Vögel

Nicht aus meinem Leben wegzudenken sind meine gefiederten Lärmtüten –
hier herrscht Leben!

Und so halte ich es für angebracht, den Vögeln eigene Seiten zu widmen.

Schon mein Leben lang begleiten mich Wellensittiche
2013 musste ich den ersten Bourkesittich haben
Ebenfalls 2013 kamen Schönsittiche dazu
Und auch in 2013 zogen die ersten Ziegensittiche ein
2018 betörte mich ein Glanzsittich
Und ebenfalls in 2018 – UPS – gleich vier Nymphensittiche
Ende 2018 holte ich aus einem Tierheim einen Feinsittich
und meinen ersten Sperlingspapagei dazu
Und gleich zu Jahresanfang 2019 bereicherten dann zwei sehr seltene Australier meinen Schwarm – ein Paar Collette– bzw. Hoodedsittiche

Doch auch andere Vögel gab es in meinem Leben – und es sitzen auch immer wieder einmal Greifvögel & Eulen auf meinem Arm – oder so 🙂

Hier ist einiges über die Haltung von Sittichen zu erfahren.

Jahrelang war es ein Hobby, und es blieb mehr als 40 Jahre bei Wellensittichen.
Obwohl – als ich 12 oder so war, hatten wir mal einen Schönsittich – Kiki. Leider gibt es von ihr so gut wie keine Fotos mehr, und wenn, dann wohl eher sehr schlechte…
Kiki war auf jeden Fall wildfarben (grün) und konnte, wenn ich es recht entsinne, nicht mehr fliegen. Aber sich unter eine Wärmequelle räkeln, das konnte sie, bis sie fast geschmolzen ist 🙂
Und als ich so 5 oder 6 war, hatten wir mal eine Zeitlang zwei graue Nymphensittiche (Peter und Paul…), die waren zugeflogen und nicht sehr lange bei uns, vielleicht konnten sie an die Besitzer zurück gegeben worden? Keine Ahnung, ist mir nicht mehr in Erinnerung. Sehr wohl in Erinnerung ist mir aber deren Lautstärke geblieben, was mir die Lust auf Nymphensittiche komplett genommen hat. Für fast 50 Jahre.
2018 baute ich endlich meine Außen-Voliere und nahm wieder Notfälle und arm-und-einsam-auf-Omas-Kühlschrank-dahinvegetierende Sittiche auf und da wurde ich gefragt, ob ich einen 17jährigen Nymphensittich dazu nehmen würde. So wahnsinnig lange überlegte ich nicht – und sooo laut ist er gar nicht. Wenn man nicht gerade direkt daneben steht 🙂

Tatsächlich habe ich sogar mal einige Jahre eine Wohnung „federfrei“ gehalten. Bis mir 2002 in einem Zooladen Concha über den Weg lief. Ein überwiegend weißer Wellensittich mit grau-braunen Wellen, und eben diese Wellen sahen auf dem jungen Köpfchen aus wie die Musterung einer Muschel. Damit waren dann auch die früher typischen Namen wie „Putzi“ und „Beppo“ vorbei – die Namen meiner jetzigen Vögel haben alle eine Bedeutung und sind meist spanisch oder italienisch. Einige wurden nach Tänzen benannt, bei anderen suchte ich nach einer schön klingenden Übersetzung für ihre Art oder einen Charakterzug.

Mit der unfassbar süßen Concha ging es also wieder los. Es wurden dann drei, vier, irgendwann fünf Wellis, so in dem Rahmen blieb das fast zehn Jahre lang. Und dann packte es mich irgendwie – ich hatte ein komplettes Zimmer (16 qm) zum Vogelzimmer umfunktioniert, und Ende 2013 war ein neuer Höchststand von 20 Vögeln und vier „Sorten“ erreicht. Anfang 2019 waren es dann tatsächlich einmal 21 (und 7 Sorten…).

Meine Wellis hatten in dem Zimmer einen riesigen Käfig ohne Türen, in den sie sich tagsüber verzogen, wenn sie wollten und in dem nachts auf den Schaukeln geschlafen wurde (nach allabendlichem Streit, wer auf welche darf…). Auf dem großen Ast und den gebastelten Stricken turnen sie den ganzen Tag herum und genossen ständigen Freiflug. Anders wollte ich Vögel nicht mehr halten. So oder gar nicht.
2018 dann endlich die Außenvoliere! Die Vögel bekamen einen eigenen Raum mit einem Fenster nach außen zur Voliere. Das gab der ganzen Haltung noch einmal eine ganz neue Qualität, und war ich vorher der Meinung, meine Vögel schon gut zu halten, so musste ich jetzt erkennen, dass die Voliere für die Vögel noch einmal ein echtes Highlight darstellt. Da gibt es nun auch kein Zurück mehr 🙂

Ich kenne es nicht anders, als dass unsere Tiere so tiergerecht wie möglich gehalten wurden, sonst werden sie gar nicht erst angeschafft.
Und so nahm ich so ab 2003 auch immer wieder mal den einen oder anderen armen „Einzelhaft-Wellensittich“ zu mir, wenn die Besitzer sich trennen wollten, verstorben waren oder was eben so dazu führt, dass man keinen Vogel mehr haben kann oder will. Da waren dann auch mal welche dabei, die keinerlei Sozialverhalten mehr hatten, die mit den anderen nichts anfangen konnten und den ganzen Tag – wie gewohnt – vor dem Spiegel saßen. Was dazu führte, dass ich alles, worin sie sich spiegeln konnte, wegschmiss. Der zugeflogene Cinco brauchte damals mehr als ein Vierteljahr, bis er zu einem normalen Verhalten zurückfand.
Wenn ich diesen wunderbaren bunten Schwarm beobachte, kann ich gut darauf verzichten, dass sie zahm sind –  und auch auf einen Fernseher 🙂

Allerdings kann ich den Altersangaben der vielen Ratgeber nicht zustimmen. Ich stehe auf „Sonderlackierungen“, mag also extravagante Farbschläge. Die vielen Sonderzüchtungen werden jedenfalls nicht unbedingt alt. Der Durchschnitt liegt nach inzwischen gemachten Erfahrungen bei zwei bis vier Jahren. Und das bei dieser Haltung! Und da höre ich immer wieder von Wellensittichen, die zehn Jahre und älter geworden sind – in Einzelhaft auf Omas Kühlschrank. Wie lang mag denen ihr Leben wohl vorgekommen sein…?
Obwohl – inzwischen wird es besser. Ich habe nun auch schon einige „Methusalems“ dabei. Mein Welli Aranjuez ist nun seit mehr als 10 Jahren bei mir.

Vogelschicksale…

Im Mai 2012 kam Vida Nova (portug.: „neues Leben“) dazu.
Er soll damals etwa vier Jahre alt gewesen sein und saß ebenso lange – ALLEINE – in einem Käfig von der Größe zweier Schuhkartons.
Er reagierte anfangs nicht auf die anderen, weil ihm das überhaupt nichts sagte. Die fanden ihn nach zehn Minuten unspannend, eben weil er ja nicht reagierte. Er hatte nichts von der Beweglichkeit und Agilität meiner anderen.
Erst durfte er ein paar Tage zuschauen, auf die paar Tage in diesem Käfig (solche Käfige gehören verboten!!! Ob mit oder ohne Freiflug!!) kam es nun auch nicht mehr an.
Und dann war ich gespannt, ob es noch einen Rest Sozialverhalten in dem kleinen türkisgrünen gab und wie lange es dauern würde, bis er wieder ein Vogel wird.

Er konnte nicht sprechen und war nicht zahm, kaputte Federn, verklebter Po, nie gelernt, zu fliegen – so eine echt üble Einzelhaft also und dann auch noch offensichtlich ohne viel Menschenkontakt. Das mit dem zahm werden holte ich schnell nach, so lange er noch so ungeschickt und unbeweglich war  🙂

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Ich machte täglich Flugübungen mit ihm, die mir die Sicherheit gaben, dass er nicht weit kommt. Und dann habe ich ihn mit in den Garten genommen:
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So gut fünf Meter Flugstrecke am Stück (dicht am Boden) waren schon mal drin, danach guckte er völlig verblüfft ob dieser Leistung. Mit in den Garten nehmen konnte ich ihn nur an diesem einen Tag – danach regnete es, während wir übten und er ziemlich schnell fitter wurde.

Vier Wochen später war er in den Schwarm integriert, zwei der anderen bemühten sich herzallerliebst darum, aus ihm wieder einen normalen Vogel zu machen, und es ist ihnen gelungen. Er flog überall da hin, wo er hin wollte (auch wenn es manchmal noch ein wenig nach „flapp-flapp“ klang…), war fröhlich, cool und einfach süß.

Doch seine Vergangenheit holte ihn ein. Am 1. Februar 2013 ließ ich ihn mit einem dicken Kloß im Hals einschläfern. Seine Füße waren in wenigen Tagen angeschwollen, so dass er ständig seinen Ring benagte, der nun eng wurde, und das Klettern fiel ihm schwer. Zudem fiel er in den letzten Nächten mehrfach von der Schaukel und baute insgesamt rapide ab. Und so traf ich diese immer wieder auf’s Neue so schwere Entscheidung, die dazu gehört, wenn man mit ihnen die schönen Stunden teilen will – dann sollte man auch die schweren mit ihnen teilen und es nicht über Gebühr hinauszögern.

Aber es lohnt sich doch. Immer wieder. Für jeden einzelnen!

Im September 2012 erhielt ich eine E-Mail mit einem „Wellensittich-Notruf“. Das Weibchen war überraschend gestorben, das Männchen – der „grüne Witwer“ 🙂 nun allein. Wo neun satt werden, werden auch zehn satt… So viele hatte ich bis dahin noch nie.
Aber es gab kein Zögern, zumal ich mir vorgenommen hatte, „arme Fälle“ aufzunehmen. Und so kam der leuchtend grüne, siebenjährige El Décimo (span.: „der Zehnte“…) dazu. Er war zahm und strahlte Gesundheit und Zufriedenheit aus. Fliegen konnte er in den letzten beiden Jahren nicht mehr, deswegen durfte er auch mit in den Garten 🙂
Im letzten halben Jahr baute er reichlich ab, wartete immer auf mich, damit ich ihn hierhin und dorthin trug. Eine solche Bindung zum Menschen ist für einen Sittich im Schwarm extrem ungewöhnlich und wir haben sie beide sehr genossen.
El Décimo starb Ende August 2016 im stolzen Alter von elf Jahren.

Am 10. Februar 2013 sah ich auf einer Vogelbörse zum ersten Mal einen Bourkesittich.
Nie gehört, nie gesehen – und innerhalb weniger Minuten mein Eigen.
Ich hatte mich total verguckt in diesen traumhaft schönen Vogel.

Sie sollte natürlich nicht alleine bleiben (auch wenn die verkaufswilligen Züchter einem einreden, dass die sich ja so gut mit Wellensittichen vertragen… Mag sein, weil sie einfach ruhig und freundlich sind, aber die gleiche Sprache sprechen sie mal nicht!), und so kamen im selben Jahr noch drei weitere Bourkesittiche hinzu.

Sieben Monate später vergrößerten meine ersten beiden Ziegensittiche den Schwarm und im Herbst kamen drei Schönsittiche dazu. Und dann noch ein Ziegensittich.
Und „plötzlich“ waren es dann, Ende 2013, 20.
Ts ts ts, wie konnte das passieren…?

Tatsächlich ist bei mir auch ein Küken groß geworden – im Januar 2016 ist Schönsittich Tarjous geschlüpft! Hier fast fünf Wochen alt:

Und so wunderschön sah Tarjous im August 2018 im Alter von 2 1/2 Jahren aus:

2018 nahm ich, nachdem die Voliere fertig war, weitere Abgabevögel auf. Und dann erzählte mir eine Freundin von 2 Ziegensittichen im riesigen Hamburger Tierheim Süderstraße. Ich dachte ein paar Wochen darauf herum – wieder Ziegensittiche? Reicht denen der Platz? Sind die neugierigsten unter der Sonne da genug beschäftigt?
Sie sollten 4 Jahre alt sein und waren seit 3 Monaten im Tierheim. Und so beschloss ich, den beiden zu Weihnachten ein neues Zuhause zu schenken.
Ich fuhr also Mitte Dezember zum ersten Mal in ein Tierheim. Da saßen allerdings 3 statt 2 Ziegensittiche, und das war zuviel. Ich guckte mich um, hatte auf der Homepage zuvor auch schon etliche weitere Vögel gesehen. Ich dachte, wenn schon retten, dann welche, die es nötig haben. Und so kam ich mit zwei Einzelvögeln nach Hause – und die sorgten für einen neuen „Arten-Höchststand“ von sieben!
Im Juni 2019 waren es 8 Sorten und ich hatte meine persönliche Obergrenze überschritten – 21 sind es derzeit…

So holte ich auch Bonnie & Clyde aus dem Tierheim, 2 Nymphensittiche, die offenbar aus einem Raucherhaushalt stammen – beide husten, sobald sie etwas mehr durchatmen müssen oder in Stress geraten… Unglaublich…

Im August 2019 flog dann auch mir endlich mal ein Vogel zu – ich dachte, das passiert immer nur anderen… Ein blauer Wellensittich saß sabbelnd und sich putzend auf der Voliere und begehrte Einlass, der ihm selbstverständlich gewährt wurde.

Aktuell flattern und zwitschern hier 4 Wellen-, 6 Nymphen-, 3 Bourke-, 2 Schön-, 2 Hooded-, ein Glanz-, ein Fein- und 2 Ziegensittiche und 2 Sperlingspapageien herum.
Bunt, laut, wunderbar!! ♥
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