Feinsittich

Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Plattschweifsittiche (Platycercini)
Gattung: Grassittiche (Neophema)
Art: Feinsittich
Wissenschaftlicher Name:
 Neophema chrysostoma
(Kuhl, 1820)

Der Feinsittich, auch Blauflügeliger Schönsittich genannt, gehört zu den wenig spezialisierten Grassittichen, die zwar bevorzugt Baumsavannen nutzen, aber auch im offenen Grasland, Strauchsavannen, Heidestrauchformationen, abgerodeten Flächen sowie auf Obstplantagen, in Getreideanbaugebieten und Waldlichtungen zu finden sind.
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über den Südosten Australiens und Tasmanien. Auf Tasmanien ist der Feinsittich bis auf den Südwesten flächendeckend verbreitet. Im Südwesten ist die Verbreitung lückenhaft. Das Winterquartier umfasst auch den Südwesten von Queensland und den Nordosten von South Australia.  Nur ein sehr kleiner Teil der Population bleibt auch während des Winterhalbjahres auf Tasmanien. Sie sind dann überwiegend im Innenland zu finden. Der größte Teil der Population zieht allerdings auf das australische Festland.
Sie suchen vor allem am frühen Morgen und am späten Nachmittag nach Nahrung und ernähren sich überwiegend von den Samen von Gräsern und krautigen Pflanzen. Zu ihrem Nahrungsspektrum zählen außerdem Blüten, Beeren, Früchte sowie Insekten und deren Larven. Der größte Teil der Nahrungsaufnahme findet am Boden statt. Während der heißesten Zeit des Tages suchen sie in Bäumen und Sträuchern Schutz.
Feinsittiche sind Höhlenbrüter, die bevorzugt Baumhöhlen in hohen Eukalyptusbäumen nutzen. Sie brüten ab Ende Oktober. Die Jungvögel verlassen Ende Februar die Nisthöhle. Das Gelege besteht aus vier bis sechs Eiern. Diese liegen auf einer Schicht verrottenden Holzmulms auf dem Höhlenboden. Es brütet nur das Weibchen. Die Brutdauer beträgt 20 Tage. Während der Brutzeit füttert das Männchen das Weibchen.
Während der Fortpflanzungszeit leben Feinsittiche paarweise oder in kleinen Schwärmen mit bis zu zwanzig Individuen. Zu größeren Schwarmbildungen kommt es außerhalb der Brutzeit. Feinsittiche sind dann gelegentlich auch mit Schmucksittichen und Orangebauchsittichen vergesellschaftet.
Feinsittiche erreichen eine Körperlänge von 21 Zentimetern und wiegen zwischen 33 und 61 Gramm.

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Mitte Dezember 2018 besuchte ich zum ersten Mal ein Tierheim in der konkreten Absicht, zwei Ziegensittichen ein neues Zuhause zu geben. Aber dann saßen da drei statt zwei. Und die sollten nicht getrennt werden. Und drei waren schlicht einer zu viel.
Wenn schon retten, dann auch einen, der’s nötig hat, dachte ich so. Und da waren zwei, die’s nötig hatten. Zwei Einzelvögel. Einer davon war ein wunderschöner Feinsittich.

„Xarrago“ (Somali: elegant) gehörte vorher zum Restbestand eines Züchters und saß mit vier Pennantsittichen zusammen, als er hier im Tierheim eintraf. Der arme Kerl. Er war mega scheu und ergriff anfangs sofort die Flucht, sobald sich etwas bewegte. 

 .

Xarragos Ringfarbe zufolge ist er 2015 geschlüpft.

Er war sehr zurückhaltend, auch allen anderen gegenüber, allerdings suchte Schönsittich Tarjous seine Nähe. Das fand Tarjous‘ Partner, Glanzsittich Fényes, überhaupt nicht komisch, und so schickte er ihn immer wieder kreuz und quer durch den Raum, was Xarrago relativ bald ziemlich entspannt mit Fassung ertrug.
Das konnte so aber ja nicht bleiben. Feinsittiche waren überhaupt nicht zu bekommen, und so kaufte ich Anfang Januar 2019 Schönsittich-Henne Cachucha, in der Hoffnung, dass sich das Quartett nun in zwei Paare aufteilen und damit Ruhe einkehren würde.
So ganz war denen meine Vorstellung nicht klar, Fényes interessierte sich extrem für Cachucha und Xarrago blieb alleine, aber untereinander wurden sie ruhiger.

Im Februar 2019 konnte Xarrago an einem wunderschönen Tag endlich die Außenvoliere kennenlernen.

Cachucha und er kamen sich gaaanz langsam immer näher, so dass schließlich die von mir erhoffte Paarbildung geklappt hat. Jippie!!

Dies sind die beiden im März 2020 – inzwischen suchten beide schon deutlich die Nähe des anderen. Also – das hier ist Nähe, näher nicht! „Kuschler“ sind die Grassittiche offenbar alle nicht, und diese beiden sind extrem zurückhaltend. Aber immerhin!

Nach einiger Zeit „erwischte“ ich die beiden häufiger dabei, dass Xarrago Chachucha fütterte. Sie waren schließlich ein festes Paar.

Cachucha starb im März 2021. Ich suchte eine neue Henne für meinen nun wieder einsamen Xarrago. Feinsittiche waren wieder einmal überhaupt nicht im Angebot, aber ich fand eine zweijährige Schmucksittich-Henne, die ich auch direkt kaufte. Sie war keine fünf Minuten in der Voliere, da suchte sie Kontakt zu Xarrago, der anfangs sehr zurückhaltend war – wie immer – aber doch interessiert wirkte. Da war aber schon erkennbar, dass es mit den beiden klappen würde – was für ein Glück!

Tatsächlich ging es dieses Mal auch rasant schneller. Nach kurzer Zeit fütterte Xarrago seine Kiva, die beiden waren nie weit voneinander entfernt.
Und dann lag Xarrago im Mai – Kiva war gerade mal 8 Wochen hier… – tot in der Voliere. Ohne jeglichen erkennbaren Grund. Sein Tod betrübte mich sehr, und nicht nur mich – Kiva suchte und rief. Sie tat mir unglaublich Leid, so dass ich mich natürlich mal wieder sofort auf die Suche nach einem neuen Partner machte.

Möglicherweise war Xarrago somit mein einziger Feinsittich, von mir aus darf aber jederzeit wieder einer einziehen! Schön, elegant, leise, freundlich und zurückhaltend, so kann man Feinsittiche beschreiben. Zahm werden sie wohl eher nicht so, Kontakt zum Menschen ist nicht ihr vorrangiges Ziel. In der Paarbildung sind sie schüchterner und zurückhaltender als andere und damit möglicherweise auch nicht ganz so leicht zu vermehren wie andere Sittiche, zudem gibt es (noch…) keine Farb-Mutationen. Dies könnten Gründe dafür sein, dass sie wirklich nicht leicht zu bekommen sind.

Ich suchte also einen Schmucksittich-Hahn, und weil die wenigen angebotenen alle unglaublich weit weg waren, fragte ich meinen Züchter-Freund Dieter, ob er evtl. einen hat, wohl wissend, dass das eigentlich nicht seine Sorte ist. Und siehe da – er hatte! Ein Paar allerdings, das er nicht trennen wollte. Egal – lieber ein Hahn mit zwei Hennen als umgekehrt, also fuhr ich hin mit der Idee, mit einem Schmucksittich-Paar nach Hause zu kommen.

Ich sah die beiden – sie ganz eindeutig Schmucksittich, aber er? Fein- und Schmucksittich sehen sich verdammt ähnlich in der Färbung, nicht aber unbedingt im Körperbau, und so war ich relativ schnell relativ sicher, dass der Hahn ein Feinsittich ist. Beschwören würde ich das nicht, aber wie gesagt: relativ sicher! Der Name zumindest ist es: er heißt jetzt „Fajn“ (slowakisch: fein).

Möglicherweise bahnt sich jetzt ein Parnerwechsel an, denn nach kurzer Zeit saß er mehr in Kivas Nähe als bei seiner eigentlichen Freundin…
Nun, wir werden sehen!

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