopf auch mal eine Grenze spürt.

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Er machte das super, testete das Gogue aus und akzeptierte es ohne jegliche Widerrede.
Da habe ich in vielen Dingen echt guten spanischen Charakter gekauft – so auch hier, er lässt sich durchaus überreden, Dinge in meiner Nähe einfach auszuhalten. Wobei die Säge nun wahrlich ein paar Klassen schlimmer war als das Gogue, viel auszuhalten gab es da nun eigentlich nicht.

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Das war also sehr zufriedenstellend, und so fragte ich an der Hand noch einmal an, ob er nicht vielleicht inzwischen eine erste Idee vom Spanischen Schritt hat.
Oh, hatte er!
Auf einmal kam etwas, nachdem ihm ja durchaus klar war, dass ich auf etwas warte. Er probierte es also mal fragend zögernd mit Scharren. Und guckte mich dann echt an wie ein Fragezeichen. Zu süß. Da ich ihn rauf und runter lobte wurde seine Rückwärtstendenz sichtlich weniger und er wagte sich mal nach vorne. Und tatsächlich waren ein, zwei schön angehobene Schritte zwischen den fragenden Scharrern, die ich sehr lobte. Sein Blick ließ ahnen, dass er mich für relativ bescheuert hielt – im Stall darf er nicht scharren, hier soll er?? Dass ich ein Anheben des Beines ohne Scharren aber noch mehr lobte als eines mit Scharren, schien seine grauen Zellen in Bewegung zu setzen. Die Synapsen arbeiteten – mal sehen, was beim nächsten Versuch rauskommt!

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Montag, 22. Juni

Regen, Regen, Regen – wie aus Kübeln prasselte es runter und der arme sonnengewohnte Spanier stand klatschnass auf der Weide und wollte bitte auf den Arm und rein, und zwar beides und sofort!!! Er musste dann auch heute nichts weiter tun als wieder zu trocknen.

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Dienstag, 23. Juni

Heute aber! Vor dem Reiten war Dón auf der Weide. Ich habe ihn kurz longiert, er ließ sich gut treiben und war aufmerksam und gehfreudig. Er sucht einen tollen Zug an die Longe, das muss man ihm nicht beibringen, das ist auf beiden Händen einfach gut. Etwas, worauf ich sonst durchaus Zeit verwendet hätte, denn diesen Zug brauche ich, um in jedem Gelände ohne Begrenzung longieren zu können. Und das hat er einfach.

Dieses Mal gab es einen Keks vor dem Aufsitzen, und prompt ist er stehen geblieben und ich kam gut hoch, dann machte er aber auch sofort seine üblichen gespannten Schritte. Die darf er machen, er entspannt sich inzwischen immer schneller nach dem Aufsitzen.

Er ging sehr tatkunrein auf dem nassem Boden. Das lange Nichtreiten machte mich blöderweise vorsichtig und höchst wachsam, ich wäre gerne entspannter gewesen.
Dennoch bin ich mutiger, als ich in manchen Momenten vermuten würde – aber das ist mein letztes ganz junges Pferd! Zumal noch ohne Vorarbeit am Boden, das merkt man schon. Ob ein Pferd überhaupt erst fünfjährig „in Arbeit“ genommen wird oder schon die ganzen Jahre davor mit gutem Menschenkontakt die Basics lernen kann, das ist echt ein Unterschied. Egal, wir holen den auf!

Der Mut reichte noch nicht, um mit Gerte zu reiten – die habe ich seit dem Abflug nicht mehr dabei gehabt. Er ist fleißig genug, und für das, worauf es im Moment ankommt, brauche ich sie nicht. Wird sich in Kürze auch wieder ändern.

Aber insgesamt war das Gefühl – sprich: seine Rittigkeit – gut, er entspannte beim Reiten immer mehr, was ja deutlicher Fokus ist für mich wenn ich ihn reite bzw. überhaupt mit ihm etwas mache. Dass er auf mich fixiert ist und sich entspannt. Wir hörten also zufrieden auf und ich hoffte auf gutes Wetter morgen, damit ich wieder reiten kann.

Hinterher haben wir dann noch „Pfütze geübt“. Der Regen hatte eine ordentlich große Pfütze auf dem Hof hinterlassen, deren Grund gut zu sehen war. Tief war sie nicht, also optimal für ein junges Pferd, um zu lernen, dass man überall (!) durchgehen kann und muss. Dón zierte sich und suchte rechts und links Ausweichmöglichkeiten, also stellte ich mich in die Mitte der Pfütze und longierte ihn um mich herum. Plötzlich war er drin, mit viel Knieaktion und prustend, aber drin! Ich lobte sehr und ließ ihn ein paar Mal durchgehen, dann auch von der anderen Seite. Darin stehen bleiben wollte er nicht, aber immerhin ging er schließlich von beiden Seiten problemlos durch sie hindurch.

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Mittwoch, 24. Juni

Das war der beste Tag, seit ich Dón habe!

Hufe geben war super, zum ersten Mal vorne/hinten/hinten/vorne, bislang ging nur vorne/hinten, vorne/hinten. Von welcher Seite ich anfange, ist ihm egal, aber er mochte bislang noch nicht beide Hinterhufe hintereinander geben. Das war heute auf einmal gar keine Frage mehr.

Das sind die Kleinigkeiten, wo ein junges Pferd ja echt Spaß macht – diese vielen kleinen Erfolge.

Davon gab es dann noch mehr – er war beim Putzen zwar sehr entspannt, aber dann doch sehr wach und frisch, als es Richtung Platz ging. Ich habe an der Hand die Hinterbeine beweglich gemacht, da waren allererste ganz kurze, dynamische Tritte bei. Nie mehr als zwei und noch unkoordiniert, aber ich weiß, wie das in ein paar Monaten aussehen kann

Dann kurz Schulterherein, da kam er mir einmal sehr nah und hat mich plötzlich, wenn auch vorsichtig, angestiegen. Ist nicht wahr!! Das hat aber kurz und zackig einen auf den Frack gegeben!! „Mach das NIE wieder!!“ habe ich ihn angebrüllt und er versuchte, schuldbewusst zu gucken. Hat nicht geklappt. Ich habe sein Grinsen dahinter sehr wohl noch gesehen!

Wieder kurz longiert, weil ich danach den Gurt so anziehen kann, wie ich es vorher nicht mag, aber er braucht nun mal leider einen recht festen Gurt, und ich mag noch nicht von oben nachgurten, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt. Er war sehr entspannt und ließ sich wieder super treiben und durchparieren. Und – er war vorher noch nicht draußen!

Am Hocker ist er dann direkt stehen geblieben, Keks, gutes Aufsitzen. Zum ersten Mal war ganz klar bei ihm die Erwartungshaltung spürbar, dass Reiten entspannt. Das Gefühl war schon toll, darum geht es mir!

Er hat viel geschnaubt, sich viel gedehnt, zum ersten Mal auch fühlbar im Galopp.
Er ist super (weich) im Maul, es war insgesamt einfach ein tolles Gefühl, obwohl er im Gang sehr frisch war und dadurch so zwischen super fein und empfindlich am Bein anfangs, später war aber auch das sehr gut, ich durfte ganz normal ran mit dem Bein.

Der Sattel fing schon wieder an zu schwimmen, also gurtete ich doch mal von oben nach. Das Halten und Stehen klappt ja inzwischen total klasse, so dass ich tatsächlich in Ruhe nachgurten konnte. Lauter kleine Premieren…

Es war sehr windig, teilweise stürmisch, lauter raschelnde Büsche und Blätter. Das war wie in der Geisterbahn – ein paar Mal raschelte ein Busch direkt, als wir daneben waren. Das war schon schräg. Er zuckt kurz, mehr aber auch nicht. In dem Sinne schreckhaft scheint er echt nicht zu sein. Er hat vor manchen Dingen Angst, dann zeigt er das auch (frisch gewickelte Silage-Ballen…), aber schreckhaft ist er offenbar nicht wirklich.

Der Boden war besser als gestern und damit auch sein Gang. Er wurde immer entspannter und weicher, und dann fühlte es sich an, als könnte ich es wagen – und es hat geklappt!
Er ist einmal richtig gut aus dem Schritt links angaloppiert!
Zufall??
Nein – das 2. Mal war ähnlich gut.
:-)

Dann habe ich es rechts auch probiert, hier sprang er mit einem ganz kurzem Trabmoment an, super! Es gab mal wieder kein „falsches“ angaloppieren rechts.
Nach meinem Abflug war das ja wieder schlechter geworden, aber diese Spannung, die auch bei ihm an dem Tag dazugekommen war, ist offensichtlich weitgehend weg.
Ein Glück… 

Rechts möchte er mich zum Angaloppieren ganz hinten sitzen haben, dann reicht die Gewichtshilfe, links möchte er vom Bein umfasst werden. Total verschieden, aber dann springt er in gleich guter Qualität auf beiden Händen an.

Aus dem frischen Trab ergab sich ein Schulterherein-Moment.
Und – ich hatte die Gerte wieder dabei! Und er hat sie super angenommen.

Und dann kam Meike mit den Stuten. Er sich hochgefahren, gewiehert, Spanier-Strampel-Trab (würg), ließ sich aber durch Arbeit nach und nach ablenken und kam wieder runter.
Cool! 

Dann hat er sich allerdings nochmal ähnlich hochgefahren, als sie die Wallache reinholte, ließ sich aber wieder durch Arbeit ablenken und gut steuern. Das sind die Momente, die wir natürlich brauchen, und ich war heilfroh, dass er schon entspannt und gut war, bevor Meike kam, denn mit dem Temperament von den ersten Minuten hätte sich das vermutlich anders angefühlt.

Danach gingen wir noch unsere kleine „Hof-Runde“ und heute bin ich dann direkt durch die Pfütze durchgeritten. Erst hat er gezögert, dann meinte ich das aber ernst und hatte alle Zeit der Welt („wir können hier bis Freitag stehen. Es gibt erst wieder was zu essen, wenn Du da durch gehst…“), dann ist er schließlich von allen Seiten reingegangen. Ich konnte nachher sogar noch (kurz) in der Pfütze anhalten.
Super!

Danach habe ich noch die Hufe gewaschen und hier gab er die Hufe sogar „über Kreuz“ – ich konnte alle Hufe von rechts aufnehmen.

Beim Absatteln im Stall stand er total entspannt am Anbinder, er hat sogar das Scharren vergessen. Ihm gefiel der Tag ganz offensichtlich auch!

Mehr davon!!!!!

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Donnerstag, 25. Juni

Heute hat Dón den rechten Hinterhuf von alleine gegeben! Er stand frei in der Box, ich hatte vorne rechts angefangen und dann hielt er mir hinten fragend entgegen…
Diese vielen kleinen Freu-Momente! Die später so selbstverständlich werden…
Zu viel mehr kam es dann auch heute nicht aus Zeitgründen.

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Freitag, 26. Juni

Eine Reitschülerin war zum Zugucken da, sie hat gerade selbst einen jungen Spanier und wollte nun gerne einmal bei Dón dabei sein. So etwas freut mich natürlich immer, ich erkläre dann gerne, was ich wann warum mache und da ich ihr Pferd kennengelernt habe, konnte ich natürlich noch direkter auf manche Dinge eingehen.

Nic war auch da und konnte fotografieren – das kommt im Moment ein wenig kurz, aber heute wurden dann gleich zwei Kameras auf Dón gehalten, Annemaries Mann hat auch Bilder gemacht. Dón reagiert auf Klickgeräusche schon nicht mehr. Clicker-Training mit ihm wäre blöd, an Tagen, an den wir fotografieren, würde der sich fragen, was er da denn permanent richtig macht – oder ein Click für den falschen Moment bekommen…

Mein Ziel war es heute gewesen, am relativ langen Zügel reiten zu dürfen. Ich wollte am Ende eine Runde ohne Zügelkontakt um den Platz reiten. Ich tastete mich da also ran, die Verbindung immer mehr aufzugeben, was Dón anfangs sehr unangenehm fand. Er wurde jedoch mutiger und verließ sich schließlich mehr auf die treibenden Hilfen, und so gingen wir am Ende gelassenen Schrittes am langen Zügel um den Platz – und bei unserer kleinen Hof-Runde durfte ich das dann auch.

Das Gefühl war genau so gut wie gestern – vor allem wieder diese ganz klar spürbare Erwartungshaltung, dass Reiten entspannt. Das ist im Moment das größte Gefühl von allen, weil mir das bei ihm so wichtig war, nachdem er Reiten so mit Spannung und Druck verbunden hat. Das ist weg – und das ist großartig! Nach der kurzen Zeit!

Eine allererste Idee vom Spanischen Schritt kommt auch langsam. Betonung auf langsam. Da er das überhaupt (noch) nicht mit Imponiergehabe verbindet, übe ich es weiter. Würde er das anders sehen, hätte ich dieses Thema sofort wieder ganz weit nach hinten gestellt. Da muss man schon ein bisschen gucken, welche Geister man da ruft…

Das Gefühl war so gut und vertrauensvoll, dass ich noch eine Runde ohne Sattel drehte. Damit fühlten wir beiden knochigen Gestalten uns allerdings nicht so wahnsinnig wohl!

Dón legte sich noch an der Hand hin und entdeckte schließlich den Hocker als Spielzeug.

Annemaries Mann Christopher machte tolle Bilder, und Nic hatte meine Kamera in der Hand. Und da es so schöne Bilder gab, lassen wir die mal mehr sagen als Worte:

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Das Wochenende hatte Dón dann frei. Der hat ein Leben!

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