Vögel

Nicht aus meinem Leben wegzudenken sind meine gefiederten Lärmtüten –
hier herrscht Leben!

Und so halte ich es für angebracht, den Vögeln eigene Seiten zu widmen.

Hier geht es zu den Wellensittichen
Hier geht es zu den Bourkesittichen
Hier geht es zu den Schönsittichen
Hier geht es zu meinem Glanzsittich
Hier geht es zu den Nymphensittichen
Hier geht es zu den Ziegensittichen
und hier sitzen andere Vögel auf meinem Arm – oder so 🙂

Hier ist einiges über die Haltung von Sittichen zu erfahren.

Jahrelang war es ein Hobby, und es blieb mehr als 40 Jahre bei Wellensittichen.
Obwohl – als ich 12 oder so war, hatten wir mal einen Schönsittich – Kiki. Leider gibt es von ihr so gut wie keine Fotos mehr, und wenn, dann wohl eher sehr schlechte… Und als ich so 5 oder 6 war, hatten wir mal eine Zeitlang zwei Nymphensittiche (Peter und Paul…), die waren zugeflogen und nicht sehr lange bei uns, vielleicht konnten sie an die Besitzer zurück gegeben worden? Keine Ahnung, ist mir nicht mehr in Erinnerung. Sehr wohl in Erinnerung ist mir aber deren Lautstärke geblieben, was mir die Lust auf Nymphensittiche komplett genommen hat. Für fast 50 Jahre.
2018 baute ich eine Voliere und nahm wieder Notfälle und arm-und-einsam-auf-Omas-Kühlschrank-dahinvegetierende Sittiche auf und da wurde ich gefragt, ob ich einen 17jährigen Nymphensittich dazu nehmen würde. So wahnsinnig lange überlegte ich nicht – und sooo laut ist er gar nicht. Wenn man nicht gerade direkt daneben steht 🙂

Tatsächlich habe ich sogar mal einige Jahre eine Wohnung „federfrei“ gehalten. Bis mir 2002 in einem Zooladen „Concha“ über den Weg lief. Ein überwiegend weißer Wellensittich mit grau-braunen Wellen, und eben diese Wellen sahen auf dem jungen Köpfchen aus wie die Musterung einer Muschel. Damit waren dann auch die früher typischen Namen wie „Putzi“ und „Beppo“ vorbei – die Namen meiner jetzigen Vögel haben alle eine Bedeutung und sind meist spanisch oder italienisch.

Mit der unfassbar süßen Concha ging es also wieder los. Es wurden dann drei, vier, irgendwann fünf Wellis, so in dem Rahmen blieb das fast zehn Jahre lang. Und dann packte es mich irgendwie – ich hatte ein komplettes Zimmer (16 qm) zum Vogelzimmer umfunktioniert, und Ende 2013 war ein neuer Höchststand von 20 Vögeln und vier „Sorten“ erreicht.

Meine Wellis hatten dort einen riesigen Käfig ohne Türen, in den sie sich tagsüber verzogen, wenn sie wollten und in dem nachts auf den Schaukeln geschlafen wurde (nach allabendlichem Streit, wer auf welche darf…). Auf dem großen Ast und den gebastelten Stricken turnen sie den ganzen Tag herum und genossen ständigen Freiflug. Anders wollte ich Vögel nicht mehr halten. So oder gar nicht.

Ich kenne es nicht anders, als dass unsere Tiere so tiergerecht wie möglich gehalten wurden, sonst werden sie gar nicht erst angeschafft.
Und so nahm ich so ab 2003 auch immer wieder mal den einen oder anderen armen „Einzelhaft-Wellensittich“ zu mir, wenn die Besitzer sich trennen wollten, verstorben waren oder was eben so dazu führt, dass man keinen Vogel mehr haben kann oder will. Da waren dann auch mal welche dabei, die keinerlei Sozialverhalten mehr hatten, die mit den anderen nichts anfangen konnten und den ganzen Tag – wie gewohnt – vor dem Spiegel saßen. Was dazu führte, dass ich alles, worin sie sich spiegeln konnte, wegschmiss. Der zugeflogene „Cinco“ brauchte damals mehr als ein Vierteljahr, bis er zu einem normalen Verhalten zurückfand.
Wenn ich diesen wunderbaren bunten Schwarm beobachte, kann ich gut darauf verzichten, dass sie zahm sind –  und auch auf einen Fernseher 🙂

Allerdings kann ich den Altersangaben der vielen Ratgeber nicht zustimmen. Ich stehe auf „Sonderlackierungen“, mag also extravagante Farbschläge. Die vielen Sonderzüchtungen werden jedenfalls nicht unbedingt alt. Der Durchschnitt liegt nach inzwischen gemachten Erfahrungen bei zwei bis vier Jahren. Und das bei dieser Haltung! Und da höre ich immer wieder von Wellensittichen, die zehn Jahre und älter geworden sind – in Einzelhaft auf Omas Kühlschrank. Wie lang mag denen ihr Leben wohl vorgekommen sein…?
Obwohl – inzwischen wird es besser. Ich habe nun auch schon einige „Methusalems“ dabei.

Vogelschicksale…

Im Mai 2012 kam „Vida Nova“ (portug.: „neues Leben“) dazu.
Er soll damals etwa vier Jahre alt gewesen sein und saß ebenso lange – ALLEINE – in einem Käfig von der Größe zweier Schuhkartons.
Er reagierte anfangs nicht auf die anderen, weil ihm das überhaupt nichts sagte. Die fanden ihn nach zehn Minuten unspannend, eben weil er ja nicht reagierte. Er hatte nichts von der Beweglichkeit und Agilität meiner anderen.
Erst durfte er ein paar Tage zuschauen, auf die paar Tage in diesem Käfig (solche Käfige gehören verboten!!! Ob mit oder ohne Freiflug!!) kam es nun auch nicht mehr an.
Und dann war ich gespannt, ob es noch einen Rest Sozialverhalten in dem kleinen türkisgrünen gab und wie lange es dauern würde, bis er wieder ein Vogel wird.

Er konnte nicht sprechen und war nicht zahm, kaputte Federn, verklebter Po, nie gelernt, zu fliegen – so eine echt üble Einzelhaft also und dann auch noch offensichtlich ohne viel Menschenkontakt. Das mit dem zahm werden holte ich schnell nach, so lange er noch so ungeschickt und unbeweglich war  🙂

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Ich machte täglich Flugübungen mit ihm, die mir die Sicherheit gaben, dass er nicht weit kommt. Und dann habe ich ihn mit in den Garten genommen:
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So gut fünf Meter Flugstrecke am Stück (dicht am Boden) waren schon mal drin, danach guckte er völlig verblüfft ob dieser Leistung. Mit in den Garten nehmen konnte ich ihn nur an diesem einen Tag – danach regnete es, während wir übten und er ziemlich schnell fitter wurde.

Vier Wochen später war er in den Schwarm integriert, zwei der anderen bemühten sich herzallerliebst darum, aus ihm wieder einen normalen Vogel zu machen, und es ist ihnen gelungen. Er flog überall da hin, wo er hin wollte (auch wenn es manchmal noch ein wenig nach „flapp-flapp“ klang…), war fröhlich, cool und einfach süß.

Doch seine Vergangenheit holte ihn ein. Am 1. Februar 2013 ließ ich ihn mit einem dicken Kloß im Hals einschläfern. Seine Füße waren in wenigen Tagen angeschwollen, so dass er ständig seinen Ring benagte, der nun eng wurde, und das Klettern fiel ihm schwer. Zudem fiel er in den letzten Nächten mehrfach von der Schaukel und baute insgesamt rapide ab. Und so traf ich diese immer wieder auf’s Neue so schwere Entscheidung, die dazu gehört, wenn man mit ihnen die schönen Stunden teilen will – dann sollte man auch die schweren mit ihnen teilen und es nicht über Gebühr hinauszögern.

Aber es lohnt sich doch. Immer wieder. Für jeden einzelnen!

Im September 2012 erhielt ich eine E-Mail mit einem „Wellensittich-Notruf“. Das Weibchen war überraschend gestorben, das Männchen – der „grüne Witwer“ 🙂 nun allein. Wo neun satt werden, werden auch zehn satt… So viele hatte ich bis dahin noch nie.
Aber es gab kein Zögern, zumal ich mir vorgenommen hatte, „arme Fälle“ aufzunehmen. Und so kam der leuchtend grüne, siebenjährige „El Décimo“ (span.: „der Zehnte“…) dazu. Er war zahm und strahlte Gesundheit und Zufriedenheit aus. Fliegen konnte er in den letzten beiden Jahren nicht mehr, deswegen durfte er auch mit in den Garten 🙂
Im letzten halben Jahr baute er reichlich ab, wartete immer auf mich, damit ich ihn hierhin und dorthin trug. Eine solche Bindung zum Menschen ist für einen Sittich im Schwarm extrem ungewöhnlich und wir haben sie beide sehr genossen.
El Décimo starb Ende August 2016 im stolzen Alter von elf Jahren.

Am 10. Februar 2013 sah ich auf einer Vogelbörse zum ersten Mal einen Bourkesittich. Nie gehört, nie gesehen – und innerhalb weniger Minuten mein Eigen. Ich hatte mich total verguckt in diesen traumhaft schönen Vogel.
Sie sollte natürlich nicht alleine bleiben (auch wenn die verkaufswilligen Züchter einem einreden, dass die sich ja so gut mit Wellensittichen vertragen… Mag sein, weil sie einfach ruhig und freundlich sind, aber die gleiche Sprache sprechen sie mal nicht!), und so kamen im selben Jahr noch drei weitere Bourkesittiche hinzu.

Sieben Monate später vergrößerten meine ersten beiden Ziegensittiche den Schwarm und im Herbst kamen drei Schönsittiche dazu. Und dann noch ein Ziegensittich.
Und „plötzlich“ waren es dann, Ende 2013, 20.
Ts ts ts, wie konnte das passieren…?

Tatsächlich ist bei mir auch ein Küken groß geworden – im Januar 2016 ist Schönsittich Tarjous geschlüpft! Hier fast fünf Wochen alt:

Und so wunderschön sah Tarjous im August 2018 aus:

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