Einhörner

Das Einhorn ist ein pferdeähnliches Fabeltier mit einem Horn auf der Stirn.
Es gilt als das edelste aller Fabeltiere und steht als Symbol für das Gute.

Nicht ernst zu nehmende Textteile sind blau. Was nicht heißt, dass man nun die schwarzen ernst nehmen muss bzw. die blauen nicht ernst nehmen darf. Das bleibt jedem selbst überlassen. Die blauen stammen jedenfalls aus meiner Feder.

Die Farbe des Fells wird unterschiedlich beschrieben: Mal heißt es, das Einhorn sei reinweiß, mal besitze es alle Schattierungen von weiß, ein andermal soll es alle Farben haben.
Hier ist zweifelsfrei bewiesen: Es gibt sie auch in anderen Farben!

Es wird auch über Einhörner mit Flügeln, ähnlich einem Pegasos fabuliert.

Einige zeitgenössische Wissenschaftler vertreten die Hypothese, dass der Ursprung des Einhorns in Rindern oder Ziegen liegt, denen man im Orient des 3. vorchristlichen Jahrhunderts zu Schmuck- oder kultischen Zwecken in jungen Jahren die Hörner zusammenband, so dass diese im Laufe der Jahre scheinbar zu einem einzigen Horn zusammenwuchsen. Das könnte auch die gespaltenen Hufe und den „Löwenschwanz“ erklären, die besser zu einem Paarhufer als zu einem Pferd passen.

Im Juni 2008 wurde in einem italienischen Naturpark in der Toskana ein 10 Monate altes Reh mit nur einem Horn (sog. morphologische Anomalie) entdeckt und vom Naturwissenschaftlichen Zentrum Prato (CSN) dokumentiert. Diese Entdeckung lässt vermuten, dass in der Vergangenheit gesichtete Hirsche, Rehe oder andere Tiere mit nur einem Horn den Mythos Einhorn entstehen ließen.

Eine andere Theorie geht davon aus, dass in der Antike eine römische Expedition in Afrika auf Nashörner getroffen ist. Weil diese ja nur ein Horn auf der Nase hatten, wurden sie ‚unicornus‘ (lat. Einhorn) genannt. Da man in Europa keine Nashörner kannte, wurden sie beschrieben mit „sie sind so schnell wie Pferde und haben ein Horn auf der Nase“. Im Laufe der Zeit ist das wahre Aussehen des unicornus verloren gegangen und man stellte sich den unicornus immer pferdeähnlicher vor.

Das Horn des Einhorns wird als schneckenartig gedreht und vorne spitz zulaufend dargestellt. Es soll weiß und bis zu einem halben Meter lang sein. Mit ihm soll das Einhorn gegen seine Feinde (unter anderem Löwen) kämpfen, heilen und sogar Tote wiederbeleben können. Das Horn soll dem Einhorn erst allmählich im Laufe seines Lebens wachsen; ein abgebrochenes Horn soll innerhalb von zehn Jahren wieder nachwachsen.
Gut zu erkennen: das hier abgebildete Einhorn ist mehr als zehn Jahre alt.

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Im Mittelalter und der frühen Neuzeit wurden die Zähne des Narwals für das Horn gehalten und als Ainkhürn bezeichnet. Noch heute existieren mehrere Objekte, meist Herrscherinsignien, die aus Narwalzahn angefertigt wurden.

Dem Ainkhürn wurden magische Fähigkeiten zugeschrieben, so zum Beispiel, dass es Gift neutralisieren könne, weswegen auch Trinkgefäße aus Narwalelfenbein gefertigt wurden. Da das Horn als sehr vielseitiges Heilmittel galt, wurden in vielen Städten Apotheken als Einhorn-Apotheke benannt.

Angeblich können die Tränen des Einhorns Versteinerungen lösen. Es soll Tote zurück ins Leben holen können, und wer das Blut eines Einhorns trinkt, wird angeblich unsterblich, führt aber von diesem Punkt an ein unglückliches und verfluchtes Leben.
In einigen Erzählungen heißt es auch, dass ein Einhorn ein karges und/oder verwüstetes Land wieder zum Blühen bringt, sobald es dessen Grenzen überschreitet.
Dies gilt auch für trauernde Seelen – auch die bringt es wieder zum Erblühen, wenn es in das Leben dessen kommt, der traurig ist, und seine Seele berührt. Nena würde jetzt singen: „Wunder geschehen – ich war dabei“

Das Einhorn soll überwiegend als Einzelgänger in einem Wald leben, den es beschützt und behütet. Es heißt, dass in einem Einhornwald die Pflanzen und die Tiere größer und gesünder als in einem normalen Wald sind. In diesem Wald muss es angeblich einen kleinen See geben, in dem sich das zur Eitelkeit neigende Einhorn als Spiegelbild sehen kann. Es ist auch die Rede davon, dass in einem Einhornwald immer Frühling herrscht und das Einhorn unsterblich ist, solange es „seinen“ Wald nicht verlässt.

Seltener wird auch von Wassereinhörnern fabuliert, die angeblich in den Tiefen der Ozeane leben. Es sollen auch Einhörner in Höhlen gelebt haben; die Einhornhöhle im Westharz ist jedenfalls nach ihnen benannt. Es handelte sich bei den hier und auch in anderen Höhlen gefundenen Knochen jedoch meist um Fragmente des Ursus spelaeus Höhlenbär, die in den Ablagerungen oft in großer Zahl gefunden wurden und die bis vor etwa 200 Jahren noch nicht wissenschaftlich gedeutet werden konnten. Nur wenige Leute behaupteten, ein Einhorn gesehen zu haben.

Die Geburt eines Einhorns soll ein sehr seltenes Ereignis sein. Bei seiner Geburt soll ein Einhorn noch kein oder nur ein sehr kleines Horn haben. Bis ein Einhorn ausgewachsen ist, sollen zwischen 3 und 10 Jahre vergehen. Nach einer sehr langen Lernphase verlässt das Einhorn irgendwann den Wald seiner Mutter und sucht sich einen eigenen Wald. Dort soll es angeblich die ganze Zeit leben, mit Ausnahme von wenigen Treffen mit anderen Einhörnern. Nur äußerst selten soll es den Wald aus anderen Gründen verlassen. Es ist widersprüchlich beschrieben, ob Einhörner ewig leben oder nur sehr, sehr alt werden und irgendwann aufhören zu existieren.

Einhörner sollen gegenüber Menschen sehr scheu sein.
Das macht es nicht leicht, sie zu fotografieren.

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Ihre Scheu komme daher, dass die Menschen aufgrund des kostbaren Horns Jagd auf Einhörner machen sollen. Es wird auch berichtet, dass nur Menschen, die an Einhörner glauben (oder nur Jungfrauen, die reinen Herzens sind), sie auch erkennen können. Alle anderen sollen nur ein ganz gewöhnliches Pferd sehen.
Die Bilder stellen aber unter Beweis, dass die Kamera nicht an Einhörner glauben muss, um sie zu sehen, es reicht, wenn der Fotograf dahinter das tut (was heißt hier eigentlich glauben, der hier am Boden liegende Fotograf weiß, dass es sie gibt…)

In letzter Zeit werden wieder vermehrt angeblich Einhörner gesichtet (zum Beispiel in der Gala-Show der Messe NORDPFERD, hier waren es gleich fünf – wobei ich jetzt nicht zu sagen wage, wie viele der Zuschauer einfach nur fünf Pferde gesehen haben…?), was darauf zurückgeführt wird, dass sich viele Menschen Sagen und Mythen als Ersatzreligionen zuwenden.

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Es wird berichtet, dass Einhörner großes Vertrauen in Jungfrauen haben. So zeigen sie sich angeblich einer Jungfrau, wenn diese am Rande des Einhornwalds sitzt, legen ihren Kopf in den Schoß der Jungfrau und schlafen ein.
In vielen Darstellungen von der Jagd auf Einhörner wird diese Vertrautheit genutzt, um die Fabeltiere zu fangen. Eine Jungfrau wartet auf das Einhorn. Ist es eingeschlafen, treten die Jäger aus den Verstecken hervor. In dem Zusammenhang sprechen einige christliche Legenden von stets männlichen Einhörnern, die sich ausschließlich durch eine Berührung einer Jungfrau mit ihrem Horn durch „Jungfernzeugung“ vermehren.

Meine Einhörner sind noch nie – ihren Kopf auf meinen Schoß ablegend – eingeschlafen. Mag daran liegen, dass ich so selten an Einhorn-Waldrändern sitze. Und vermehren wird sich zumindest mein weißes Einhorn sicher nicht. Mag daran liegen, dass es ein Wallach ist. Kann aber auch an mir liegen. Darauf möchte ich jetzt nicht näher eingehen. Ihr versteht schon…

Übersetzungen

lateinisch: Unicornis
spanisch : Unicornio
italienisch: Unicorno, Liocorno
englisch: Unicorn
griechisch: Monoceros
hebräisch: Re’em
französisch: Unicorne, Licorne
polnisch: Jednorożec
ungarisch: Egyszarvu
bulgarisch: Ednorog

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