Haustiere

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Mit Tieren groß geworden bin ich seit meiner frühesten Kindheit – ich konnte mich zuerst mit Hunden verständigen, da ich mehr oder weniger in einem Welpenkorb voller Pudel aufgewachsen bin. Die Verständigung mit Menschen lernte ich etwas später…

Vögel gehörten immer dazu. Außerdem Hamster, Kaninchen, Fische und verschiedenste Hunde. Und mal eine zugelaufene Schildkröte.

Da ich keine Tiere in Käfigen halten möchte, müssen die sich untereinander verstehen. Hier lebt alles frei. Und so sind meine Haustier-Lieblinge (bzw. Lieblings-Haustiere) Vögel und Kaninchen.

Hier geht es zu den Vögeln.

Auf dieser Seite hier aber geht es nun erst einmal um die

Kaninchen

Mein erstes Kaninchen war ein junges Wildkaninchen, das ich 1978 den Fängen einer Katze entrissen hatte, als ich von der Schule nach Hause ging. Ich nahm es mit nach Hause und wollte es natürlich um keinen Preis der Welt wieder hergeben.
Mein Vater guckte extrem skeptisch, aber erst abends, bis dahin war meine sehr tierliebe Mutter längst überzeugt und hatte dafür gesorgt, dass „Mira“ sich erholen und bei uns wohnen konnte.
Mira sah das anders. Sie war ein Wildkaninchen und keineswegs bereit, zum Hauskaninchen zu werden. Sie zerlegte ALLES. Es war schier unfassbar, was sie alles kaputt machte und wo sie überall hinspringen konnte.

 

 

 

 

 

Meine Mutter erklärte mir daraufhin, dass Wildkaninchen raus gehören, ich schrie lauthals dagegen an. Und so schlug meine Mutter ein Tauschgeschäft vor – in dem Stall, in dem unser Pferd stand, gab es eine Unmenge Kaninchen, die sich fröhlich vermehrten und wohl größtenteils irgendwann in irgendeinem Ofen landeten. So eines zu retten war natürlich ein Argument. Wir nahmen also unsere kleine Zerstörerin mit und die verschwand auf Nimmerwiedersehen, da hatte ich mir noch keinen neuen ausgesucht, so schnell war sie auf und davon. Durch eine Lücke, die bis dato keines der anderen Kaninchen gefunden hatte. Und wohl auch nicht fand. Ich dafür fand „Muckel“.

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Muckel blieb fünf Jahre bei uns und starb sehr unschön an einer Vergiftung. Ich habe ja bis heute den Nachbarn in Verdacht, dem Muckel – natürlich frei laufend – sämtliche Rosen im Beet umgeknipst hatte. Muckel betrachtete Haus und Garten als seins. Die Kabel der Stehlampen (er war völlig immun gegen Stromschläge) und das Sofa auch – wir suchten ihn mal wieder und stellten nach langer, langer Zeit fest, dass er in der Zwischenzeit das Sofa von unten ausgehöhlt hatte. Von einem gewissen Zerstörungswahn war also auch Muckel nicht frei…

Lange Jahre hatte ich kein Kaninchen mehr. Irgendwie passte es nie und ergab sich einfach nicht. Doch ich wurde sesshafter und wohnte schließlich mit meinem Freund in einem Haus mit Garten und irgendwann fragte ich ihn, wie er denn Kaninchen fände.
Er war Tieren gegenüber freundlich/neutral und hatte nichts gegen einen Mitbewohner.
Im Juni 2004 zog der wenige Wochen alte „Harvey“ ein.

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Harvey sollte nicht alleine sein und so kam im Herbst 2004 „Franky“ dazu. Franky war schon etwas älter. Die beiden verstanden sich zum Glück von Anfang an gut. Ich liebte Franky sehr, er war kuschelig und leckte mir gerne die Hände ab – aber Franky wurde leider nicht viel älter als ein Jahr. Ich war todtraurig.

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Harvey wirkte nicht sehr traurig, sollte aber dennoch wieder einen Kumpel bekommen.
Die Wahl fiel auf den ganz jungen „Sammy“, der sich, als Häsin gekauft, beim ersten Zusammentreffen als Rammler entpuppte. Harvey ging sofort zum Frontalangriff über, so dass Klein-Sammy, übel zugerichtet, noch am selben Tag operiert werden musste. Was für ein Start… 

Die beiden konnten wir nicht zusammen lassen. Und so trennten wir die beiden innerhalb des Hauses, was natürlich ein saublöder Zustand war. Sammy war im Schlafzimmer, Harvey im Wohnzimmer, durch einen halbhohen Draht, über den wir rübersteigen konnten, waren sie getrennt und konnten sich sehen und beschnuppern. 

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Sammy war unfassbar zahm und kuschelig, das Schlafzimmer war eine gute Wahl für ihn. Harvey war zeitlebens etwas unnahbarer und mit sich selbst zufrieden.

Als wir uns trennten und ich auszog, blieb Harvey dort und ich nahm Sammy mit. Harvey erreichte ein stolzes Alter, Sammy leider nicht. Nierensteine ließen ihn nur etwas mehr als zwei Jahre alt werden.

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10. Februar 2009

Mein lieber, geliebter Sammy…

Nun bist Du fort, Du kommst nicht zurück,
vorbei die Zeit unseres eigenen Glücks.
Viel zu kurz, nur zwei Jahre warst Du bei mir
und viel zu plötzlich bist Du nicht mehr hier.
Musste Dich unerwartet gehen lassen,
kann es immer noch nicht fassen.
Es tut so weh, es geht mir so nah,
Du warst so tief und innig für mich da,
keiner schubst mich nachts jetzt mehr an,
schiebt sich ganz dicht an mich ran,
ob er gestreichelt werden kann –
doch ob ich deshalb jetzt besser schlafen kann…?

Danke dem Tierarzt für den letzten Augenblick,
er ließ uns alleine, er zog sich zurück,
Du lagst mit wissenden Augen in meinem Arm,
so still wie nie, so nah, so warm.
Wir hatten nicht wirklich eine Wahl,
alles andere wäre nur Qual.
Doch warum so früh, warum so schnell?
Träne um Träne tropfte auf Dein Fell.
Du hieltst ganz still, hast Du es verstanden?
Warst Du mit der Entscheidung einverstanden?
Ich dankte Dir wieder und wieder für unsere Zeit –
und schließlich war es dann soweit.
Die Zeit lief, es gab kein Zurück,
nie vergesse ich diesen Augenblick,
die Spritze kam – “Schlaf ein! Schlaf ein…”
…und dann fuhr ich nach Hause.
Ohne Dich.
Allein.

Fassungslos räumte ich Deine Plätze leer,
Du bist nicht mehr da, Du kommst nicht mehr.
Wirst nie mehr die Stirn zum Kraulen hinschieben,
nie mehr im Bett lang gestreckt neben mir liegen,
nie mehr Dich auf’s Sofa zu mir legen,
nie mehr hinter mir her in’s Wohnzimmer fegen
in Erwartung eines Leckerbissens von mir,
nie mehr zerlegen Unmengen Papier,
nie mehr wirst Du am Fußende schlafen
und mich durch Protestpinkeln strafen
wenn Dir irgend etwas nicht passt…

Ein letztes Mal hab’ ich Dich angefasst,
ein letztes Mal die Nase in Deinem Fell,
Deinen Geruch vergesse ich nicht so schnell,
Deine Mimik, Deine Ausdruckskraft,
Du hast es immer wieder geschafft
mich zum Lachen zu bringen – und zur Nachdenklichkeit.
Ich danke Dir so sehr für unsere Zeit.
Ich werde Dich so furchtbar vermissen
und Dich doch immer bei mir wissen.
Ist es schön da, wo Du jetzt bist?
Hast Du hier unten je etwas vermisst?
Konnte ich Dir alles geben
um es Dir schön zu machen, Dein kurzes Leben?
Die Lücke, die Du hinterlassen hast
ist viel größer, als Du es je warst.
Mir fehlen die Worte, es tut so weh,
dass ich Dich nie mehr wiederseh.
Und niemals soll es jemand wagen
“es war doch nur ein Kaninchen…” zu sagen!

Ich werde heute Abend die Augen schließen
und die Erinnerung an Dich genießen.
Und sicherlich rollen noch etliche Tränen,
ich werde mich keiner einzigen schämen.
Du bist jede wert, und wenn der Schmerz verblasst
werde ich immer dankbar sein, dass Du bei mir warst.

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Sammy zu verlieren war schlimm. Er war wirklich mehr als „nur“ ein Kaninchen.
Es ging nicht ohne Kaninchen, es musste wieder eines da sein. Ein „oranges“ wollte ich gerne haben, ich bekennender Farb-Fetischist. Und so fuhr ich ganz bis in’s Wendland, um einen neuen kleinen Rammler in’s Haus zu holen. Im März 2009 zog „Chesney“ ein.

völlig geschafft von den Weihnachtstagen 2013

Chesney hatte deutlich mehr seinen eigenen Kopf und wurde erst mit zunehmendem Alter verschmust, schlief die letzten Jahre mit im Bett am Fuß- oder Kopfende und suchte dann schon viel Kontakt. Chesney starb am 2. Juni 2015.

Ich begleitete sein Sterben zwei Stunden lang und war froh, dabei gewesen zu sein, so wie er ganz offensichtlich froh war, dass ich da war – so lange er es noch wahrnahm. Dieses Sterben so bewusst mitzuerleben war hart, aber ich bin dankbar dafür. 

Ich vermisste die 2 kg Lebendmasse auf meinem Bauch, das zufriedene Knuspern der Zähne beim Kraulen, das angaloppiert-kommen, den warmen weichen Wecker morgens…

Immerhin wurde Chesney sechs Jahre alt.
Die Größe eines Tieres sagt nichts aus über die Größe des Schmerzes,
wenn man es verliert…

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Die Überlegung bei Chesneys Kauf, ob ein Kaninchen oder zwei, waren intensiv und dauerten. Ich entschied mich schließlich für einen, weil ich viel Zeit mit ihm verbringen konnte und ich nicht noch einmal die Situation haben wollte, dass das zweite eventuell nach kurzer Zeit stirbt und der „Hinterbliebene“ nicht neu zu vergesellschaften ist. Noch einmal im selben Haus bzw. in derselben Wohnung trennen kam kaum in Frage.
Und so kaufte ich Chesney sehr bewusst als Einzelkaninchen.

Nun stellte sich die Frage erneut. Und dieses Mal entschied ich anders. Ich holte zwei junge bei dem Züchter, bei dem ich auch Chesney gekauft hatte. 

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Nun hoppeln seit Juni 2015 „Quincy“ und „Seeley“ durch die Zimmer. Dieses Mal wurden bewusst Namen gewählt, die mit „y“ enden, weil mir aufgefallen war, dass nach der langen Kaninchen-Pause alle meine Ninchen auf „y“ endeten. Das behalte ich jetzt einfach mal bei!

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Es ist zu süß, die beiden zu erleben, insbesondere, wie viel sie zusammen sind und wie sie miteinander umgehen. Quincy ist ähnlich unnahbar, wie Chesney es anfangs war, das gibt sich inzwischen (nach 3 Jahren…) immer mehr. Seeley hingegen ist unfassbar kuschelig. Beide suchen meine Nähe, Seeley auch schon mal echt aufdringlich – „Streicheln! JETZT!“
Auch die beiden sind extremst nagefreudig. Tapeten, Fußleisten, Türen und Türrahmen, Teppiche, Bettzeug, Handtücher – alles Verschleißteile, sagen sie sich. Tja, wo sie Recht haben, haben sie Recht.
Sie nehmen alles aus den Regalen, Bücher also mindestens in einem Meter Höhe!
Seeley springt wie ein Flummi, nichts ist vor den beiden sicher 🙂

Egal – ohne geht nicht!   
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