Haltung

Es ist faszinierend, die unterschiedlichen Charaktere und Verhaltensweisen zu beobachten, wie sich Pärchen finden und wer sich wem gegenüber als Chef aufspielt, wie gemeinsam gefressen, geputzt und geflogen wird, so dass es den Anschein hat, sie fliegen und spielen und toben wirklich zum eigenen Vergnügen.

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Einzel-, Paar- oder Gruppenhaltung?

Nachdem ich diese große Gruppe (inzwischen 28 Vögel in 10 Sorten) nun über einen längeren Zeitraum hinweg beobachte, denke ich, für Wellen-, Nymphen- oder Bourkesittiche gilt: nicht weniger als vier. Bei Ziegensittichen ist ein Pärchen das allermindeste, aber auch hier gilt natürlich je mehr, desto besser für die Vögel.
Und man muss sich einfach klar machen, dass ein irgendwie zusammengestelltes Paar immer eine Zwangsehe bedeutet. Ja, sie sind zu zweit, toll, aber vielleicht mögen sie sich überhaupt nicht… Überlegen Sie nur einmal kurz, Sie wären der Vogel, vielleicht hilft das schon für eine vogelfreundliche(re) Entscheidung.
Aber wenn man mehrere hält – sie müssen alle das Empfinden von genügend Raum haben und gerade die „Fußgänger“ (Bourkesittiche) lieben Schlafplätze, die eine Fläche bieten, also keine Gitter oder Stangen, und Ziegensittiche brauchen enorm viele Klettermöglichkeiten.
Bei den Schön-, Glanz- und Feinsittichen sieht es mit der Menge ggf. schon anders aus, da kann es bei zu vielen zu ernsten Streitigkeiten kommen. Dafür tun sich diese 3 Arten aber auch untereinander zusammen, so dass man hier nicht zwingend mehrere derselben Art haben muss. Dazu würde auch ein Schmuck – oder Goldbauchsittich passen.
Ich habe zur Zeit 2 Schönsittich-Hennen, die sich mit einem Glanz- und einem Feinsittich-Hahn zusammen ausgezeichnet vertragen. Schön- und Feinsittich ziehen sich eher zurück, der Glanzsittich stellt schon klar, wer das Sagen hat. Meiner zumindest.

Sing-, Spring- und weitere Sittiche können dann problematisch werden, wenn nicht wirklich viel Platz zum Ausweichen da ist. Also wahllos alles zusammenschmeißen sollte man nun wirklich nicht!

Einzelhaltung ist schlicht Tierquälerei, auch wenn Sittiche, die aufgrund ihrer Schnabelform immer zu lächeln scheinen, den Eindruck vermitteln mögen, doch gut damit zurecht zu kommen. Und sie zwitschern doch meist so fröhlich vor sich hin…
Natürlich werden Einzelvögel zahmer und anhänglicher – gerade Wellen-, Ziegen- und Bourkesittiche, Schönsittiche lassen sich da nicht so übertölpeln – aber um welchen Preis…?

Paarhaltung kann einer Zwangsehe gleichkommen und völlig daneben gehen, auch wenn sich Zwangspaare in der Regel einander anschließen, nach dem Motto „besser als nichts“.
Ich habe bei mir schon solche Zwangspaare aufgenommen, die sich sofort anderen anschlossen, kaum dass sie zwei Stunden hier waren. Da spürt man schon, was man denen damit angetan hat.

Natürlich ist Schwarmhaltung die Idealform, insbesondere für Wellensittiche, die in Australien in riesigen Schwärmen leben.
Die Gruppe bietet Sicherheit und die Möglichkeit, individuelles Sozialverhalten auszuleben.
Hier sieht man mal drei Sorten sehr dicht beisammen: oben und in der Mitte je ein Ziegensittich, unten drei Bourkesittiche und ein Wellensittich.

19.

Wenn ich sehe, wie sich unter meinen jetzt die Paare selbst finden können (und sich dafür teilweise Monate oder gar Jahre Zeit lassen!), sich aber auch aus dem Weg gehen können, wenn die Sympathie eben nicht stimmt, dann halte ich eine Gruppe von vier (gleichartigen) Vögeln für das Minimum, um Sittichen gerecht zu werden. Die Zahl der Hennen sollte überwiegen. Hähne sind bei fast allen Sittichen streitlustiger. Wie im Leben…
Reine Hahn- oder reine Hennen-Gruppen stellen meist kein Problem dar.

Käfig?
Voliere?
Zimmer?

Zimmervolierenkäfig…??

In meiner Kindheit habe ich meine Wellensittiche gehalten „wie üblich“ – im Käfig mit geregeltem Freiflug im Zimmer. Im Sommer wurde der Käfig dann auch mal in den Garten gestellt.
Davon, dass es Vogellampen gibt und was für Licht sie brauchen bzw. nicht vertragen, wusste ich nichts. Es gab handelsübliches Futter und handelsüblichen Sand, im Käfig hingen Schaukeln, Spielzeug, Spiegel und gleichmäßige Stangen aus dem Zoofachhandel. So machte man das halt.

„Putzi“ 1978

Mit den Jahren erweiterte sich das Wissen und auch das, was im Handel zu bekommen war. Der Freiflug wurde ausgeweitet, so dass die Käfigtüren nicht mehr geschlossen wurden und die Vögel frei wählen durften. Die Fenster wurden geschützt und im „Vogelraum“ halt nicht geöffnet bzw. nur, wenn sie mit Fliegengitter oder Kükendraht versehen waren. Von speziellem Licht wusste ich da allerdings immer noch nichts. Und sie lebten auch lange Zeit im dem Raum, in dem mein Fernseher stand. Der war bei mir allerdings nie sehr viel in Benutzung – aber dennoch.

Dann – ab 2012 – hatten meine Sittiche 7 Jahre lang ein 16 Quadratmeter großes Zimmer (meine „Indoor-Voliere“…).
Ein Fenster war von außen vergittert, so dass es ganz zu öffnen war und Sonne und Wind direkt herein kamen. Da wurde dann auch oft auf der Fensterbank ein Sonnenbad genommen oder der Wind genossen.
In diesem Zimmer gab es nun auch zum ersten Mal Vogellampen.

Die Wellensittiche zogen mit den Schönsittichen 2017 zuerst um in eine Voliere in einem Zimmer im Keller, da ich Atem-Probleme durch den Federstaub bekam. Bevor daraus eine echte Allergie wurde und ich die Vögel hätte abgeben müssen (grauenhafte Vorstellung, aber tatsächlich kann das auch nach vielen, vielen Jahren Vogelhaltung passieren!), baute ich in einem Kellerraum eine Zimmervoliere, die ich allerdings ziemlich schnell umbaute an die Fensterseite. Durch das Fenster konnten sie nun nach außen in den dort vorgebauten großen Käfig, also mein kleiner „Außenvolieren-Vorläufer“.
Die Bourkis blieben erstmal noch im Zimmer – die sind deutlich ruhiger und verblüffenderweise hielt ich deren Federstaub aus.
Ich wollte unbedingt vermeiden, meine Vögel in andere Hände zu geben, und das war die (vorläufige) Lösung.
Allerdings haderte ich schon mit dem Keller und dachte ständig auf einer für die Vögel noch besseren Lösung herum. Die kleine Außenvoliere wurde nur von den Schönsittichen genutzt, die Wellis waren Stubenhocker. Es war die Nordseite und somit bekam der Außenkäfig bzw. das Fenster nur ziemlich wenig Sonne ab.

Eine super Lösung fand sich im Sommer 2018 – ich baute noch einmal enorm um. Sie zogen von der Nordseite in den deutlich helleren Raum (ca. 7 Quadratmeter, ausschließlich mit Vogellampen bestückt) auf der Westseite des Hauses. Hier baute ich eine 2 Quadratmeter große Voliere an die Hauswand, aus der ziemlich bald eine fast 4 Quadratmeter große wurde, und die wurde auch von allen mit Begeisterung genutzt.
Die Vögel konnten durch das Kellerfenster ständig rein und raus.

Die Bourkesittiche zogen nun auch mit dazu und nach kurzer Zeit kam Nymphensittich Grisaj, da ich nun wieder „Notfedern“ zu mir holen konnte und wollte. Und so stieg die Vogelzahl plötzlich noch einmal ganz ordentlich an. Und die Sortenvielfalt wuchs.
Ich war so glücklich mit dieser Innen-/Außen-Voliere!
Und die Vögel erst!!!
Im Oktober 2019 wuchs diese Voliere dann noch einmal auf 6 Meter Länge, 8 Quadrat- bzw. 16 Kubikmeter. Ein Traum!!

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Drinnen?
Draußen?
Beides?

Und seitdem denke ich nochmal anders über die Haltung.
Ich dachte, das große Zimmer sei schon klasse. Wenn ich jetzt aber sehe, mit welcher Freude und Selbstverständlichkeit meine Vögel bei Wind (nordischem Wind!) und Wetter (nordischem Wetter!) draußen sitzen, sich durchpusten, nass regnen und von der Sonne bescheinen lassen, dann geht Haltung ohne „draußen“ tatsächlich eher gar nicht.

Ich kriege das Würgen beim Gedanken an die Käfige, die im Handel angeboten werden. Die verdienen den Namen „Käfig“ wahrlich.
Bitte bitte kaufen Sie nicht diese Gittergestelle (möglichst noch mit senkrechten Gittern – wer stellt so einen Schrott noch her??) von der Größe zweier Schuhkartons! Das ist wirklich nur zu rechtfertigen, wenn eben dieser Käfig niemals verschlossen wird und den Vögeln ausschließlich als frei wählbarem Rückzugsort und Schlafplatz dient bei ständigem Freiflug im Zimmer. Oder kurzfristig als Transport- oder Krankenkäfig…

Sofern täglich (mehrere Stunden!) Freiflug gewährleistet ist, mag so ein „normaler“ Käfig aus dem Zooladen seinen Dienst tun, zum Glück scheint jedoch auch so langsam in den Läden der Trend zu größeren Käfigen zu gehen. Zumindest sind große Käfige deutlich leichter zu bekommen als früher – und immens teuer sind sie inzwischen auch nicht mehr. Hier sind allerdings die turmartigen Zimmervolieren abzulehnen – Vögel sind keine Hubschrauber. Sie können hoch und runter fliegen, aber nach rechts und links ist ihnen schon lieber!
Ich habe so einen Turm mal geschenkt bekommen und der stand lange rum. Als ich dann meine Sperlingspapageien aus der Voliere nehmen musste (es gab nur Streit…), habe ich diesen Turm quer gelegt und so dient er jetzt meinen Sperlingen als Zuhause. So sind nun auch die ehemals senkrechten Gitter quer, wie es zum Klettern sein sollte. Dach und „Fußboden“ habe ich entfernt und durch Kükendraht ersetzt, so dass den Sperlingen die volle Größe zur Verfügung steht. In Verbindung mit Freiflug ist ein Käfig dieser Größe dann gar keine schlechte Lösung!
Daneben sieht man das mit einem Volierenelement vergitterte Fenster.

Insbesondere die „Läufer“, wozu alle Grassittiche gehören, wollen und müssen Bodenfläche haben. Idealerweise mit verschiedenen Bodenbeschaffenheiten.
Volieren sollten also idealerweise selbst gebaut werden, und zwar breiter als hoch. Die zehnfache Flügelspannweite halte ich für das absolute Minimum, was einem Vogel als Fläche gegönnt sein sollte – das sind bei den kleineren Sittichen gute drei Meter.

Fazit: ohne Freiflug (ob die Vögel die Möglichkeit nutzen oder nicht) ist Vogelhaltung im Käfig – erst Recht alleine – ausnahmslos Tierquälerei!

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Wasserstelle oder Badehaus?

Für Großsittiche bzw. Papageien gibt es Badehäuser zum Anhängen, die mehr als doppelt so groß sind wie die für Wellensittiche. Hier können die Vögel wenigstens die Flügel richtig ausbreiten! Nachdem ich das große Badehaus (siehe Bild oben bei den Sperlingspapageien am Käfig) entdeckt habe, wurde das „normale“ kleine aussortiert. Inzwischen steht ein größeres Becken (da sind Wasserschildkröten-Becken aus dem Terrarienbedarf perfekt!) als Trink- und Badestelle bereit.


Ein frisch gebadeter Bourkesittich

Ideal ist es natürlich, wenn die Vögel sich aussuchen können, im Regen zu sitzen. Einige von meinen lieben es! Und so sieht ein Glanzsittich aus, der gerade versucht, den Regen unter wirklich jede Feder zu lassen:

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Schlafplätze – wer schläft wie?

Generell werden sich Vögel hohe Plätze suchen, und wenn bei drei Vögeln nur eine hoch hängende Schaukel vorhanden ist, ist Streit vorprogrammiert. Ideal sind schwingende Äste unterschiedlichen Durchmessers und Beschaffenheit, die den Vögeln viel Platz bieten und sich idealerweise auch bewegen.
Ebene Flächen sollten ebenso (hoch angebracht!) vorhanden sein.

Auf Gitterstäben schläft kein Vogel gerne – obwohl ich einmal einen Wellesittich hatte, der liegend auf dem Käfigdach geschlafen hat 🙂 Aber – selbst ausgesucht, er hätte die Wahl gehabt, woanders zu schlafen (was er auch meist getan hat, das Käfigdach war die Ausnahme).

Wellensittiche schlafen gerne auf etwas, was schaukelt. Immer mehr Schaukeln oder Möglichkeiten aufhängen als Vögel da sind, es gibt auch so oft genug Streit um die vermeintlich beste…

Bourke-, Ziegen- und Katharinasittiche suchen sich gerne Plätze, die eine ebene Fläche bieten. Die obere Fläche von Regalen oder sehr massive Äste sind dafür sehr beliebt.

Ziegen- und Katharinasittiche bevorzugen auch Schlafhäuschen (das kann auch ein Pappkarton sein, der den Vorteil bietet, zernagt werden zu können), hier muss man aber aufpassen, da diese natürlich auch als Nistkasten angesehen werden können. Hält man mehrere Arten Vögel zusammen, wird man z. B. den Wellis kaum erklären können, dass sie gefälligst in den Schlafkasten der Katharinas keine Eier zu legen haben – Schlafhäuschen sind im Prinzip also nur sinnvoll, wenn man wenige Vögel gemeinsam hält. Alternativ kann man ein Regalbrett anbringen und dieses durch verschiedene Kartons (vorne komplett offen, sonst sieht es zu sehr nach Nistkasten aus!) oder Seitenwände unterteilen.


Die Schönsittche (auch Glanz- und Feinsittich) schlafen auf Ästen (am liebsten inmitten von Blättern) und auch auf extrem dünnen Zweigen – stelle ich mir zwar ungemütlich vor, aber wenn sie’s mögen…
Auch die Hoodies lieben den Schutz dichter Blätter. In meinen Volieren stehen diverse Kunstbäume (die innerhalb eines halben Jahres meist ziemlich zerlegt werden…), auf deren Ästen zwischen den Blättern sich die Vögel gut getarnt zur Ruhe begeben.
Bitte bei den Kunststoffpflanzen darauf achten, dass die Blätter nicht zu spitz oder scharfkantig sind!

Generell sitzen alle so, dass sie in den Raum schauen können, wenn etwas ist. Kein Vogel schläft mit dem Rücken zum Raum und keiner auf deutlich niedrigeren Plätzen als die anderen. Auch hier muss also für genügend Platz und Möglichkeiten gesorgt werden.

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Stangen, Schaukeln und weitere Sitzgelegenheiten

Die handelsüblichen Schaukeln oder Stangen haben meist einen ähnlichen – und viel zu kleinen! – Durchmesser. Bieten Sie also Äste an (und basteln Sie daraus Schaukeln und Leitern selbst), die zumindest an einigen Stellen so dick sind, dass sich die Krallen beim Umfassen nicht berühren!

Schön sind auch diese „Stangen“ aus dem Handel:

Und richtig beliebt sind Korkäste, die auch gerne benagt werden:


Vorsicht mit Korkröhren… – werden im Zweifel als Bruthöhle missbraucht 🙂
Und natürlich darf nichts röhrenartiges so eng sein, dass ein Vogel darin stecken bleiben könnte!

Schaukeln gibt es in diversen Varianten zu kaufen, man kann aber auch ganz individuelle Modelle selbst basteln und den Vögeln so Abwechslung bieten.

Schwingende Seile werden auch super gerne angenommen:

Super zum Greifen und Klettern sind auch getrocknete Lianen, hier als Schaukel aufgehängt:

Verzichten Sie bitte auf die handelsüblichen Einheits-Stangen, vor allem die geriffelten oder den Sandpapier-Überzug!
Bieten Sie den Füßen und Krallen Ihrer Vögel so naturnahe Sitz-, Lauf- und Scharrmöglichkeiten wie es nur geht – Äste (ungiftig, unbehandelt!), Seile, Steine, Vogelsand, Laub, Waldboden, Vogelerde, Holz, Strohpellets, Heu und und und… Hier bietet auch der Nagerbedarf tolle Möglichkeiten.

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Das Verhalten der einzelnen Arten
Welcher Vogel ist für welchen Menschen der Richtige?

Vor der Anschaffung eine ganz wichtige Überlegung vorweg: es ist immer schwierig, wenn man nur zwei Vögel hat und dann irgendwann in dieser „Endlos-Schleife“ hängt, immer beim Tod eines Tieres einen neuen Partner für den verbliebenen zu suchen. Idealerweise hält man also alle Sittiche mindestens zu viert oder im kleinen Schwarm. Möglich sind zwar auch zwei Paare unterschiedlicher Art (Wellen- und Nymphensittiche z. B.), aber es muss einem klar sein, dass die sich nicht viel zu sagen haben und einfach unterschiedliche Leben führen.
Sperlingspapageien und Katharinasittiche dürfen so gar nicht alleine bleiben, hier ist es wirklich erforderlich, dass immer wieder ein Partner für sie gesucht wird!
Reine Einzelhaltung ist unter keinen Umständen – bei keinem Sittich oder Papagei – zu rechtfertigen!!!

Hier erzähle ich Ihnen meine persönlichen Erfahrungen mit den einzelnen Arten und für welchen Menschen welche Vögel geeignet sind.
Meine Vögel lieben es alle, zu fliegen, zu klettern und zu nagen – vor allem Wellensittich-Hennen sind Zerstörungskünstler.
Sie brauchen neben ausreichendem Flugraum also verschieden dicke Zweige und Äste und Nagematerial wie Pappe (das Innenleben von Klorollen!), Papier, Zeitung, Zweige oder Korkeiche.

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Die Bourkesittiche drehen morgens und in der Abenddämmerung ihre Flugrunden, tagsüber dösen sie meist. Unter meinen ist allerdings auch ein kleiner Erklär-Bär – der sabbelt den ganzen Tag und ist viel in Bewegung. Damit ist er allerdings eher die Ausnahme.
Bourkis scheinen sich mit extrem wenig zufrieden zu geben und wirken immer so genügsam, was aber nicht heißen soll, dass man ihnen nichts bieten sollte! Auch sie genießen es, auf verschieden dicken Zweigen und Ästen ruhen zu können, zum Dösen suchen sie oft ebene Flächen und – sie brauchen unbedingt Laufflächen. Idealerweise mit unterschiedlichen Materialien. Sie sind extrem geschickt am Boden und halten sich auch viel am Boden auf. Sie waren im Vogelzimmer oft auf dem Teppich zu finden (meiner war grün, das war unbewusst, aber im Nachhinein die denkbar beste Wahl. Die Vögel liebten diesen Teppich!).
Meine Bourkis nagen überhaupt nicht und klettern kaum. Sie haben eine leise, feine Stimme, die sie überwiegend in der Dämmerung hören lassen.
Bourkesittiche sind damit perfekt für Menschen, die in der Dämmerung zu Hause sind, da die Bourkis dann ihre Aktivphasen haben. Sie haben eine sehr angenehme, leise Stimme, können durchaus zahm werden, sind extrem freundlich und entspannt. Wunderbare Vögel, die aber unbedingt Lauf- und Flugmöglichkeiten benötigen.
Einzelhaltung ist tabu, ein Paar ist das allermindeste, lieber mehr.

Treffpunkt Fußboden: der Kaninchen-Futterplatz wird von zwei Ziegensittichen, einem Schön- und einem Bourkesittich gestürmt
21.

Ziegensittiche sind extrem agil und viel in Bewegung. Sie sind ungeheuer elegante, geschickte Flieger und klettern viel und gerne – auch kopfüber. Sie erkunden alles und auch wenn sie ziemlich groß sind, sind sie es doch, die ich mit am meisten suche! Echte Tarnungs-Künstler! Und kaum da schon wieder weg 🙂
Ihnen reichte das Zimmer nicht – sie hatten sofort raus, wo der Durchgang für die Kaninchen war und waren fortan im ganzen Haus zu finden.
Bzw. zu suchen…
Ziegensittichen muss man wirklich etwas bieten!
Auch sie brauchen Laufflächen, wenn nicht gar Springflächen – Feliz sprang mit Begeisterung in großen Sätzen über den Teppich, während Giallo wieder und wieder auf der weichen Lehne meines Schwingsessels oder auf dem Bett herumrannte. Die beiden saßen mit Vorliebe im Bücherregal.
Ziegensittiche baden sehr gerne, sollten also einen „Pool“ zur Verfügung haben. Ihr Nagebedürfnis hält sich in Grenzen, der Schnabel zerlegt aber sehr viel schneller und gründlicher Bücher, Kabel und anderes als es die kleineren Schnäbel der anderen tun. Also – alles sichern, was heil bleiben soll oder dem Vogel gefährlich werden kann! Bei den Büchern reichte ein darüber gelegtes Handtuch.
Toll zu beobachten ist es, wenn sie Gurken-, Möhren- oder Apfelstückchen „in die Hand“ nehmen und daran herumnagen. Darin sind sie sehr papageienartig, während sie von der Körperhaltung und durch ihren Scharrtrieb ansonsten eher an Hühner erinnern.
Ziegensittiche sind eher leise und können sehr zahm werden, sind aber nur für Menschen geeignet, die ihrer Bewegungsfreude und Neugier gerecht werden können. Sie brauchen wirklich viel Platz und Beschäftigung und sind damit im Prinzip keine Käfigvögel – ein Käfig sollte maximal ihr Nachtqaurtier sein. Sie hinterlassen relativ große und manchmal feuchte Kleckse, ganz anders als die kleinen, schnell trocknenden Häufchen der Wellensittiche. Sie sind aber einfach schön und toll zu beobachten, scheinen immer zu lächeln und fröhlich zu sein, sind witzig und skurril. Auch hier ist ein Paar das allermindeste, vier wären natürlich besser!

Die Grassittiche sind stimmlich die ruhigsten – allesamt aber tolle Flieger, gute Kletterer und schnelle Läufer. Zu ihnen gehören Schön-, Glanz- und Feinsittich, außerdem der Schmucksittich, der dem Feinsittich extrem ähnelt; der dem Schönsittich sehr ähnliche Goldbauchsittich sowie der eher selten gehaltene Klippensittich.
Sie alle brauchen unbedingt Lauf- und Flugflächen und verschiedenartige Zweige neben viel Platz und geistiger Beschäftigung. Sie nagen im Prinzip überhaupt nicht.
Kontakt zum Menschen suchen diese allerdings eher gar nicht. Wenn möglich, halten sie Abstand. Meine haben mit der Zeit ihre Scheu so weit abgelegt, dass ich mich in ihrer Nähe ruhig bewegen darf, aber näher als einen halben Meter lassen sie mich selten ran. Sogar mein eigenes Küken, Schönsittich Tarjous, hat nie mehr Nähe gesucht, kaum dass sie fliegen konnte, obwohl sie zuvor an meinen Fingern klettern gelernt hat.
Grassittiche sind perfekt, wenn man viel Platz hat, auf Zahmheit verzichten kann und farblich wirklich schöne Vögel einfach gerne beobachtet, die extrem leise sind. Gerade bei den Schönsittichen gibt es inzwischen herrliche Farbvarianten.

Schönsittich


Feinsittich


Glanzsittich

Wellensittiche sind ja so ein bisschen die „Allerweltsvögel“ – irgendwie hatte doch so ziemlich jeder schon mal einen 🙂
Mindestens zu viert sollten sie sein, dann macht es wirklich Spaß, sie zu beobachten. Sie sind agil, albern, verspielt, können aber durchaus auch fies sein und andere heftig mobben – bis hin dazu, dass sie andere umbringen. Ältere, schwächere, verletzte oder flugunfähige können da ganz schlechte Karten haben, wenn sich die „Macker“ gegen sie verbünden. Da muss man wirklich aufpassen! Es gibt ziemlich herrische und angriffslustige Wellis, und die Hennen können mächtig beißen.
Wellis können unangenehm laut sein, und sie sabbeln den ganzen Tag. Das kann durchaus auch nerven, zudem kann ihre Krächzlaute nicht jeder gut ertragen. Hält man sie draußen, kann es bei diesen kleinen Vögeln schon zu Beschwerden der Nachbarn kommen. Wer mehrere Wellensittiche halten möchte, sollte dies also vorsichtshalber mit den Nachbarn absprechen!
Wellis sind gerne und viel in Bewegung und machen viel gemeinsam – so wird immer mal gemeinsam geruht, geputzt, gefressen, geflogen – einer fängt an, die anderen machen mit. Ab vier bis sechs Vögeln erlebt man hier echtes Schwarmverhalten, was toll zu beobachten ist.
Wellensittiche können sehr zahm und zutraulich werden, sollten aber nur deswegen auf gar keinen Fall alleine gehalten werden! Dass das Tierquälerei ist, kann mit nichts schöngeredet werden! Bei Menschen, die das richtige Feeling haben, werden auch mehrere Wellensittiche zahm!
Sie passen zu Menschen, die agile, unterhaltsame Vögel mögen, die viel in Bewegung sind und den Schnabel nicht halten können. Mag nicht jeder!!
Inzwischen bietet der „Millionen-Vogel“ aber auch eine ungeheuer faszienierende Farbvielfalt – das typische grün und blau ist längst überholt.
Die Farbzuchten bringen häufig aber auch – wie bei allen Vögeln, die exzessiv nachgezüchtet werden, das Problem von Kurzlebigkeit und Tumorhäufigkeit mit sich. Der verantwortungsvolle Halter wird sich also vor dem Kauf sehr gut informieren, wo sein Welli herkommt – und das Tierheim ist im Zweifel für einen Kauf immer die erste Wahl!

Nymphensittiche sind ja nun schon etwas größer – und damit auch durchaus etwas lauter. Sie können wunderbar singen, aber auch ganz schön laut und durchdringend rufen.
Richtig süß ist mein Grisaj, der mitsingt, wenn ich ihn ansinge.
Nymphies können einen Pappkarton in Kürze zerlegen, brauchen also unbedingt Nagematerial. Sonst suchen sie sich welches – und sie werden es finden 🙂
Sie sind, verglichen mit den anderen, eher plumpe und ungelenke Flieger und in allem etwas langsamer. Sie möchten ihre Ruhezeiten haben (Siesta…) und sind – zumindest bei Hitze – eher Stubenhocker. Zu warm behagt ihnen nicht. In ihrem ersten Sommer hier musste ich sie bei gutem Wetter gezielt rausschicken, sonst hätten sie die Sonne verpasst 🙂
Sie müssen sich bei Hitze aber ungedingt in’s Kühle zurückziehen können. Regen hingegen finden sie großartig!
Nymphies können sehr zahm werden, aber auch mächtig beißen. Sie sind „kleine Papageien“ bzw. „kleine Kakadus“ und in vielen Dingen wirklich sehr papageienähnlich.
Sie sind geeignet für Menschen, die (und deren Nachbarn…) kein Problem mit ihrer Lautstärke haben und die ihnen Platz und Kontakt bieten können.
Auch sie sollte man mindestens zu viert halten, lieber mehr.
Ich finde Nymphies großartig, aber das sind keine Jedermann-Vögel!

Sperlingspapageien sind eine Sache für sich – die kleinsten sind hier die absolut frechsten. Sie greifen teilweise die Nymphensittiche an, die schlicht nicht schnell genug sind für die kleinen Wilden, die es auf die Füße der anderen abgesehen haben.
Nachdem es tatsächlich heftig aufgebissene Zehen und viel Blut gab, habe ich meine Sperlinge „aussortiert“ – die wohnen nun wieder oben bei mir und sind dort für sich. Da kommen sie deutlich zur Ruhe und sind viel weniger gestresst.
Sperlingspapageien darf man nicht alleine halten, nicht umsonst werden sie die „Unzertrennlichen der Neuen Welt“ genannt. Die kleinen Südamerikaner brauchen zwingend Körperkontakt zu Artgenossen. Man kann sie im Schwarm halten, es kann jedoch zu teilweise heftigen Streitereien kommen, wenn sie in Brutlaune sind.
Sie haben eine sehr angenehme Stimme und können sehr zahm werden, aber Vergesellschaftung mit anderen Arten kann schwierig sein. Bei mir hatten sie, obwohl sie viel Platz haben, zu viel Stress, als Zoey in Brutlaune kam. Und sie war dann irgendwie dauernd in Brutlaune (brütete auch vor sich hin), was Qasir dazu veranlasste, alles zu jagen, was sich bewegte. Den beiden tat die Gesellschaft der anderen Vögel nicht gut. Nun sind sie unter sich und damit viel entspannter.
Sperlingspapageien sind gut als Wohnungsvögel geeignet, da sie es gerne warm haben und keinesfalls frostigen Temperaturen ausgesetzt werden sollten. Sie brauchen geistigen Anspruch (es sind kleine Papageien!) und auch ein bisschen Platz, auch wenn sie vielleicht nicht so oft und so viel fliegen. Die Möglichkeit müssen sie aber haben. Sie können sehr zutraulich werden. Aber wie gesagt – niemals alleine!!

Katharinasittiche ähneln den Sperlingen tatsächlich im Verhalten ziemlich. Die hübschen Südamerikaner sind etwas größer, aber ebenso auf einen Partner bzw. idealerweise einen kleinen Schwarm ihrer eigenen Art angewiesen wie die Sperlinge.
Stimmlich sind sie etwas lauter und machen ähnliche Geräusche wie die Ziegensittiche – eine Art „meckern“. Dennoch dürften es bei ihnen mit den Nachbarn keine Probleme geben, da sie zu den eher ruhigen bzw. leiseren Vögeln gehören.
Katharinas müssen die Möglichkeit haben, kalten Temperaturen auszuweichen. Auch wenn Zielony, die im frostigen März aus reiner Wohnungshaltung kam, sich sofort in der Außenvoliere total wohl fühlte und wie eine dicke Plusterkugel in der Frühlingssonne saß, brauchen die „Kathis“ es im Zweifel eher etwas wärmer. Es gibt inzwischen viele Züchter, die ihre Katharinas „aus Kalthaltung“ anbieten – da möchte man aber oft gar nicht wissen, ob die Vögel auch so entschieden hätten…. Im Zweifel nicht.
Damit können sie also sehr geeignete Wohnungsvögel sein, wenn man ihnen auch Aufenthalt draußen bieten kann – idealerweise können sie es selbst entscheiden. Sie können sehr anhänglich werden, brauchen aber, wie die Sperlinge auch, ausgiebige Ruhephasen und lange Schlafzeiten. Sie gehören also nicht in ein Wohnzimmer mit Fernseher! Wobei – da gehört kein Vogel hin. Wer also Rücksicht auf das Ruhebedürfnis dieser Vögel nehmen mag und wirklich süßes Sozialverhalten gerne beobachtet, wird mit diesen hübschen, freundlichen und liebenswerten Vögeln glücklich sein.

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Zahm…?

Manche suchen tatsächlich Menschenkontakt, andere gar nicht. Meine Vögel dürfen selbst entscheiden, ob sie zahm sein wollen oder nicht. Wer auf den Kopf oder auf die Hand kommen möchte, darf das tun, wer Abstand halten möchte, darf auch das.
Inzwischen haben sich gut ein Drittel meiner Vögel dazu entschieden, dass Hirsekolben aus der Hand eine tolle Sache ist, andere fliegen mir mal auf den Kopf, wieder andere knabbern an meiner Lippe oder zupfen an den Haaren. Ich liebe das natürlich, lasse die Vögel aber vollkommen in Ruhe und bedränge sie nicht. Ich bewege mich zwischen ihnen, halte immer mal ruhig und geduldig Hirse hin, und wer dann kommen mag, kommt.

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Abwechslung bieten!
Es gibt so viele Möglichkeiten

Mein damaliges Vogelzimmer:9..

Auf zwei halbhohen Kleiderschränken befanden sich die Laufflächen. Hier noch ausgelegt mit Malervlies.
Das optimierte ich immer mehr, dieser Stoff ist nicht gut zu reinigen, so dass er mindestens einmal im Monat komplett ausgetauscht werden musste.
Ausgestauscht habe ich schließlich gegen PVC-Beläge, passend zugeschnitten, die ideal zu reinigen und nicht zu glatt für die Vögel sind. Das funktionierte super und sieht aus wie Holz (da gibt es ja inzwischen Unmengen Varianten).
Um das Reinigen noch einfacher zu machen, kann man das noch mit Zeitung auslegen, die man einfach zwischendurch komplett einsammelt und wegschmeißt.
Auf den Flächen standen Schalen mit Vogelsand, Spielplätze (sehr gut individuell selbst zu bauen), ein Heutunnel (aus dem Nagerbedarf), hier lag auch mal Obst, hier hingen Kräcker und Hirsekolben – so dass Vogel sich schon auch mal anstrengen musste, um ranzukommen.

Die Seite am Fenster:6

Der Nagerbedarf in Zoogeschäften hat so einiges für Sittiche zu bieten, so z. B. die Holzbrücke. Diese ist individuell formbar und ein sehr beliebter Aussichtsturm meiner Vögel. Auch die darunter liegende Höhle wird gerne genutzt. Die eine Fensterseite war von außen komplett mit Kükendraht gesichtert, so dass dieses Fenster ganz geöffnet werden konnte (generell Vorsicht mit gekippten Fenstern! Im unteren Teil können die Vögel – trotz Gitter – auch mal festhängen…). Auf der rechten Seite ist noch ein Teil eines selbst gebauten Spielplatzes zu sehen, an dem Gräser, Hirsekolben und Kräcker befestigt werden können.
Die Fensterbank wurde mit Vogelsand-Papier ausgelegt, das war leicht zu wechseln.

Auf diesem Bild sind tatsächlich einmal alle vier „Sittich-Sorten“ vereint, die ich zu der Zeit hatte: unter der Holzbrücke Ziegensittich Feliz, obenauf Wellensittich Rainbow und Bourkesittich Rubiño, unten an der Holzbrücke Schönsittich Naranja, daneben die Bourkesittiche Luz Roja und Adorável.
So dicht zusammen saßen alle vier Arten selten!

Die Käfigseite:

10.

Auch hier hing ein beweglicher Ast und die Leiter an der Decke, der Käfig selbst stand so, dass die Schaukeln etwa auf menschlicher Augenhöhe sind. Zwei Ein- bzw. Ausgänge befinden sich links und rechts und zwei an der Vorderseite. Der Käfig stand gegenüber der Fensterseite. Rechts sieht man die Zimmertür, die hier noch mit einem Lamellen-Fliegenvorhang geschützt war. Insbesondere Wellensittich Rainbow hatte es aber raus, durch die Lamellen zu schlüpfen, so dass er immer wieder Ausflüge im Haus unternahm. Dieser Vorhang wurde durch eine feste Fliegengittertür ersetzt, an deren unterer Seite eine bewegliche Stoffbahn für die Kaninchen angebracht war. Die sollten ja auch weiterhin rein und raus können, wie sie wollten, während ich das bei den Vögeln gerne unter Kontrolle gehabt hätte. Die Ziegensittiche hatte ich später aber auch mit der festen Fliegengitter-Tür zugegeben überhaupt nicht mehr unter Kontrolle – die haben sich sehr genau angeguckt, wie die Kaninchen rein und raus liefen und ab dann musste ich sie ständig suchen… 🙂

Die einzelnen Flächen sahen nie sehr lange gleich aus. Häufige Wechsel der Anordnung der einzelnen Dinge machen die Vögel neuen Dingen gegenüber entspannter und neugieriger. Das heißt nicht, dass man täglich alles umstellen sollte, aber so alle ein oder zwei Wochen kann ja mal der eine Spielplatz nach dort und die eine Buddelschale nach da wandern. Das hält geistig rege.

5.

Verschieden große Äste und Zweige hingen an der Decke und waren beweglich, was die Wellensittiche großartig fanden, kommt es doch Bäumen in freier Natur nahe. Hier fiel auch schon mal einer runter, wenn er gerade nicht aufpasste und zwei, drei Wellis den Ast stürmten. Tagsüber schlafen war hier also eher nicht erste Wahl, während die Zweige der Spielplätze durch ihre Unbeweglichkeit Ruhe ermöglichten.

3.

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Die Buddelschalen beinhalten Nagerüberstreu, die es in verschiedenen Varianten gibt und die viel Knabbermöglichkeiten bieten, dazu kommen immer wieder mal Schalen mit selbst angesätem Grün (zehn Tage züchten, einen Tag zum Zerlegen und komplett umwühlen…) neben Schalen mit Vogelsand und Grit oder Schalen mit Erde. Die Ziegensittiche haben es vorgemacht, alle anderen machten es nach: hier flog ständig der Inhalt der Schalen durch die Gegend. Ein relativ hoher Rand ist also bei den Schalen mit Erde oder Nagerüberstreu sinnvoll.

16.

Sittich-Nothilfe 🙂
Wellensittich El Décimo war hier bereits gute zehn Jahre alt und die Flugfähigkeit ließ spürbar nach. Er flog zwar noch gerne – aber nur noch abwärts. Ihm hatte ich also eine Leiter gebaut, mit der er jederzeit zurück zum Käfig kam.

Diese nutzte aber auch Ziegensittich Feliz – zu faul zum Fliegen??

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Umbau 2018 – die erste Voliere
Zug um Zug wurde im Keller um- und ausgebaut, und so sah erstmal die „kleine“ Variante aus, die von allen Vögeln begeistert angenommen wurde. Die Vergrößerung wurde kurz darauf umgesetzt, so dass meine Vögel noch den tollen Herbst draußen genießen konnten.

So sah es anfangs innen aus:

Und so draußen:

Innen bekamen meine Piepser dann schließlich den kompletten Raum, und mit den dadurch frei werdenden Volierenteilen baute ich die Voliere draußen größer.

Die neue Draußen-Variante bot dann allen etwas – den Sonnenanbetern und den Schattenparkern, mit Windschutz, Teil-Dach und vielen ruhigen oder schwingenden Sitz- und Klettermöglichkeiten:

Der Boden ist zwar super zum Krallen abnutzen, war aber zeitweise auch mal mit Sand ausgestreut, lässt sich viel besser reinigen!

Damit der Raum innen nicht zu stark auskühlt, füllt ein dickes Schaumstoff-Stück den Fensterrahmen aus, hier ist ein kleiner Durchflug.
Bei Minusgraden blieb das Fenster allerdings zu.

Im Oktober 2019 wurde dann die große Voliere fertig. Durch das Schaumstoffpolster blieb die Temperatur innen bei 15 Grad, während es im November draußen schon richtig frostig wurde.
Ich habe allerdings so ein paar winterharte Draußen-Schläfer dabei, die sich schlicht weigern, bei Kälte rein zu gehen…
Ich bin wirklich erstaunt, was manche abkönnen, allen voran die Hooded-Sittiche. Zafir und sein Nachwuchs schlafen immer draußen.
Die Ziegensittiche Jinda und Jarumi kamen ja erst im Oktober zu mir und waren reine Wohnungsvögel, sie haben sich aber erstaunlich schnell akklimatisiert, so dass sie auch bei Frost draußen rumtoben. Die Wellis wechseln oft am Tag von innen nach außen, die Nymphies sind manchmal echte Stubenhocker (es wird besser!), den Grassittichen ist Kälte auch ziemlich egal, und sogar Südamerikanerin Zielony, mein erster Katharinasittich, die im frostigen März 2020 aus reiner Wohnungshaltung zu mir kam, fand die Außenvoliere sofort großartig. Ihr ist Sonne wichtiger als Kälte und so plustert sie sich kugelrund auf und genießt die Frühlingssonne. Sie bleibt aber auch mal einen Tag drinnen – aber maximal nur einen Tag, am nächsten zieht es sie wieder raus.
Die große Voliere zeigt mir erst so richtig extrem, wie sehr Vögel raus gehören. Idealerweise aber so, dass sie immer selbst wählen können.

Fazit: so um die 15 Grad sollte der Schutzraum mindestens haben, auch wenn die Vögel vielleicht weniger aushalten, aber das muss ja nicht sein. „Mir ist noch keiner erfroren“ ist, finde ich, kein Argument, Vögel ständig der Kälte auszusetzen!

Tatsächlich sind meine eher bei Kälte draußen, als wenn es im Sommer richtig heiß wird. Wirkliche Hitze können sie alle nicht gut ab. Bieten Sie Ihren Vögeln also, wenn irgend möglich, die Wahl, wo sie sich gerade aufhalten möchten. Und auch draußen kann man ja ein Schutzhäuschen aufstellen 🙂

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