Glanzsittich

Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Plattschweifsittiche (Platycercinae)
Gattung: Grassittiche (Neophema)
Art: Glanzsittich

Wissenschaftlicher Name: Neophema splendida
(Gould, 1841)

Der Glanzsittich ist ein australischer Papagei. Von allen Grassittichen hat der Glanzsittich das am weitesten ins australische Binnenland reichende Verbreitungsgebiet. Sie leben in den trockenen, wüstenartigen Gebieten im südlich gelegenen Inland Australiens, wo sie strauchige Akazien- und Eukalyptusbestände bewohnen. Sie bevorzugen dabei die Regionen, die nur einen spärlichen Bodenbewuchs aufweisen.
Glanzsittiche sind in freier Wildbahn recht selten und wurden sogar schon für ausgestorben erklärt, jedoch im Jahre 1931 wiederentdeckt.
Wegen ihrer Farbenpracht werden Glanzsittiche heute zu hunderttausenden in menschlicher Obhut gehalten. Die meisten stammen von ein paar hundert Individuen ab, die vor 1939 in Australien gefangen wurden. Es existieren mittlerweile viele Mutationsfarben.
Glanzsittiche werden ca. 20 cm lang und wiegen 35 bis 45 Gramm.
Die Lebenserwartung liegt bei ca. 10 bis 15 Jahren.

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Anfang September 2018 war ich auf einer Vogelbörse, in der Hoffnung, einen Partner für meinen kürzlich aufgenommenen Nymphensittich Grizaj zu finden. Den fand ich – und stand dann zehn Minuten sabbernd vor einem bestechend schönen Glanzsittich und fragte mich, ob die Mischung wohl gut gehen würde mit meinen beiden Schönsittich-Mädels… Auch wenn seriöse Züchter diese Verpaarung natürlich ablehnen (zu Recht), so kann es mir doch egal sein – die Chance, dass sich diese beiden Arten verstehen, ist hier mal extrem groß. Glanz- und Schönsittiche sehen sich nicht nur in der Wildfarbe sehr ähnlich, sie sind es auch, und tatsächlich lässt Mutter Natur hier auch Verpaarungen und Vermischungen zu.

Und so zog ich etwas mehr Geld als geplant aus dem Portemonnaie und nahm den 2016 geschlüpften „Fényes“ (ungarisch: glänzend) mit nach Hause.
Was für ein wunderbarer Vogel! Peppt den Schwarm farblich deutlich auf, ist ein leiser, schneller, unglaublich geschickter Flieger, fand sich in der Voliere nach kurzem Umschauen sofort zurecht und fühlte sich wohl.

Ziemlich schnell beanspruchte er Schönsittich Tarjous für sich, und seitdem waren die beiden unzertrennlich.
Ende 2018 holte ich einen weiteren Grassittich dazu – Feinsittich Xarrago zog aus dem Tierheim zu mir. Ihm suchte ich eine Partnerin und kaufte Anfang 2019 Schönsittich Cachucha dazu. Es dauerte zwar eine Weile, aber tatsächlich erfüllte sich meine Hoffnung – nach gut einem Jahr schnäbelten die beiden schüchternen, und so waren die Grassittich-Paare nun klar.
Einmal Glanz- und Schönsittich, einmal Fein- und Schönsittich.


Tarjous & Fényes


Xarrago & Cachucha

Tarjous war das erste bei mir groß gewordene Küken, im Januar 2016 bei mir geschlüpft. Fényes und sie verstanden sich prächtig und verbrachten die kommenden eineinhalb Jahre zusammen.
Tarjous wurde leider nur 4 Jahre alt, sie starb im Mai 2020.
Fényes war ein paar Tage sehr unruhig und es war klar, dass er eine neue Henne bekommen sollte. Dieses Mal suchte ich nach einem Glanzsittich-Mädchen. Auch hier gibt es inzwischen tolle Farbmutationen und ich suchte natürlich nach einer extravaganten Farbe. Ich hatte Glanzsittiche (nur auf Bildern) gesehen, die nahezu schwarz/weiß bzw. schwarz/grau/weiß waren. Ich fuhr voll darauf ab, musste aber feststellen, dass solche – noch dazu unter Zeitdruck – nicht zu kriegen waren. Hennen in grau fand ich, eine auch in tollem grau/weiß, da ließ mich der Preis dann aber schlucken.

Und so kaufte ich eine hübsche bunte Henne, die vom Alter her sehr gut passte – sie war 2017 geschlüpft und lebte bei einem Züchter, der erzählte, dass sie viel auf dem Boden sitzt, aber fliegen kann, und dass sie Eier überall hinlegt, aber nicht brütet. Lach, das kommt mir bekannt vor…
Wenige Tage zuvor hatte ich einen Katharinasittich per Tierversand bekommen. Bislang hatte ich Tierversand kategorisch abgelehnt, aber in den aktuellen Corona-Zeiten wagte ich den Versuch. Und machte eine gute Erfahrung. Und so ließ ich mir auch diese Kleine schicken – und machte die zweite gute Erfahrung mit dem Thema Tierversand.

Sie kam an und wollte überhaupt nicht aus der Transportbox raus. Ich konnte sie auf meine Hand klettern lassen, sie kam trotzdem nicht raus. Ich ärgerte mich noch, zum Rauslassen die Kamera nicht mitgenommen zu haben – wer weiß, ob ich sie nochmal auf die Hand bekomme, wenn sie erst draußen ist…? Es war kaum damit zu rechnen, dass sie zahm war.

Ich nahm die Hand vorsichtig aus der Box und sie blieb drauf sitzen. Und dann saß sie da, guckte sich um, und machte überhaupt keine Anstalten, von der Hand zu gehen. Ich wünschte mir so sehr, dass das nochmal klappen würde!!

Mit fielen ihre Augen auf – sie schaute sich zwar um, die Augen glänzten auch, aber beide Pupillen waren dunkelgrau und sahen aus, als wäre nichts dahinter. Ich hatte eine Ahnung…
Ich setzte sie behutsam ab, sie flatterte kurz los und flog prompt gegen den erstbesten Gegenstand. Mir wurde klar, warum sie so viel auf dem Boden sitzt – da fühlt sie sich sicher. Sie ist nahezu blind…

Klar sagte ich dem Züchter Bescheid, dass sie wohlbehalten angekommen war, erzählte ihm aber auch, dass sie so ungefähr nichts sieht – ob ihm das nicht aufgefallen war?? Er schrieb sofort zurück, das hatte er tatsächlich nicht gemerkt, ich solle sie zurück schicken, er würde das Geld zurück überweisen.
Quatsch! Natürlich nicht! Sie bleibt natürlich hier! Wenn sie sich hier erst einmal eingewöhnt hat und auskennt, hat sie es hier richtig gut – viel Bodenfläche 🙂

ich freue mich, dass sie hier ist – und tatsächlich darf ich sie auch weiterhin auf die Hand nehmen. Also suchte ich einen neuen Namen, ich hatte schon einen in der ganz engen Wahl, dessen Bedeutung sich auf „bunt, farbig“ bezog, aber nun suchte ich nach etwas, was ihre Zutraulichkeit zum Ausdruck bringt. Ich fand es im hawaiianischen: Lōua, „zahm“.

Ich nahm sie mit nach draußen und sie sah sich in der Voliere um. Sie staunte über die vielen Geräusche der anderen Vögel und hielt sich gut an meinem Finger fest.

Fényes zeigte sich interessiert, mochte aber an mich so nah ran.
Wirklich interessiert zeigten sich dann aber die jungen Hoodies, als ich Lōua mit in die Außenvoliere nahm. Wind suchte sehr behutsam Kontakt. Zu süß!

Lōua fand sowohl die Obstschale wie auch das Wasser – und dann fing sie an, zu baden. Da war sie keine 3 Stunden hier! Sie badete mit Wonne, und die Hoodies gesellten sich mit Begeisterung dazu.
Wenn sie die zum Freund hat, kann ihr hier nichts passieren 🙂

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