Princess-of-Wales- / Alexandrasittiche

Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Edelpapageien (Psittaculinae)
Gattung: Prachtsittiche (Polytelis)
Art: Alexandrasittich

Wissenschaftlicher Name: Polytelis Alexandrae
(Gould, 1863)

Der Alexandrasittich, auch Blaukappensittich, Blaukappe oder Princess-of-Wales-Sittich genannt, ist ein Papagei aus der Gattung der Prachtsittiche. Prachtsittiche kommen ausschließlich in Australien vor. Der Gattung werden drei Arten zugeordnet: der Alexandra- (Princess of Wales), der Berg- und der Schildsittich.
Alexandra- bzw. Princess-of-Wales-Sittiche gelten als nicht sehr häufig und es wird angenommen, dass etwa fünftausend Exemplare in freier Wildbahn leben.
Der Sittich wurde in Huldigung an die mit seltener Anmut gesegnete Prinzessin von Wales und spätere Königin von England und Kaiserin von Indien, Alexandra, benannt.

Der Alexandrasittich ist ein Bewohner der Strauchsavanne, die nur einen verstreuten Bewuchs mit aufweist. Der Boden ist mit Spinifex-Gras bewachsen und eher sandig. Alexandrasittiche kommen außerdem in den Galeriewäldern entlang von Wasserläufen vor.
Der Flug ist schnell und gradlinig. Kurze Distanzen überwinden sie, indem sie nur wenige Zentimeter über dem Boden fliegen. Lange Strecken werden hingegen in beträchtlicher Höhe zurückgelegt. Die Stimme ist laut rollend und gackernd. Ruhende Vögel geben dagegen zwitschernde Plaudertöne von sich.

Alexandrasittiche erreichen eine Körperlänge von 40 Zentimetern und wiegen etwa 90 Gramm. 

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Da ich schon einige Arten beherbergte, wollte wohlüberlegt sein, welche noch dazu kommen dürften, ohne Streit zu provozieren. Princess of Wales standen schon eine Weile ganz oben auf der Liste, aus irgendwelchen Gründen entschied ich mich aber immer dagegen.
Bis sie vor, bzw. fast neben mir saß. Ich stand bei meinem Züchter-Freund Dieter in der großen Voliere, beobachtete so vor mich hin, und da saß sie, keinen halben Meter entfernt, und fraß entspannt. Es war ihre Art, die mich überzeugte und vergessen waren die Gegenargumente – sie fielen mir in dem Moment wirklich nicht mehr ein. Später erinnerte ich mich, dass ich sie auf den meisten Fotos als eher „farblos“ empfand und ich hatte wohl auch etwas darüber gelesen, dass sie enorm laut sein können… Ich dachte in diesem Moment so überhaupt nicht an Größe = Lautstärke, bekam aber schon auf der Heimfahrt einen kleinen Vorgeschmack. Oha. Hoffentlich bleiben meine Nachbarn so entspannt wie bisher…!

Und so zog am 21. Mai 2021 die „Prinzessin“ bei mir ein – „Saray“ (hebräisch: Prinzessin). Ich nutzte, wie so oft, die Gelegenheit, sie erst einmal auf meine Hand kommen zu lassen, bevor ich sie aus dem Transportkäfig entließ, und da saß sie auch einigermaßen entspannt, war allerdings doch schon aufgeregt durch die Geräusche meiner Vögel und die fremde Umgebung.

Kaum draußen zeigte sie sich entspannt, nach einer halben Stunde in der Voliere schlief sie erstmal in der Sonne ein.
Was für ein herrlicher Sittich! Ein Edelpapagei, ein Prachtsittich, zu Recht 🙂

Und wieder einmal geht die Suche nach einem Hahn los…
Der fand sich am 21. Juni 2021 und wurde mir, wie in Corona-Zeiten mehrfach passiert, per Tierversand geschickt. Und wieder eine gute Erfahrung mehr, tatsächlich habe ich damit nie Pech gehabt.

Der Kiste entstieg ein so traumhaft schöner Vogel! Mit unfassbar langen Schwanzfedern – also in der Länge übertreffen die beiden alles, was hier rumfliegt. Sein Name ist nun etwas ausgefallener: ලස්සනයි (gespr.: Lassini, singhalesisch: wunderschön). Er war zu diesem Zeitpunkt 3 Jahre alt – und mehrfach am Tage sehr laut…

Der längste und die kürzeste (Sperlingspapagei Zoey)

Zu meiner großen Freude wurden die beiden schnell futterzahm:

Ein Jahr später, am 22. Juni 2022, kam ich nach Hause und sah die Prinzessin tot im Durchflug von drinnen nach draußen liegen. Der Verdacht liegt nahe, dass der Sperber mal wieder da war und alles in Panik versetzt hat und sie dabei mit Wucht gegen die Wand geflogen ist.
Ihr Tod nahm mich sehr mit, an den beiden hänge ich doch.
Und wieder ging die Suche los…

Im August reiste die schöne dreijährige Letsasi (= Sonne) quer durch Deutschland.
Der Prinz war hin und weg von seiner neuen Prinzessin.

Das Glück währte drei Wochen. Aus unerfindlichen Gründen lag Letsasi Mitte September tot in der Voliere, der Prinz verging förmlich vor Trauer und starb am nächsten Tag. Ich war völlig fassungslos.

Leider blieb es damit bei diesen drei „Prinzen“, ich holte keine neuen mehr. Aber ich bin sehr dankbar für die leider viel zu kurze Zeit, die ich diese wunderbaren Vögel erleben durfte.

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