1.6. – Breitensportturnier Hoisbüttel

Am 1. Juni fuhr ich mit meinen Jungs nach Hoisbüttel (Ammersbek).
Hier fand ein Breitensportturnier mit interessanten Prüfungen aller Art statt.
So konnten die Reiter in Stil- und Punktespringen, Führzügel- und Voltigierwettbewerben, E-Dressur und Ringreiten, Allround- und Caprilliprüfungen gestartet werden. Außergewöhnlichste Prüfung war sicherlich das “Trio” – ein Reiter musste die Ovalbahn im Trab umrunden, einer im Galopp, und ein Läufer.
Petra Köpcke hatte erstmalig die Ausschreibung einer gerittenen Kür und einer Kür an der Hand durchsetzen können – und die Nennungszahlen sprachen für sich. Es waren die beiden meistgenannten Prüfungen des Turniers, was auf eine Wiederholung hoffen lässt!

Auf dieser wunderschönen und sehr gepflegten Anlage verbrachten wir einen herrlichen Tag, an dem mal so gut wie gar keine Tropfen vom Himmel fielen und (zum Glück) auch die angesagten hochsommerlichen Temperaturen ausblieben – es war das perfekte Turnierwetter. Der Anlage sah man die unfassbaren Regenmassen der letzten Wochen überhaupt nicht an. Die Pferde konnten sich auf der Wiese, auf der geparkt wurde, den Bauch mit sattem Grün vollschlagen – und das taten sie auch. Insbesondere Joya wurde mehrfach sehr ungehalten, wenn er den Kopf aus dem Gras nehmen sollte   🙂
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Ich hatte beide Küren genannt – und die sogar vorher mal geübt, was ja für mich nicht selbstverständlich ist. Mit Fàscino wurde es knapp vor dem Start der gerittenen Kür, da aus dem anfänglichen derben Zeitverzug plötzlich nahezu ein Blitzstart wurde, weil ein Pferd vor mir nicht an den Start ging. Fàsci nahm’s gelassen – mehr oder weniger – und ging sehr, sehr gut.
Die Pferde konnten von dem wunderschönen Dressurviereck, auf dem die Kür stattfand, die Pferde auf dem Abreiteplatz nicht sehen, wussten aber ja sehr wohl, dass die hinter den Bäumen waren. Das sorgte durchaus für Spannung, Geglotze und Gewieher, so dass meine Kür auch mit beiden Pferden reichlich spannungsgeladen anfing. Beide wurden jedoch im Verlauf der Prüfung besser, insbesondere Joya, der wirklich eine Traum-Kür ging mit ausdrucksvollem Spanischem Schritt, einer schönen Piaffe, tollen Traversalen und einer schönen Passage. Ich beendete die Kür mit einer einhändig gerittenen Traversale und einem – so nicht geplanten – sehr extravaganten Schlussgruß, den Joya sich kurzerhand überlegt hatte  🙂

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Bei Fàscinos hohem Grundtempo trat ich ständig auf die Bremse, um in der Musik passend zu bleiben, was nach der Schritt-Tour und vor der Piaffe kaum hinzukriegen war, da er mit Siebenmeilenstiefeln den Schritt hinter sich brachte. So wurde es eng für die Piaffe, die doch der nächsten Ecke sehr nahe kam und Fàsci war mit meinem „hoho, bravi, bravi, laaaaaaaangsaaaaaaam…“ überhaupt nicht einverstanden. Der hatte einen Zug drauf, das war schon wieder großartig – ist er zu Hause doch schon tagesformabhängig und hatte ich noch überlegt, ob ich ihm eine mit Schwierigkeiten gespickte Kür wirklich nochma antun sollte, so überzeugte er mich hier, dass er wirklich mit Freude bei der Sache war und richtig Lust hatte, mit den Lektionen zu spielen. So gelangen die Pirouette, die Passage und das Terre à Terre auch einfach großartig!

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Ich hätte gar nicht sagen können, wen ich von meinen beiden vorne gesehen hätte. Joya fing extrem geladen an, entspannte sich aber enorm während des Rittes, Fàscino war relativ gleichmäßig unter Strom, da hatte ich viel mehr zu tun. Bei Joya fing ich nach einer Minute an zu lachen und hörte nicht mehr auf, mich zu freuen, weil das einfach pure Freude am Reiten war. Bei Fàscino war es doch deutlich mehr Konzentration und Unterstützung des Pferdes.

Tatsächlich waren hierzu auch die Zuschauermeinungen geteilt, wie ich später erfuhr, zu meiner großen Freude gab es auch jemanden, der Fàscino gerne ganz vorne gesehen hätte.Ihm war sein Alter weder anzusehen noch anzumerken, und ich bin einfach pur glücklich, dass ich das mit ihm alles noch (wieder…) erleben darf.

Joya wurde 3. und Fàsci 5., und na klar hatte ich sie in der Siegerehrung beide dabei. Da die Schleife an Fàscis Halfter schlecht anzubringen war, trug mein rot-weißer Joya passend rot und weiß am Kopf   🙂

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Nic hatte Merlin mitgenommen, für sie war es die erste Kürprüfung überhaupt. Die beiden schlugen sich wacker und Nic grinste während des Abreitens einmal und meinte, Merlin fährt sie gerade runter, so cool ist er. Das ist wirklich ein Geschenk bei diesem Pferd – seine unglaubliche Nervenstärke.

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In der Kür an der Hand hatte ich wieder zwei Energiebündel neben mir, aber so mag ich sie ja. Ich hatte mir nicht wirklich ein Programm zurechtgelegt und so entstanden die Küren genau genommen, während ich sie zeigte. Fàscino passagierte schön neben mir und zeigte tatsächlich Kompliment auf beiden Seiten, womit ich bei der Spannung in dieser Umgebung nicht gerechnet hätte. Er zeigte anfangs schöne Übergänge Schulterherein / Renvers und ich wagte mich sogar spontan eine (recht große…) Galopp-Pirouette.
Hatte ich kurz zuvor noch überlegt, ob ich mit ihm überhaupt starten sollte (mir lief der Schweiß schon nach der Kür in Strömen, warm war es dann irgendwie doch und der Boden war zwar nicht schlecht, aber zum Laufen – puh…), so war ich nach Joyas Start aufgekratzt und gut drauf und nahm Fàsci also doch mit in’s Viereck. Zeit zum Durchatmen hatte ich – hier gab es jetzt im Prinzip gar keine Startfolge mehr. So war Fàsci letzter Starter und wir zeigten ruhig und konzentriert, was sich anbot – und er wurde Dritter!

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Joya piaffierte in einer Qualität, mit der ich ebenfalls nicht gerechnet hätte, geht er dabei doch sonst gerne sehr schnell in die Luft… Hier nicht, es waren tolle, ruhige Tritte. Spanischer Schritt und Spanischer Trab klar mit viel Ausdruck und Eifer, der Galopp sicher und lange durchgehalten mit einer sehr schönen Pirouette. Diese Kür überzeugte, und Joya konnte diese Prüfung gewinnen!

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