2018

FEBRUAR

Am 23. feierten wir Fàscinos 26. (!!) Geburtstag. Irgendwie wird das immer unglaublicher. Ich hatte seit den Oktober-Bildern (2017) nicht mehr drauf gesessen, aber kurz vor Fàscis Geburtstag juckte es mich sehr, zumal ich gerne an seinem Geburtstag Reitbilder machen wollte. Fàsci hatte Lust, das war mehr als deutlich – und das freute mich so sehr, denn ohne seine Zustimmung setze ich mich nicht mehr drauf.
Die Reprisen waren kurz, klar, und auch klar, dass er sich im Hals steifer anfühlte, aber er ging in einem Schritt los – meine Güte! Völlig taktklar in allen Gangarten, eifrig, ehrgeizig, einfach nur der Hammer. Er piaffierte und ging ein abartig lässiges Terre á Terre…
Ich frage (noch) nichts in Richtung Verstärkungen oder auch nur Arbeitstempo an, er darf mit ganz wenig Raumgewinn gehen, weil er sich in Versammlung einfach am wohlsten fühlt und sie anbietet. Er sucht zwar mehr Unterstützung durch die Anlehnung, aber auch nur phasenweise. Und dann darf er die gerne haben.

Ich bin gespannt, wie leicht und beweglich er noch einmal werden kann, aber er ist so schon leichter und beweglicher als die meisten Pferde, altersunabhängig. Von denen in seinem Alter, so sie denn überhaupt noch leben und geritten werden können, wollen wir mal gar nicht reden.
Ich weiß nicht, wie er das macht und wo er das hernimmt. Und ich weiß nicht, wie er es schafft, mich nun seit 26 Jahren wieder und wieder und wieder zu faszinieren und zu begeistern und dass ich mich immer wieder neu in ihn verliebe – aber er schafft es.
Diese Bilder sind an seinem 26. Geburtstag entstanden:



Lilly kann’s nun auch! 🙂

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APRIL

Anfang April nahm ich Fàsci mit zu den Jubiläumstagen bei Krämer.
Mein Großer übertraf sich mal wieder selbst… Hier ist der Bericht!

Ende April lernte Fàsci tatsächlich zu wippen. Die Wippe war ihm erst überhaupt nicht geheuer, aber nach geduldigem Abwarten meinerseits und einigen ziemlich ruckartigen Wipp-Momenten wurde das Ganze flüssiger. Als wir das zum dritten oder vierten Mal machten, konnte Fàsci die Wippe tatsächlich immer schon mal wieder kurz in der Schwebe halten! Tolles Gefühl, dabei mit auf der Wippe zu stehen!

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JUNI

Anfang Juni überkam es mich, und ich fragte Fàsci, ob er nicht doch mal mit allen Vieren auf so ein Podest steigen würde. Und da nun war ich sicher, dass er meinen Schimmeln einige Male zugeguckt hat, denn normalerweise stellt er sich immer so auf ein Podest, dass er mächtig viel Platz zwischen Vorder- und Hinterbeinen hat. Hier nun, bei dem großen, stellte er sich gleich etwas anders hin und fing dann auch, als ich lockte, vorsichtig an, mit einem Hinterbein zu suchen. Ich ließ ihn in Ruhe machen und das selbst rausfinden.

Er wagte sich allerdings nicht mit allen Vieren drauf, bevor das zweite Hinterbein kam, sprang er nach vorne oder seitlich runter. Egal, nochmal…

Und dann kam der Moment, in dem ich ihn stoppen konnte – mehr oder weniger…

Und dann blieb er oben! Ja! Strike! Guter Junge! Wie toll!

Nachdem er das einmal gemacht und verstanden hatte, war es kein Problem mehr.
Total toll!!

Danach nahm ich dann auch gleich noch zum ersten Mal in seinem Leben (!) in Angriff, dass er nun doch mal über eine Plane geht.

Das dauerte wirklich eine Weile. Ich musste die Plane erst zusammenrollen, er hätte sie überspringen können, aber er hakte einen Vorderfuß in die Plane und zog sie rückwärts mit sich. Zwar mit Kulleraugen und Geschnorchel, aber so langsam, dass ich ihn einfach machen und fühlen ließ. Nach einigen Tritten rückwärts blieb er stehen und beäugte mit schief gelegtem Kopf die Plane unter sich. Ich fragte, ob er auf mich zukommen möchte und so taperte er über die zusammengerollte Plane drüber.
Brav!!!

Wir spielten so noch eine ganze Weile rum, Fàsci ließ sich immer mehr überreden. Es fing an zu regnen, aber nun blieb ich dabei – und schließlich ging Fàsci über die komplett ausgebreitete Plane. Inzwischen waren wir allerdings auch ziemlich nass.
Ich freute mich riesig – so alt kann man gar nicht werden, dass man nicht noch was Neues lernen könnte 🙂

Und dann ergab sich Mitte Juni ganz spontan ein Ausflug nach Heist. Eigentlich hätte Dòn mitkommen sollen, da wir Lilly und ihn mit Meikes Sohn Sönke und Caros Tochter Charleen für eine Ergänzungsqualifikation „Kinder-Unterricht“ zur Verfügung stellten.
Ich hatte mit Dón nicht das Gefühl, das ich haben wollte, und so fiel mir eine Stunde vor Abfahrt ein, dass da ja noch ein großer Brauner wäre… 
Ich fragte Fàsci, ob er Lust hat, und er steckte sofort den Kopf ins Halfter. Er ging begeistert auf den Hänger, war total aufgekratzt und sah sich in Heist mit großen Augen um, als könne er nicht fassen, dass ich ihm diesen Gefallen tatsächlich tat. Ich glaubte es ja selbst nicht und hatte so riesige Lust, mit ihm vorher eine kleine Runde zu drehen… Und einmal durch den Teich… An springen dachte ich gar nicht, immerhin sind unsere letzten Sprünge gut vier Jahre her. Und die hatten sich nicht mehr so angefühlt, dass ich das Thema danach nochmal aufgegriffen hätte. Aber in den Teich wollte ich unbedingt.
Als ich den Sattel aus dem Schrank nahm, fiel der Halsring runter. Der ist noch nie runtergefallen und nun fiel er mir vor die Füße!! Wenn das kein Zeichen war…
Also kam der natürlich auch mit.

Tja, und dann flashte mich mein toller, großer Fàsci einmal mehr.
Er war richtig gut drauf, kernig, ging mit gewaltigen, federnden Schritten los, die Augen wurden groß und größer, die Schritte auch, die Ohren auch. Er war pur begeistert. 
Wir gingen die Wellenbahn und die irischen Wälle hoch und runter – lässig.

Die kleine Senke hatte noch einen Rest Wasser, Fàsci ging mit Begeisterung da durch.

Da lagen Birkenstämme. Kleine. Wirklich kleine. Ich ließ Fàsci da hinschauen und fragte, ob er sich sicher genug… UPS, da wäre er fast schon drüber gewesen. Hoho, Brauner!!
Es juckte irrsinnig. Offenbar nicht nur mich. Und so ritt ich so ruhig wie möglich die Stämme an. Und dann sprangen wir. Endlich einmal wieder. 26…!!!!

Dieser erste Sprung löste in uns beiden etwas aus. Und dann sprangen wir…

Meine Güte, war das schön!!
Ich wollte nichts riskieren, nichts überfordern, Fàsci sollte ja mit Charleen noch einen Moment gehen, aber ich musste mich echt zusammenreißen. War das schön…!
Wir gingen in den Teich. Lilly war zum ersten Mal hier und ließ sich nach verblüffend kurzer Zeit von Fàsci „mitziehen“.

Und dann fiel mir der Halsring ein. Sabber… Fàsci…?? Lust…??
Dämliche Frage!!

Mir quoll das Herz über. So, nun aber Schluss!!
Es fing an zu regnen, störte uns nicht so sehr. Dieser Kinder-Unterricht fing in der Halle an und Charleen und Sönke machten das prima, aber Fàsci langweilte sich unglaublich.

Mir war es überhaupt nicht Recht, dass er nun so im Schritt rumkringeln musste, nachdem er gerade draußen so großartig war, also ging der zweite Proband mit den beiden auf das Viereck, wo einige Trail-Hindernisse aufgebaut waren. Hier wurde es nicht viel interessanter, aber doch einen Hauch abwechslungsreicher.

Danach waren unsere beiden wunderbaren Pferde dann auch entlassen und durften nach Hause fahren.
Ich hätte ja im Ernst nicht gedacht, dass so etwas überhaupt noch einmal passieren würde, und so machte mich dieser Nachmittag ungeheuer glücklich. Fàsci strahlte ebenso. Wow…

JULI

Ich hatte Besuch, sie wollten unbedingt Fàsci sehen. Und wie er dann so ist – sieht Zuschauer und flippt aus. Unglaublich kraftvolle, tolle Momente wechselten sich ab mit einem fast unhändelbaren Fàsci, der Terre à Terre in sämtliche Richtungen sprang, nur in die, die ich vorschlug. Er war eine Ladung Dynamit, so hatte ich ihn lange nicht mehr erlebt. Meine Güte!!!!



Ich saß ab, Fàsci schwitzte, der irre Vogel, und war auf Krawall aus. Ich nahm alles ab und ließ ihn frei. Mein Besuch guckte etwas sparsam – die Wiese war nicht eingezäunt – aber mir war klar, dass er bei mir bleibt und auf Pfiff kommt, auch wenn er gerade Feuer spuckte und zu explodieren drohte.
Ich schickte ihn los, er drehte eine schöne große Runde um uns herum, kam an und war friedlich. Sein Blick war wieder normal, er grinste mich an und machte mir mal wieder klar, dass ich ihn nie – nie – würde einschätzen können. Er kann immer anders. Irgendwie unfassbar, irgendwie wunderbar. 

Ich ließ ihn noch einmal steigen und schnappte selbst ein bisschen nach Luft – meine Güte, war er riesig!! Mein toller groooßer Junge…

Fortsetzung folgt!

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