Schönsittiche

Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
Familie: Eigentlich Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Plattschweifsittiche (Platycercinae)
Gattung: Grassittiche (Neophema)
Art: Schönsittich

Wissenschaftlicher Name: Neophema pulchella
(Shaw, 1792)

Der Schönsittich gehört unter den Plattschweifsittichen zur Gattung der Grassittiche.

1792 wurde dieser früher auch als „Türkissittich“ bezeichnete Vogel erstmals wissenschaftlich beschrieben. Der Name kommt von „pulchellus“ = wunderschön.

Schönsittiche leben im südöstlichen Australien in Höhen bis 1000 Meter, bevorzugt in Wald- und Felsengebieten und Flusstälern mit üppiger Vegetation. Tagsüber halten sie sich vorwiegend in Bäumen auf.

Diese kompakten Sittiche werden ca. 20 cm lang, wiegen um 42 Gramm (Quedo eher mehr… Hihi) und können unter guten Bedingungen bis 15 Jahre alt werden.

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schoensittich

Sie haben recht schrille Pfiffe und sind – zumindest Quedo – am ehesten als „nachtaktiv“ zu bezeichnen – er dreht morgens als erster und abends als letzter seine Runden, sitzt aber tagsüber am liebsten mitten in einem der Futternäpfe und faucht die anderen an, die da auch gerne mal was abhaben würden.

Die beiden Mädels sind deutlich tagaktiver – und wohl deswegen auch deutlich schlanker…  🙂

Inzwischen sind alle drei älter als zwei Jahre und die dämmerungsaktivität hat sich gelegt. Alle drei können wie wild fauchen, wenn sie irgend etwas fressen wollen und ein anderer kommt ihnen zu nah. Die Wellis ignorieren das, die Bourkes sowieso, und diese Erfolglosigkeit hat meine „Schönen“ inzwischen etwas entspannter gemacht. Mit den Bourkes sitzen sie phasenweise auch mal recht dicht zusammen, von den Wellis halten sie lieber Abstand.

Es war herrlich, als die beiden Mädels morgens mit ungeheurer Akrobatik über’s Bett geflogen sind und mir dabei eine frische Brise in’s Gesicht wehte – sie sind ungeheuer schnelle und elegante Flieger. Die Figuren, die die in der Luft beschreiben, kriegen die anderen nicht hin. Schon aus dem Grunde sind auch dies KEINE KÄFIGVÖGEL!!

Sie brabbeln manchmal im Halbdunkel sehr angenehm vor sich hin und legen tagsüber immer wieder mal richtige Pausen ein, wobei die beiden Weibchen gerne nahe beeinander sitzen und dösen, während Quedo ausdauernd die Grassaat umwühlt. Wenn ihr Schrei ertönt geht das allerdings an erträgliche Grenzen – das ist ein sehr schriller, metallener Ton.

Dieser Ton ist ein wenig gewöhnungsbedürftig – als ich Quedo und Naranja kaufte und nach Hause fuhr, sagten sie erst überhaupt nichts. Ich unterhielt mich mit meiner Freundin, die mitgekommen war, und den Käfig mit den beiden nun auf dem Schoß hatte, als während der Fahrt plötzlich ein Ton erklang, der mich in die Bremse steigen ließ, weil ich dachte, da wäre am Auto Gott weiß was kaputt gegangen – das klingt schon ein bisschen wie ’ne Flex, wenn die loslegen 🙂

Danach musste ich echt lachen und inzwischen ist das natürlich kein Thema mehr – aber dieser erste Pfiff, der fuhr mir echt durch Mark und Bein. Vermutlich lachen sich die beiden noch immer darüber kaputt…

Beide Weibchen fingen schließlich mit zwei Jahren an, Eier zu legen. Beide brüteten. Bei Naranja schlüfte im Juli 2015 ein Küken, mit dem sie allerdings überhaupt nichts anfangen konnte. Sie blieb auf den Eiern sitzen und das Küken starb am dritten Tag, ausgekühlt und verhungert. Das erste bei mir geschlüpfte Küken und dann sowas…

Beim zweiten Versuch schlüpfte wieder ein Küken und dieses Mal wusste Naranja, was zu tun war! „Tarjous“ ist am 12. Januar 2016 geschlüpft und es ist so toll und dermaßen spannend, seine (ihre?) Entwicklung zu beobachten!

Um Tarjous Entwicklung zu sehen, einfach runterscrollen!

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Meine Schönsittiche:

Quedo
(span.: ruhig)
seit 3.10.2013 bei mir, * ca. Mai / Juni 2013

Quedo 2

Nach der Jugendmauser deutlich farbenprächtiger:
quedo

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Chiné
(span.: bunt)
seit 13.10.2013 bei mir, * 2013

chine_2

chine_1

Tarjous
(finnisch: zart, klein)
* 12.1.2016
Vater: Quedo, Mutter: Naranja († Juni 2016)

Tarjous ist das zweite bei mir geschlüpfte Küken. Das erste hat nur drei Tage überlebt, Naranja hat zwar weiter die Eier bebrübet, das Küken aber nicht unter sich gelassen.

23.7

Beim nächsten Gelege klappte das, womit ich nicht wirklich gerechnet hatte – wieder schlüpfte ein Küken, und dieses Mal – trotz wahrlich widriger Umstände wie einer ausgefallenen Heizung (im Januar!) und schließlich der laute Einbau einer neuen in Tarjous‘ ersten Lebenstagen und -wochen – kümmerte Naranja sich gut um ihr Küken und versorgte es. Sie verließ allerdings ziemlich früh das Nest (in diesem Fall eine mit Sand und Späne gefüllte Katzenklo-Schale, die den Sittichen zum Buddeln dient – eigentlich…) und ich hatte Sorge, dass das Küken nicht überleben würde. Vermutlich war Naranja aufgescheucht durch den Lärm des Heizungsbaus und die fremden Leute im Haus. Ein Heizlüfter sorgte zwar für Wärme, ließ die Temperatur im Zimmer aber auch ziemlich schwanken, also phasenweise waren das wahrlich keine kükenfreundlichen Umstände!

21.1. – 9 Tage:
21.1. - 10 Tage

Und so dachte ich, wenn es hilft, dass der Zwerg einen Namen hat, dann bekommt er mal lieber schnell einen, und ich wählte das finnische Wort für „zart“ und „klein“ – Tarjous.
Ich hätte wohl auch gut ein Wort für „Kämpfer“ nehmen können!

26.1. – 2 Wochen:
26.1. - 2 Wochen

Tarjous überlebte und entwickelt sich prächtig. Und so konnte ich diese spannende Entwicklung zum ersten Mal live und in Farbe miterleben!

3.2. – 3 Wochen:
3.2. - 3 Wochen

9.2. – 4 Wochen:
9.2. - 4 Wochen

Nun sind meine sämtlichen Sittiche ja Höhlenbrüter. Und normalerweise reicht es da, einfach keine Nistgelegenheiten anzubieten, damit sie eben nicht brüten. Die Schönsittche nehmen das nicht so genau – ausgerechnet die agressivsten legen Eier wie verrückt! Könnten das nicht die Bourkesittiche machen? Bei den Schönen ist damit zu rechnen, dass der Vater sein Kind, so es ein Männchen wird, nach wenigen Monaten verjagt oder zumindest atackiert. Da können 16 Quadratmeter schnell zu klein werden. Also hoffe ich natürlich sehr, dass Tarjous ein Weibchen ist, dann sollte das hier funktionieren.

Innerhalb weniger Tage umfasste Tarjous den Finger, auch wenn das anfangs noch sehr wackelig war. Das strupsige Aussehen verwandelt sich so langsam in ein ansehnliches und farbliches sehr hübsches Federkleid. Mit den Flügeln konnte Tarjous noch nichts anfangen, aber es war absehbar, dass dies nur noch eine Frage von Tagen sein würde.

14.2. – fast 5 Wochen:
14.2. - fast 5 Wochen

Auf dem Finger halten konnte er sich jetzt gut, und in diesem Stadium wagte er die ersten 20-cm-Flüge über das Bett. Und er wurde er verdammt schneller Läufer! Wie ungeheuer schnell das alles geht… Ich verklebte also die Fenster mit Folie (Teile eines Duschvorhangs), die ich, wenn er zu fliegen anfängt, eine gute Woche dran lassen wollte.

17.2., 5 Wochen alt:
17.2. - 5 Wochen

Das mit dem Fenster war aber auch genau am richtigen Tag. Hier üben wir noch klettern...17.2. - auf dem Weg zum Kampfsittich!

…kurz darauf fliegt Tarjous einfach los. Und stellt sich dabei sehr geschickt an.
Bei seinem ersten Blick aus dem Fenster wird ihm bewusst, um wie vieles größer die Welt doch ist, als er bislang ahnte 🙂

17.2. - große weite Welt

Und diese Welt kann auch noch jeden Tag anders aussehen! Am nächsten Tag lag Schnee, was Tarjous erstaunte und ihn wieder völlig fasziniert stundenlang rausgucken ließ.
18.2

Das Bild mit den ausgebreiteten Flügeln macht mir große Hoffnung, dass Tarjous ein Weibchen ist. Bei den Bourkesittichen wäre dieser weiße Streifen ein Merkmal, an dem ein Weibchen erkannt werden kann, bei Schönsittichen kann das ein Zeichen sein, muss aber nicht. Na super. Leicht machen die es einem nicht. Wäre nur gut, wenn sie ein Weibchen wäre und in dieser Hoffnung fahre ich ab jetzt mit „sie“ fort. Ich werde es spätestens dann erkennen, wenn sie Eier legt. Das sind ja wohl mal ziemlich sicher Weibchen!! 🙂

Nun muss so ein Vogelkind ja auch selbständig fressen lernen. Sie machte es mal nach und nahm einfach probehalber mal alles in den Schnabel, was da so rumlag.
Schmeckt alles komisch hier, findet sie. 

17.2. - schmeckt alles komisch hier

Da lässt man sich aber doch lieber von Papa füttern. Der versorgt sie großartig!17.2. Papa füttert

Oder von Chiné, die, nachdem ihr eigener Kinderwunsch nicht erfüllt wurde (die war ja so dreist, ständig IM Wellensittichkäfig Eier zu legen…), sich sofort bereit erklärte, die Patenschaft zu übernehmen. Naranja war’s nur Recht. Die kümmert sich nun nicht mehr, die legt lieber schon die nächsten Eier. Nee, meine Liebe, einer reicht. Ihr macht so schon genug Streit!
20.2. c

Chiné füttert nun jedenfalls begeistert mit – damit hätte ich bei den ersten Annäherungsversuchen gar nicht gerechnet, denn da hat sie sich erst angeschlichen und dann gebissen. Die Streitlust wich aber sehr schnell der Fürsorge, und so wird das verwöhnte Einzelkind immer mopsiger und propperer. Es sei ihr gegönnt, ihr Start war schwer genug! An der reinen Größe ist jetzt schon kaum noch zu erkennen, dass sie noch keine sechs Wochen (!) alt ist – nur das Baby-Gefieder, der kurze Schwanz, der Schnabel und der jugendliche Gesichtsausdruck zeigen noch das Kind, das sie noch ist.

Das mit dem Fressen ließ ihr ja keine Ruhe. Die anderen machen es doch auch!
Da merkt man mal, wie viel durch Abgucken und Nachmachen gelernt wird. Wie macht man das bloß mit Handaufzuchten?? Ich habe Hirsekolben hingelegt, an denen sie nun mit Wonne rumprobiert.

20.2. a

Zeitung ist da doch viel einfacher.
Was so einem jungen, unerfahrenen Vogel wohl besser schmeckt?

20.2. b

20.2. – ein kleiner Prachtkerl!
20.2. d

Mit 6 Wochen (23.2.) ließ die Zahmheit nach, sie wurde immer selbständiger, wurde weniger von den anderen gefüttert, probierte aber auch von sich aus einfach alles aus. Zu süß, wenn sie dann mit einem Salatblatt kämpft oder mit Möhrenstreifen.
Sie ist den anderen zum Körnerfutter gefolgt, das dürfte also auch in Kürze kein Thema mehr sein. Sie probiert verschiedene Schlafplätze aus, gerne allabendlich einen anderen.

23.2

Das Gesicht ist noch immer so niedlich kindlich – mal sehen, wie lange der Schnabel noch so hell bleibt?

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Vorsicht – Schönsittiche schmelzen in der Sonne! 🙂

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