11.6. – Working-Equitation-Turnier

Bei aber so richtig spanischem Wetter richtete die VFD wieder ein Working-Equitation-Turnier auf dem Johannenhof in Heist aus. Ausgeschrieben waren neben der Doma-Vaquera-Kür, dem Einsteiger-Trail „Doma de Campo“ auch die Working-Equitation-Klassen A und L. Zu diesen gehört jeweils eine feste Dressuraufgabe und ein Stil-Trail, der im Galopp zu absolvieren ist (wobei an den Hindernissen selbst teilweise angehalten oder Schritt geritten werden muss). In Klasse L wird zudem der Trailparcours noch einmal als Speedtrail geritten, was natürlich zu johlenden, anfeuernden Zuschauern führte. Einen dieser Ritte habe ich mir angesehen und das war schon echt klasse!

Ich hatte mit beiden die Kür und Doma de Campo genannt, zudem mit Dón die Working Equitation Kl. A. Dies würde unsere erste Working-Equitation-Prüfung sein.

Es sollte der bislang heißeste Tag des Jahres werden und mir war irgendwie so, als wäre das letztes Jahr auch schon so gewesen. Na, wenn wir jetzt für dieses Turnier eine Wetter-Garantie haben wäre das doch auch super! Ich hatte zwei Boxen mit kleinem Paddock, hier ging den ganzen Tag eine leichte Brise und die Boxen lagen im Halbschatten – also diese Boxen waren wirklich ein Geschenk. Daneben war Platz für mein Equipment, das war super. Und beide Pferde tranken problemlos das hiesige Wasser.

Es begann mit der Dressur der Kl. A, und ich erfuhr am Tag zuvor per Zufall, dass diese um 9.00 und nicht wie vorgesehen um 10.00 losgehen würde. Das fand ich schon mal gar nicht witzig (nicht die Zeit, aber dass ich das nur per Zufall erfuhr), und so machte ich mich nach einem ohnehin schon langen Samstag abends noch auf den Weg nach Heist, um einen Blick auf die Starterlisten zu werfen. Im Vorjahr hingen die abends aus und ich hoffte sehr, dass das in diesem Jahr auch so sein möge.
War es – ich war dritter von elf Startern in der A. Ganz offensichtlich hatte es in allen Prüfungen eine höchst erfreuliche Steigerung der Nennungszahlen gegeben. Aber muss man deswegen den Zeitplan am Tag vorher ändern? Weiß man das nicht eine Woche vorher?

So toll dieses Turnier ist, an vielen Stellen ist nach oben noch Luft. Ich hatte vor zwei Jahren nicht genannt, weil die Ausschreibung sehr wenig konkrete Aussagen enthält und ich auf meine Fragen meist ein „Ach, das kriegen wir schon irgendwie hin“ oder so erhielt.
Für ein Turnier eine für mich unbefriedigende Antwort. Im letzten Jahr wollte ich mit Dón aber unbedingt starten, weil das eine tolle Gelegenheit ist, von der es (noch) nicht so viele gibt. Die Antwort auf meine Fragen klang wieder ähnlich, und so ließ ich mich halt mal ein auf das Abenteuer „Ach, das kriegen wir schon irgendwie hin“. Stimmt, irgendwie wurde alles hingekriegt, und ich hatte etwas mehr Ideen, was wo gemeint war.
Für dieses Jahr war ich nun also um einiges schlauer, höchst ärgerlich fand ich nun nur, dass nicht nur die A als erste Prüfung des Tages um 9.00 begann (lässt sich verschmerzen, dann eben um 5.00 aufstehen), sondern dass der Stil-Trail der A die letzte Prüfung des Tages war. Die L war nochmal komplett davor geschoben worden.
Der Tag versprach, lang zu werden.

Früh aufstehen, putzen, flechten, flechten, flechten, verladen. Das Verladen dauerte bei Nacariño 30, bei Dón 3 Sekunden. Absolut großartig, alle beide! Die Sachen hatte ich natürlich am Abend vorher eingepackt, es war ja wieder eine Menge mitzunehmen.

Ich kam wie geplant um 8.00 an – und in „meinen“ Boxen standen Pferde.
Äääähhh…??

Meine Zeit war verplant mit weiter einflechten und Sachen schleppen und so, und nun konnte ich nicht viel tun. Zum Glück tauchte die Besitzerin der beiden auf, die nun in aller Seelenruhe die Boxen sauber machte, ihre Pferde derweil aber immer noch da stehen ließ.
Erste Nervosität schlich sich hoch. Ich schleppte zumindest schonmal die Sachen an und hatte eine Garderobe im Grünen – die Klamotten hingen an Ästen im Baum 🙂

Um 8.30 endlich nahm sie ihre Pferde da raus (sie war auch nur Gast des vorangegangenen Lehrgangs gewesen und ihre Pferde waren für heute nicht mehr eingeplant hier, ich vertrieb also zum Glück keinen Einsteller aus seinen Boxen) und meine zogen ein. Ich hängte das Heunetz auf, band die Jungs an und machte die Mähnen fertig. Was ich hier geflochten habe… Für die Kür mussten ja auch die Schweife eingeflochten sein, gefühlt drehte ich ständig die Finger.

Ich machte Dón fertig, zeitlich passte nun alles soweit ganz gut, die beiden wieherten sich natürlich noch mal hinterher, aber das Trennen ging gut. Dafür bin ich sehr dankbar – ich kann diese beiden immer und überall trennen, klar wiehern sie, aber so ein Theater wie Fàscino früher macht keiner von beiden. Obwohl Nacariños Kreischen oft einen hysterischen Unterton hat. Und daneben stehen darf man auch nicht, da platzt einem das Trommelfell.

Noch hatte keiner angefangen, also ging ich eine schöne Runde außen um den unteren Geländeplatz herum. Dón guckte sich um und fühlte sich gut an. Eifrig, kraftvoll, aufmerksam.
Ich hatte ja in den Tagen zuvor zu Hause den Galopp so ein bisschen kaputt gemacht und war nun sehr gespannt, wie das hier werden würde. In dieser Aufgabe sind anfangs ganz hübsche Trab- und Schritt-Touren verlangt, das lässt sich alles gut reiten, und dann kommt der Galopp und ab dann geht es nur noch geradeaus. Am Beginn der langen Seite wird angaloppiert, dann mit einfachem Wechsel durch die Diagonale, nächste lange Seite zulegen, wieder mit einfachem Wechsel durch die Diagonale, kurz Trab, Halt, rückwärts und daraus wieder angaloppieren, eine ganze lange Seite hoch und dann Mittellinie und vor den Richtern halten und grüßen. Eine Aufgabe mit tollem Anfang und bescheuertem Ende. Ich galoppiere ohnehin fast nie geradeaus. Erst mit gesetzten Pferden. Diese Linien boten so ungefähr alles, was ich mit noch nicht ausreichend versammelten Pferden nie tun würde. Ich fand diese Linienführung echt unschön, und das um so mehr, nachdem ich sie mit Dón durchgeritten war und er schließlich richtiggehend panisch wurde, wenn ich nur geradeaus guckte im Galopp. Er schoss los, er sprang im Außengalopp an, er sprang fliegende Wechsel nach außen, er wurde hektisch und bekam fast Flecken im Gesicht.
Bot ich ihm auch nur gedanklich eine Wendung an, war alles gut, wobei auch das langsam kaputt ging. Er zog sich richtig an diesen Linien hoch und wurde immer panischer.

Na, herzlichen Glückwunsch. Ich ritt die Linien schließlich zu Hause ungeheuer schlampig mit mehr oder weniger durchhängenden Zügeln und völlig verkorksten einfachen Wechseln, Hauptsache er ließ mich überhaupt irgendwie grob in die Richtung reiten.
Vier Tage vor dem Turnier war der Galopp gefühlt kaputt, einen Tag vorher war das alles leidlich wieder da und ich war sehr gespannt, wohl wissend, dass ich in dieser Halle auch vor der Aufgabe nicht viel würde galoppieren können. Der Boden und die Enge hatten Dón letztes Jahr überhaupt nicht behagt. Der Prüfungs-Platz hingegen war schön.

Seine Versammlungsfähigkeit und damit die Möglichkeit, sich zu setzen, hatte sich deutlich gebessert – die Halle zeigte mir wieder einmal, wieviel mehr Dón sich schon versammeln kann im Galopp. Hier ritt ich allerdings nicht ein einziges Mal geradeaus, ich wollte nur vor der Aufgabe überhaupt ein paar freundliche Galoppsprünge haben und keinesfalls seine Angst wieder wachrufen. In der Aufgabe wollte ich es dann drauf ankommen lassen, Hauptsache, wir konnten in guter Stimmung anfangen.
Vor dem Start ritten wir noch einmal um den Geländeplatz herum. Ausatmen!

Das gelang. Dón war gut drauf, ich hatte die Aufgabe im Kopf und es ging los.
Im Hintergrund spielte spanische Musik, das Licht war traumhaft auf diesem schönen Waldviereck, die Stimmung war einfach schön.
Dón fing wirklich gut an. Etwas unruhig beim Gruß, aber ein super promptes Antraben aus dem Halten und sichere Linien danach. Ich hatte kaum richtig angefangen – es ging los mit Trab linke Hand, eine lange Seite hoch, dann Mittellinie und bei D eine Volte links, danach bei C rechte Hand, wobei ich mich schon gefragt hatte, warum nicht bei G eine Rechtsvolte verlangt wird, aber gut, so hatte ich mir die Aufgabe aus dem Internet gezogen und wenn die meinen, nur eine Volte sehen zu wollen, soll es mir Recht sein.
Ich war also gerade bei der Tour nach dieser Mittellinie und da klingelt es vom Richtertisch. Ich hörte das zwar, parierte aber nicht durch, weil ich mir nach blitzartigem Durchdenken dessen, was ich gerade geritten war, völlig sicher war, noch auf dem richtigen Weg zu sein. Und im richtigen Gang.

Es klingelte nochmal, und dieses Mal ziemlich energisch. Ich brach ab und ritt zum Richtertisch, mit fünf Fragezeichen im Gesicht. „Willst Du die zweite Volte nicht auch noch reiten?“ – „??? Welche zweite Volte? Wo wäre die denn?“ – „Bei G“ – Ach…
Und nun sagte ich das so ungefähr dümmste, was ein Reiter sagen kann, wenn der Richter gerade behauptet, bei G hätte man eine Volte zu reiten: „In meiner Aufgabe stand das nicht“ – ich hörte mich das sagen und schüttelte innerlich über mich selbst den Kopf, während ich mich allerdings auch fragte, wie es sein kann, dass diese Volte fehlte.
Hier und jetzt fand ich keine befriedigende Antwort und so sagte ich, etwas durcheinander gebracht, „Äh, ja klar reite ich die noch“ und trabte wieder los.

 

Volte noch geritten, weiter. Wir waren ein ganz klein wenig aus dem Konzept, Dón war etwas unsicher, wir fingen uns aber wieder und hatten eine für mein Gefühl wirklich schöne Tour mit tollen Schritt-Trab-Übergängen und sehr sauberen Linien.
Der Galopp stand an, ich lullte Dón so gut wie möglich ein, legte den ersten Übergang in die Ecke, so dass der zwar deutlich zu früh, aber für Dón auf gebogener Linie war. Das gelang, ich ließ Dón auf der langen Seite weitgehend in Ruhe, er war zwischen Losschießen und Zuhören wollen und so lavierten wir uns irgendwie durch die Galopp-Tour.
Nach dem ersten einfachen Wechsel patzten wir richtig, ich hätte noch ein paar Meter weiter auf die Ecke zureiten sollen, so sprang Dón hektisch im Außengalopp an und ich musste korrigieren.

Also die ganze Tour hätte nach dem, wie es zu Hause lief, viel schlimmer aussehen können, sie hätte aber auch mit ein paar gebogenen Linien viel besser aussehen können.

Im Endeffekt war ich sehr zufrieden, vor  allem, weil Dón den letzten Galopp auf der Mittellinie super bis zum Schlussgruß durchgehalten hatte. Das war echt gut. Und richtig heiß war er im Galopp auch nicht geworden, er hörte mir hier deutlich besser zu als zu Hause und wollte es unbedingt richtig machen.

Die Gesamtpunktzahl sah ich erst mittags und das Protokoll habe ich noch gar nicht.
So kann ich meine Wertung also nicht nachvollziehen, aber das Verreiten und wohl auch die Korrektur im Galopp und die unschönen einfachen Wechsel haben mich offensichtlich weit mehr Punkte gekostet, als unser guter Beginn uns eingebracht hat. Dón war laut Liste tatsächlich Letzter. Nanu? So schlecht? Hier würde mich das Protokoll nun wirklich interessieren. Hoffentlich bekomme ich es noch. Meiner Freude über den wirklich schönen ersten Teil dieser Aufgabe tat das jedoch keinen Abbruch.

Ich hatte nun mehr Zeit als erwartet vor der Kür, da nun erst noch die Reiter der Kl. L ihre Aufgabe absolvierten. Danach wäre ich erster und letzter Starter in der Kür, in der leider von 7 Nennungen nur 4 Starter übrig geblieben waren. Dritter und Vierter waren wir also schon mal 🙂

Nacariño war erster Starter, und auch er durfte erst eine Runde außen herum gehen, erkannte wohl, wo er war, und schaltete gedanklich kurz in den Springmodus um.
Allerdings blieb er viel gelassener als bei den Malen, als ich zum Springen hier war – da saß ich ja die ersten Minuten auf Dynamit, heute konnte er tatsächlich Schritt gehen (auch wenn das Wort „gelassen“ jetzt vielleicht ein bisschen übertrieben sein mag).
Ich zeigte ihm die Halle, er fand die beengend und beunruhigend, ließ sich aber sehr brav in allen Gangarten reiten. Er bevorzugte allerdings doch deutlich den dritten Gang.
Im Trab musste ich ungeheuer geschmeidig sitzen, sonst nahm er jede meiner Bewegung zum Anlass, zu behaupten, ich hätte doch eben Galopp gesagt…?
Sein Eifer dabei war aber so niedlich, er war regelrecht heiß darauf, etwas zu tun, was aber nicht zwingend das sein musste, was mir gerade vorschwebte.

Ich hatte noch ein wenig Zeit und ging nochmal außen herum mit ihm. Was für eine tolle Luft, und dann dieses Spiel aus Sonne und Schatten, zu und zu schön. Wir genossen das Gelände und das Vogelgezwitscher. Ich hörte etwas klatschen an seinen Hinterbeinen und wunderte mich – hatte er in der kurzen Zeit so angefangen zu schwitzten, dass seine Hinterbeine klatschten?? Der Hals war knochentrocken.
Mal klatschte es, mal nicht. Komisch. Und dann blieb Nacariño stehen und schlug sich mit einem Hinterbein gegen den Bauch oder gegen das andere Hinterbein – irgendwo bei den Hinterbeinen oder am Bauch schien ein Viech zu sitzen, dass ihn trietzte. Innerhalb von Sekunden wurden seine Augen groß, er stellte den Strom an und dann kam das bekannte Gefühl, dass er im nächsten Moment panisch wird.
Und das wurde er. Er trat wie verrückt nach irgend etwas an seinen Beinen oder seinem Bauch. Mir kamen gerade Bekannte entgegen – ein Glück – die verhinderten, dass ich Nacariño angaloppieren ließ, denn ich sagte noch „Da sitzt irgendwas, ich lasse ihn mal gehen, damit das abhaut“, worauf sie meinten, der Schweifriemen sei ab und hinge an seinem Schweif fest. Das abgegangene Ende klatschte ihm also zwischen den Hinterbeinen herum. Hätte ich ihn jetzt wirklich nach vorne gehen lassen, wäre der Ausgang fraglich gewesen. Jübek die Zweite. Och nö!
Ich sah zu, dass ich runterkam, sprang in irgendeinem seiner immer panischer werdenden Hopser ab. Das ist mit dem spanischen Sattel mal gar nicht so einfach.
Nun kam ich aber nicht an den Schweif, während ich ihn am Kopf hatte, und er drehte sich mit mir. Seine Augen drehten sich auch, nur schneller. Er war wirklich kurz davor, nicht mehr zuhören zu können. Und es war zu sehen, dass er mich – wie in Jübek – deutlich fragte, was er tun soll und sich ehrlich bemühte, mir zuzuhören. Er konnte aber gleich nicht mehr, das war auch zu sehen. Sollte ich jemand Fremdes an seine Hinterbeine lassen oder lieber an seinen Kopf? Ich entschied blitzartig für Kopf und ging selbst an die Hinterbeine. Er schlägt nicht, aber weiß ich, was er tut, wenn ihm jemand Fremdes den Schweifriemen zwischen den Beinen hervorzieht? Dann soll er doch lieber vorne jemandem abhauen, während ich aber zumindest diesen Riemen zu fassen kriege.
So der Plan.
Ich erwischte den Riemen, Nacariño ließ sich so gehorsam wie er gerade konnte festhalten.

Puh!!!!!

Dieses Pferd sorgt aber auch jedes Mal für Nervenkitzel. Kann das mit ihm nicht einmal einfach… Nein, wohl nicht. Noch nicht. Irgendwann schon. Meine Güte, das war aber echt wieder Adrenalin. Nach der Jübek-Nummer um so mehr – andererseits der zweite Beweis in kurzer Zeit, dass er die Gelegenheiten nicht mehr gegen mich verwendet, sondern wirklich fragt und zuhören und gehorchen will. 

Ich machte den Schweifriemen etwas anders fest und saß wieder auf. Alles war gut. Nacariño blieb noch eine Weile unter Strom, aber er fuhr sich viel schneller runter als in Jübek (oder sonst früher, wenn etwas vergleichbares passiert war). Aber was wir unbedingt üben müssen: er muss Dinge zwischen seinen Hinterbeinen aushalten. Das war mal kein Thema gewesen, bis ihm in diesem Frühjahr die Plane bei dem Wind so unter dem Bauch herumschlug, als ich die über ihn gelegt hatte. Da war er losgeschossen und hatte die damit runtergekriegt. Auf der Nordpferd war es dann die Stadionflagge, da brauchte er keinen Wind, da trat er zwei Mal gegen und behauptete dann, die hätte sich bewegt. Und weg war er. Das müssen wir üben. Das geht nicht, das muss er aushalten.
Andererseits – wann hätte ich wohl gemerkt, dass der Schweifriemen verkehrt rum hängt? Das Klatschen hatte ich ja schon ein ganzes Stück vorher gehört, also der schien schon eine Weile so da zu hängen, von daher hat Nacariño das offenbar schon ein ganzes Stück lang ausgehalten.
Mann Mann, immer und immer wieder spannend mit diesem Pferd 🙂

Wir waren dann nun aber auch langsam mal dran. Atmen. Sammeln.
Was musste nochmal alles gezeigt werden? Ich hatte es ziemlich gut drauf, hatte mir überhaupt keine Reihenfolge vorgenommen, da hier einfach für alle spanische Musik lief und die Kür nicht mit eigener Musik vorbereitet werden musste. Es gab eine Menge verlangter Figuren und Lektionen, aber man musste halt nicht vorab zwingend eine Reihenfolge einstudieren. 
Auch mal schön!
Es gab 20 Einzelnoten, unter anderem für die „Präsentation“, das heißt, das Outfit und Aussehen von Reiter und Pferd. Hierfür gab es zu meiner großen Freude eine 8.
Eine weitere 8 gab es für den Schritt, der als „Arbeitsschritt“ und versammelt gezeigt werden musste. Ich legte ein (verlangtes) Zirkel verkleinern und vergrößern an den Anfang und eines an das Ende der Kür und das zweite war einfach wunderbar sicher und ruhig. Die Schritt-Tour war einfach klasse.

Ansonsten gab es acht Mal die 7 (für alle Seitengänge, für Arbeits- und starken Trab, für den Galopp und für Sitz und Einwirkung), sieben Mal die 6 (der Takt im Trab ging zeitweise verloren, weil Nacariño gedanklich schon wieder im Galopp war, viele Übergänge stockten, da ging der Fluss verloren) und drei Mal die 5 für noch etwas stockendere Übergänge und einen noch verloren gegangeneren Takt.

Interessant die Bemerkungen unter dem Protokoll: „Linienführung ein wenig wirr“ (haha, Erinnerungen wurden wach, vor vielen Jahren hatte eine Richterin nach einer Kür mit Negócio, in der ich Seitengänge auf offenbar für sie absolut neuartigen Linien miteinander kombinierte, gesagt, ich solle „mal nicht so ein Genudel machen“ – großartiger Richterspruch…!) und „Reihenfolge der Kür muss eingehalten werden“.
Äh, was?? 
Nun war ich wirr. Reihenfolge in einer Kür? Welche? Und was ist dann daran Kür? Den Satz verstand (und verstehe) ich nicht. Sachen gibt’s…

Aber vom Protokoll wusste ich ja zu dem Zeitpunkt noch nichts, ich freute mich sehr, wie Nacariño mit dem fremden Viereck umgegangen war und wie rittig er sich gezeigt hatte.
Er war während der Kür immer entspannter geworden, die Trabverstärkungen waren schön, der Schritt klasse, Galopp geht sowieso immer 🙂

Ich freute mich, das war toll. Feiner, feiner Junge!!

Ich lobte den ganzen Rückweg bis zur Box, denn nun hieß es fliegender Wechsel auf Dón, der schon gesattelt wartete (der Arme. Das mag ich eigentlich überhaupt nicht, aber bei nur zwei Pferden zwischen meinen musste das jetzt mal sein. Hatte ihn augenscheinlich auch überhaupt nicht gestört. Er mümmelte Heu und freute sich, als wir kamen.)

Schnell noch die Jacke gewechselt, und das lohnte sich, denn zu meiner riesigen Freude bekamen Dón und ich für die „Präsentation“ tatsächlich eine 9! Wow!

Wir lachten uns durch diese Kür, es machte einfach Spaß, zu reiten, nun musste ich im Galopp ja nicht groß geradeaus reiten. Der Galopp war dennoch ungeheuer dynamisch, kraftvoll, bergauf, und es wäre ein Leichtes gewesen, Dón zum Abhauen zu veranlassen, aber diese Dynamik und Grundspannung ließen ihn einfach toll aussehen. Und er fühlte sich toll an. Er hatte Spaß am Gehen und geritten werden, das war ihm anzumerken.

Ich bin echt verblüfft über die Fotos – so mächtig fühlt er sich nicht an. Er sieht offenbar ziemlich anders aus, als er sich anfühlt. Bei Nacariño passen Gefühl und Foto zusammen, bei Dón habe ich das Gefühl, auf 200 kg weniger zu sitzen 🙂

Es gab neun Mal die 8, unter anderem für die meisten Übergänge, den Schritt, den Galopp (!) und meinen Sitz, fünf Mal die 7, vier Mal die 6 und eine 5 – da Rückwärtsrichten war nicht diagonal. „Heute nicht frei von Spannungen“ stand unter dem Protokoll und bezog sich vorrangig auf den höchst dynamischen Galopp.


Ich freute mich, mit welcher Energie Dón mitgemacht hatte. So richtig zum Nachgeben war ich wenig gekommen, aber in dem Sinne unhandlich war er auf keinen Fall gewesen.
Witzigerweise hatte ich hier offenbar die Reihenfolge eingehalten (???), zumindest gab es dazu keine Bemerkung. Was mich der Lösung nicht näher bringt, denn auch mit Dón hatte ich natürlich keinerlei „Reihenfolge“ eingehalten.
Ach, wat soll’s. Schöne Küren, tolle Pferde!

Ich holte Nacariño dazu für die Siegerehrung, die aus vier Schimmeln bestand.
Der Vorjahres-Sieger hatte erwartungsgemäß wieder gewonnen. Ich freute mich riesig über einen zweiten Platz von Dón und einen dritten von Nacariño, wobei ich nach meinem Gefühl Nacariño vor Dón gesehen hätte. Ich unterschätze offenbar Dóns Ausstrahlung und überschätze Nacariños. Mit 145 und 129 Punkten lagen sie ja doch ein ganzes Stück auseinander.

Hier sprach die Richterin mich an, ob ich es denn für richtig halte, im Einsteiger-Trail zu starten? Ich fragte etwas verblüfft „Ja, wieso?“ und sie meinte, ich sei aber doch Profi, woraufhin ich lachen musste und ihr erklärte, dass ich im Bereich Working Equitation nun wirklich Einsteiger und weit entfernt vom Profi bin.
Sie appellierte an meine reiterliche Ethik, womit sie mich ziemlich verwirrte, weil ich nicht wusste, worauf sie hinaus wollte. Wir redeten ein wenig im Kreis, sie beharrte darauf, dass ich doch Ausbilder sei und meine Pferde in der A starten solle, worauf ich noch mehr lachen musste (jetzt aber schon leicht unwirsch) und ich erklärte, dass ich einen Nacariño ganz sicher (noch) nicht in die A schicke, er hat erst einen Trail in seinem Leben gesehen und da kam ich an so ungefähr kein Hindernis ran. Aber ich bin doch Ausbilder…
Ja, mag ja sein, aber wo soll ich meinen Pferden denn etwas zeigen wenn nicht auf Turnieren wie diesen? So viele gibt es ja nicht. Und es sind beides junge Pferde.
Wir redeten noch ein bisschen umeinander herum und ich wurde langsam wirklich leicht ungehalten, weil mir echt nicht klar war, was sie denn nun wirklich von mir wollte – soll ich gar nicht starten? Außer Konkurrenz? Das wäre toll, meinte sie, ich sagte, ich möchte aber ein Protokoll und Noten haben. Bekäme ich, ich könne ganz normal starten, ich bekäme nur eben keine Schleife.

???
Sie meinte, da kotzen welche schon, weil sie wissen, dass ich mitreite und sie appellierte nochmal an meine Ethik (jaha! verstanden! Ich hab welche mitgebracht!) und wir einigten uns auf einen Start außer Konkurrenz; ich bat sie aber, das klar und deutlich anzusagen, wenn ich schon so mittendrin in der normalen Reihenfolge starte. Und sie würde schon gleich wissen, warum ich den Weißen nicht in eine A schicke, wenn er ihr zeigt, wie beeindruckend der vor der Brücke steigen kann. „Wenn er steigt, fliegt er hier sowieso raus“ meinte sie.

Wir machten nun erstmal die Siegerehrung und da konnte sie sich gleich von meiner Ethik überzeugen, denn auf Doppel-Platzierungen war man nicht eingestellt und es gab zwei Dritte. Ich überließ natürlich sofort Jelena mit ihrem Araber Schleife und Ehrenpreis.
Ich bekam ja noch das süße Pokälchen (die sind hier einfach zu süß!) von Dón und hatte damit und dem Gutschein und meinem Handpferd genug festzuhalten. Lustig, dass die einhändig reitende Siegerin ihr Pokälchen abgab und ich wie immer behauptete, ich habe ja genug Hände. Alles Ansichtssache, wie man sieht 🙂

Später las ich, dass es anscheinend doch einen vierten Platz gab, also weiß ich jetzt nicht, ob sich da verrechnet wurde und Nacariño „echter“ Dritter war. Dón war auf jeden Fall echter Zweiter, auch wenn ich später hörte, dass einige ihn vorne gesehen hätten, da der Sieger ziemlich gestrampelt habe und der Ritt nicht harmonisch war. Ich habe es nicht gesehen, aber wollen doch mal gucken, ob wir nicht vielleicht im nächsten Jahr mal die Reihenfolge umdrehen können 🙂

Nun war ich ja für „Doma de Campo“ frei von jeglichem Druck (den ich ohnehin nicht hatte) und wir gingen mit allen Teilnehmern den Trail-Parcours ab. Der war dem vom letzten Jahr in weiten Teilen ähnlich, in diesem Jahr musste allerdings komplett durchgetrabt werden, nur die Hindernisse selbst waren teils im Trab, teils im Schritt, teils im Halten zu absolvieren. Es war ein schöner Parcours mit langen Linien und schönen Hindernissen, gewohnt liebevoll aufgebaut. Das Abgehen war lustig und die Prüferin ließ keinen Zweifel daran, dass sie pingelig ist und auf sauberes Reiten besteht. Das mag ich.

Ich war so gespant auf Nacariño – bei Dón ging ich davon aus, dass er das gut meistern würde. Am Abend zuvor hatte ich Nacariño doch tatsächlich noch über unsere nagelneue Brücke führen können, die Doris‘ Mann uns gebaut hatte (!!) – die konnte man auf einen Stamm legen und so eine Wippe daraus machen. So war es aber erstmal die zweite Brücke in Nacariños Leben – und die erste, über die er ging. Er ließ sich relativ gut drüber führen und ich war unendlich dankbar, dass ich das einen Abend vorher noch machen konnte.

Nacariño trabte rein, hielt brav an, ich grüßte, und dann zog er eine Runde da durch, die mich vom Hocker riss. Er ging auf alles zu, guckte die Brücke einmal ganz kurz an, ließ sich aber wirklich unkompliziert überall hin- und durchreiten.
Wahnsinn!! Freu!! 
Er schien richtig Spaß daran zu haben!
Vorher wurde durchgesagt, dass ich außer Konkurrenz starte, das hörte ich noch.

Es ging los mit dem Umsetzen des Bechers. Nacariño wollte so gerne helfen 🙂

  

Das gab eine 6 und den Kommentar „leichte Unruhe“ – tja, wenn er sich auch den Becher schnappen will… Zu süß.

Danach wurde um die Kisten Volte rechts – Volte links – Volte rechts geritten. 

Nacariño deutete an, dass er den Sinn eines Working-Equitation-Trails durchaus schon verstanden hat und machte ein paar ungeheuer schöne Galoppsprünge, die unsere Note auf eine 5 sinken ließen.

Nun ging es in die Senke – die enthielt trotz vorangegangener Regengüsse kein Wasser, Nacariño ging total souverän da durch. Das kannte er mit Wasser und ich glaube, wir bedauerten beide ein bisschen, dass keins drin war.
Note 8 mit dem Kommentar „sehr selbstverständlich“. 

Nun musste er vorwärts (gerade! mittig!) in die Gasse, anhalten, ich musste das Glöckchen bimmeln, dann rückwärts wieder raus. Er hielt brav an, ging brav rückwärts und machte noch eine schöne Vierteldrehung, dann trabten wir weiter.  Note 8!
Ich lobte deutlich hörbar, was mir im Protokoll die Bemerkung einbrachte, dass das während der Prüfung nicht erlaubt sei (pppfffff!!! Als ob mich das interessiert! Wenn mein Pferd so toll ist, wird es gelobt! Ich lasse mir doch Freude nicht verbieten!).
Zu und zu schön. Ich grinste im Kreis.

In den Gänsepferch beim Turnier im letzten September mochte er ja kaum rein. Der hier sah nun einladender aus als der in der dunklen Halle, aber dass er da so lässig durchgehen würde, damit hatte ich nun echt nicht gerechnet. Mein Grinsen wurde noch breiter.
Note 8!

Vollends breit wurde es aber jetzt: im September war wie gesagt nicht daran zu denken gewesen, mit ihm über die Brücke zu gehen. Da hatte er steigend kehrt gemacht.
Und hier? Guckt die an, fragt mich kurz, ob er wirklich…?
Ja, mach mal. Sei mutig!
Ok… Tapp tapp tapp, drüber.

Unfassbar.
Note 7 mit dem Kommentar „leichte Spannung“.
(Sie hätte auch „große Augen“ schreiben können.)

Nur noch der Slalom mit fünf Bögen, in den Rechtswendungen zeigte Nacariño wieder unerwünschte, aber so schöne Galoppsprünge, die Linkswendungen trabte er brav, und das war es dann auch schon. Leider!!
Note 5 für das Slalom („angaloppiert“, aber immerhin: „gute Einteilung“).

  

Wir trabten zurück zum Schlussgruß und ich konnte mich kaum halten vor Freude. 

Wie genial war das denn bitte?? Sein zweiter Trail und sowas von überhaupt kein Vergleich zum ersten, er schien regelrecht Spaß daran zu haben und schon immer gespannt zu sein, was als nächstes kommt. Damit hätte ich im Leben nicht gerechnet, mit dieser Lässigkeit, diesem Gehorsam und diesem spürbaren Interesse seinerseits.
Das war echt der Hammer. Mein Grinsen hätte jetzt schon operativ entfernt werden müssen. Gut, außer Konkurrenz, aber was soll’s. Total genial. Ich war high.

Nacariño strahlte mich an, als ich absaß, er war ohnehin ungeheuer kuschelig hier und sah echt – zu Recht!! – begeistert aus. Ganz großes Kino.

Auch wenn der Trail flüssig im Trab absolviert wurde, dauerte er aufgrund der langen Linien doch relativ lange. Ich machte also sehr entspannt Dón fertig und knutschte zwischendurch immer wieder den tollen Weißen. Der fand sich und alles hier toll.

Dón fühlte sich direkt nach dem Aufsitzen ganz komisch an. Huch? Müde? Sonnenstich?
Ich beobachtete das besorgt, bereit, jeden Moment abzuspringen. Ich ließ ihn am Trail-Gelände entlang ein wenig im Schatten der Bäume Schritt gehen und von jetzt auf gleich war er wieder da und eifrig und interessiert. Ok, er hatte wohl nur ein wenig gedöst. Und es war ja nun auch wirklich warm. Immerhin tranken beide gut. Besser als ich jedenfalls.

Ich war auch kurz darauf dran, das passte perfekt. Ich wurde zum Richtertisch gerufen.
Was ist denn nun noch? dachte ich mit einem Anflug von Gereiztheit. Wollte sie wieder an meine reiterliche Ethik appellieren? Na, dann mal los. Ich hatte noch welche.

Das, was jetzt kam, schoss nun aber echt den Vogel ab. Die Richterin flüsterte mir geradezu ins Ohr, dass hier noch zwei Ausbilder starteten, und sie ja nun die nicht rückwirkend ausschließen könne und ich deshalb nun doch ganz normal mit Wertung starten dürfe.
Da musste ich aber nun echt lachen. Und ich merkte, dass ich mich im nächsten Moment einen Hauch gerader hinsetzte und nun doch etwas ehrgeiziger da ranging als eben.
Nun kam mein Grauer, der schon zwei Mal einen solchen Trail gesehen (und seinen zweiten gewonnen…) hatte und der schon erste Extreme Trail Erfahrung mitbrachte.
Ich war ziemlich sicher, mit ihm eine wirklich schöne Runde hinlegen zu können, andererseits war die von Nacariño ja nun wirklich auch schon gelungen.

Dón, der in seinen ersten Trails ein echtes Problem damit hatte, zwischen diesen Stangen zu stehen und das Becher umsetzen abzuwarten, stellte sich jetzt brav hin, knickte ein Hinterbein ab und döste, während ich entspannt den Becher von der einen auf die andere Stange setzte. Unglaublich. Das Ruhen wurde ihm natürlich prompt angekreidet (Note 7) – mich freute es. Was ist dieses Pferd in manchen Dingen entspannt geworden!

Die drei Volten gelangen sehr gleichmäßig und sicher. Note 8!

Durch die Senke ging er natürlich super souverän – auch er vermisste hier das Wasser.
Note 8!

Die Rückwärtsgasse war vorher ja auch eher nicht so einfach gewesen, der Griff an die Glocke behagte ihm überhaupt nicht. Hier nun ging er gerade rein, hielt brav an, wartete, ich berührte die Glocke ganz vorsichtig, aber Dón zeigte keine Reaktion, und dann ging er schön gerade rückwärts wieder raus und machte eine lässige Vierteldrehung. Toll!!
Note 8!

Er ging super gelassen durch den Gänsepferch … (Note 8)

… und genau so auch über die Brücke. Auch hierfür gab es eine 8.
Hier war er im letzten Jahr noch aus dem Bild gesprungen 🙂

Die Bögen im Slalom gelangen gleichmäßig und in schöner Stellung und Biegung (Note 8) – und das war’s dann auch schon. Schade, wir hätten weitermachen können…

Das war richtig, richtig gut und ich freute mich wie verrückt über meine beiden Jungs.

Und dann ging das Grübeln los – die Zeiteinteilung war verändert worden, so dass nun Stil- und Speedtrail der Kl. L noch vor dem Trail der Kl. A dran war. Das heißt, die A-Pferde hatten die erste und letzte Prüfung des Tages. Fand ich überhaupt nicht gut.
Einerseits war absehbar, dass Dón den Trail sehr gut meistern würde, andererseits hatte er sich vor dem Trail eben kurz müde angefühlt (nach den ersten 50 Metern allerdings nicht mehr). Ich wollte Trail-Routine sammeln, ja, aber noch zwei Stunden warten? Ungefähr?

Und so beschloss ich, den L-Trail mit abzugehen und mir anzuschauen, was die so leisten mussten. Wenn ich das Gefühl haben sollte, dem wäre Dón im nächsten Jahr gewachsen bzw. der Kl. A wäre er auf jeden Fall gewachsen, würde ich vermutlich nach Hause fahren und den Trail Trail sein lassen.

Erst einmal kam aber die Siegerehrung. Die dauerte ein wenig, es waren ja toll viele Teilnehmer gestartet mit einer beeindruckenden Rassenvielfalt. Gewonnen hatte tatsächlich ein Mangalarga Marchador! Zu meiner riesigen Freude wurde Dón Dritter!
Und Nacariño wurde als Sechster platziert! Von 17 gestarteten Pferden! Wahnsinn!
Die Ergebnisliste sagte später allerdings etwas anderes, nach zwei gleichen fällt der nächste Platz weg, das wurde hier nicht gemacht, und es waren auch „nur“ 14 statt 17 Pferde, und überhaupt war das alles etwas durcheinander, aber egal – auf die Farbe von Nacariños Schleife hatte das keinen Einfluss, auf meine Freude sowieso nicht.

Ich nahm mit Dón beide Schleifen entgegen, Handpferd war hier unerwünscht, weil so viele Pferde auf dem Platz waren. Ach, man sollte manche Dinge vorher einfach nicht ansprechen… Klappe halten und machen. Es wäre so schön gewesen mit beiden.

Ich brachte Dón wieder in das Paddock und ging den L-Trail mit ab. 
Ok, das waren schon ein paar Anforderungen. Und vor allem – alles im Galopp.
An den Hindernissen selbst natürlich evtl. Halt oder Schritt, ansonsten Galopp.
Und da das im A-Trail auch so war und ich ja nicht so viel von Galopp auf trockenem Grasboden halte und ich unser momentanes Galopp-Problem auf keinen Fall fördern wollte und ich hier beidhändiges Reiten auf Trense unsinnig fand (einhändig blank, wie es sich in einer Arbeitsreitweise gehört. Aber nicht auf so einem Boden beidhändig mit Trense. Für mich unverständlich), beschloss ich, meine Pferde in den so wohlverdienten Feierabend zu schicken und nach Hause zu fahren. Ich fummelte Zöpfe auf, ließ Nacariño aus meiner Apfelsaftflasche trinken (fand er zu toll), räumte das Auto ein und freute mich über die erreichten Ergebnisse. Es war nicht wichtig, meine erste Kl. A zu beenden. Die zwei Stunden, die ich nun gewann, waren es wert – die Nacht war kurz gewesen und der Tag lang. Und so 
fuhr ich die tollen Jungs super glücklich nach Hause.

.

Ergebnisse:

Doma Vaquera Kür
1. Birthe Hartmann – Suavon (8j. P.R.E.)

2. Querendón (7j. P.R.E.)

3. Nacariño (6j. P.R.E.)

4. Jelena Muir – Sinuhe el Salaam (17j. Vollblutaraber)

Doma de Campo
1. Werner Schiemann – Rivaldo (14j. Mangalarga Marchador) – 57 Punkte

2. Ingrid Palmieri – El Fathi Mukafuth (7j. Vollblutaraber) – 56 Punkte

3. Querendón – 55 Punkte

4. Danny Hennebach (12) – Kameruns Gino (17j. Dt. Reitpony) – 54 Punkte

4. Yvonne Enders – Lissy (16j. Knabstrupper Pony) – 54 Punkte

6. Jana Kristin Tietgen – Aragon (18j. Araber-Mix) – 50 Punkte

7. Astrid Stützer-Thede – Milan (8j. Lewitzer-Mix) – 49 Punkte

8. Sabine Leistikow – Jack (5j. Welsh-Cob D) – 48 Punkte

9. Nacariño – 47 Punkte

10. Vanessa Pokorra – Goldfee (8j. Dt. Reitpferd) – 47 Punkte

11. Markus Hauer – Naranjero (12j. P.R.E.) – 46 Punkte
(ausgerechnet von diesem schönen braunen Hengst habe ich kein Foto…)
12. Jelena Muir – Sinuhe el Salaam (17j. Vollblutaraber) – 41 Punkte

12. Hermine Wilkens – Kiskilleso (10j. P.R.E.) – 41 Punkte

14. Christina Pokorra – Shakira (14j. Cruzado) – 40 Punkte
************************************************************************