Appelschnut

In unserer Familie seit Anfang 1981, gestorben im Mai 1997

* 11. März 1979
Hannoveraner
Dunkelbraun
Stute
Stm. ca. 1.70 m
Vater: Duft II v. Duellant (Dolman) a.d. Gotensage v. Gote
Mutter: St.Pr.St. Anatevka v. Altenwalde (Adlerschild xx)
…………..a.d. St.Pr.St. Almdrossel v. Almfreund I

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Ich war vierzehn, als das Telefon klingelte und meine Mutter aus Norddeutschland anrief und sagte „richte dem Papi mal aus: ‚Duft II und Altenwalde‘, dann weiß er schon Bescheid!“ Ich wusste, als ich meinen Vater dann sah, dass ich ihm noch „irgendwas mit Wald“ ausrichten sollte, damit konnte er nicht viel anfangen. Ihm schwante aber wohl trotzdem, dass ein neues Familienmitglied ins Haus stand.

Und so zog „Appelschnut“ bei uns ein, zweijährig, roh, mit riesigen Augen und sehr kurzen Maulwinkeln, die den Namen zwar passen ließen, aber ich weigerte mich trotzdem, sie so zu nennen, ich fand den Namen furchtbar und wollte, dass sie „Ankara“ heißt. Damit biss ich bei meiner Mutter auf Granit, es blieb bei Appelschnut.

1985, A-Springen mit Stechen, 3. Platz

Ich mochte den neuen Jungspund nicht, hatte mich doch gerade so langsam mit unserem Donni zusammengerauft (bzw. fing gerade damit an), und trotzdem war ich natürlich wieder die erste, die beim Anreiten dran glauben musste. Appel lag mir nicht, ich war wohl damals schon kein „Stutentyp“, und sie war Stute durch und durch.
Sie sollte das letzte Pferd meiner Eltern werden, die mit dem Reiten aufhörten, als Appel 1990 nach Neuenfelde ging, um Mutter zu werden. Mein Vater fing später noch einmal wieder an zu reiten, was mich sehr freute, und kam dann endlich auch in den Kontakt mit Barockpferden, er ritt einige Zeit einen sehr guten Lusitano und konnte so meine Liebe zu den Iberern nachvollziehen.

zehn Jahre später, 1995 in einem L-Springen

Nachdem Appel 1992 Fàscino und 1993 Arsienne zur Welt gebracht hatte, schenkte meine Mutter mir die Stute und ich holte sie und die beiden Youngsters Ende 1993 zu mir.
Da begann „unsere Zeit“ eigentlich erst so richtig, sie war nach den Fohlen irgendwie positiv verändert (ich mich wohl auch – auch ohne Kinder…) und wir hatten noch ein paar ganz tolle Jahre miteinander.

Schwierig blieb sie – mit Anfängern super vorsichtig und sanftmütig, unter besseren Reitern zog sie alle Register. Sie stolperte viel, überschlug sich dabei auch gerne mal, und als ich dann anfing, mit ihr (fünfzehnjährig) ihre ersten Militarys zu reiten, lagen wir mehr als einmal auf der Nase und ich bekam regelrecht Angst vor Tiefsprüngen, die mit ihr lebensbedrohlich waren. Sie konnte allerdings auch auf freier Strecke über den Kopf gehen, da kannte sie nichts. Sie tat sich nie etwas. So auch nicht in Süsel 1995 – ja, mit solchen Bildern kommt man in die Zeitung!

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Im Parcours hinterließ sie durchaus mal Stangen, die nicht wiederverwendbar waren. Einmal wurde ich während eines L-Springens über Lautsprecher gebeten, aufzuhören, weil der Veranstalter nicht so viele Stangen habe – da lag hinter mir schon der halbe Parcours in Trümmern. Ein anderes Mal trugen mich die Sanitäter auf der Trage raus (war lustig! Ich versuchte, runterzuspringen, die ließen mich aber nicht, hatten sie doch endlich ein Opfer!!), weil Appel sich in einen Oxer hatte fallen lassen.
Ja, wir haben schon eine Schneise der Vernichtung hinterlassen in den Jahren…  🙂

Lächeln – reiten macht Spaß!!

Appel brach sich Anfang des Jahres 1997 auf steinhart gefrorenem Boden das Hufbein. Sie, die nie lahmte, die nie Schmerz zeigte, war stocklahm. In der Klinik berieten wir nach dieser Diagnose, was zu tun sei. Einen Nervenschnitt zog ich nicht in Betracht, da mir das bei einem so stolperanfälligen Pferd viel zu gefährlich war. Ich zog aber eigentlich auch überhaupt eine Operation bei einem achtzehnjährigen Pferd nicht mehr in Betracht. Und so ließ ich Appel einschläfern, dankbar für alles, was sie mir mitgegeben hat in den vielen Jahren. Noch nie hatte mich ein Pferd über einen so langen Zeitraum begleitet (wenn auch mit langer Unterbrechung, aber sie gehörte ja in der ganzen Zeit zur Familie), noch nie hatte ich so hautnah miterleben können, welch‘ positive Wandlung Fohlen für eine Stute bedeuten können. Unsere späten gemeinsamen Jahren waren schön und von gegenseitigem Respekt geprägt. Und zu diesem Respekt gehört es meines Erachtens, sie in Würde gehen zu lassen, wenn der Zeitpunkt gekommen ist. Man hätte hätte hätte noch etwas machen können, klar, aber die Möglichkeiten klangen alle nach Kompromissen mit schalem Beigeschmack. So bleibt sie mir in Erinnerung als die unglaublich stolze, ausdrucksvolle Stute mit dem ganz eigenen Charakter und natürlich als Fàscinos Mutter.

Westensee 1996, Jagdpferdeprüfung Kl. L

Abteilungsdressur (1 Sieg, 2 Platzierungen)
Dressur Kl. A (2 Siege, 4 Platzierungen)
Dressur-Kür Kl. A  (1 Platzierung)
Dressur Kl. L (1 Sieg, 1 Platzierung)
Pas de deux (1 Platzierung)
Sportstafette (3 Platzierungen)
Stafettenspringen (1 Sieg, 1 Platzierung)
Springen Kl. A  (3 Siege, 5 Platzierungen)
Springen Kl. L (1 Platzierung)
Abteilungswettkampf Kl. A (1 Sieg)
Kombinierte Prfg. Dr./Spr. Kl. A  (2 Siege, 1 Platzierung)
Kombinierte Prfg. Dr./Spr. Kl. L (1 Sieg)
Geländeritt Kl. A
Vielseitigkeit Kl. A  (1 Platzierung)
Jagdpferdeprüfung Kl. A
Jagdpferdeprüfung Kl. L  (1 Platzierung)
Kreismeisterschaft Military
erfolgreichstes Pferd Reitverein Hellhörn 1995
Schaubilder (Quadrille, Pas de deux)
ach ja, und ein Mal Apfeltauchen  🙂

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