Vögel im Garten

Nach dem Kauf des Hauses war klar, dass der Garten mehr und mehr vogel- und insekten(!)gerecht gestaltet wird. Außerdem bin ich ein absoluter Befürworter der Ganzjahresfütterung. Auch für die Vögel im Garten wird das Futter aus mehreren Sorten gemischt. Ich genieße es, die Vögel zu beobachten und zu fotografieren – eine solch große Artenvielfalt hatte ich noch nie im Garten! Und es kommen immer noch welche hinzu…

Auf die Fressgewohnheiten der hier vorgestellten Vögel gehe ich nur dann ein, wenn diese sehr besonders sind. Grundsätzlich benötigen alle Vögel, die Sie hier sehen, Insekten, insbesondere für die Aufzucht der Jungtiere. Somit tun Sie ein gutes Werk, Garten und Balkon so insektenfreundlich wie nur möglich zu gestalten. Bei den meisten Vögeln wird der Speiseplan mit zunehmendem Alter und im Wechsel der Jahreszeiten unterschiedlicher und abwechslungsreicher.

Mehr zum Thema Wildvogel-Futter erfahren Sie unter „Fütterung“.

Hier möchte ich die Vögel beschreiben, die Ihnen in der Natur so begegnen können. Sämtliche Fotos sind selbst gemacht, so dass ich hier auch keinen Vogel beschreibe, der mir nicht schon vor die Linse gekommen ist. Manche Vögel sind mir (bislang) nur ein einziges Mal vor die Kamera gekommen, andere sind schwer zu fotografieren, da irrsinnig schnell und bei der kleinsten Bewegung verschwunden – bestes Beispiel hier der Zaunkönig oder die Heckenbraunelle, unsere „schnellste Maus von Mexiko“. Die entdeckte ich überhaupt erst auf einem Foto inmitten von Sperlingen. Inzwischen ist sie mit unserem Garten vertraut und bleibt auch schon mal sitzen, wenn ich die Kamera auf sie richte. Wieder andere sind nur „auf der Durchreise“ hier, so dass ich in diesem Jahr das riesige Glück hatte, etliche Bilder von den traumhaft schönen (aber leider nicht sesshaften) Bergfinken machen zu können. Es ist also immer wieder spannend!

Im Anschluss an die Vorstellung der Arten sehen Sie in unserem Garten geschlüpfte Jungvögel, und ganz unten finden Sie Details (Familie, Körperlänge, Gewicht, Spannweite, Zugvogel?) zu 28 bekannten Vögeln so aufgelistet, dass Sie einmal gut vergleichen können. Bei der Angabe des Höchstalter handelt es sich keinesfalls um Durchschnittswerte, dies ist die maximale nachgewiesene Lebensdauer eines beringten, frei lebenden Vogels in Europa. Dies sind jedoch sehr seltene Ausnahmen. Das Durchschnittsalter bei frei lebenden Vögeln ist sehr, sehr viel geringer. Die ältesten frei lebenden Vögel waren mit mehr als 20 Jahren Amsel, Star und Elster. Spoileralarm: der leichteste ist der Zilpzalp, die schwerste die Ringeltaube; der kürzeste der Zaunkönig, die längste die Elster; die kürzeste Spannweite hat der Zaunkönig, die größte die Ringeltaube.

In alphabetischer Reihenfolge stelle ich Ihnen hier erst einmal 39 Arten vor:

Die AMSEL

Die Amsel (auch Schwarzdrossel) ist einer der bekanntesten Vögel überhaupt. Der melodiöse und laute Reviergesang der Männchen ist bei uns hauptsächlich von Anfang März und Ende Juli zu hören und beginnt oft bereits vor der Morgendämmerung.
Amseln sind anpassungsfähige Allesfresser und verzehren sogar Eidechsen, Schwanz- und Froschlurche, Mäuse und Spitzmäuse und in Ausnahmefällen auch Schlangen. Auch fischende Amseln wurden schon beobachtet! Die Amsel ist aber auch der vielseitigste Früchtefresser unter den Drosseln. Sie trinken selten, da die aufgenommene Nahrung meist ausreichend Wasser enthält. 
Außerhalb der Brutzeit sind Amseln meist sozial und nutzen Nahrungsquellen gemeinsam. Während der Brutzeit verhalten sich beide Geschlechter ausgesprochen territorial und verteidigen das Revier. Dies ist im Frühjahr gut zu beobachten – leider achten streitende Amseln überhaupt nicht auf den Straßenverkehr, so dass Sie als Autofahrer bitte extreme Aufmerksamkeit walten lassen, wenn Sie Amseln sehen. Auch fliegen Amseln im Frühjahr vermehrt gegen Fensterscheiben, weil sie ihr Spiegelbild angreifen wollen. Versuchen Sie möglichst, Ihre Scheiben zu verhängen, zu dekorieren oder zu entspiegeln – erst nach dem Frühjahr putzen kann schon helfen 🙂
Amseln können im Kampf Brust an Brust bis zu drei Meter hoch steigen und fallen ineinander verkrallt weiter kämpfend auf den Boden. Kämpfe zwischen Weibchen können mit dem Tod der Verliererin enden.
„Meine“ Amseln lieben Rosinen, Weintrauben, Blaubeeren und Äpfel. Wir haben viele Amseln bei uns, die auch regelmäßig brüten.
Die Geschlechter sind gut zu unterscheiden: das lackschwarze Männchen hat einen gelben Schnabel, das Weibchen ist bräunlich gefärbt mit braunem Schnabel und mehr oder weniger gut sichtbar „getupfter“ Brust.

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Wir hatten eine Zeitlang zwei einbeinige Amsel-Hähne – einer hatte seinen Fuß noch, konnte ihn aber nicht nutzen, der zweite hatte nur noch einen Fuß. Die beiden kamen aber relativ gut zurecht und genossen natürlich den ständig gefüllten Futternapf – der ihnen im Zweifel noch eine Weile das Leben rettete. Das sind „Achilles“ und „Puschel“:

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Im November 2014 knallte eine Amsel gegen unser Fenster. Nach ein paar Stunden Wärme, ein bisschen Wasser und einer Menge gut Zureden konnten wir sie wieder frei lassen.

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Ziemlich mitgenommen hat mich das Erlebnis mit einem Amselpärchen, das im April 2021 auf der Straße saß – jeder mittig auf einer Fahrspur. Mein Mann fuhr, ich schrie „Stop!“, sprang raus, sammelte das Männchen von der einen Seite und konnte es nur noch tot an Wegesrand legen. Inzwischen fuhren mehrere Autos über das Weibchen, das noch immer mittig auf der anderen Straßenseite lag. Ich nahm an, es wäre auch tot, als ich es aber aufhob, stellte ich fest, dass es noch lebte. Meine Güte…!

Sie nahm etwas Wasser und erholte sich ein bisschen, ihre Haltung ließ aber auf innere Verletzungen schließen. Sie starb gut 2 Stunden später, nachdem sie zuvor noch Blut gespuckt hatte. Hätte ich sie retten können, wenn ich sie als erste von der Straße genommen hätte? Ich war mal wieder so wütend auf diese vielen Autofahrer, die (in einer 30-Zone!!!) alle über diese Amsel fuhren, ohne auch nur ihr (zu hohes…) Tempo zu verlangsamen. Ihr Tod nahm mich ziemlich lange Zeit mit.

Im November 2021 drehte eine Amsel ein paar Runden durch unser Wohnzimmer – die Tür war offen und die Amseln kamen in Erwartung von Rosinen oft ganz nah an die Tür. Diese war etwas zu mutig, drehte ein paar überraschte Runden durch das Wohnzimmer und ließ sich wieder nach draußen geleiten.

Die BACHSTELZE

Die Bachstelze, nordniedersächsisch auch Wippsteert, fällt durch ihr kontrastreiches, schwarz-weiß-graues Gefieder und den stelzentypischen Wippschwanz auf. Ursprünglich wohl vor allem an unbewachsene Uferflächen und Gewässer gebunden, ist sie heute überall in der offenen und halboffenen Kulturlandschaft zu finden, wo es freie Bodenflächen zur Nahrungssuche (fast ausschließlich Insekten und anderen Gliederfüßer) und passende Nistgelegenheiten (Nischen und Halbhöhlen) gibt. Die geographische Variation ist recht ausgeprägt, es werden 11 Unterarten anerkannt. Die Bachstelze ist der offizielle Nationalvogel von Lettland.

Der BERGFINK


Der Bergfink oder Nordfink gehört zu den Edelfinken und ist von Norwegen bis Kamtschatka verbreitet. Er zeigt ein ausgeprägteste Zugverhalten. Zum Nächtigen fallen Bergfinken in der Abenddämmerung oft wochenlang lokal in Millionenschwärmen in bestimmte Fichtenforste ein.
In unserem Garten landeten sie im März 2022 zum ersten Mal. Ich war (bin) hingerissen von diesen traumhaft hübschen Vögeln.
Männchen im Übergang vom Winter- zum Prachtkleid:

Weibchen:

Pärchen:

Die BLAUMEISE

Die kleine, flinke und gewandte Blaumeise ist durch das blau-gelbe Gefieder leicht zu erkennen. An pflanzlicher Nahrung frisst sie neben Blatt- und Blütenknospen auch Pollen und Nektar, außerdem Bucheckern, Sämereien wie Eicheln und Edelkastanien und Samen verschiedener Laub- und Nadelgehölze sowie einiger krautiger Pflanzen. Außerdem lecken Blaumeisen austretende Baumsäfte an Bruchstellen ab. Bei manchen Pflanzen kommen Blaumeisen sogar als Bestäuber in Frage.
Der Hauptkonkurrent um Bruthöhlen und bei der Nahrungssuche ist die deutlich größere Kohlmeise, weshalb ein Metallrand am Eingang des Brutkasten sinnvoll ist, so dass Kohlmeisen (und andere) das Einflugloch nicht vergrößern können.

Wir haben sowohl Blau- wie auch Kohlmeisen im Garten, die manchmal auch gemeinsam am Futter zu sehen sind, sofern genug Platz da ist. Aber hier herrscht ein recht entspannter Umgang unter den beiden Arten und es gab auch bereits von beiden Nachwuchs. 

Im Januar 2022 wärmte sich eine Blaumeise eine Weile in unserem Wohnzimmer auf. Sie kam, nachdem ich Futter gestreut hatte, mit mir reingeflogen, drehte ein paar Runden, wirkte sehr entspannt, und fand nach einer Stunde auch lässig wieder raus.

Der BUCHFINK

Der Buchfink ist in Mitteleuropa einer der am weitesten verbreitete Brutvögel. Die Buchfinken Nord- und Osteuropas sind Zugvögel, in Mitteleuropa Teilzieher. Es gibt mehrere Unterarten. Der älteste beringte Vogel, der bislang wiedergefunden wurde, erreichte ein Alter von 14 Jahren. In der Regel werden Buchfinken aber selten älter als 5 Jahre. Die Nestlingssterblichkeit ist insbesondere in den Jahren besonders hoch, in denen es an Raupen mangelt. Die Nahrung wird überwiegend auf vor allem spärlich bewachsenen Stellen auf dem Boden gesucht und mit schnellen, pickenden Bewegungen aufgenommen. Im Winter ist der Buchfink ein oft zu sehender Gast an Futterhäuschen. Da die Weibchen etwas kleiner und den Bedingungen im Winter weniger gut gewachsen sind, ziehen vor allem sie nach Süden oder Westen. Daher sind im Winter besonders in Nordeuropa überwiegend Männchen zu sehen. Dies könnte der Grund für den wissenschaftlichen Namen „Fringilla coelebs“, der «ledige Fink», sein.
Farblich sind die Geschlechter gut zu unterscheiden:

Männchen
Weibchen

„Unsere“ Buchfinken sind regelmäßig am Futter und gehören zu denen, die sich gerne ein spätes Abendessen gönnen, die Gegenwart der frechen Amseln schätzen sie tagsüber nicht so sehr.

Buchfinken können das Kopfgefieder leicht aufstellen. Dies wird z. B. als Drohgebärde genutzt.

Der BUNTSPECHT

Der Buntspecht ist häufig und der Bestand nimmt – zumindest in Europa – zu. Er war 1997 in Deutschland und 2016 in der Schweiz „Vogel des Jahres“.
Der Buntspecht ernährt sich überwiegend von Insekten und ihren Larven, die er mit kräftigen Schnabelhieben unter der Borke hervor holt. Während der Winterzeit frisst er neben Nüssen und Beeren auch Samen, von denen viele fettreiche erst geknackt werden müssen. Hierfür klemmt er Nüsse oder Kiefernzapfen in Baumspalten ein oder er hackt ein Loch in einen Ast, um den Zapfen darin festzuklemmen. Dies sind die sogenannten „Spechtschmieden“, die der Buntspecht auch nutzt, um hartschalige Käfer zu knacken. Buntspechte treten manchmal auch als Nesträuber auf und öffnen dazu die Bruthöhlen von Meisen oder Kleinspechten. 
Sie können „Spechtschäden“ anrichten, wenn sie Höhlen in die Dämmung von Gebäuden bauen. 

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Die DOHLE

Die Dohle, auch Turmkrähe genannt, bevorzugt offene Lebensräume mit Baumbestand, Felsen oder alten Gebäuden als Habitat. Die Nahrung besteht überwiegend aus Samen und Insekten, bei Gelegenheit frisst sie aber auch Aas oder Abfall. Dohlen leben meist in größeren Gruppen und bilden lebenslange monogame Paare. Ihre Nester bauen sie in Löchern und Nischen aller Art, etwa in Spechthöhlen oder Gebäudenischen. Die Dohle gilt weltweit als ungefährdet, der Bestand bewegt sich wahrscheinlich im zweistelligen Millionenbereich. Das höchste dokumentierte Alter einer wildlebenden Dohle liegt bei 20 Jahren für einen Vogel aus Schweden, weitere Rekordwerte liegen bei über 19 Jahren. In Gefangenschaft können Dohlen noch älter werden – so lebten 2 Männchen im Londoner Zoo 28 und 29 Jahre.

Der DOMPFAFF

Der Dompfaff (auch Gimpel oder Blutfink) ist häufig als schmückendes Hintergrundmotiv auf alten Darstellungen des Garten Eden zu finden. Im 19. Jahrhundert wurde Gimpeln beigebracht, abgerichtet Lieder zu pfeifen. Die Vögel wurden vor dem Ausfliegen aus dem Nest geholt, um ihnen das Lied vorzupfeifen. Begabte Gimpel beherrschten bis zu drei Lieder. Die gezüchteten Vögel wurden von Deutschland bis in die USA exportiert.
Bis heute wird der Dompfaff als Käfigvogel gehalten.
„Unsere“ Dompfaff-Pärchen sind regelmäßig zu Besuch. Es ist nahezu unmöglich, einen Dompfaff mit leerem Schnabel zu fotografieren. Da wird immer ein Sonnenblumenkern geknackt. Sie sitzen auch zwischen den Sperlingen auf dem Rasen und sammeln die Kerne auf, die aus den Futterhäuschen gefallen sind (oder rausgeworfen wurden).
Die Geschlechter sind sehr gut zu unterscheiden:

Männchen
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Weibchen

Der EICHELHÄHER

Der Eichelhäher ist durch seine Gefiederfarbe leicht zu erkennen. Er zeigt sehr ausgeprägte geografische Variationen, es werden bis zu 70 Unterarten beschrieben.
Während der Brutzeit verhält er sich eher unauffällig, fällt aber durch seinen ausgesprochen laute Alarmruf auf. Sein Nahrungsspektrum ist sehr vielfältig, wobei im Sommerhalbjahr tierische, im Winterhalbjahr pflanzliche Nahrung überwiegt. Vor dem Winter werden umfangreiche Vorräte aus Eicheln und anderen Nussfrüchten angelegt.
„Mein“ Eichelhäher ist ein ganz seltener, scheuer und flinker Gast.

Die ELSTER

Die Elster aus der Familie der Rabenvögel ist unverwechselbar aufgrund ihres charakteristischen Gefieders. Die Elster gehört zu den intelligentesten Vögeln – es wird angenommen, dass sie eines der intelligentesten nichtmenschlichen Tiere überhaupt ist. Sie ist der einzige bekannte Vogel, der den Spiegeltest besteht (Eigenwahrnehmung und -erkennung).
In der germanischen Mythologie war die Elster sowohl Götterbote als auch der Vogel der Todesgöttin Hel, so dass sie in Europa den Ruf des Unheilsboten bekam. Im Mittelalter war sie als Hexentier und Galgenvogel unbeliebt. Im Gegensatz dazu gilt sie in Asien traditionell als Glücksbringer.
Die Nahrung besteht neben Insekten, Schnecken und Spinnen auch aus kleinen Wirbeltieren bis zur Größe einer Feldmaus, Amphibien, Echsen und Aas. Außerdem frisst sie Pilze, aber auch Eier, Nestlinge und kleine Vögel. Wespen werden gründlich mit dem Schnabel zerquetscht, größere Tiere hält die Elster meist mit den Füßen am Boden fest. Die Tötung erfolgt durch Schnabelhiebe, in der Regel gegen den Rumpf oder durch das Schleudern der Beute gegen harte Gegenstände. Kleinvögel rupft die Elster vor dem Fressen säuberlich. Unverdauliches wird in Form von Speiballen ausgeschieden.
Elstern legen das ganze Jahr über Nahrungsdepots an, die meist innerhalb von zehn Tagen geleert werden. Um plündernden Krähen zuvorzukommen, deponieren sie die Vorräte abwechselnd an verschiedenen Orten. Vor allem im Herbst sammeln sie Sämereien oder Aas. An einem geeigneten Ort schlagen sie mit dem Schnabel ein kleines Loch in den Boden, legen die Nahrung dort hinein und decken das Loch dann wieder mit Erde und Pflanzen zu. Wenn die Nahrung im Winter knapper wird, können gefüllte Nahrungsspeicher vor allem im Gebirge überlebenswichtig sein.


Der ERLENZEISIG

Den Namen bekam der Erlenzeisig, weil er sich am liebsten von Erlen- und Birkensamen ernährt. Aber auch andere Samen, am häufigsten von Bäumen, sowie Nüsse und manchmal Insekten werden gefressen.
Am liebsten brütet der Erlenzeisig hoch oben in Fichten in aus Gräsern und Moos gebauten Nestern.
Die Bilder dieses Erlenzeisigs sind schon mehrere Jahre alt. In einem Winter hat er unserem Garten einen Besuch abgestattet, danach habe ich ihn leider nicht noch einmal gesehen. Ich bin geneigt, eine Erle zu pflanzen.


Der FELDSPERLING

Der Feldsperling (auch Feldspatz) ist etwas kleiner und schlanker (und deutlich scheuer) als der Haussperling und sauberer gezeichnet. Gut zu unterscheiden sind die beiden durch die Färbung des Oberkopfes, diese ist beim Feldsperling braun und beim Haussperling grau. Der Feldsperling wird in der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands von 2015 auf der Vorwarnliste geführt. Der frühere Ruf des Sperlings als Schädling ist vor allem auf seine Vorliebe für Körner zurückzuführen. Dies führte Mitte des 20. Jahrhunderts dazu, dass z. B. allein in Peking innerhalb von drei Tagen fast eine halbe Million Feldspatzen getötet wurde. Die anschließende Insektenflut musste bekämpft werden, indem man Spatzen aus Russland importierte…
Zu den wichtigsten fliegenden Fressfeinden des Sperlings zählen neben Sperber und Waldkauz auch Mäusebussard, Wander- und Turmfalke. Unter den Säugetieren ist die Hauskatze der größte Feind, aber auch Wiesel, Marder, Eichhörnchen und Mäuse fressen Nestlinge oder Eier.


Der GIRLITZ

Der Girlitz ist die kleinste europäische Art aus der Familie der Finken. BirdLife Österreich kürte den Girlitz zum „Vogel des Jahres“ 2021.
Ursprünglich war er nur im Mittelmeergebiet anzutreffen, später hat er sein Brutgebiet nach Norden ausgedehnt – vermutlich, weil das Klima immer milder wurde. Inzwischen findet der Kleinstrukturen liebende Fink jedoch immer weniger geeignete Lebensräume, weil sich die landwirtschaftliche Praxis und die Gartengestaltung grundsätzlich zu seinem Nachteil geändert haben.
Sein etwas hektisch wirkender und klirrender Ruf hat dem Vogel den Namen gegeben. Die leicht stereotypen und mehrfach hintereinander wiederkehrenden, zyklischen Gesangsstrophen des Girlitzes sind unter den Stieglitzartigen ungewöhnlich. 
Im Garten habe ich ihn bislang nur ein einziges Mal gesehen (und hatte zum Glück die Kamera griffbereit), draußen ist mir das leuchtende Gelbgrün aber auch erst zweimal begegnet. Sehr verbreitet ist er in unserer Gegend also leider nicht. 


Die GOLDAMMER

Die Goldammer ist die häufigste Ammer in Europa und einer der charakteristischen Brutvögel der Feldmark. Außerhalb der Brutzeit bilden sich mitunter größere Trupps, die sich an günstigen Nahrungsplätzen am Rand von Dörfern oder an Fasanen- und Rebhuhnschütten einfinden. Während der Brutzeit dagegen ist die Goldammer streng territorial.
Die Goldammer war „Vogel des Jahres“ 1999 in Deutschland und 2002 in der Schweiz. Das Verbreitungsgebiet reicht von Mittelskandinavien bis Nordspanien, Süditalien, Griechenland und zur Ukraine. In östlicher Richtung reicht ihr Verbreitungsgebiet von Irland bis weit nach Asien hinein. Auf Neuseeland wurden im 19. Jahrhundert europäische Goldammern eingeführt und haben sich dort erfolgreich etabliert.
Sie leben in der offenen Kulturlandschaft mit Feldgehölzen, Hecken und Büschen. Im Winter ziehen sie in großen gemischten Trupps umher und suchen auf Feldern nach verbliebenen Samen. Leider nicht in unserem Garten, so dass bislang auch nur dieses eine schlechte Foto existiert.


Der GRAUSCHNÄPPER

Der Grauschnäpper ist an Bäume gebunden und bewohnt in erster Linie lichte Wald-Bereiche. Er ist ein Langstreckenzieher und überwintert im tropischen Afrika südlich der Sahara unter Aussparung des tropischen Regenwaldes. Der europäische Bestand war zwischen 1970 und 1990 rückläufig, ist seitdem aber weitgehend stabil. In der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands von 2015 wird die Art auf der Vorwarnliste geführt.
Grauschnäpper jagen bis zu 2/3 der Beute im Flug und überwiegend von exponierten Warten aus. Der Rest wird im Flug von Bäumen, der Krautschicht, Hauswänden, Komposthaufen und ähnlichem abgelesen. Bei schlechtem Wetter jagen die Tiere verstärkt in Bäumen und in Bodennähe. Grauschnäpper schlagen große Insekten meist mehrfach gegen eine harte Unterlage und fressen sie erst dann, bei Beute mit Stacheln wird vorher der Hinterleib entfernt.
Im Garten habe ich ihn bislang nur ein einziges Mal gesehen.


Der GRÜNFINK

Der Grünfink (auch Grünling) ist fast ausschliesslich Vegetarier. Dank des kräftigen, kegelförmigen Schnabels vermag er viele Schoten, Kapseln und Früchte zu öffnen oder zu zerdrücken. 
Seit Mai 2009 wurde im Norden Deutschlands ein massenhaftes Sterben von Grünfinken infolge einer Trichomonadose, einer Infektion mit dem Einzeller Trichomonas gallinae, beobachtet. Nach Schätzungen verendeten deutschlandweit mehrere zehntausend Vögel an dieser Erkrankung. Dennoch ist der Bestand zum Glück als „nicht gefährdet“ eingestuft.
„Unsere“ Grünfinken fressen oft mit den Sperlingen gemeinsam und sind regelmäßig zu sehen. Die Geschlechter sind relativ gut zu unterscheiden:

Männchen
Weibchen

Im Mai 2020 knallte es an unserer Wohnzimmer-Scheibe. Ich schoss auf die Terrasse – und da lagen sie und zappelten… Zwei Grünfinken waren mit Karacho gegen die Scheibe geflogen (die schon mit allem möglichem geschützt ist, aber es passiert doch immer wieder mal…). Einer lag auf dem Rücken, davor drehte der zweite zitternd Kreise.
Ich konnte mir nicht vorstellen, dass die beiden durchkommen würden. Ich nahm sie behutsam auf die Hand und pustete sie vorsichtig an. Der eine beruhigte sich ein wenig, konnte zwar den Kopf ein wenig heben (kein Genickbruch! Ein Glück!), sich aber nicht auf die Füße stützen. Der zweite lag flach, hechelte, hielt die Augen geschlossen und schien sein Leben auszuhauchen. Ich zog eine Spritze mit einem Vitamincocktail und Wasser auf. Sie schluckten aber beide nicht. Der, der zuvor auf dem Rücken gelegen hatte, erholte sich überraschend gut, der andere saß mit geschlossenen Augen in der Ecke.
Ich machte einen kleinen Käfig fertig und setzte die beiden um. Der fittere erholte sich sichtlich und saß nach kurzer Zeit auf der Stange. Der zweite kam nun auch langsam immer mehr zu sich, die Augen fingen wieder an, zu glänzen. Die Atmung hatte sich beruhigt, er hob den Kopf und konnte immer sicherer auf den Füßen stehen. Und dann fing er an, zu klettern – da flatterte der andere schon und sah wieder fit aus.
Nach gut 40 Minuten sahen beide wieder so fit aus, dass ich sie nicht länger im Käfig lassen wollte – ich wollte nur sehen, ob beide auf der Stange sitzen konnten. Das taten sie schließlich und so ließ ich die beiden wieder raus.

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Der GRÜNSPECHT

Der Grünspecht fällt neben dem laut lachenden Balzruf auch durch den wellenförmigen Flug auf, bei dem er die Flügel zwischen zwei Schlagphasen ganz an den Körper anlegt. Neben dem Wendehals ist er unter den Spechtarten Europas am stärksten auf Ameisen spezialisiert. Er besitzt eine mehr als 10 Zentimeter lange Zunge, die klebrig und an der Spitze mit Widerhaken versehen ist.
Bisher habe ich ihn nur ein einziges Mal gesehen und hoffe sehr, er kommt wieder. Ameisen hätten wir genug!

Die HAUBENMEISE

Haubenmeisen sind Standvögel und am ehesten in Nadelwäldern zu finden, kommen aber auch in Mischwäldern, Buchenbeständen oder nadelholzreichen Parkanlagen und Gärten vor. Sie bevorzugt Bestände mit viel morschem Holz und tief hinabreichendem Astwerk. Die Haubenmeise ernährt sich im Frühjahr und Sommer hauptsächlich von Gliederfüßern, ab Spätsommer auch von Sämereien, vor allem von Koniferen.

Der HAUSSPERLING

Der Haussperling (auch Spatz oder Hausspatz) ist der bekannteste und am weitesten verbreitete Singvogel. Vor mehr als 10.000 Jahren hat er sich als Kulturfolger dem Menschen angeschlossen. Nach deutlichen Bestandsrückgängen vor allem in Mitteleuropa wurde die Art in einigen Regionen auf die Vorwarnliste bedrohter Arten aufgenommen.
Die sehr kontrastreich gezeichneten Männchen haben eine schwarze oder dunkelgraue Kehle und einen schwarzen Brustlatz, die den unscheinbar matter braun, aber sehr fein gezeichneten Weibchen fehlt. Sie sind durch ihre graue Kopfoberseite gut vom Feldsperling zu unterscheiden, dessen Kopfoberseite braun gefärbt ist.
Haussperlinge fliegen schnell und geradlinig und können eine Geschwindigkeiten von fast 60 km/h erreichen. Bei der Futteraufnahme können sie wie Kolibris kurzzeitig in der Luft stehen. Vor allem in der Stadt werden Spatzen insbesondere in der Nähe von Außengastronomie zu Allesfressern. Der gesellige Sperling liebt Sand- und Wasserbäder.
In unserem Garten tummelt sich immer wieder eine erfreulich große Anzahl Haus- und Feldsperlinge, die auch regelmäßig brüten.
Die Geschlechter sind gut zu unterscheiden:

Männchen
Weibchen

Am 2.8.2015 fiel „Gorrión“ aus dem Nest und konnte von uns weder dorthin zurück gesetzt werden (viel zu hoch), noch hätte er eine Überlebenschance gehabt, wenn wir ihn hätten dort sitzen lassen. Die Eltern versorgen die „Ästlinge“ (das Stadium nach dem Nestling) zwar weiter, an dieser Stelle hätten Hunde und Katzen jedoch ein allzu leichtes Spiel gehabt.
So nahm ich den Kleinen in meine Obhut. Er muss zu dem Zeitpunkt etwa 10 Tage alt gewesen sein. Ich las mich kreuz und quer durch’s Internet, um das richtige Futter zu finden. Das bestand schließlich aus einem aus der Spritze gefütterten Brei aus Versele-Laga NutriBird A 21 und eingeweichter Insektenpaste, nach und nach begann ich immer mehr andere Dinge unterzumischen wie geriebene Sonnenblumenkerne, entspelzte Hirse (Ihgitt!! sagte er), zerriebenes Gras, Gurke und Möhre. Später kamen eingeweichte Beoperlen dazu.
Er nahm allerdings auch in der zweiten und dritten Woche nur Futter aus der Spritze entgegen und spuckte alles, was auch nur annähernd härter war als Brei, hartnäckig durch die Gegend. Na super.
Er fraß um so besser, je öfter ich füttern konnte (am besten jede Stunde…), also nahm ich ihn überall mit hin – zum Unterrichten, mit an den Arbeitsplatz… Die trugen es mit Fassung. Er war in kürzester Zeit ein ziemlich weitgereister Spatz 🙂
Ich hoffte so sehr, den Kleinen durchzukriegen… Es war anstrengend, aber so spannend. Meine Tierärztin meinte, vier von fünf kommen nicht durch, woraufhin ich sagte, er ist ein Fünfter.
Er war leider doch einer von Vieren. Nach drei Wochen lag er am Morgen des 21.8. völlig unerwartet tot in der erst zwei Tage zuvor gebauten „Flug-Übungs-Voliere“ – und das, nachdem er endlich nicht nur von mir auch ohne Spritze Futter nahm, sondern inzwischen freudig auf die Spritze zuhüpfte, auch wenn andere diese hielten, und mir am Abend zuvor noch fröhlich den Arm rauf und runter gehüpft war. Und ich noch mit meinem Vogelzüchter-Bekannten telefoniert hatte und beinahe an dem Abend noch hingefahren wäre, weil ich Gorrión ein Finken-Pärchen dazusetzen wollte, die ihm Gesellschaft leisten und unter anderem zeigen sollten, wie man mit „richtigem“ Futter umgeht.  Sein Tod kam für mich völlig überraschend. Aber so kann es offenbar gehen… So traurig!!

Gorrión im Alter von ca. zehn Tagen:

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Die HECKENBRAUNELLE

Von der Heckenbraunelle werden wegen des unauffälligen Gefieders und ihrer Flinkheit meist nur die Lautäußerungen wahrgenommen.
Heckenbraunellen haben sehr komplexe Paarbeziehungen. Auch die Weibchen besetzen Reviere, welche sich mit den Revieren von zwei Männchen überlappen können. Deshalb haben sie gelegentlich zwei Männchen als Partner. Häufig haben aber auch Männchen mehrere Weibchen oder ein Paar besetzt ein Territorium, bei dem unterlegene, aber ebenfalls verpaarte Männchen bei der Brutpflege helfen.
Bislang habe ich bei uns nur diese eine Heckenbraunelle gesehen, sie ist unglaublich flink und scheu. Entdeckt habe ich sie tatsächlich erst bei Durchsicht der Fotos, da saß sie zwischen einigen Sperlingen. Daraufhin gab ich „kleiner brauner Vogel“ in die Suchmaschine ein … – und fand sie schließlich. Inzwischen sehe ich sie häufiger am Futterplatz, und wenn ich ganz still sitze und das Atmen einstelle – und sie sich auf keinen Fall beobachtet fühlt! – bleibt sie inzwischen sitzen und lässt sich fotografieren.


Der KERNBEIßER

Der Kernbeißer gilt er als „Finkenkönig“, weil er der größte und kräftigste unter den europäischen Finkenvögeln ist. Er wird auch Kirschkernbeißer, Kirschfink, Kirschvogel, Kirschbeerfink, Kirschenknipper, Kirschknacker, Steinbeißer und Knospenbeißer genannt. Diese Namen weisen fast alle auf die charakteristischen Eigenschaften hin: den großen Kegelschnabel und die Fähigkeit, Obstkerne zu knacken. Die Schneiden des Oberschnabels und die ausgehöhlte Führung des Unterschnabels ermöglichen in Verbindung mit der entsprechenden Muskulatur das Aufspalten, wozu ein erheblicher Druck aufgewendet werden muss. Experimente haben gezeigt, dass für das Öffnen eines Kirschkerns ein Druck von rund 40 kg nötig ist!
Kernbeißer können sehr schnell auf- und abwärts fliegen, insbesondere bei der Insektenjagd. Am Boden ist sein Gang wackelig mit ausgeprägten Sprüngen. Aktivitätsphasen werden häufig durch Ruhe- und Putzphasen unterbrochen, in denen oft ausgiebig gebadet wird. Gemeinsame Schlafplätze im obersten Geäst hoher Koniferen oder in immergrünen Pflanzen sind die Regel.
Der Kernbeißer wurde auf Grund seiner Zutraulichkeit als Käfigvogel gehalten. Die Haltung erfolgte in einem engen Vogelbauer. Bis heute wird er als Volierenvogel gehalten.


Der KLEIBER

Der Kleiber, 2006 „Vogel des Jahres“, wir auch „Spechtmeise“ genannt, da seine Lebensweise und sein Aussehen an beide Vögel erinnert. Größere Beutetiere klemmt der Kleiber in eine Rindenspalte, hängt sich kopfunter darüber und meißelt mit dem kräftigen Schnabel mundgerechte Bissen ab. Ebenso klemmt er größere Nüsse und Eicheln in geeignete Baumspalten, um sie mit seinem kräftigen Schnabelhämmern zu knacken. Kleiber treten auch in lockeren Gesellschaften mit Meisen auf und mögen wie diese Getreide und trockene Früchte. Er legt Futtervorräte an.
Der Kleiber ist flink, lebhaft und klettert geschickt und ruckartig an Stämmen und Zweigen entlang – auch kopfüber. Dabei setzt er einen Fuß vor und krallt sich mit dem anderen an die Rinde. Er „läuft“ also am Baumstamm, während Spechte und Baumläufer sich mit dem Schwanz abstützen und beide Füße gleichzeitig vorsetzen. 
Der Name bezieht sich darauf, dass Kleiber den Eingang von Bruthöhlen anderer Vögel mit Lehm verkleben, um sie selbst zu nutzen. Der Begriff stammt aus dem Mittelhochdeutschen (kleiben: fest heften, befestigen, schmieren, verstreichen, kleben) und bezeichnete Handwerker, die Lehmwände erstellten. Um die Höhle vor Mardern oder Krähen zu schützen, „mauern“ Kleiber den Eingang mit einer Mischung aus Lehm und Speichel so weit zu, dass sie gerade noch durchpassen. 


Die KOHLMEISE

Die Kohlmeise ist die größte und am weitesten verbreitete Meisenart Europas. Die meisten Kohlmeisen bleiben im Winter in ihren Brutgebieten, wo sie in kleinen Trupps umherstreifen und sich auch mit anderen Meisen vergesellschaften. Der Kohlmeise werden 15 Unterarten zugerechnet. 
Kaum ein Vogel hat so viele Bezeichnungen: der Name Kohlmeise bezieht sich auf die „kohlschwarzen“ Partien am Kopf und ist bereits für das 15. Jahrhundert belegbar. Ebenfalls gebräuchlich sind Brand- oder Schwarzmeise. Den Bezug auf die Körpergröße gab es im deutschen Sprachraum als Große Kohlmeise, Großmeise, Große Waldmeise oder Große schwarze Meise. Namen wie Meisenfink, Finkmeise oder Pinkmeise beziehen sich auf die Lautäußerungen, die vom „Pink“ des Buchfinken kaum zu unterscheiden sind. Als Speck-, Schinken- oder Talgmeise / Talghacker wurde sie bezeichnet, weil sie auch Fett, Speck oder Fleisch frisst und Speck aus Speisekammern stibitzte. Der früher in Sachsen gebräuchliche Name Spiegelmeise bezieht sich auf die weißen Wangenfelder. Die Verhaltensweise, Nahrung mit den Füßen festzuhalten und pickend aufzubereiten, prägte die Bezeichnung Pickmeise.
Die Kohlmeise vermag Haselnüsse aufzuhacken, was etwa zehn Minuten dauern kann. Größere Raupen werden getötet und ungenießbare oder schädliche Teile entfernt, manche Raupen enthaart. Bienen werden entstachelt. Die Kohlmeise ist im Notfall sehr erfindungsreich im Erschließen neuer Nahrungsquellen und dabei auch sehr lernfähig. Ein bekanntes Beispiel dafür ist das Öffnen der Folienverschlüsse von Milchflaschen.

Jungvogel

Im Januar 2019 hörte ich, als ich abends auf dem Sofa saß, am Fenster Klopfgeräusche. Ich lauschte, es hörte wieder auf. Dann fing es an einem anderen Fenster wieder an. Und dann am ersten Fenster wieder. Kein Vogel, der gegen ein Fenster flog, sondern ein richtiges Klopfen. Wobei ich anfangs nicht an einen Vogel dachte. Es war dunkel draußen und ich hatte schon die wildesten Phantasien, was für dunkle Gestalten da ums Haus turnen… Schließlich guckte ich aber nach. Was da wie menschliches Klopfen klang, war tatsächlich eine Kohlmeise, die vor dem Fenster saß, mich anschaute, und nochmal klopfte, während wir uns anschauten.
Draußen waren Minus-Temperaturen und die Meise sah am Bauch sehr zerzaust aus. Ich öffnete das Küchenfenster, da flog sie dann aber nach kurzer Überlegung an der Voliere vorbei in den Garten. Um direkt danach wieder am Esszimmerfenster zu klopfen. Ich holte die Taschenlampe und ging raus, fand aber nichts.
Kaum wieder auf dem Sofa klopfte es neben mir am Wohnzimmerfenster. Das Meischen saß auf der Terrasse auf einer Stuhllehne und guckte rein. Ich öffnete die Terrassentür und sagte „Deine Entscheidung. Wenn Du rein möchtest komm ruhig.“ Sie sah mich an, ich sah sie an – und dann kam sie an mir vorbei geflogen und drehte ein paar Runden durch’s Wohnzimmer. Ich war hin und weg, holte die Kamera, beobachtete, freute mich an der kleinen Meise, die die Räume erkundete.

Sie suchte die Wärme der Lampen und hatte sehr schnell einen Deckenfluter für sich entdeckt. Sie flog immer dichter über meinen Kopf und landete schließlich kurz auf meinem Laptop, den ich auf dem Schoß hatte. Dann drehte sie wieder ihre Runden, landete in den Pflanzen, wirkte insgesamt aber sehr entspannt und mit der Situation durchaus vertraut.

Inzwischen hatte ich Futter und Wasser hingestellt, sie nahm sich eine Nuss und flog dann wieder ihre Runden. Ich ging in die Küche – Meischen kam mit. Ich konnte das alles kaum glauben, es war so schön! Sie hatte keine Angst vor dem Menschen, möglicherweise eine Handaufzucht, und sie wusste sich auch durchaus in den Räumen eines Hauses zurecht zu finden.
Sie fand Lampen und deren Wärme sichtlich toll. Ich machte oben Licht an, wollte ins Bett gehen. Sie war schneller oben als ich.
Oben suchte sie sich ein Zimmer aus, ich machte mich fertig, kam aus dem Badezimmer – und fand die Meise nicht wieder. Ich ließ in zwei Räumen Licht an, damit sie sich orientieren konnte, und verstand nicht, wo sie abgeblieben sein konnte. Schließlich stand ich nochmal auf und suchte und suchte. Sie hatte sich tatsächlich ganz fix einen Schlafplatz gesucht, da war sie ziemlich gut getarnt, aber da konnte sie gerne schlafen. Wir sahen uns an, ich wünschte ihr eine gute Nacht und bedauerte zutiefst, am nächsten Morgen so früh zur Arbeit zu müssen. Ich ließ ein Licht an, falls sie nachts noch einmal losflattern sollte. Futter und Wasser standen bereit.
Am nächsten Morgen hatte ich den Wecker recht früh gestellt und guckte nach dem Meischen. Ich fand sie aber nicht. Ich suchte und suchte und verstand es nicht, es war aber auch noch dunkel, vielleicht eine Langschläferin, vielleicht völlig erledigt von gestern…?
Ich musste los. Und konnte kaum erwarten, mittags nach Hause zu kommen. Ich freute mich so sehr auf einen Nachmittag mit Tageslicht und dem Meischen. Ich suchte – und schließlich fand ich sie. Auf dem Rücken liegend auf einem Bettrahmen, eingeklemmt zwischen der Wand und einer daran hochgestellten Matratze. Warum?? War sie da reingekrabbelt und nicht wieder rausgekommen? Hatte etwas anderes ihren Tod verursacht? Die Zeit draußen in der Kälte, die sie sichtlich nicht gewöhnt war? Was war vorher passiert, dass die Bauchfedern so verwirbelt waren? Ich weiß es nicht, ich war todtraurig. Ich begrub das Meischen im Garten. Mir war nur noch nach Heulen. So ein Geschenk, diese viel zu kurze Zeit mit dem kleinen, wunderbaren Vogel… Selten habe ich mir so gewünscht, die Zeit zurückdrehen zu können… Hätte ich sie retten können, wenn ich da gewesen wäre?
Sie war ziemlich dünn und hatte einen ziemlich harten Bauch – gut möglich also, dass nicht das Eingeklemmtsein ihren Tod verursacht hat, zumal sie nicht wirklich eingeklemmt wirkte (und ja auch auf dem Rücken lag…)
Ihr Tod nahm mich wirklich mit. Dennoch bin ich sehr dankbar für den Hochgenuss dieser wenigen gemeinsamen Stunden. Ich hoffe, dass sie den Abend auch genossen hat… Den Eindruck machte sie auf jeden Fall.
Selten hat ein Vogel in so kurzer Zeit so viel in mir bewegt. Sie muss es gut gehabt haben und sie war auf jeden Fall mit Menschen und Häusern von innen vertraut. All‘ das spricht für eine gute, durchdachte Handaufzucht. Möglicherweise war sie als Nestling aus dem Nest gefallen und gerettet worden. Sie bat ja auch ganz klar durch ihr Klopfen um Einlass. An wie vielen Fenstern hatte sie es wohl zuvor probiert? Wie viel Zeit hatte sie im mit Sicherheit ungewohnten Frost verbracht? Ist jetzt jemand anderes ebenso traurig, weil sie nicht mehr da ist? Meischen, wenn Du wüsstest, wie viel Freude Du bereitet hast…

Im Juni 2021 nahm ich eine gegen die Scheibe geflogene Kohlmeise eine Weile in meine Obhut, sie wirkte anfangs sehr benommen, erholte sich aber in den nächsten Stunden und konnte noch am selben Tag wieder zurück in die Freiheit.

Der MITTELSPECHT

Der Mittelspecht ist in Mitteleuropa relativ selten. Er ist in einem vergleichsweise kleinen Gebiet der West- und Südwestpaläarktis verbreitet.
Die Art benötigt zur Nahrungssuche Baumkronen mit grobrindigen Ästen und Stammbereichen. In weiten Teilen des Verbreitungsgebietes zeigt der Mittelspecht daher eine Bindung an alte Eichenwälder, wurde aber in den letzten Jahren auch in naturnahen Laubmischwäldern ohne wesentlichen Eichenanteil festgestellt.
Mit einer Körperlänge von ca. 21 cm ist der Mittelspecht kleiner als der Große Buntspecht, aber deutlich größer als der nur etwa sperlingsgroße Kleinspecht. Das Gewicht schwankt zwischen 50 und 85 g.
Der Mittelspecht ist agil, unruhig und wirkt rastlos. Er huscht unter andauerndem Stochern gewandt die Stämme auf- und abwärts, wobei er wie ein Kleiber auch kopfüber abwärts klettert. Häufig sitzt er wie ein Singvogel quer auf einem Ast und nicht, wie die meisten anderen Spechte, in der Längsrichtung.

Die RABEN- bzw. AASKRÄHE

Die Rabenkrähe ist eng mit der grau-schwarzen Nebelkrähe verwandt, mit der sie sich auch verpaart. Sie kommt in allen offenen bis halboffenen Lebensräumen mit Baumbestand vor. Rabenkrähen sind Allesfresser und ernähren sich von Samen, Insekten, Eiern, Fleisch und Abfällen. Während junge und unverpaarte Tiere vor allem in „Junggesellenschwärmen“ leben, errichten Brutpaare Territorien, die sie aktiv verteidigen. Ihre Nester errichten sie für gewöhnlich in der Krone hoher Bäume.
Die Gesamtpopulation wird auf eine achtstellige Zahl von Individuen geschätzt.

Die RINGELTAUBE

Die Ringeltaube (auch Waldtaube) ist die größte Taubenart Mitteleuropas. Sie bewohnt bewaldete Landschaften aller Art (incl. Alleen, Friedhöfe und Parks) und besiedelt weite Teile der Paläarktis von Nordafrika, Portugal und Irland nach Osten bis Westsibirien und Kaschmir.
Ringeltauben ernähren sich fast ausschließlich vegetarisch und sind je nach geografischer Verbreitung Standvogel, Teil- oder überwiegend Kurzstreckenzieher und verbringen den Winter vor allem in West- und Südwesteuropa. Die Art ist trotz starker Bejagung in vielen Ländern ein häufiger Brutvogel und in Europa nicht gefährdet.
„Unsere“ Tauben kommen regelmäßig an die Futterstellen, sind aber relativ scheu, weil sie aus anderen Gärten häufig verjagt werden. Aufgrund ihrer Größe hat man das Gefühl, sie leeren in wenigen Minuten eine frisch gefüllte Futterschale, aber ganz so schlimm ist es gar nicht – sie sind ja auch recht mächtig! Von der kleineren Stadttaube ist sie aufgrund ihrer Größe und der weißen Flecken am Hals gut zu unterscheiden.

Im Juli 2021 las ich eine Ringeltaube von der Straße auf. Sie lag auf dem Rücken und ich dachte, sie wäre tot; als ich sie aufheben wollte, wurde sie aber ziemlich lebendig.

Ich musste zur Arbeit, brachte sie aber noch schnell in den Garten und setzte sie da in eine mit Futter gefüllte Kiste – und nahm an, dass sie nachmittags weg sein würde.

War sie nicht. Sie saß noch immer im Schlaraffenland, und so baute ich ihr eine Voliere ohne Dach – wenn sie in der Lage sein würde, über das 1m hohe Gitter zu kommen, konnte sie wohl auch draußen weiterleben. Sie zeigte aber überhaupt keine Neigung, den Boden zu verlassen, zudem wurde jetzt deutlich, dass ihr rechter Flügel einen abbekommen haben musste. Der war nicht einsatzfähig und tat ihr offensichtlich auch weh.

In den ersten Tagen sah man ihr an, dass sie wohl mit ziemlicher Wucht gegen ein fahrendes Auto geprallt war. Sie durfte hier ihren rechten Flügel auskurieren und wieder fit werden.

So langsam übte sie ein wenig klettern, sie wurde fitter, der Flügel verhinderte aber auch weiterhin mehr Beweglichkeit.

Und dann fing sie an, abzunehmen, und zwar relativ schnell und deutlich. Und so brachte ich sie in die Wildtier-Auffangstation, wo sie unter ihresgleichen weiter genesen durfte.

Das ROTKEHLCHEN

Das Rotkehlchen wurde 1992 und 2021 „Vogel des Jahres“. Wegen des Bestandsrückgangs in den 1970er Jahren wurde es in die Vorwarnliste der gefährdeten Arten aufgenommen und ist in Deutschland geschützt.
Das Rotkehlchen hat bei der Entdeckung und wissenschaftlichen Anerkennung des Magnetsinns eine wichtige Rolle gespielt.
Gesungen wird ab etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang bis in die Dämmerung. Der Gesang ist mit mehr als 250 sich fortlaufend ändernden Motiven äußerst variabel und fast das ganze Jahr über zu hören.
Zur Verdauung nehmen Rotkehlchen kleine Steinchen auf, unverdauliche Teile wie Chitin werden als Gewölle in länglichen Ballen hevorgewürgt.
2021 hatten wir die ersten Küken in unserem Garten! Vor allem die Jungtiere lieben weiche Haferflocken.
Aufgrund der oft geringen Scheu und des hübschen Aussehens sind sie besondere Sympathieträger.

Jungvögel beim Sonnenbad

Die geringe Scheu führte eines „unserer“ Rotkehlchen im April 2020 mit in unser Wohnzimmer – es flog durch die offene Tür herein und saß dann entspannt auf der Fensterbank. Dann flog es mal hierhin, mal dorthin, alles ohne jede Aufregung, und schließlich flog es wieder nach draußen.

Die SAATKRÄHE

Die Saatkrähe ist gut an dem markanten Schnabel zu erkennen. In einigen europäischen Großstädten haben sich große Überwinterungsgesellschaften etabliert (z. B. Wien mit etwa einer Viertelmillion Saatkrähen). Ähnlich wie etwa bei der Lachmöwe entwickelten sich viele Überwinterungs-Populationen zu Resteverwertern auf Abfall- und Mülldeponien. Auch das Füttern durch Menschen hat zum Entstehen dieser riesigen Schwärme beigetragen. Dabei zeigen die Tiere eine große Ortstreue. So wurden Individuen beobachtet, die über Jahre hinweg denselben Hinterhof oder denselben Parkabschnitt besuchten.  Die „Stadt-Krähen“ entwickelten verschiedene Anpassungen in Bezug auf Verhalten, Nahrungsaufnahme und Tagesaktivität. So kann die Fluchtdistanz vor Menschen auf unter einen Meter sinken.
Wie bei anderen Krähenvögeln ist das Erkundungsverhalten und die Intelligenz sehr ausgeprägt. So hat eine junge Saatkrähe eine von sechs Abflussöffnungen ihrer Voliere so verstopft, dass ein „Badepool“ entstand. An trockenen und warmen Tagen fanden diese Aktionen häufiger statt als an kühlen und regnerischen. Eine Studie britischer Forscher wies 2009 an Saatkrähen, die im Labor gehalten wurden, zweifelsfrei die Fähigkeit zum Werkzeuggebrauch nach. Um einen Leckerbissen aus einer Glasröhre herauszuholen, benutzten die Vögel Stöckchen, und zwar umso kleinere, je enger die Glasröhre war. Auch bogen sie die Enden von Drahtstücken so um, dass sie diese Enden als Haken benutzen konnten.

Die SINGDROSSEL

Die Singdrossel ist größtenteils ein Zugvogel, europäische Singdrosseln überwintern im Mittelmeerraum. Wie die Amsel jagt die Singdrossel ihre Nahrung auf dem Boden. Sie bewegt sich dabei sehr schnell und bleibt dann ruckartig stehen. Singdrosseln bevorzugen z. B. Bänderschnecken, deren Gehäuse sie auf einem Stein, der „Drosselschmiede“, zerschmettern, um an das Schneckenfleisch zu gelangen.
Sie ist ein extrem seltener Gast in unserem Garten. 

Im April 2016 hörte ich im Wohnzimmer eine Singdrossel laut rufen – die Terrassentür war offen und sie war hereingeflogen. Tatsächlich ließ sie mich ganz nah heran, obwohl sie fit war und durch das Zimmer flog, so dass ich sie schließlich auf meiner Hand nach draußen tragen konnte.
Da war dann aber auch sofort Schluss mit Nähe zum Menschen 🙂

13.4. e


Der SPERBER

Der Sperber ist ein Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen. Die Weibchen sind fast doppelt so groß und schwer wie die Männchen. Der Name ist ein Kompositum aus den zwei althochdeutschen Substantiven für Sperling und Adler, bezeichnet also gewissermaßen einen „Sperlingsadler“, also einen „kleinen Adler“.
Sperber sind eng an den Wald gebunden, brüten aber auch in städtischen Grünanlagen. In Gärten sind sie eher selten zu sehen und dort auch – wie die Elster – unter den Kleinvogelfreunden gar nicht beliebt, da sie sich überwiegend von kleinen und mittelgroßen Vögeln bis zur Größe einer Taube ernähren. So fasziniert mich zwar extrem der lautlose und hochelegante (und schnelle!) Gleitflug des Sperbers, nicht aber die Panik, die er bei meinen Volierenvögeln verursacht… Ich bin also immer ein wenig hin- und hergerissen zwischen beobachten und wegschicken, wenn er denn mal da ist. Meine Voliere fasziniert ihn leider ebenso wie er mich…


Die STADTTAUBE

Die Stadt- bzw. Straßentaube stammt wahrscheinlich großteils von verwilderten Haus- und Brieftauben ab, die aus der Felsentaube gezüchtet wurden, eindeutig ist die Herkunft aber nicht geklärt. Als Abkömmling der Felsentaube, deren Lebensraum Felsenküsten und Höhlen sind, brütet die Stadttaube nur äußerst selten in Bäumen, sie ist auf Häuser, Mauern, Brücken etc. als Felsenersatz angewiesen. Von verwilderten und halbwilden Stadttauben wird bereits in Schriften des Altertums berichtet. Sie sind heute weltweit verbreitet. Da Stadttauben aus einer ehemaligen Haustierform hervorgegangene, rückverwilderte und heute wieder als Wildtiere lebende Organismen sind, spricht man in der zoologischen Fachsprache von einer Pariaform.
Stadttauben gelten in Deutschland als Schädlinge im Sinne des Tierschutzgesetzes, wenn sie in großer Menge auftreten. Aus diesem Grund ist es in Ballungsgebieten meist untersagt, Tauben zu füttern.

Der STAR

Der Star (auch Gemeiner Star) ist einer der häufigsten Vögel der Welt. Er war 2018 „Vogel des Jahres“. Im Prachtgefieder ist dieser begnadete Sänger eine wahrlich schillernde Persönlichkeit! 
Stare sind Allesfresser, die Ernährung unterscheidet sich je nach Jahreszeit. Er sucht auch Nahrungsabfälle in Siedlungen und auf Müllkippen. Schwärme mit mehreren 1000 Individuen bilden über dem Schlafplatz häufig eine „Wolke“, aus der die Stare dann schlauchförmig nach unten fliegen. Auf größere Entfernung ähnelt dieses Schauspiel einem Tornado.
Der Star besitzt die Fähigkeit, Tierstimmen und diverse Geräusche wie Hundegebell, Rasenmäher oder Handy-Klingeltöne zu imitieren. 
In unseren Garten kommt er nicht allzu oft, aber spätestens zur Kirschernte fällt ein ganzer Schwarm über Nachbars Kirschbaum her und leert diesen innerhalb von ein bis zwei Tagen vollständig. Hier konnte ich die Rangeleien der Jungvögel um die besten Kirschen hautnah miterleben.

Die STOCKENTE

Die Stockente ist die größte und am häufigsten vorkommende Schwimmente Europas. Sie ist sehr anpassungsfähig und kommt fast überall vor, wo es Gewässer gibt. In menschlicher Obhut kann sie bis zu 40 Jahre alt werden.
Stockenten haben etwa 10.000 Daunen und Deckfedern, die sie vor Nässe und Kälte schützen. Zwischen dem Daunengefieder hält sich Luft, wodurch die Ente vom Wasser getragen wird. Deckfedern schließen die Daunen ab. Zusammen mit dem Fettpolster unter der Haut verhindert die eingeschlossene Luftschicht, dass Körperwärme verloren geht und die Ente auskühlt. Die Bürzeldrüse an der Schwanzwurzel liefert das Fett, mit dem die Enten ihr Federkleid einfetten, damit kein Wasser durchdringen kann. 
Die Stockente frisst nahezu alles, was sie ohne großen Aufwand bekommen kann. Neben Samen, Früchten, Getreide, Eicheln, Nüssen, Kartoffeln, Wasser-, Ufer- und Landpflanzen stehen auch Weichtiere, Larven, kleine Krebse, Kaulquappen, Laich, kleine Fische, Frösche, Würmer und Schnecken auf ihrem Speisezettel. Bei der Nahrungssuche unter der Wasseroberfläche – dem Gründeln – tauchen Stockenten mit dem Kopf ab, schlagen mit den Flügeln auf die Wasseroberfläche und kippen vornüber. Dabei suchen sie den Gewässerboden unter sich bis zu einer Tiefe von etwa einem halben Meter nach Fressbarem ab. Mit dem Schnabel reißen sie Pflanzenteile ab und drücken das Wasser, das sie dabei aufnehmen, durch die Hornleisten des Schnabels nach draußen. Diese Teile des Schnabels wirken wie ein Sieb, in welchem die Nahrung hängen bleibt.

Erpel im Prachtkleid
Weibchen

Die Geschlechter sind, wenn die Erpel das Prachtgefieder tragen, leicht zu unterscheiden – der Erpel hat bei grau/brauner „Oberseite“ einen grün/blau/lila schillernden Kopf (je nach Lichteinfall) und einen leuchten gelben Schnabel, während die Ente in diversen, schön gezeichneten Brauntönen daherkommt.

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Erpel im Schlichtkleid
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„Unsere“ Enten kommen phasenweise mehrmals täglich an die Futterstellen. Hier das volle Dutzend 🙂

2020 und 2021 durfte ich das Großwerden von je 6 Küken erleben, die täglich auf die Terrasse kamen, schließlich auf meinen Ruf hörten und zum Teil aus der Hand fraßen.


Die SUMPFMEISE

Die Sumpf- oder Nonnenmeise ist in Mitteleuropa ein verbreiteter und häufiger Brutvogel. Ihr Verbreitungsgebiet zerfällt in zwei Teile, die durch eine fast 2000 km große Lücke getrennt sind. Der westliche Teil umfasst die Eichen-Mischwälder Europas bis hin zum Ural, der östliche Teil die Gebirgstaiga und die sommergrünen Laubwälder Ostasiens; er reicht bis nach Japan und ins östliche China. Die Sumpfmeise besiedelt – anders als ihr Name vermuten lässt – vor allem Laub- und Mischwälder mit altem Baumbestand und Totholz, in denen sie ein ausreichendes Höhlenangebot vorfindet. Sie ernährt sich vor allem von Insekten und Spinnentieren, aber auch viel von Sämereien. Sind diese in ausreichender Menge vorhanden, legt die Sumpfmeise Vorräte an, indem sie einzelne Samen in Rindenspalten und unter Moos versteckt. Mit einer Körperlänge von ca. 11,5 – 13 cm liegt in der Größe zwischen Kohl- und Blaumeise.

Die TANNENMEISE

Die Tannenmeise ist auf den ersten Blick leicht mit der deutlich kräftigeren Kohlmeise zu verwechseln. Sie ist jedoch matter gefärbt und der schwarze Nacken der Kohlmeise ist bei der Tannenmeise weiß unterbrochen. Die Nahrung besteht aus Insekten sowie aus Samen verschiedener  Nadelhölzer. Die Tannenmeise legt ihr Nest nicht nur in Baumhöhlen, sondern auch in Felshöhlen, Erdhöhlen und Erdspalten an. 

Die TÜRKENTAUBE

Die Türkentaube hat ihren Namen, weil sie in den 1930er Jahren aus dem Südosten nach Mittel- und inzwischen auch nach Nord- und Westeuropa eingewandert ist. Türkentauben sind Kulturfolger, die ursprünglich aus Asien stammen, aber da sie auch in nördlicheren Bereichen Europas durch Landwirtschafts- und Hausabfälle ein immer besseres Nahrungsangebot vorfanden, dehnten sie ihren Lebensraum im Laufe des 20. Jahrhunderts über ganz Europa aus. Inzwischen dringen sie weiter nach Nordosten vor. Ihr Vordringen in der Mitte des 20. Jahrhunderts konnte detailliert beobachtet und aufgezeichnet werden. Sie haben sich als Standvögel etabliert und leben in Parks und Gärten, aber immer in der Nähe von Siedlungen, gerne in ruhigen Wohngebieten, in denen es ein paar Nadelbäume gibt, da sie in diesen bevorzugt brüten. Art wird in vielen Ländern bejagt. Türkentauben ernähren sich von Samen, Getreide und Früchten.

Die WACHOLDERDROSSEL

Die Wacholderdrossel ist überwiegend ein Kurzstreckenzieher und verbringt den Winter vor allem in Mittel- und Südwesteuropa sowie im Mittelmeerraum.  Die Art wurde früher Krammets-, Kramts-, Krammet- oder Krummetvogel genannt, der Name ist abgeleitet von der alten Bezeichnung Krammet (auch: Kranewitt) für den Wacholder. Früher wurden die Vögel, vor allem während der Zugzeiten, massenhaft gefangen. Krammetsvögel sind in zahlreichen alten Rezeptbüchern erwähnt.

Mitte Februar 2021 krachte eine Wacholderdrossel mit voller Wucht gegen eines unserer Fenster im Obergeschoss – zum Glück gegen das, neben dem mein Mann gerade im HomeOffice saß. Er erschrak zu Tode, drehte sich zum Fenster und sah nur noch Federn fliegen. Die Drossel fiel – zum Glück – auf das Dach der Voliere.

In den ersten 2 Stunden konnte sie den Kopf nicht heben. Das linke Auge blieb geschlossen. Die Schnappatmung beruhigte sich langsam, aber es sah nicht sehr wahrscheinlich aus, dass sie überlebt.

Gut 7 Stunden später konnte sie kurz den Kopf heben. Das rechte Auge öffnete sie normal, das linke nur kurz. Der Kopf kippte immer wieder, sie konnte sich nicht erheben. Die Füße trugen überhaupt nicht.

Am nächsten Tag konnte sie den Kopf recht gut halten und immerhin sitzen. Ich stellte den Käfig ein paar Stunden geschützt in die Sonne. Sie genoss die Sonne, nahm aber auch ihre „Rückzugsbrücke“ gerne an. 

Ich übte mit ihr klettern und greifen. Die Füßen fingen ein wenig an, zu greifen, konnten das aber nicht lange halten. Das linke Auge öffnete sie jetzt häufiger, es war aber deutlich blutunterlaufen.

Und dann fiel Schnee. Ich ließ sie tagsüber in der Voliere ein paar Stunden raus. Sie naschte Schnee und übte fleißig laufen und springen. An fliegen war noch nicht zu denken.

Die Nächte verbrachte sie noch drinnen bei 15 Grad. Inzwischen hatte sie auch im Käfig einen „Übungsast“.

Schließlich sollten meine Vögel aber auch wieder raus, und so teilte ich die Voliere. Drosselchen bekam 2 qm für sich. In den Frostnächten holte ich sie noch rein, ansonsten blieb sie jetzt ständig draußen. Sie wurde fitter und langsam gelangen erste „Kurzstreckenflüge“.

Halb fliegend, halb kletternd erreichte sie nun auch die höheren Stangen. Und da genoss sie die Wintersonne.

Für die dritte Woche baute ich noch einmal um. Nun bekam sie 4 Meter Länge und blieb Tag und Nacht draußen.

Stanleysittich Kyrie fand prompt den einzig möglichen Durchgang zwischen beiden Volieren 🙂 Den fand Ziegensittich Jinda auch, ich konnte aber beide wieder zurück lotsen und die Lücke schließen.
Das Zusammentreffen war völlig unproblematisch.

Drosselchen stärkte sich und übte fleißig weiter. An manchen Tagen wurde ein ganzer Apfel ausgehöhlt!

Mitte der dritten Woche konnte sie im Flug wenden und sicher landen. Der Auszug rückte näher. Ich telefonierte mit einem Ornithologen, weil ich wissen wollte, ob irgendwo ein Schwarm bekannt wäre. Dann hätte ich sie da hin gefahren. Er meinte, das wüsste er so nicht, aber ich kann sie ruhig rauslassen, sie käme auch alleine klar. Nicht schön, aber na gut…

Nach genau drei Wochen durfte sie zurück in die Freiheit.
Ich bin so glücklich, dass sie es geschafft hat.
Hoffentlich hat sie noch ein langes, schönes Leben vor sich!


Die ZAUNGRASMÜCKE

Die Zaun- oder Klappergrasmücke ist in ganz Europa verbreitet und die kleinste einheimische Grasmücke. Das eintönige Klappern ist weithin hörbar und hat ihr den Namen eingebracht. Als Langstreckenzieher hält sie sich von April bis Oktober in ihren Brutgebieten auf. Das Winterquartier liegt in Ostafrika. Das Männchen versucht, ein im Revier erscheinendes Weibchen durch Vorausfliegen zu seinem Wahlnest zu locken.
In unserem Garten ist sie ein extrem seltener Gast und so war ich begeistert, sie bei einem ihrer Besuche vor die Linse zu bekommen. Sie ist klein, schnell und relativ unscheinbar, was das Fotografieren gar nicht so leicht macht. Ich hoffe, sie kommt noch häufiger vorbei!


Der ZAUNKÖNIG

Zaunkönige gehören zu den kleinsten Vögeln. Sie können wie Mäuse durch bodennahes Gestrüpp huschen und auf der Jagd nach Insekten und Spinnen die entferntesten Winkel absuchen. In nahrungsgünstigen Revieren gelingt es Männchen, mit mehreren Weibchen verpaart zu sein.
Der schmetternde und trillernde Gesang ist für den Winzling erstaunlich laut. Der Zaunkönig zuckt oft mit dem kurzen, gestelzten Schwanz, bei stärkerer Erregung macht er knicksende Körperbewegungen. 
Bislang war er nur ein einziges Mal in unserem Vorgarten und einmal an den Futterplätzen ganz kurz zu sehen, was vermutlich nicht heißt, dass er nicht häufiger hier ist, sondern wohl eher, dass er unglaublich flink und hervorragend getarnt ist.


Der ZILPZALP

Der Zilpzalp (auch Weidenlaubsänger) ist klein und unauffällig und bewegt sich meist in höherer Vegetation. Er fällt daher am ehesten durch den markanten Gesang auf. Zilpzalpe suchen ihre Nahrung überwiegend in den mittleren und oberen Teilen der Baumkronen in Höhen ab 10 m, seltener in den unteren Teilen sowie in der Kraut- und Strauchschicht und nur ausnahmsweise auf dem Boden. Sie sind dabei fast pausenlos in Bewegung und suchen Blätter und Zweige in flatternden Sprüngen und durch Hängen an Zweigen ab, machen aber auch kurze Rüttelflüge. Der Zilpzalp ist ein Kurz- bis Langstreckenzieher. Europäische Vögel ziehen zwischen August und März in den Bereich des Persischen Golfs, in den Mittelmeerraum, in  die Sahara sowie ins ostafrikanische Hochland.

JUNGVÖGEL in unserem Garten:

Nest mit Amselküken am 13. April 2020:

18. April:

Gerade aus dem Nest gekrabbelt, 19. April:

27. April, Mutter mit einem der Küken:

28. April:

29. April, Vater, Mutter und eines der Küken:

5. Mai, zwei der Küken:

7. Mai:

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