5.6. – Working-Equitation-Turnier

Am 5. Juni fand auf dem Johannenhof in Heist das 2. Working-Equitation-Turnier statt. Letztes Jahr hätte ich gerne genannt, aber die Ausschreibung war dermaßen wenig aussagekräftig, und auf meine Fragen hieß es immer sowas wie „das ergibt sich“, „sehen wir dann schon“ und so, das schreckte mich ab und ich nannte nicht.
Dieses Jahr habe ich nun aber zwei junge Pferde, die Erfahrungen jeglicher Art sammeln sollen, und so stellte ich wieder einige Fragen zu der leider wieder nicht sehr gehaltvollen Ausschreibung. Und nannte schließlich Querendón in zwei Einsteiger-Prüfungen, eine Doma-Vaquera-Kür und „Doma de Campo“ – den Einsteiger-Trail. Trail! Ich! Lach!
Ich alter Military-Hase reite meinen ersten Trail! Nun wird’s aber auch langsam Zeit!

Am Abend vor dem Turnier fand ein Flamenco-Konzert statt, der wirklich ausgezeichnet spielende Max Herzog unterhielt uns fast zwei Stunden mit Flamenco-Melodien.

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Danach konnte ich einen ersten Blick auf den Trail-Parcours und die Starterlisten werfen.
Bei den Trail-Hindernissen machte mir die Brücke die meisten Sorgen, bis mir einfiel, ich könne Dón ja sagen, das sei ein Podest. Nur halt zum Drüberlaufen. Na, mal sehen…!
Die Starterlisten verblüfften mich – es gab viel mehr Starter, als ich dachte! Fand ich toll.
Ausgeschrieben waren neben meiner Doma-Vaquera-Kür noch die festen Aufgaben der Working-Equitation Kl. A und L, und neben meinem Einsteiger-Trail noch Doma de Campo in Kl. A und L, im Anschluss daran Speedtrail Kl. L.

In der Kür waren es sechs, im Trail vier Nennungen. Ich war zweiter Starter in der Kür und vor mir stand Olaf Radünz auf dem Zettel. Na super. Nach diesem Vaquero-Profi kann ich doch nur alt aussehen…
Die anderen Namen sagten mir nichts, außer Kaja Stührenberg, und ich freute mich sehr über ein Wiedersehen.

Querendóns erster Turnier-Start! Und was für eine Menge Premieren:
Also, Dóns – und damit natürlich unser – erstes Turnier
Mein / sein / unser erstes Working-Equitation-Turnier
Meine (und seine, und unsere) erste Doma-Vaquera-Kür
Mein (und sein, und unser) erster Trail-Parcours
Und damit ja auch, und das war für mich fast am spannendstes, zum ersten Mal unter diversen fremden Pferden. Das machte mir am meisten Sorge. 

Ich hätte mir um gar nichts Sorgen machen müssen – Dón war unglaublich.
Ich konnte ihn alleine verladen und er kam entspannt in Heist an. Er war sofort mit der Box zufrieden, mümmelte das Stroh, trank aus der Tränke, guckte mal raus, mal nicht, war einfach super zu händeln, aufgeschlossen, neugierig, freundlich.

Nachdem alle Sachen an der Box waren, machte ich ihn auch direkt für die Kür fertig, um viel Zeit zu haben, Dón alles zu zeigen. Ich hatte zu Hause schon „vorgeflochten“, machte nun die Mähne und im Schweif den zweiten Vaquero-Knoten meines Lebens fertig. Der erste war nach einer Weile aufgegangen, den hatte ich vor zwei Tagen geprobt, nachdem ich mich eine halbe Nacht durch diverse Youtube-Videos geklickt hatte, in denen etliche Varianten dieses Knotens gezeigt wurden, die sich alle in kleinen Details unterschieden. Da scheint also jeder so seinen eigenen Stil zu entwickeln. Mach ich dann auch.
Dieser hielt nun tatsächlich anstandslos die ganze Zeit. Der Brüller: Eine Teilnehmerin rief hinter mir her, ob sie mal ein Seminar bei mir machen könne, und ich wollte schon „ja“ sagen, da hängte sie noch „um diesen Knoten zu lernen“ hinterher. Ich prustete los und erzählte ihr, dass dies mein zweiter sei und der erste nicht lange gehalten habe. Sie staunte.

Nun hatten Dón und ich vor unserem ersten Turnierstart noch gut eine Stunde Zeit, und so ließ ich ihn in Ruhe um den großen Grasplatz herum- und dabei das Hügelchen rauf- und runtergehen. Er guckte und zuckte und schwankte nach rechts und links, ging aber überall hin. Und dann stand da ein Pferd, das an der Hand grasen durfte, und das auf einem Weg, an dem genau zwei Pferde aneinander vorbei passen. Ich war gespannt. Natürlich hatte Dón schon die ersten Pferde gesehen hier, aber noch keines so nah.
Ich war in Alarmbereitschaft, der andere blieb völlig ruhig, und schon war Dón vorbei. Huch? Er hatte schlicht nichts gemacht. Freundlich geguckt, das war alles. Ich lobte wie verrückt. Und genau so ging er mit allen weiteren Pferden um, sei es auf dem Weg, in der Halle, auf dem Hof… Schlicht großartig!!

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Allerdings konnte ich so gut wie gar nicht galoppieren vor unserem Start, und das war natürlich nicht so schön, denn im Galopp war Zirkel verkleinern und vergrößern verlangt, aus dem Galopp halten und so, da würde ich vorher schon gerne galoppiert sein. In der Halle mochte Dón nicht galoppieren, da war ihm der Boden überhaupt nicht geheuer, er schoss los und bremste sofort wieder, weil er sich nicht an die lange Seite traute (zumindest nicht im Galopp), und so saß ich gefühlt auf einem Schleudersitz.
Ich galoppierte also draußen einmal, war nicht viel schöner, er war kernig und heizte sich auf, also fragte ich mich, was besser wäre – es in der Kür drauf ankommen zu lassen oder versuchen, in der Halle noch ein paar gute Sprünge zu bekommen. Das versuchte ich also, und ich bekam zwei, drei Mal ein paar relativ gute Sprünge, aber so richtig gut war das alles nicht, also beließ ich es dabei und hoffte das Beste.

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Ein Pferd lernte er näher kennen – „Bolero“, den Tres Sangres von Olaf, und nach dem dritten Zusammentreffen ging er auf ihn zu nach dem Motto „Den kenn ich!“.
Total niedlich.

Ich passte auch weiterhin auf, dass  es nicht zu dicht wurde mit anderen Pferden, aber es kam nicht auch nur ein einziges Mal zu einem beengten Gefühl. Dón war es eher nicht geheuer, wenn es enger wurde, wie später in der Siegerehrung. Da wich er dann lieber aus.

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Die Kür sollte erst in der Halle stattfinden und ich war heilfroh, dass das nun nicht der Fall war. Ich hatte am Vorabend den Richter Rolf Janzen kennengelernt und noch ein paar Fragen stellen können – zum Glück. Daraufhin schmiss ich meine ohnehin noch nicht im Detail geplante Kür noch einmal um, Plan B kann man es kaum nennen, da es keinen wirklichen Plan A gab. Ich hatte recht gut im Kopf, was in der Kür gezeigt werden sollte, und wollte es darauf ankommen lassen, was Dón wann anbot. Ich hatte sechs Minuten Zeit. Verlangt waren:
Im Schritt Mittelschritt und versammelt, Zirkel verkleinern und vergrößern, Travers, Schulterherein, Rückwärtsrichten mit Übergang zum Schritt.
Im Trab Arbeitstempo und starker Trab (haha…), Schulterherein, Travers.
Im Galopp nur Arbeitstempo, schade eigentlich, da hier ein Zulegen am besten gelingt, und so baute ich das einfach ein… Zirkel verkleinern und vergrößern, Wechsel auf der Diagonalen über Trab, der Schlussgruß sollte aus dem Galopp in der Mitte erfolgen.
Bewertet werden sollten außerdem die Übergänge zwischen den Gangarten sowie die „Präsentation“, also das Herausgebrachtsein von Reiter und Pferd. Darum machte ich mir vorher keine Sorgen, nach dem Gespräch schon eher.

Die Unterhaltung mit Rolf war aufschlussreich – so möchte man in einer Doma-Vaquera-Kür kein Reiten auf dem Hufschlag sehen (das Pferd soll keine Anlehnung an die Bande haben) und keine „logisch“ aufeinanderfolgenden Lektionen, sondern die erkennbare Flexibilität des Pferdes und die schnelle Reaktionsfähigkeit. Dazu natürlich Versammlungsfähigkeit und -bereitschaft, die Dón einfach noch nicht mitbringt.
Und es wurde sehr deutlich, dass er auf ein akkurates, aber eher schlichtes Outfit steht, und meine Idee war ja eigentlich, in der Kür mit dem etwas schickeren dunkelgrünen Samt-Bolero zu starten und im Trail mit der schlichten braunen Vaquero-Jacke. Darauf grübelte ich ein bisschen herum, stellte gedanklich mein Outfit nochmal um, beließ es dann aber schließlich doch dabei, weil es so zur geplanten Zäumung besser passte, und die wollte ich nun nicht auch noch komplett verändern. 
Als ich so über den Hof ritt, wurde mein Outfit mehrfach gelobt und ich hörte von der Veranstalterin dieses Turniers, Caro Maas, „so wollen wir das sehen!“, worauf die neben ihr stehende Frau meinte „Naja, bei Corinna sieht das ja immer stimmig und schön aus.“
Oh, danke…
Ich war gespannt, ob Rolf das auch so sah, was er natürlich nicht tat – tatsächlich erhielt ich zwar eine 6 für die Präsentation, aber mit der Bemerkung „auf Vaquero-Kleidung achten“. Was ich jetzt auf die Jacke beziehe, ansonsten hilft mir der Satz nicht, weil ich nicht weiß, was er meint. Das Protokoll war ansonsten leider auch sehr typisch, nur Mängel wurden aufgezählt, keine Tipps, kein Lob. Schade. Verbesserungswürdig!

Aber mal zur Kür selbst: Dón, jüngstes Pferd dieser Prüfung, durfte sich zwei, drei Runden das Viereck anschauen, und das war super, denn er brauchte einen Moment, um sich mit dem Lautsprecher und einem Tisch an der langen Seite zu arrangieren. Ich ritt ganz ruhig außen herum, lobte, streichelte, sprach mit ihm, und so entspannte er sich so weit, dass ich gut beginnen konnte. Die erste Grußaufstellung war schief, ich trabte an, und dann ließ ich die Übergänge und Lektionen einfach passieren.

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Ich ritt Sachen, mit denen ich vorher nicht gerechnet hätte, und ich musste fast lachen, als ich mich ganz kurz nach Beginn in den Dingen wiederfand, von denen ich dachte, das werden unsere Schwachpunkte (vielleicht ritt ich die gleich, um es hinter mir zu haben?). So ließ ich Dón aus einer halben Seite Schulterherein auf der halben Diagonalen den Trab verstärken, was zwei Mal verblüffend gut gelang. So gut, dass ich es noch einmal auf einer Zirkellinie anfragte. Auf einmal geht er Trabverstärkungen, sagenhaft… Zwar erst, wie Richard Hinrichs sagen würde „anskizziert“, aber vorher waren ja nicht mal Blatt und Stift für eine Skizze da!

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Ich wechselte Schulterherein und Travers ab und baute noch eine Traversale ein – zwar nur nach links, denn nach rechts geht einfach gerade noch nicht, aber nach links gelang gut, leicht und sicher. Freu!

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Das erste Angaloppieren war noch etwas heiß, aber Dón fühlte sich auf dem Boden schnell wohl und ließ sich im Galopp relativ gut aufnehmen. Insgesamt war der Galopp sehr frisch, aber für die mangelnde Vorbereitung allemal gut genug.

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Ich fühlte eine schöne Schritt-Verstärkung, die, wie ich später sah, gar nicht verlangt war – Versammlung wäre verlangt gewesen, da habe ich wohl was verwechselt. Wer lesen kann (und das auch tut – und sich das dann auch noch merkt) ist eben doch klar im Vorteil.
Für den Schritt gab es aber eine 6, obwohl Rolf diesen in weiten Teilen zu eilig und nicht ganz klar im Viertakt fand. Für das Travers gab es eine hoch erfreuliche 6.
Im Schulterherein steht neben der 5,5 „sehr schwankend“ – ich schätze mal, da wurde mein Versuch, Schulterherein und Travers an einer langen Seite drei Mal abzuwechseln, missverstanden…?

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Der Galopp wurde durchweg mit 6 benotet, das freute mich, denn hier fehlte nun wirklich Versammlung. Aber ich hatte Lenkung und die Übergänge gelangen. Übergänge werden offenbar Dóns Stärke, die fühlen sich zu Hause manchmal gigantisch an und auch hier gab es ein paar, die super leicht nur aus Bauch und Rücken heraus zu reiten waren.

Das Rückwärtsrichten und daraus im Schritt anreiten gelang, erhielt allerdings, wie ich später im Protokoll sah, keine Note. Da hatte Rolf wohl gerade woanders hingeguckt. Diese Punkte fehlten mir natürlich später, an der Platzierung hätten sie zwar nichts geändert, aber komisch war’s schon.

Im Trab gab es zwei Noten, da musste ich lachen: natürlich freute ich mich über die 7 für das Schulterherein, aber viel besser waren die beiden Siebener für das Zulegen und das Travers! Im Trab! Waren das nicht die beiden Lektionen, von denen ich dachte, die werde ich aus Versehen lieber vergessen? Großartig, die besten Noten des Protokolls für die „das-verschieben-wir-auf-nächstes-Jahr-Lektionen“…!

Ich war sowas von zufrieden mit Dón, er war so gehorsam, so brav, so motiviert, hat so schön mitgemacht! Ich wechselte schon mal das Outfit für den Trail, während die anderen vier Starter ihre Kür absolvierten. Dann ritt ich wieder ins Viereck für die Siegerehrung, und nun war Dón vollends entspannt. Er ging lässig überall hin, blieb hier und da mal stehen und guckte einfach nur, ließ sich von keinem der Pferde beeindrucken und fühlte sich sichtlich wohl. Es dauerte eine Weile, bis die Siegerehrung losging, und so ließ ich ihn ein paar Spanische Schritte machen und trabte noch ein wenig. Danach stellte ich ihn direkt an diesen tollen Baum, der hier im Vierecks steht – die beiden Bäume, um genau zu sein – und hier entstanden ein paar wunderschöne Fotos.

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Ich überlegte, auf welchem Platz Dón und ich wohl sein könnten. Ohne sagen zu können, warum, ging ich fest davon aus, dass wir Vierter werden würden.
Die Siegerehrung ließ ja auf sich warten, aber meine Idee, dass wir Vierte werden, wurde immer konkreter. Und so musste ich wirklich lachen, als wir dann tatsächlich als Vierte aufgerufen wurden! Dón bekam seine erste (blaue) Schleife und ich war gespannt, wie er sich in der Ehrenrunde benehmen würde – kein Problem, ich konnte schließlich einhändig mitgaloppieren, Dón war kernig, aber einfach nur brav.

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  1. Birthe Hartmann – Suavon (7j. P.R.E.) – 123,5 (3. von links)
    2. Anne-Greta Schricker – Dioner (18j. Hannoveraner) – 122 (3. von rechts)
    3. Doris Willecke-Günther – Herzlöwe (11j. Trakener) – 115,5 (ganz rechts)
    4. Corinna Scholz – Qurendón (6j. P.R.E.) – 102,5 (2. von links)
    5. Olaf Radünz – Bolero (Tres Sangres) – 101 (ganz links)
    6. Jelena Muir – Shahil (11j. Arab. Halbblut) – 89,5 (2. von rechts)

Vierter! Unsere erste Platzierung! Der feine, feine Junge…
Das freute mich natürlich, aber die Prüfung an sich war irgendwie nicht so wichtig, die Platzierung erst Recht nicht, die Art, wie Dón das hier alles meisterte, war da wichtigste und einfach nur toll.

Dón kam in die Box und wir gingen den Trail-Parcours ab. Rolf erklärte, was er wo sehen will. Inzwischen war es drückend heiß, bestimmt 30 Grad, und die Luft stand still. Spanischer hätte das Wetter nicht sein können.

Und so sah unser Trail-Parcours aus (zum Vergrößern anklicken):trail

Ich holte Dón wieder raus, ritt ein bisschen Schritt im Wäldchen und vergaß permanent die Reihenfolge der Stationen. Sonnenstich im Anfangsstadium??
Also guckte ich mir die erste Starterin an und war ziemlich überzeugt, damit den Siegesritt gesehen zu haben. Dieses Pferd bewältigte jede Station ruhig und sicher. Es sollte überall getrabt werden, was dieses Quarter Horse absolut gleichmäßig tat. Lustigerweise ging noch ein zweites Quarter Horse an den Start, und dann eben unsere beiden P.R.E.s, Dón und Flamenco. Für Tanja und Flamenco war dies ebenfalls das erste gemeinsame Turnier, Tanjas FN-Turnierstarts sind lange, lange her und Flami hat bestimmt noch nie einen Turnierplatz gesehen. Die beiden verlängerten also die Premieren-Reihe.

Tanja war vor mir dran und meinte hinterher „Stets bemüht, die Aufgaben zu 50% erfüllt.“ Der gerne mal sehr glotzige Flami guckte sich an etlichen Sachen fest, so dass Tanja zum Beispiel nicht in die Nähe der Brücke und des Gänsepferchs kam. Sie durfte aber weiterreiten und jede Station anreiten, das wurde hier sehr großzügig und pro-Pferd gehandhabt (so gehört es sich meiner Meinung nach auch. Wo sollen die Pferde denn sonst derartige Erfahrungen und Routine sammeln?) 

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Und dann war Dón dran. Unser – mein! – erster Trail. Ich hatte noch immer Sorge wegen der Brücke, der Rest sollte machbar sein. An der Brücke ritt ich also mächtig unauffällig vor dem Gruß zwei Mal vorbei, beim ersten Mal machte Dón einen Bogen, beim zweiten Mal nicht mehr ganz so, und dann musste ich auch beginnen.

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Ich grüßte und trabte auf die Tonnen-Acht zu, die weder aus Tonnen bestand, noch eine Acht war. Drei Holzkisten mit Blümchen bildeten ein Dreieck, hier musste aus Volten ein Kleeblatt geritten werden. Das gelang, wenn auch nicht ganz gleichmäßig in der Größe und im Rhythmus, Dón guckte etwas genauer in die sehr liebevoll gestalteten Kistchen.

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Danach sollte ein Hütchen von rechts nach links versetzt werden. Hierfür standen ganz dünne, gelbe Stangen im Boden, die fast auf Kopfhöhe endeten. Dón mochte schon nicht so Recht dazwischen anhalten und ich bekam dann gerade noch das Hütchen auf die linke Stange geworfen, da startete er auch schon durch. Das war ihm überhaupt nicht geheuer.

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Dritte Station war das Slalom. Dies bestand aus fünf dieser langen gelben Stangen, die in Art einer Schlangenlinie durch die Bahn umrundet werden musste. Das war nun wirklich leicht, Dón ließ sich leicht und willig umstellen.

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Es kam ein längeres Trabstück, ich ritt einhändig, wir fühlten uns wohl. Noch. Danach kam die Brücke. Ich ritt konzentriert und gerade darauf zu, das heißt, ich versuchte, gerade darauf zu zu reiten, Dón bekam Kulleraugen und versuchte, auszubrechen.

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Ich dachte „Komm, ist nur ein Podest!“ und trieb ziemlich unmissverständlich darauf zu. Dón wurde klar, dass ich keinen Zweifel hege und betrat die Bretter. Rolf hatte mich mit einem Grinsen um „Viertakt, hörbaren Viertakt!“ gebeten, nachdem ihm Dón in der Kür im Schritt zu eilig und phasenweise zu unrhythmisch gegangen war. Viertakt wurde das irgendwie, also man hörte etwa vier Schläge auf der Brücke. Die entstanden allerdings, als Dón nach dem ersten Betreten das Holz unter sich hörte und mit einem kraftvollen Sprung die Brücke verließ. Hoppla!

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Da hat er doch mal eindeutig den Schwierigkeitsgrad erhöht – Levade auf der Brücke!
Erstmal nachmachen!!
Glatt aus dem Bild gesprungen 🙂

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Nun ging es zum von Johannes gewohnt liebevoll gestalteten Gänse-Pferch, der im Schritt umrundet werden musste. Für Dón überhaupt kein Problem, ich ritt wieder einhändig.

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Die letzte Station war die Rückwärts-Gasse. Ich ritt rein, nachdem Dón die Stangen kurz beäugt hatte, und wollte schon gerade sehr sehr behutsam und leise klingeln, da trat Dón auch schon rückwärts die Flucht an. Er wollte gar nicht so genau wissen, wonach ich da angelte. Ok, Übungsbedarf: Dinge auf seiner Kopfhöhe bewegen oder umsetzen!

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Noch ein kleines Kurzkehrt (oder so ähnlich) und zum Schlussgruß zum Wall traben, auf dem Rolf unter einem Sonnenschirm saß und einen guten Blick auf alle Stationen hatte.

Ich war wieder so, so zufrieden mit Dón! Wie toll, er hatte alle Stationen gemeistert, und er hatte mit so etwas ja nun noch nicht einmal ansatzweise auch nur den Hauch von Erfahrung! Da ich alle Ritte gesehen hatte, war mir die Platzierung ziemlich klar, und so war es auch: die beiden braven Quarter Horses waren vorne, Dón auf Platz 3, Flamenco bekam eine blaue Schleife. Ich bekam einen super süßen Pokal, der mich total freute, weil er so außergewöhnlich ist. Was mir nicht klar war, ich sah es erst hinterher im Protokoll: „einhändiges Reiten nicht erwünscht“. Aha… Ich wähnte mich hier auf einem Vaquero-Turnier, aber gut. Merken. Dürfte aber auch in der Ausschreibung stehen…

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Und dann fragte ich Rolf, ob wir nicht vielleicht die Stationen, die Flami zu aufregend fand, noch einmal zu zweit gehen dürften? Durften wir! Das war für Flami natürlich perfekt, und Dón fühlte sich spontan in der Rolle des erfahrenen Führpferdes wohl und konnte mehrfach in Zeitlupe über die Brücke gehen. Ach! Schließlich ging Flami auch alleine von beiden Seiten über die Brücke.
Er brachte Flami auch durch den Gänse-Pferch und hier entstand die Idee, dass wir alle vier eine kleine „Ehrenrunde“ im Pferch drehen. Dón vorneweg, stolz und zufrieden.

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  1. Ruth Thiemann – Olenas Best Badger – 7j. Quarter-Horse – 41,5
    2. Bernhard Otten – Gennine Lets Groove – Quarter-Horse – 34,5
    3. Corinna Scholz – Querendón – 6j. P.R.E. – 31,5
    4. Tanja Puttfarcken – Flamenco – 13j. P.R.E. – 12,5

Wir brachten die Pferde wieder in die Boxen und sahen noch eine Weile zu.
Was für eine tolle Atmosphäre, was für ein schönes Turnier!
Vielen Dank an Melanie und Ines für die vielen schönen Bilder!!

Bis nächstes Jahr!!

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