Fàscino

Mein „Leib-und-Seele-Pferd“:

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* 23. Februar 1992, Hannoveraner
Vater: For Pleasure v. Furioso II a.d. Gigantin v. Grannus
Mutter: Appelschnut v. Duft II a.d. St.Pr.St. Anatevka v. Altenwalde
Stockmaß 1.68 m, Gewicht ca. 600 kg

„I never knew love could be a silence in the heart,
a moment when the time is still.
And all I’ve been looking for is right here in my arms,
just waiting for the chance to begin.

I never knew love could be the sunlight in your eyes,
on a day that you may not have seen.
And all I’ve been searching for, well words could never say,
when a touch is more than anything.

And in the dark night, you’ll follow the bright light
and go where the love must go.
And you will wake in the morning to a brand new day,
take all your worries away.

Maybe you will never know how much I love you,
but of this, be sure,
here is your paradise, here is your book of life,
where you and I will be forevermore.“

(Chris de Burgh)

Viele kennen ihn noch als „Fiete“. Unter dem, was früher nur ein belächelter Spitzname war, ist er bekannt, wenn nicht gar relativ berühmt geworden. Seit Mitte 2007 wird er jedoch wieder bei seinem richtigen und berechtigten Namen genannt.
Als er drei Jahre alt war, ließ ich ihn bei der FN als “Fàscino” eintragen, das bedeutet “der Reiz, der Zauber”. Der Name war damals sehr bewusst gewählt; dass Fàscino diesen Reiz, diesen Zauber jedoch ungebrochen, immer wieder und immer noch auf mich ausüben würde, konnte ich mir in der Form nicht vorstellen.

Er ist zu einem enorm vielseitigen Pferd geworden und hat meine Art zu reiten gewaltig verändert. So musste er herhalten für alle meine Ideen.
Er, der für all’ diese Dinge so wenig prädestiniert zu sein schien – hypersensibel, bodenscheu, hysterisch …
Ich kenne ihn von Anfang an und konnte mir bei vielen Dingen nicht erklären, warum sie so heftige Reaktionen bei ihm auslösen konnten. Seine Mutter Appelschnut, die seit zweijährig (1981) in unserer Familie war, hatte schon einen Hang zur Hysterie, aber dass sie ihm gleich die doppelte Portion vererbt …
Vielseitig war auch sie schon, allerdings konnten wir zusammen das erst unter Beweis stellen, nachdem Fàscino und seine Schwester Arsienne (1993) geboren waren.
Als junge Stute mochte ich „Appel“ nicht, fand keinen Draht zu ihr. Ich war allerdings auch erst 14, als sie in unsere Familie kam, und fing gerade er so richtig an mit den Pferden. Der Draht zu ihr kam später – und dann gelangen uns auch schöne (und etliche weniger schöne…) Vorstellungen in Dressur, Springen und Gelände bis zur Kl. L.
Sie ließ es sich nicht nehmen, so manchen Parcours zu Kleinholz zu machen und sich mehrfach im Busch schlicht auf die Schnauze fallen zu lassen…
Appelschnut starb im Frühjahr 1997 im Alter von 18 Jahren.

Fàscinos Mutter Appelschnut:
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Fàscinos Vater ist das weltberühmte Olympia-Springpferd For Pleasure, der jahrelang von Lars Nieberg im Spitzensport von Erfolg zu Erfolg zu sprang und diese Serie unter der stilistisch wunderschön anzusehenden Führung von Marcus Ehning fortsetzte.
Fàscino hat viele guten Seiten von diesem fantastischen Hengst mitbekommen. Ich saß in Gera auf der Tribüne, als dieser bunte Fuchs unter Lars Nieberg Deutscher Meister wurde, ich starrte gebannt auf den Bildschirm, wenn “Papa” über die großen Sprünge dieser Welt ging. Immer machte er dabei seinem Namen alle Ehre, sein Blick, sein Gesichtsausdruck, ließ annehmen, dass er auch die dicksten Oxer „zum Vergnügen“ übersprang.
For Pleasure starb im Februar 2011 im Alter von 25 Jahren.

Fàscinos Vater For Pleasure:
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For Pleasure stand in seiner allerersten Zeit als noch völlig unbekannter Deckhengst in Neuenfelde, und ein paar Höfe weiter, bei Hermann Stölken, bekam Appelschnut ihre beiden Fohlen. So war es schlicht und ergreifend Glück, dass Fàscino ihn zum Vater hat. Fàscino wuchs auf den Neuenfelder Weiden auf, bis ich ihn im Herbst 1993 mitsamt Mutter und Schwester zu mir holte.

Fotos zu Fàscinos „Babyzeit“ (1992 – 1995)

Die ersten Jahre seiner Ausbildung waren in einer Art und Weise schwierig, wie ich es überhaupt noch nie erlebt hatte. Nun war er das erste Pferd, das ich von Anfang an vollkommen alleine ausbildete, und so wusste ich oft nicht, ob manches „normal“ war oder nur bei ihm so kompliziert…

So konnte ich das erste halbe Jahr die Trense nur auseinandergenommen um den Kopf herum schnallen, da er es nicht ertrug, wenn etwas über die Ohren gezogen wurde.
Er ließ sich an Kopf, Bauch und Hinterbeinen nicht anfassen, er ließ sich schlecht führen und Traben an der Hand war überhaupt nicht möglich; er glaubte, durch keine Tür zu passen und hatte massive Platzangst, er ließ bis auf zehn Meter kaum ein anderes Pferd an sich heran – genau genommen haute er vor allem ab.

Ich hielt die Anforderungen sehr gering, und ohne es recht zu merken, ließ ich ihn weitmöglichst selbst anbieten, wozu er sich in der Lage fühlte. Irgend etwas in ihm hinderte mich stets daran, Druck auf ihn auszuüben. Ich habe in seinem Leben zwei oder drei Mal versucht, mit Druck etwas durchzusetzen – es endete immer in panischer Hysterie seinerseits. Als er drei, vier Jahre alt war, kam es häufiger vor, dass er aus dem Nichts heraus nicht nur einfach panisch davon raste, sondern nun auch noch ohne jede Vorwarnung stieg und sich überschlug. Wie oft lag ich unter oder neben ihm und wusste nicht, wie es dazu gekommen war.
Natürlich hörte ich von allen Seiten, ich solle ihn nun doch endlich mal “anfassen”, er würde mich nur veräppeln. Etwas in seinem Verhalten hielt mich davon ab, da es nie das Gefühl der Böswilligkeit oder durchdachten Widersetzlichkeit bei ihm gab.
Als Fàscino vier Jahre alt war, bekam zufällig einmal ein Tierarzt einen seiner Anfälle mit. Seine Diagnose war so ernüchternd wie selten – Fàscino ist Epileptiker.

Ihn zu reiten oder sich auch nur mit ihm zu beschäftigen heißt seit eh und je, dass es dann auch nichts anderes als ihn geben darf. Keine Gedanken an Dinge, die nicht auf’s Pferd gehören. Er hat mich regelrecht dazu erzogen, spätestens dann, wenn ich den Fuß in den Bügel setze, ganz meinem Pferd zu gehören.
So war es allerdings auch nicht möglich, mit Fàscino Unterricht zu nehmen, was ich, bei wechselnden Ausbildern, genau drei Mal versucht habe – als er vier, sechs und schließlich acht Jahre alt war. Es ging jedes Mal so furchtbar schief, dass ich schließlich die Antworten in ihm suchte und nicht mehr durch Hilfe von außen. Sobald Fàscino merkte, ich reagiere nicht auf ihn sondern auf etwas von außen, machte er innerhalb von Sekundenbruchteilen vollkommen dicht. Das hat sich zwar deutlich entspannt in den letzten Jahren, aber doch ist er noch immer das Pferd, das, will man eine gute, ansprechende Leistung, eine 120prozentige Konzentration erfordert.

So habe ich anfangs niemals gefordert, dass er “am Zügel” gehen solle, sondern ihn nur in Anlehnung so lange gehen lassen, bis er eines Tages tatsächlich plötzlich mit rundem Hals kauend die Verbindung zur Reiterhand deutlich spürbar suchte.
Am 27.11.1994 saß ich zum ersten Mal auf seinem Rücken, am 23.7.1995 war dieser Moment des „von selbst an den Zügel stellens“ da. Dazwischen hatte ich manchmal einige Wochen gar nicht auf ihm gesessen, häufiger als ein, zwei Mal pro Woche ritt ich ihn im ersten Jahr nicht.

Es gibt neben diesen beiden Tagen noch ein paar Daten, die ich nie vergesse, und Fàscino hat den Spruch der “1000 Kerzen” geprägt. An dem Tag, als ich zum ersten Mal auf ihm saß, fragten mich einige junge Mädchen des Stalles, was für ein Gefühl das sei. Ich war schon auf mehreren jungen Pferden die erste gewesen, die drauf saß (und manchmal auch die erste, die wieder runterflog…), aber Fàscino war immer etwas Besonderes, und so suchte ich nach einer Beschreibung. „Weihnachten und Geburtstag zusammen“ traf es nicht, und so sagte ich schließlich, es sei “als ob in mir 1000 Kerzen brennen”.

Im September 1995 fand bei uns im Stall ein Turnier statt und ich sattelte Fàsci für seine erste Materialprüfung (heute Reitpferdeprüfung). Viel Konkurrenz war nicht da und so wurden wir Dritte – „noch deutlich in der Entwicklung befindliches Pferd mit sehr schönem Schritt und Galopp. Ein Pferd mit guten Möglichkeiten“.

Im Herbst wagte ich die ersten Sprünge unter dem Reiter – puh! 28 Beine!  🙂

In jungen Jahren reagierte Fàscino allergisch auf alles, was ein Tierarzt nur im Kofferraum haben konnte. Nach jeder Impfung, jeder Wurmkur, war Fàscino regelrecht krank. Vierjährig bekam er hinten einen Einschuss und starb uns fast an der Behandlung mit Penicillin. Die Tierärztin konnte gerade noch ein Gegenmittel spritzen und musste zur weiteren Behandlung ein Ersatz-Antibiotikum nehmen, auf das Fàscino schlecht ansprach. Ich schlief zwei Wochen auf einem Feldbett vor seiner Box, maß alle paar Stunden Fieber.
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Kaum war der Einschuss überstanden, stand Fàscino mit halbseitig gelähmtem Gesicht da – der Trigeminus-Nerv hatte sich entzündet und die linke Gesichtshälfte lahmgelegt.
In diesen Tagen bekam ich eine vage Vorstellung davon, was Menschen mit Trigeminus-Entzündungen zu ertragen haben. Er war wirklich suizidgefährdet.
Fàscino wurde mit einem Schlangengift behandelt, allerdings hatten die Tierärzte keine große Hoffnung, dass die linke Gesichtshälfte sich wieder normalisieren würde.

Sie tat es. Und seit dieser Behandlung schien sich die Epilepsie zu bessern. Bis heute weiß ich nicht, ob ein Zusammenhang mit dem Schlangengift bestehen könnte, jedenfalls war Fàscino danach immer mehr in der Lage, Anfälle anzukündigen, bzw. war ich immer mehr in der Lage, sie zu spüren. Hielt er länger als zwei, drei Sekunden das linke Ohr in einer bestimmten Art an den Kopf gepresst, half nur noch sofort abzuspringen, seinen Kopf in den Arm nehmen und nicht bewegen. Dann kam er meist wieder zu sich, war aber noch eine Weile benommen. Seit er etwa zwölf Jahre alt ist, hat es keine schlimmeren Anfälle mehr gegeben.

Fotos zu Fàscinos „Kindergartenzeit“ (1996)

Ich hätte dieses Pferd natürlich in Watte packen können. Genau das habe ich aber von vorneherein nicht getan. Ich habe ihn überall mit hingeschleppt, auf jedes Turnier, zu jeder Veranstaltung, zum Training in fremdes Gelände – immer hatte ich ihn im Schlepptau. Wenn er vor etwas Angst hatte, durfte er es sich zwei Stunden lang ansehen. So bekam ich ihn nicht auf zwanzig Meter an die ersten Geländesprünge heran.
Das war Fitnesstraining für mich! Und wenn er dann sprang, dann übertrieb er maßlos 🙂

Es dauerte gut zwei, drei Jahre, bis er auf alles zurannte, was auch nur entfernt springbar aussah…

Was bei ihm nie geholfen hat, war, ein anderes Pferd vorweg zu schicken. Er hatte so viel Angst vor anderen Pferden, war in der Herde auch immer ganz weit unten in der Hierarchie, so dass mein Fitnessprogramm häufig genug darin bestand, vor ihm über die Sprünge oder Gräben zu springen. Dann sprang er anstandslos hinterher. So weiß ich auch nicht mehr, ob ich bei unseren ersten Ausritten mehr geritten oder mehr zu Fuß gegangen bin… Vermutlich letzteres.

Dies alles hinderte ihn nicht daran, tatsächlich seine ersten drei A-Dressuren in Folge (!) zu gewinnen. Die Richter bescheinigten mir jedes Mal ein gehorsames, fein gerittenes Pferd mit “netten” Grundgangarten (der Trab war damals noch völlig ohne jede Ausstrahlung…), dem anzusehen sei, dass es gerne mitarbeite. Ich hatte noch nie groß unter Prüfungsangst gelitten, ritt in Prüfungen eher drei Klassen besser als sonst, und so fiel es mir überhaupt nicht schwer, das für Fàscino einzig Richtige zu tun – mich in einer Prüfung völlig in ihn versinken zu lassen und mit ihm “alleine auf der Welt” zu sein.
Ihn anders zu reiten oder in der Prüfung an die Note oder eine Platzierung zu denken, machte zeitlebens alles zunichte.

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So gingen wir auch völlig unbedarft im Mai 1997 in unser erstes A-Springen.
Fàscino war fünf, es war ein Stilspringen, ich glaubte nicht wirklich daran, ihn bis zum Ziel zu bekommen, und so versanken wir beide in unsere ganz eigene, persönliche Welt, ich ließ ihn zum ersten Sprung traben, bis er den für gut befand und von selbst angaloppierte, und dann zog er sicher und ruhig seine Runde und wir gewannen mit einem wunderbar harmonischen Ritt auch unser erstes A-Springen.
Unfassbar.

Fotos zu Fàscinos „Grundschulzeit“ (1997)

Fotos aus Fàscinos „Schulzeit“ (1998 – 2000)

Wir haben den Moment der 1000 Kerzen noch oft erlebt und erleben ihn auch noch immer mal wieder. In der Beziehung von Fàscino und mir gibt es so viele Dinge, die nicht erklärbar und für andere sicher nicht nachvollziehbar sind, und doch gab es immer wieder Zuschauer, die etwas von dem spürten. So erinnere ich mich (sehr gerne…) an eine Zuschauerin, die bei den Barockpferdetagen auf Gut Seedorf im Juli 2002 nach dem “Ausbildungsweg des Dressurpferdes” zu mir kam und meinte, Fàscino sei das bestgerittenste Pferd dieser Veranstaltung. Ich wurde rot und fragte, ob sie denn nicht gesehen habe, dass Richard Hinrichs da sei…? Darauf sagte sie, hier wären viele gute und sehr gute Reiter, aber keinem Pferd sei die Freude am Gerittenwerden so anzusehen wie Fàscino.
Da, glaube ich, habe ich zum ersten Mal wirklich gewusst, dass das, was ich die ganzen Jahre gesucht hatte, gefunden war. Dass ein Außenstehender spürt, welche Motivation, welche Freude an der Leistung, welche Harmonie ein Pferd zu außerordentlichen Leistungen befähigen kann. Fàscino kann ungeheuer viel, nur eben vieles „auf seine Art“, die viel mit Kompromissen meinerseits zu tun hat. Bei ihm ließ und lässt sich überhaupt nichts erzwingen, und so hat er mich in meiner Art zu reiten mehr beeinflusst als jedes Pferd oder jeder Mensch bisher.

Fotos zu den „neuen Wegen“ (2001 – 2002)

Fàscino trug mich im November 2003 zum „Reitabzeichen Kl. I Silber mit Lorbeer“.
Wir absolvierten eine M-Dressur mit 6,7; ein M-Springen mit 7,5 und für die Theorie gab es eine 8,5 – und das Ganze „nur zum Spaß“, ich hatte einfach Lust, mit meinem ersten selbst gezogenen und selbst ausgebildeten Pferd diese Prüfung abzulegen.

Dem FN-Turniersport haben wir jedoch bereits im Jahre 2000, kurz nach unserem Military-Kreismeistertitel, den Rücken gekehrt, das hatte für mich nun so vollends den Reiz verloren. Danach startete Fàscino „sein zweites Leben“ und damit höchst erfolgreich in Kürprüfungen auf Breitensportturnieren. Zudem trug er in den letzten Jahren mich und andere souverän durch die verschiedensten Schaubilder.
Er hatte aber auch noch ein „drittes Leben“ – nachdem er in den ersten Jahren Fremdreiter überhaupt nicht duldete, ging er später unter Schülern im Unterricht und machte das einfach fantastisch. Daran war, als er jung war, überhaupt nicht zu denken.
Ich bewunderte ihn immer wieder dafür, wie souverän und witzig er mit Schülern umging.

So war es auch möglich, dass die Reitbeteiligung von Liten svensk Fàsci nach Litens Tod übernahm. Sie blieb lange Zeit die einzige, die mit ihm ohne mein Beisein arbeiten konnte, später ließ er das auch mit einigen anderen Reitern (die er sich aussuchte) zu.

Fotos zu „Wahre Vielseitigkeit“ (2003)

Es gab immer wieder Momente, in denen Fàscino sehr introvertiert und in sich zurückgezogen war. Mit den Jahren hat er sich immer mehr geöffnet, ist zugänglicher geworden, interessierter an Menschen und Pferden.

Mit zunehmendem Können stieg sein Platz in der Herde von ganz unten nach ganz oben – allein dadurch, dass er gelernt hatte, mit seinem Körper besser umzugehen, wurde er sehr viel selbstbewusster und hat sich eine positive „Macht“ angeeignet, die ihn, sobald er sich in Bewegung setzt, imposant erscheinen lässt.
Trotz aller Schwierigkeiten, die er hat, ist in ihm mit der Zeit eine Leistungsbereitschaft entstanden, die anfangs nicht da war.

Meine (oder besser seine…) Osteophatin mobilisierte zwar einige Wirbel, ließ die meisten aber in Ruhe, weil er damit umzugehen gelernt hat. Sie war nach dem ersten Besuch total verblüfft, dass ein Pferd mit so vielen körperlichen Defiziten überhaupt so weit kommen konnte. Was mich ehrlich gesagt manchmal auch erstaunt…

Er brachte mich auf die Lektionen der Renaissance, bot Terre à Terre, Mezair und die damalige Courbette (nicht wie heute in Wien das Springen auf den Hinterbeinen, sondern sehr kurze, erhabene Zwei-Takt-Sprünge) an.
Ich las mich durch die auf diesem Gebiet noch sehr dürftige Literatur.
Die gestandene Kapriole und teilweise auch eine gesprungene wurde schließich an der Hand und unter dem Reiter abrufbar – nachdem er das beherrschte, ließ ich von der Arbeit am Langen Zügel mal eine Weile die Finger… 🙂

Terre à Terre, Eutin 2005

Er ist nun wirklich der lebende Beweis dafür, dass ein gutes (oder auch sehr gutes) Exterieur NICHTS wert ist, wenn das Interieur nicht stimmt.
Dass ein hervorragendes Interieur aber fast alles möglich machen und körperliche Defizite ausgleichen oder gar beheben kann, wenn die Motivation und das Vertrauen zum Reiter stimmen.
Und all‘ das war er schließlich auch noch bereit (das dauerte allerdings einige Jahre), an andere Reiter weiterzugeben, die fühlen und lernen wollten. Er gab sich Mühe mit Schülern, zeigte sofort, wenn etwas richtig gemacht wurde und ließ Fehler sehr geduldig über sich ergehen.

Wie wäre meine reiterliche Laufbahn wohl ohne dieses so kapriziöse, so einmalige Pferd verlaufen???

November 2004

Fotos zu Fàscinos „Show-Zeit“ (2004 – 2005)

Fotos aus dem Jahr 2006

2007 nahm ich ihn raus aus dem Trubel. Es wurde ruhiger um meinen Großen, der es sich so sehr verdient hatte, nicht mehr überall mit hin zu müssen.
Ich wusste nicht, wie ich sonst meinen so tief empfundenen Dank an ihn ausdrücken konnte, wenn nicht damit, dass er bestimmen darf, wozu er Lust hat.
Täglich hält er den Kopf zum Kuscheln hin und so genossen wir gemeinsame Momente der Ruhe, fern von Showarenen und Publikum.

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2009 nahm ich ihn, nachdem er bei unserer Abfahrt zur NORDPFERD sehr deutlich zu erkennen gab, dass er gerne mitgekommen wäre, nach langer Pause mal wieder mit auf ein Barockturnier. In der Nähe von Hannover waren Prüfungen ausgeschrieben, die in ihrer Art noch ganz neu waren und die alten „barocken“ Lektionen beinhalten. Spannend!
Fàscino ging etwas überdreht und übereifrig und mit viel Power durch die schwere Aufgabe. Danach hatten wir ihn ständig an der Hand mit bei uns, während ich noch mit zwei anderen Pferden startete. So fand Fàscino das toll, mehr musste er gar nicht haben.

Unter Reitschülern wurde immer besser und sicherer. Die, die ihn inzwischen besser kannten, konnten auf ihm spüren, wie es sich anfühlen kann, ohne sichtbare Hilfen, nur auf den bloßen Gedanken hin, ein Pferd durch die Lektionen zu führen.
Unter allen Reitschülern zeigte er eine Engelsgeduld. Und wenn es ihn dann doch mal langweilte, wenn ich zu viel sabbelte, machte er halt ein bisschen Spanischen Schritt oder drehte einfach um und kam zu mir, damit ich einen Keks nachwerfen konnte.

Ein wahrlich fantastisches Pferd – der Reiz, der Zauber…

Fotos zu den Jahren 2007 – 2010

Ab 2010 brillierte er in Workshops und Seminaren immer wieder mit seinem unglaublichen Repertoire an Lektionen und überraschte mich mehrfach mit Kombinationsmöglichkeiten, zu denen wohl nicht viele Pferde in der Lage sind.
So durfte ich in eine Passage-Traversale eine Galopp-Pirouette einbauen und erstmals gelangen auch Piaff-Pirouetten, die ihm nicht leicht fallen. Serienwechsel auf gebogener Linie, aus dem starken Trab in die Passage, und hin und wieder waren immer wieder einmal ein paar Galoppsprünge rückwärts dabei.

Was für ein Pferd…!!!

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2 0 1 1 …

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Mit 19 zum esten Mal auf dem Podest!

… begeisterte er eine Reitschülerin durch seine Ruhe und Souveränität mit der Garrocha. Fàscino, der die Garrocha immer ein bisschen blöd und unnötig fand (zumal er größenmäßig hier wahrlich an die Grenzen stößt), gab sich alle Mühe, ihr die Handhabung zu erleichtern. Das klappte schließlich so gut, dass die beiden dies auf dem 2. Team-Turnier des Team Légèreté am 16. Juli im Reitstall Wüstenkate in der „Offenen Kür der Reitweisen“ zeigen wollten.

Dazu kam es nicht.
Am 15. Juli kam einer der Anrufe, den Pferdebesitzer nie bekommen wollen. „Er lag auf der Weide auf der Seite, konnte nicht aufstehen, hat ein paar Verletzungen. Wir haben ihn mit einigen Leuten zurück in die Box gebracht, er ist völlig teilnahmslos und kann sich kaum auf den Beinen halten. Kannst Du kommen?“…

Ich lag gerade mehr oder weniger mit einem Virus flach, das Adrenalin reichte jetzt aber, um in den Stall zu rasen und nebenbei meine Tierärztin zu verständigen, die sich sofort auf den Weg machte. Sie muss geflogen sein, wir kamen fast gleichzeitig an.
Das Bild, das sich uns bot, war schlicht grauenhaft. Ein an die Wand gelehnter, schwankender, taumelnder Fàscino, weiße Schleimhäute, keine Pupillenreaktion und ein vorgestreckter, steifer Hals, der sich nicht bewegen ließ. Alles sah nach gebrochenem Hals aus und diesem Bild des Jammers hätte ich sofort ein Ende bereitet.
Meine Lieblings-Tierärztin Anke Rüsbüldt versuchte, ein digitales Röntgengerät aufzutreiben, das durch die betroffenen Partien durchkommt. Das war nicht vor abends verfügbar. Aber auch dieser Tierarzt kam, so schnell er konnte, und die Röntgenbilder gaben uns immerhin die Sicherheit, dass kein Bruch vorlag.
Bis dahin hatte Anke Fàscino so weit durch Medikamente stabilisiert, dass der Kreislauf besser wurde und die Schmerzen erträglich wurden. Bis zum Eintreffen des Röntgengerätes konnte Fàscino den Hals wieder minimal bewegen, so dass ein Genickbruch da schon ausgeschlossen werden konnte.

Da niemand gesehen hatte, ob das Überschlagen aus der Ruhe oder aus vollem Lauf passiert ist (und wie… und warum…) blieben nur Spekulationen. Die einzelnen Verletzungen am Körper sprachen dafür, dass er aus relativ hohem Tempo heraus gestürzt ist. Das wiederum spricht dann nicht für einen Sturz als Epilepsie-Spätfolge (Narkolepsie), wobei sich diese „Sekundenschlaf-Hinfaller“ in letzter Zeit gehäuft hatten. Die traten bisher allerdings nur in völliger Ruhe auf. Hier war er gerade auf die Weide gebracht worden. Unlogisch jedoch, dass ein Pferd mit einer derart guten Körperbeherrschung vollständig ohne jeden Reflex zu Boden geht…
Wir wissen es nicht. Der Gang musste sich in den nächsten Tagen deutlich bessern, sollte er eine Chance zum (pferdegerechten) Weiterleben haben. Die Schwellungen am Hals waren heftig, er konnte aber immerhin nach kurzer Zeit wieder vom Boden fressen. Er konnte allerdings seinen Gang nicht wirklich koordinieren, musste sich beim Gehen sehr konzentrieren. Eine kurze Trabeinlage zu den anderen Pferden wurde bestraft, als er daraus nicht bremsen konnte und mit dem Kopf am (Strom…-)Zaun landete. Wir hatten ihn bewusst alleine neben die anderen gestellt, damit ihn kein anderes Pferd in Gefahr bringen konnte. Er war eingefallen, angespannt, konnte nicht liegen.
Ich konnte es kaum ertragen, ihn so zu sehen. Als der Unfall drei Tage her war, ging mir so vieles durch den Kopf. Dieses große, stolze Pferd…
Ihm darf die Würde nicht genommen werden. Ein Gespräch mit dem Tierarzt ließ mich fragen, ob es bei Pferden Schlaganfälle gibt. Wohl möglich, aber dies sei wohl eher keiner. Ataxie sei es jedoch allemal, und das ist in den meisten Fällen ein Abschiedswort. Dass es sich um Ataxie handelt, wurde von drei verschiedenen Tierärzten bestätigt.

„Der spinalen Ataxie liegt eine Schädigung des Rückenmarks und damit eine Schädigung der Nervenbahnen zugrunde. Diese kann durch Verletzungen hervorgerufen werden, bei denen Blutergüsse auf den Wirbelkanal drücken. Auch feine Risse in der Knochensubstanz können später zu arthritschen Veränderungen der Wirbel führen, die diese anschwellen und so das Rückenmark verletzen lassen. Als sehr häufiges Problem werden Subluxationen an Gelenken im Bereich der Halswirbelsäule beobachtet.“
(Quelle: Wikipedia)

Mir fehlen die Worte, um zu beschreiben, was in der Zeit in mir vorging. Er hat es nicht verdient, er hat es nicht verdient, er hatte so etwas einfach nicht verdient.

Ich bettelte Anke an, sie möge ihn einschläfern.
„Warte noch“ sagte sie.
Und ich wartete, und hielt es kaum aus.

Ich hatte mich schon ein paar Mal daran gewagt, anhand von Fotos mentalen Kontakt zu Tieren (einige Pferde, ein Hund…) aufzunehmen. Das gelang ausnahmslos und führte zu erstaunlichen Ergebnissen. Ich hatte bisher noch nicht gewagt, dies mit einem mir sehr nahe stehenden Tier zu tun. Ich hoffte aber, dass Fàscino mir, sollte ich auf diese Weise Kontakt zu ihm herstellen, die Antworten gibt, die mir so wichtig sind. Es war ihm deutlich anzusehen, dass ihn der Zustand verwirrte und beunruhigte. Meines Erachtens nimmt ihm das seine Würde und lässt es grenzwertig werden, ihn so am Leben zu lassen. Vermutlich würde über kurz oder lang eine Entscheidung von mir verlangt, die ich in seinem Sinne und für ihn treffen musste.

Bei mir muss jedes Pferd pferdegerecht leben können. Das heißt für mich: in der Herde auf der Weide und mit dem Maß an Bewegung und Zuwendung, die sich dieses Pferd wünscht. Dass Fàscino es ohne geritten zu werden gut aushalten kann, da bin ich sicher. Er möchte mich in seiner Nähe wissen und kuscheln dürfen, das kann ihm genügen.
Er kann jedoch nicht gut alleine sein, weder in der Box noch auf dem eigens für ihn abgeteilten Weidestück, auf dem er nun stand. Er braucht Kontakt und Artgenossen, und das muss gefahrlos möglich sein. In seinem Zustand war es das nicht.

Die Antworten, die ich bekam, überraschten mich und zeigten mir deutlich, dass dies nicht meine eigenen Ideen sind, denn darauf wäre ich so nicht gekommen. Es war ganz deutlich, dass Fàscino die Chance haben wollte. Also sollte er sie haben.

noch so stolz, so schön… Fàscino im Mai 2011

Nach drei energetischen Behandlungen guckte Fàscino wieder ganz anders, bewegte sich langsam besser, konnte sich besser umdrehen.

Ich war überglücklich, eine Riesen-Last war vorerst von uns genommen. Er lag zwar noch nicht und stand noch immer vorsichtshalber alleine auf seinem Weidestück, aber er schien eine reelle Chance zu haben. Wir gingen fast täglich ein wenig in der Halle spazieren, er war kuschelig und anhänglich und zeigte, dass er leben will.
Fàsci, BITTE, weiter so…

Ich führte Fàscino fast täglich einige Runden in der Halle, schickte ihn schon mal in Ansätzen leicht seitwärts, und seine Koordination verbesserte sich ganz langsam, aber stetig. Er trabte erste Tritte, wirkte danach aber sehr konzentriert und angespannt.
Aber es tat sich etwas!

Vielen Dank unbekannterweise für diese wunderbare E-Mail, die mich in dieser Zeit erreichte:
„Hallo Corinna, Du kennst mich sicher nicht. Aber ich war schon diverse Male bei Euch im Stall Wüstenkate bei Euren Seminartagen.  Ich finde die Art, wie Ihr – speziell Du – mit den Pferden umgeht, einfach vorbildlich und schaue Euch immer wieder gern zu.
Mit Entsetzen habe ich über den Unfall von Fàscino gehört. Ich hoffe, dass es für Euch beide gut ausgeht und sende Dir auf diese Weise viel Kraft. Das lag mir einfach am Herzen, nachdem ich es gelesen habe und meine Tränen getrocknet sind.
Viel Mut und Kraft und das nötige Glück wünscht von Herzen …“

Inzwischen waren mehrere Wochen vergangen. Fàscino hatte erste Galoppsprünge an ganz langer Longe gewagt und konnte die Vorderbeine deutlich besser koordinieren. Das klappte mit den Hinterbeinen noch nicht immer so. Aber er hatte sich auf der Weide – endlich!! – wieder gewälzt. In der Box lag er noch nicht, aber immerhin wälzte er sich wieder. Es ging bergauf!

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19.8. – deutlich zu sehen die enormen Schwellungen an den einzelnen Halswirbeln

Mitte September bettelte er drei Tage lang und visualisierte mir schließlich einen Halsring, weil ich es nicht wahrhaben wollte…
Ich griff also zum Halsring und setzte mich ohne Sattel auf Fàscino, so dass er volle Bewegungsfreiheit hatte und insbesondere im Hals nicht eingeschränkt war.
Wir gingen zusammen drei Runden Schritt und das Gefühl ist kaum zu beschreiben.
WIE SCHÖN!!!
Es gab uns beiden einen richtigen Kick, er strahlte, ich heulte, wir waren glücklich.
Nun war auch wieder die Ruhe da, warten zu können, aber dieser Moment, doch noch einmal auf seinem Rücken sitzen zu dürfen, der war überwältigend.
Und wieder einmal brannten die 1000 Kerzen…

Das war ein paar Tage vor unserem Tag der offenen Tür am 18. September, bei dem er im Abschlussbild „Jede Rasse ist klasse“ natürlich zu sehen war. Hier wollte er nun wirklich ein bisschen was zeigen, u.a. ein sehr schönes Kompliment, und steigen wollte er auch, was ihm recht gut gelang, wenn auch für einen Moment wackelig. Aber er war so gut drauf und so witzig, er spielte und war albern und überdreht, es war einfach nur schön, ihn so zu erleben.
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Danach ließ ich ihn am Kappzaum an der Hand übertreten und alles tun, was er konnte und wollte. Er sollte eigentlich gar nicht, fing aber an, selbst auszuprobieren, was geht. Und war dabei deutlich mutiger, wenn ich dabei war. Alleine war er deutlich zurückhaltender.

Ende September ließ ich ihn an der Hand ein wenig piaffieren, was sein Körpergefühl auch wieder steigerte. Waren die ersten Tritte noch recht wackelig, konzentrierte er sich immer mehr und schien zu spüren, dass eine kurze Anstrengung sich lohnt. Er konnte auch hierbei seinen Hals halten, wie es ihm möglich war. All‘ das machten wir in sehr kurzen Reprisen, da ihm die Anstrengung und die Konzentration deutlich anzusehen waren – die Freude über das Gelingen aber genau so.

Im Oktober hatte ich vier Mal wieder auf seinem (noch ungesattelten) Rücken gesessen und war beim letzten Mal auch vorsichtig galoppiert. Ui, linke Hand war nicht schön…
Aber rechts sehr gut und sicher. Und Fàscino zeigte mir so richtig, dass erlernte Versammlung und damit Körperbewusstsein und Körperbeherrschung Leben retten kann.

Er wäre mit Sicherheit noch nicht wieder da, wo er nun war, wenn er sich nicht an all‘ das erinnern könnte und wollte, was sein Körper einmal gelernt hat – er piaffierte an der Hand und fühlte sich in stark verkürzten Galoppsprüngen am wohlsten. Ich stellte und bog ihn noch überhaupt gar nicht, fasste den Hals nicht an und gab ihm noch keine Form vor – er nahm sie, so weit er konnte, von selbst ein, wenn ich ihn bat, sich zu versammeln.
Er suchte sein altes Körpergefühl und gewann darüber mit seinem eigenen Tempo wieder (eine noch relative) Kontrolle über seine Hinterhand, von der ich nicht zu hoffen gewagt hätte, dass sie überhaupt je wieder so wird.
Es war ergreifend, rührend, toll.

Am 16. Oktober sah er dann so aus:
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Nach vier Monaten saß ich zum ersten Mal mit Sattel drauf. Der Schritt fühlte sich im Prinzip an wie früher, auch sehr versammlungsfähig. Trab und Galopp – puh, wie auf einem gerade angerittenen, schwankenden Dreijährigen. Möglicherweise wird sich hier nicht mehr viel ändern, aber mit dem, wie es zu der Zeit war, ließe sich leben.
Die Tierärzte hatten gesagt „so, wie er nach sechs Wochen geht, wird es bleiben“.
Als sie ihn dann wiedersahen, meinten sie „so, wie er in drei Monaten ist, wird er bleiben“.
Keiner von ihnen sollte Recht behalten.

Joya sollte nach der Messe Anfang Dezember erst einmal ein paar Tage Pause haben und durfte mit Fàscino frei laufen in der Halle. Das war herrlich anzusehen! Beide waren ausgelassen und verspielt, wälzten sich ausgiebig und mit Genuss und Fàscino brachte Joya ziemlich schnell bei, dass er auch auf meinen Pfiff sofort kommen kann, um sich einen Keks abzuholen, auch wenn ich die Peitsche in der Hand habe. Später gingen sie sogar nebeneinander frei ein paar „spanische“ Schritte. Es machte Spaß mit den beiden.

Am nächsten Tag ließ ich die beiden wieder in die Halle und holte Louis dazu – mit Kappzaum und Longe, sicherheitshalber, weil er Fàscino nichts tun durfte.
Tat er auch nicht, nach wenigen Minuten ließ ich ihn frei.
Fàscino war nichts anzumerken, er sprang und bockte und drehte sich und knallte dabei Joya ein paar vor den Latz, dass es nur so krachte. Nicht kaputt machen…!!!
Die drei verstanden sich prima, Louis wusste gar nicht wohin mit sich vor lauter Bewegungsdrang, und es war natürlich immer wieder super schön, wenn sie alle drei aus vollem Lauf auf den Piff hin zu mir kamen und da – in verschiedenen Reihenfolgen – friedlich zusammen standen. Herrlich!

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Fàscino wurde am 23. Februar stolze 20 Jahre alt. Dieser runde Geburtstag freute mich besonders, weil mit dem ja nicht unbedingt mehr zu rechnen gewesen war.
Pünktlich zu seinem Geburtstag erschien in der „Hofreitschule“ ein schöner Artikel über Fàsci – zum Vergrößern einfach anklicken:

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Der Frühling kam, und Fàscino erholte sich zusehends. Er glänzte, er war gut drauf, er bewegte sich immer besser, er hatte sichtlich Spaß daran, gefordert zu werden.
Er faszinierte mich wieder einmal unglaublich. Einen besseren Namen für ihn hätte es nie geben können. Was für ein unglaubliches Pferd – und was für ein unglaubliches Geschenk, ihn noch so erleben zu dürfen!

Fotos während Fàscinos Auszeit

Im Nachhinein finde ich es sehr schade, keine Bilder direkt nach dem Unfall gemacht zu haben. Ich konnte es nicht, hatte (eine wohl sehr berechtigte) Angst, es könnten seine letzten sein. Inzwischen wäre es natürlich großartig, diese wahrlich nicht selbstverständliche Entwicklung noch einmal sehen zu können.
Aber gut, so ist es halt. Ich sage jetzt auch nicht „beim nächsten Mal“!

Ein Entschluss war gefallen – Fàscino geht nur noch in sehr seltenen Ausnahmefällen unter Reitschülern. Er fühlte sich einfach nicht mehr so an, wie er sich mal angefühlt hatte (und für Reitschüler anfühlen sollte), er strengt sich zwar für mich in solchen Momenten noch extrem an, aber er soll sich gar nicht mehr so anstrengen.

Er wird älter – mag er geistig noch wie ein junges Pferd wirken, körperlich ist er es einfach nicht mehr. Bei dem, was dieser Körper alles hinter sich hat, fand ich seinen Wunsch, ihn aus dem Unterricht herauszunehmen, nur allzu verständlich und so fiel diese Entscheidung nach einem Ritt innerhalb von Sekunden.
Sein dankbares Gesicht war Lohn für etwas, wofür ich mir nie den Vorwurf hätte machen wollen, es zu spät entschieden zu haben.

Das heißt nicht, dass er nicht mehr geritten wird. Aber eben so gut wie ausschließlich von mir und nur noch so, wie es für ihn gut ist und ihm Spaß macht (das ist nicht immer dasselbe…).

Zum ersten Mal erlebe ich nun ein Pferd an meiner Seite, das ich von Anfang an begleitet habe und das nun „alt“ werden möchte. Mit Negócio war mir dies nicht vergönnt, ich glaube, er selbst wollte auch nicht „alt“ werden. Fàsci scheint eine Veränderung zu wünschen und er soll sie bekommen. Und so genieße ich den Anblick seiner/unserer Fotos und das Wissen um all‘ das, was wir hatten und die Freude auf das, was noch kommt.

Hoffentlich haben wir noch einige Jahre vor uns!

Fotos „Er ist wieder da!

Am 5. August 2012 lud das Team Légèreté zum 3. Hausturnier ein. Ich nannte Fàsci in der Prüfung H2 (Arbeit an der Hand schwere Aufgabe). Und natürlich wollte ich gern in der Offenen Kür der Reitweisen starten, wobei ich da noch nicht wusste, was ich zeigen wollte. Es sollte ihm gerecht werden und eigentlich sollte es nicht nur eine Reitweise sein…
Und wenn doch, welche?

Die Idee stand vier Tage vor dem Turnier und konnte nicht mehr geübt werden. Wohlüberlegte Spontanität also, wie so oft
🙂
Ich brauchte zwei Helfer, hatte ich doch eine Kür vor, die Fàsci absolut gerecht wurde und so langsam wurde mir auch klar, dass dies die perfekte Abschiedsvorstellung sein könnte.
Mit einem Kloß im Hals dachte ich darauf herum.
Noch nie hatte ich die Möglichkeit, ein Pferd offiziell zu verabschieden. Und das, so lange es noch (bzw. wieder…) gut aussieht und fit ist. Ich wollte diese Chance bei Fàscino, der sich so gut erholt hatte, gerne wahrnehmen. Und fasste den Entschluss.

Gut sah er aus, mein Großer, glänzend, wieder gut bemuskelt, insbesondere am Hals, und er war freudig gespannt, was ich mit ihm vorhatte, als er merkte, dass er dieses Mal endlich wieder einmal mit dabei sein sollte.
Er fühlte sich gut an vor der Handarbeits-Prüfung, willig und leicht, in der Prüfung selbst drehte er dann sehr auf und galoppierte extrem versammelt an der Hand (was überhaupt nicht verlangt war) und gestaltete auch den Rest der Aufgabe durchaus individuell mit :-)
Es war unmöglich, ihm böse zu sein, freute ich mich doch nur daran, wie hochmotiviert er sich hier präsentierte. Mit 6,7 kam er auf den 3. Platz – gemeinsam mit Joya, der mit einer ähnlich individuellen Gestaltung der Aufgabe dieselbe Note erhielt.

Der letzte Start und Abschluss dieses langen Turniertages war dann schließlich unsere Offene Kür. Mit dieser Vorführung, die – da doppelt so lang wie erlaubt… – nicht in die Wertung der Prüfung einfloss, sondern für sich allein stand, dankte ich diesem großen, großartigen Pferd für unsere bislang 20 gemeinsamen Jahre.
Unter tatkräftiger Unterstützung wechselte ich innerhalb weniger Minuten Hüte, Jacken, Zäumungen und Reitweisen – und dazu wechselte natürlich auch jeweils die Musik. Nur das Pferd blieb dasselbe. Fàscino zeigte in diesem Schaubild in kürzester Zeit die enorme Bandbreite seines Könnens – und doch nur einen winzigen Ausschnitt davon.

Mit diesem Text von „Unheilig“ ritten wir ein:

„Ich hab so oft daran gedacht,
Dich so vieles zu fragen.
Erzähl mir Deinen Traum vom Glück,
Was war Dein schönster Augenblick?
Sag, bist Du stolz auf das, was ist
und die vergangenen Jahre?“

Dann zeigten wir Lektionen der klassisch-barocken Reiterei
zu französischer Barockmusik
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Danach eine Blitz-Umziehpause mit folgendem Text:

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„Komm geh ein kleines Stück mit mir,
erzähle mir noch mehr von Dir.
Ich habe mir so oft gewünscht,
Dich so vieles zu fragen.
Woher nimmst Du die Kraft,
immer nach vorne zu sehen?
Wie ein Löwe zu kämpfen
und in die Zukunft zu gehen?
Und zu mir zu stehen?
Ohne Dich wär ich nicht…“

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Nun tanzte Fàscino mit der Garrocha zu „Un Amor“ von den Gipsy Kings.

Und wieder ein („fliegender“) Wechsel, zu folgenden Worten:

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„Ich bin
unter Deiner Flagge.
Deine Liebe ist mein Schild.
Unter Deiner Flagge,
Deinen Namen trägt der Wind.
Unter Deiner Flagge,
Deine Liebe ist mein Wort
Unter Deiner Flagge
trägst Du mich zu jedem Ort“

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Und das tat er – nun mit Halsring – zu Musik von „Riverdance“.

Und wieder ein Wechsel – zu folgenden Zeilen von Marius Müller-Westernhagen:
(der Sattel wurde abgenommen, während ich auf der Kruppe stand)

„Als die Götter Dich gesandt,
hab‘ ich Dich nicht einmal erkannt,
Du bist zu wahr, um wahr zu sein.

Engel, lass die Zeit stillstehn,
lehr mich zu verstehn,
lehr mich dankbar sein.
Engel, lass uns ein Wunder tun,
Die Welt soll wissen, warum
sich zu lieben lohnt.
Engel, das wär schön…“

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Zu klassischer Musik ging es am Langen Zügel weiter.

Im Anschluss daran wechselte noch einmal die Musik,
es wurde dynamisch mit Edward Simonis „Schwarze Augen“.

Und dann wurde es noch einmal ganz ruhig:

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„Komm setz Dich zu mir,
ich bin so gern bei Dir.
Ich hab so oft daran gedacht,
Dir das einmal zu sagen:
Ohne dich wär ich nicht…
Ich liebe Dich“

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Mit den letzten Tönen sank ich vor ihm auf die Knie und fing an zu weinen.
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Kurze Zeit schüttelten mich die Emotionen durch, als ich seinen Kopf im Arm hatte – und dann war es zu Ende. Dieses wunderbare Schaubild, das 3. Team-Turnier, und auch die Zeit im Reitstall Wüstenkate fand mit dieser letzten Großveranstaltung ihren würdigen Abschluss.

Trotz dem dies nicht mehr als Prüfung gewertet wurde, hatten die Richter ein wenig mitgeschrieben: „Trotz seiner 20 Jahre bei guter Leichtigkeit. Ausgefeilte Galopptraversalen. Im 2. Intervall Arbeit mit der Garrocha. Er zeigt mit seinen 20 Jahren eine erstaunliche Wendigkeit und korrekte Wechsel. 3. Intervall mit Halsring. Traversalverschiebungen im Galopp in Stellung und Biegung auch ohne Zügelkontakt klar erkennbar. 4. Intervall am Langen Zügel. Gute halbe Tritte bis hin zur deutlichen Passage“

Die Richter baten um Applaus für dieses großartige Pferd, ich fragte, ob wir ihn anders ehren könnten als mit Applaus und wünschte mir, dass alle aufstehen und sich vor diesem Pferd verneigen mögen. Es standen alle auf – Menschen, die Fàsci nicht kannten und ihn hier zum ersten Mal sahen, hatten sich anrühren lassen von dieser Vorstellung und der Präsenz, die er hier ausstrahlte.

Es ist nicht in Worte zu fassen, was bei all’ dem in mir vorging und ja auch schon in den Tagen davor, als der Entschluss reifte, wie und dass ich ihn hier und jetzt verabschieden würde. Denn als seine letzte Vorstellung vor Publikum war es eigentlich in dem Moment geplant. Und es fühlte sich richtig an.

DANKE, Fàsci

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Ende August mussten wir uns gezwungenermaßen ein neues Zuhause suchen – der Reitstall Wüstenkate wurde aufgelöst. So zogen Joya und Fàscino, der mir vor lauter Vorfreude fast auf den Hänger galoppierte, am 21.8. um nach Alveslohe.
Während Joya sich mehr als eine Woche lang wirklich unter Stress setzte, schien Fàsci sofort angekommen zu sein. Wartete er auch die ersten zwei Tage, wann denn nun endlich die Leute kämen und wann denn wohl die Schaubilder losgingen, wunderte er sich danach langsam, dass nichts losgeht, er auf die Weide darf und die Boxen für eine Messe doch erstaunlich groß sind.
Nach dem ersten Ausflug in’s Wäldchen war er reichlich verblüfft – da lagen Baumstämme quer … – doch ein Turnier? Etwa wieder Military? Er blühte auf.
Und richtig blühte er auf, als ich in der Halle die ersten Sprünge wagte. Seit dem Unfall war ich ein, zwei Mal über die beiden zahnstocherartigen Baumstämmchen auf unserem Platz gesprungen, wobei Fàsci das Wort „springen“ dafür wohl eher nicht benutzt hätte.
Hier nun wagten wir uns an „richtige“ Sprünge, und nachdem sich die erste erkennbare Verblüffung seinerseits gelegt hatte, fühlte er sich an wie früher.

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Ich war völlig high an diesem Tag, der durch nichts mehr zu verderben war.
Fàsci ging es gut, er fühlte sich an wie zehn Jahre jünger, er sah einfach nur top aus.
Dieser Stallwechsel, vor dem ich gerade bei ihm solche Sorge hatte, war ganz offensichtlich das Beste, was ihm passieren konnte.

Fotos „Noch ein Leben

Der Jungbrunnen hielt an. Inzwischen ging Fàscino sehr wohldosiert und sichtbar mit Freude sogar wieder im Unterricht. Im Wäldchen durfte er immer wieder frei mitlaufen und das genossen wir beide hochgradig. Joya genoss das nicht so und wurde dabei reichlich frech 🙂

Die Gelegenheit für kleine Sprünge ergab sich immer wieder mal. Was aufgrund der Art der Anlage nicht möglich war: Fàsci ganz und gar frei hier laufen zu lassen. Das hat er in der Wüstenkate sehr genossen, hier nun ist alles freies Land. Allerdings durfte er in der Stallgasse frei laufen (fand er zu toll) und dabei ließ ich meist sämtliche Türen offen – er blieb da bzw. kam auf Zuruf zurück. Er war so richtig angekommen und zu Hause hier.
Nie hätte ich gedacht, dass dieser Umzug das Beste war, was ich für ihn hätte tun können.

Ende Oktober machten wir Garrocha-Fotos. Fàsci war Feuer und Flamme und unglaublich versammlungsbereit und -fähig. Ein großartiges Gefühl und – trotz des schwindenden Lichts – tolle Bilder! Die gibt es hier zu sehen.

Und dann war es Ende November und alle Zeichen standen seit Wochen auf „Messe“.
Bei der „Pferd & JAGD“ in Hannover würden wir an allen vier Tagen mit den „Variationen“ im Tagesprogramm auftreten. Ich hatte ein gutes Gefühl dabei, Fàsci in diesem Stall mehrere Tage alleine zu lassen, Nic’s Merlin und Joya sollten mit.
Plötzlich jedoch begann ein „Schimmel-Schwinden“ – drei unserer Weißen fielen innerhalb weniger Tage aus. So auch Merlin, mit dem Nic Garrocha hätte zeigen sollen. Und auch unser Pferd für die Arbeit an der Hand war ausgefallen.
Nic kannte meine beiden inzwischen ein wenig und war vernarrt in Fàscino – allerdings wagte ich nicht, sie nach seiner langen Abstinenz von Großveranstaltungen und seiner deutlich sichtbaren Motivation bei einer solchen Messe mit ihm loszuschicken.
Und so überlegte ich hin und her und schließlich kam die Idee, dass sie mit Joya den Handarbeits-Part übernehmen könne und ich Fàscino für mich mitnehme.

Wir probten die Arbeit an der Hand mit Joya und das klappte super.

Und was in mir passierte, nachdem klar war, dass ich mit Fàsci nach Hannover fahren würde, hat mich verblüfft und gerührt. Ich fühlte mich stundenlang wie frisch verknallt, mit Schmetterlingen im Bauch, aufgeregt wie mit 14 und irgendwie völlig high.
Fàscino klebte an mir wie eine Klette, wieherte mir ständig hinterher und war komplett übermotiviert. Er wollte mit, keine Frage. In mir tobte die pure Freude über diesen Entschluss.

Howard Carpendale ist zurückgekommen nach seinem Abschied.
Michael Schumacher auch.
DANN KANN FÀSCI DAS AUCH!!

Negócio konnte ich nicht mehr verabschieden.
Fàscino konnte ich verabschieden, drei Wochen später wechselte er den Stall und fiel in einen Jungbrunnen.
Also ich glaube, ich verabschiede lieber kein Pferd mehr – Totgesagte leben länger, das ist ja bekannt.

Ich freute mich wie verrückt auf diese vier Tage Hannover mit meinen beiden tollen Jungs und die Freude, mit Fàsci dort zu sein, war tatsächlich nicht in Worte zu fassen. Fast mein halbes Leben lang begleitete mich dieses wunderbare Pferd zu diesem Zeitpunkt, vor gut zehn Jahren waren wir zum ersten Mal auf der Pferd & JAGD.
Was für ein Geschenk wurde mir – uns – da gemacht…

FREU!!!!

Es war großartig. ER war großartig. Überdreht, übereifrig, energiegeladen, und dennoch mit genügend innerer Ruhe, um frei laufend in „unserer“ Stallgasse in der riesigen Boxenhalle bei uns zu sein, wenn wir beim Frühstück saßen.
Es war einfach nur schön, ihn dabei zu haben und ihn noch einmal zu präsentieren – und auch er hat es genossen.
Er, der Publikum nie sooo toll fand, riss sich ein um’s andere Mal ein Bein aus und spielte nur so mit seinem Können. Wer von dem Unfall nichts wusste, konnte nichts davon sehen. Und wer davon wusste, konnte es nicht glauben.

Ich auch nicht.

Toll, toll, toll…

Mehr dazu hier – danach war erst einmal Winterpause!

2012

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Am 10. April war ich zur Pressekonferenz für die Messe NORDPFERD eingeladen und konnte mich nicht entscheiden, welches Pferd ich für das Foto-Shooting mitnehmen sollte. Also nahm ich beide mit. Fàscino erwartete mich vor voller Krippe und wollte los.
Er rannte auf den Hänger und war genervt, weil Joya nicht innerhalb von zwei Sekunden hinterher kam. Bei der Pressekonferenz selbst riss er sich eine ganze Weile zusammen, stand brav hinter dem sich bewegenden Banner, hielt alles aus, was auszuhalten war und drehte danach, als die Fotografen endlich ihre Kameras sinken ließen, auf.
Als er sich wieder beruhigte, entstand ein schönes Kuschelbild, bei dem ich, auf Fàsci sitzend, Handpferd Joya umarme. Dieses Bild ging kreuz und quer durch die Presse und was das Werbefoto für die NORDPFERD schlechthin.

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Eine Woche vor der Messe hatten wir noch einen Auftritt bei den Krämer-Jubiläumstagen: „Taktverschiebungen in der klassisch-barocken Reiterei“. Ich war nicht sicher, ob die Idee gut war, Fàscino da mit hinzunehmen – er verlor zu Hause alle Nase lang die Contenance. Er war nicht mehr Herr seiner Sinne und ich drohte mehrfach runterzufliegen.
21??
WER??

Bei Krämer zeigte er sich trotz im Sturm knatternder Fahnen von seiner allerbesten Seite und ging souverän sein volles Programm – leichtfüßig, sicher, voller Energie und Selbstbewusstsein. Es war die pure Freude mit ihm. Er durfte mit in den Laden und sich an der Leckerlie-Theke bedienen und hatte in Null Komma Nichts einen neuen Fanclub.
Was für ein toller Tag!! Werde ich dieses Pferd jemals kennen…??
Es entstanden schöne Bilder – siehe hier.

Und dann ging es nach Neumünster. Da musste er stolze 21 Jahre alt werden, um zum ersten Mal in seinem Leben mit der Garrocha aufzutreten. Und das auch noch alleine in der Halle in einem Solo mit einer Tänzerin. Ich war echt aufgeregt vor diesem Solo …
Und mein Großer?
Cool, lässig, schnell, souverän, rasant, aufmerksam, gehorsam, wendig – hach, schmelz…

Auch im Barocken Ensemble spielte er nur so mit Lektionen, er ging eine Pirouette, die überhaupt nicht enden wollte, es war so schön … Er war kraftvoll und elegant, nicht so überdreht wie in Hannover, toll zu reiten! Zum ersten Mal stand er vor Publikum auf dem Podest und zeigte seine Art des Spanischen Schrittes an der Hand  🙂

Er war zu zwei Referaten eingeladen, eines über alte Pferde (er fragte sich zu Recht, was ausgerechnet er da sollte…) und eines bei einem Hufschmied – in beiden Fällen war langweiliges Rumstehen angesagt, was er im ersten Fall mit witzigen Albereien und im zweiten Fall mit Gähnen und Ecke-ausbuddeln quittierte.
Immer anhänglich, immer gut zu händeln, es war eine Wonne, ihn um sich zu haben.

Natürlich durfte er auch hier frei auf der Stallgasse rumlaufen und kam auf Pfiff zurück, wenn er sich etwas weit vorgewagt hatte. Er fraß schlecht, wie immer, und am liebsten nur aus meiner Hand, und sah am Freitagabend so schlecht aus, dass ich Angst bekam und ihn nach Hause fahren wollte – das war aber nur seine Art, sich zurückzuziehen und einer der wenigen Momente, in dem man ihm sein Alter ansah. Am nächsten Morgen stand er mit leuchtenden Augen da und fragte, wann es losgeht.

Er teilte sich die Auftritte mit Joya, war furchtbar empört, wenn der ohne ihn wegging, aber so hatte ich auch das gute Gefühl, bei keinem von beiden an Grenzen zu gehen.

Der tollste Moment dieser Messer für mich war unser Solo „Reiten mit Handpferd“.
Meine beiden fast immer im Gleichschritt, auf dem Podest, über dem Sprung, in full speed, in unserer ersten gemeinsamen Galopp-Pirouette, die zu Hause noch nie gelang – dieses Schaubild war eines von denen, für die es sich zu leben lohnt.
Unglaublich.
Immer wieder unglaublich.

Fàscinos Nordpferd-Seite

Und dann nannte ich doch noch einmal mit ihm Turniere.
In Hoisbüttel gab es auf dem dortigen Freizeit- und meist sehr islanpferdegeprägten Turnier eine gerittene Kür und eine Kür an der Hand. Der Verein hatte erst noch Sorge, dass es hierfür keine Nennungen geben würde… – es wurden die beiden teilnehmerstärksten Prüfungen des Turniers!
Mehr dazu hier

Eine Woche später fand das 4. Turnier des Team Légèreté statt – lustigerweise in Altengamme. Hier war Fàsci 2006 (!) unsere letzte Kür gegangen. Es wurde ein absolut grandioser Tag mit meinen beiden absolut grandiosen Pferden. Und mit Fàscino ging – mal wieder – ein Traum in Erfüllung und er ließ – mal wieder – die 1000 Kerzen brennen.
Er siegt wieder!
Mehr dazu hier

Ende Juli fuhren wir nach Eutin (hier ist der Bericht). Hier war er vor 12 Jahren zum ersten Mal an den Start gegangen und somit einer der „Mitbegründer“ der seitdem hier stattfindenden Kürprüfungen. Er ist offenbar der einzige, der aus dieser Zeit noch (wieder…) an den Start geht. Die meisten aus den Anfangsjahren leben gar nicht mehr…

Wir starteten in der Schweren und in der Offenen Kür, und Fàscino kam mit einer grünen Schleife, die eigentlich hätte rot sein müssen, und einer goldenen, die eigentlich hätte weiß sein müssen, nach Hause. In der Kür wurden die Punkte vom 5. und 6. Platz vertauscht, so dass er an 6. Stelle platziert wurde, aber „in echt“ Fünfter war, und in der Offenen Kür war der Richter von den vier Vorstellungen so begeistert, dass er tatsächlich allen eine goldene Schleife gab, die Wertnoten unter den Protokollen zeigten aber schließlich, dass es hier zwei Erste und zwei Dritte gab. Lustiges Schleifen-Durcheinander also   🙂

Die Hochform von Altengamme wiederholten wir nicht – Fàsci kannte seine Kür und trat den Boden tot. Er war die pure Kampfansage und strotzte nur so vor Kraft. Lieber so, als dass ich mir hätte eingestehen müssen, dass es zuviel für ihn war – von wegen!

Mitte August nahm ich  meine beiden Jungs mit nach Ruschwedel zur 2. Tier-Faszination. Fàsci ging mit Joya beim „Reiten mit Handpferd“ mit und in „Jede Rasse ist klasse!“.
Er stand mit Joya in einer großen Doppelbox und genoss den Tag sehr – bis auf die Momente, in denen Joya für andere Schaubilder unterwegs war, da brüllte er halb Ruschwedel zusammen.

Reiten mit Handpferd:
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Jede Rasse ist klasse!
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Fàscino war wieder voll da. Ich setzte ihn wieder – wenn auch seeehr gemäßigt – im Unterricht ein, zu Hause stand Kuscheln und Rumtüddeln deutlich vor Reiten.
Unsere Beziehung zueinander war einfach großartig und offenbar ist es möglich, dass sie immer noch tiefer wird.
Glückliche Zeit!

Und dann fragte Mitte 2013 der blv-Verlag an, ob ich nicht mal ein Buch schreiben wolle. Na, da waren sie ja an die Richtige geraten. Natürlich wollte ich!
Ich wollte auch, dass alle Bilder in dem Buch entweder von mir gemacht wurden oder ein Pferd zeigten, mit dem ich eng zu tun hatte – vorrangig natürlich meine eigenen.
Nun ging es aber ja um die verschiedenen Facetten der Bodenarbeit – nicht direkt Fàscis Lieblingsthemen. Dennoch – er machte mal wieder großartig mit, lernte „mal eben“ Plié, machte seine / meine / unsere ersten Sprünge mit der Doppellonge und hatte überhaupt zu so ziemlich jedem Kapitel etwas zu beizutragen 🙂

Die meisten Fotos machten mein Freund oder Nic. War mein Anspruch an Fotos vorher schon hoch, jetzt wuchs er nochmal um Längen. Ich wollte perfekte Bilder, die nach Alltag aussahen – und ich bekam sie. Fàscinos „blv-Galerie“ ist hier zu sehen!

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Am 23. Februar feierten wir Fàscinos 22. Geburtstag. Er ist damit das erste Pferd in unserer Familie, das 22 wurde, was für mich Grund genug war, diesen Geburtstag etwas größer aufzuziehen. Noch dazu, nachdem es vor drei Jahren ja relativ unwahrscheinlich war, dass er diesen Tag überhaupt erleben würde – und dann so jugendlich, so fit, so gut aussehend wie im Moment! Es war eine wahre Freude, ihn zu erleben. Er glänzte, war beweglich und voller Energie unter dem Reiter, kuschelig und anhänglich am Boden.
Und so lud ich in seinem Namen die ein, die in den letzten 20 Jahren mit ihm enger zu tun hatten. Das war leider etwas kurzfristig, so dass nicht viele kommen konnten, aber er verbrachte einen wunderbar sonnigen Nachmittag im Kreise seiner zwei- und vierbeinigen Freunde. Fotos sind hier zu sehen!

Der herrlich milde März ließ uns einen Tag zur Kamera greifen und die Sonne ausnutzen – es waren 19 Grad! Von dem normalerweise ja nicht leicht zu fotografierenden Fàscino entstanden die schönsten Freilauf-Bilder, die es je von ihm gab.
Ich konnte mich daran nicht sattsehen.

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Ende März zogen meine Jungs in einen neuen Stall um, eine Empfehlung meiner Tierärztin und tatsächlich keine zwei Kilometer von meinem Zuhause entfernt.
Zwar ohne Halle, aber endlich – endlich! – standen die beiden wieder in großen
Paddockboxen. Dieses Mal machte ich mir wegen des Umzugs keinerlei Sorgen – brauchte ich auch nicht. In dem älteren Holsteiner Festus hatte Fàsci schnell einen Freund gefunden.

Mitte Mai fuhr ich mit beiden Pferden nach St.-Peter-Ording, und natürlich enstanden auch hier tolle Bilder. Vor allem die schönsten, die ich je mit ihm dressurmäßig auf Trense hatte. Mehr von den St.-Peter-Bildern gibt es hier zu sehen, mein Lieblings-Dressur-Foto ist ganz eindeutig dieses hier:

fspo

 

Ende Juni ging es dann nach Altengamme zu unserem großen Showtag –
10 Jahre Team Légèreté e.V.!
Die Vorbereitung war echt negativer Stress. Der für mich positive kam dann am Showtag selbst – meine intergalaktischen Jungs übertrafen sich schier selbst. Noch nie hatten wir in einer Show so schnell Outfit und Reitweisen gewechselt wie hier, meist hatte ich nur ein Schaubild zwischen meinen. Wir zeigten so ziemlich alles, was wir drauf haben – und alles gelang. Das war schon überirdisch, ich war tagelang geflasht von diesen Wahnsinns-Pferden. 

Fàscino war in vier Schaubildern zu sehen – und durfte endlich wieder einmal einen Parcours springen! Die Gaudi des Tages, das „Jump & Run“, gefiel ihm vermutlich am besten. Er riss mir alles aus der Hand, als er die bunten Stangen sah. Ihm hatte vorher keiner erzählt, dass es nur auf die Zeit des Läufers ankommt, nicht auf die des Pferdes…
Hier gibt es Fotos von allen vom 29. Juni zu sehen – und hier von meinen Jungs!

Im Juli fuhr ich für vier Tage mit beiden Jungs nach Tarmstedt. Wir hatten ein eigenes Stallzelt, was natürlich irgendwie schon großartig war, aber nicht für Fàscino, wenn Joya Schaubilder hatte, für die Fàsci nicht eingeplant war. So drohte er denn auch kurzerhand, das Stallzelt zu zerlegen. Wie belohnt man schlechtes Benehmen? So: ich nahm ihn kurzerhand mit. Und so lief er in mehreren Schaubildern frei mit und versah die mit einer individuellen, durchaus persönlichen Note. Er verließ nie den Platz, klebte eher an unserer Seite, so dass hier – neben mehreren weiteren Highlights – dieses Foto entstand:

Zwei Pferde unter der Garrocha

Zwei Pferde unter der Garrocha…

Er zeigte den Zuschauern in „Takt & Fußfolge“ mit verschiedenfarbig bandagierten Beinen die Fußfolge in den verschiedenen Gangarten und legte in „Seitengänge und Taktverschiebungen der klassisch-barocken Reiterei“ super Serienwechsel und Passagen hin. Es war ein Hochgenuss, mit beiden Pferden hier zu sein – mehr dazu hier.

Eine Woche später ging es nach Eutin. Fàscino ging nur die Schwere Kür und war in dem Schaubild „Zirzensik & Podest“ zu sehen. Die Offene Kür ritt ich nur mit Joya.
Joya ging in der Kür phasenweise mit einer tänzerischen Leichtigkeit, die einem schon die Tränen in die Augen treiben konnte. Fàsci hingegen – ich hatte den Fehler gemacht, die Musik vom vergangenen Jahr zu nehmen und er wusste sehr wohl, wann wo was kommt – zog seine Ritterrüstung an und kämpfte sich durch das Viereck. Ich weiß nicht, wo dieses Pferd diese ungeheure Kraft hernimmt. Ich hatte jedenfalls hinterher keine mehr. Er tobte mit einer Kraft durch diese Kür, das war unglaublich. Und kräftezehrend, weil ich mich ungeheuer konzentrieren musste. Er warf mit den Lektionen nur so um sich, ging am Ende eine tolle Traversale in der Passage und auch sonst war seine Kür gespickt mit Schwierigkeiten und Höhepunkten – aber mir ging dabei schlicht die Luft aus.

Und so hätte ich Joya auf jeden Fall weiter vorne gesehen und wurde von der Ansage in der Siegerehrung vollkommen überrumpelt, die Fàsci als ersten aufrief.
Er hatte GEWONNEN!

Ich ritt kopfschüttelnd, fassungslos nach vorne. Jackie Meyer erzählte ja ohnehin immer gerne etwas über uns, so auch hier, vor allem, dass wir noch zu den „Begründern“ der Barock-Kür gehören und so, sie sagte aber auch zwei Mal, dass sie eben nicht sagt, wie alt Fàsci ist. Joya wurde Dritter und ich ließ mir am Ende dieser Siegerehrung spontan das Mikro geben und sagte „Jackie hat Ihnen das Alter verschwiegen – dieses Pferd ist seit 22 Jahren an meiner Seite und ich habe mit diesem Sieg überhaupt nicht gerechnet. Und so habe ich hier und eben spontan beschlossen, dass dies seine letzte Kür war.“
Und dann versagte mir die Stimme.

Schaubilder ja, aber diese Kür, dieser Sieg, war unsere letzte Prüfung.
Fàsci war ich der Tragweite überhaupt nicht bewusst und verstand meine Melancholie natürlich auch nicht, die aber in unserem schönen Schaubild verflog, in dem meine Jungs alle möglichen zirzensischen Lektionen zeigten, zusammen stiegen und gemeinsam auf dem Podest standen. Wir hatten, wie immer, einfach nur Spaß am gemeinsamen Tun.

Auf der Rückfahrt überkam mich eine Welle der Dankbarkeit für diese lange gemeinsame Zeit, unsere ungeheuer vielen tollen Erlebnisse, und dafür, seine so vielseitige Turnier-Laufbahn mit einem so tollen Sieg beenden zu können. Was für ein Pferd…
Mehr zu Eutin hier.

Im August nahm ich Fàsci mit nach Ruschwedel, und hier passierte etwas, was uns („wenn Engel reiten“) eigentlich NIE passiert – wir wurden so richtig, richtig nass. Ich ritt mit Joya eine Kür, die als „Weltuntergangs-Kür“ in die Geschichte einging, direkt danach war Fàsci in „Takt & Fußfolge“ dran und ließ keinen Zweifel daran, was er von dem Wetter hielt.
Dennoch – beide waren großartig wie immer und zeigten herrliche Schaubilder.

Mein persönliches Highlight auch hier wieder „Reiten mit Handpferd“.
Es ist einfach das Schönste, beide gleichzeitig bei mir zu haben!
Und hier hatte Fàscino seit langer Zeit auch zum ersten Mal wieder eine Señorita auf der Kruppe – in den Iberischen Impressionen ritt ich Joya, und Britta und Doris waren mit Fàscino dabei. Für die beiden die totale Premiere, aber Fàsci setzte sein ich-mach-das-schon-Gesicht auf und trug die beiden lässig über den Platz.

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Kurz darauf erlebten wir noch einen großartigen, unglaubwürdig schönen Nachmittag an der Nordsee. Hier hatte ich für Fàsci nicht einmal Zaumzeug eingepackt, er lief die ganze Zeit frei mit.
Das Licht war ein Traum – das Meer funkelte und glitzerte wie 1000 Perlen.
Es war soooo schön…!

13

Dann stand nur noch der Kiekeberger Pferdetag auf dem Programm, und das sollte ein Tag nur mit Fàscino werden. Auf der Rückfahrt versuchte er zwar, den Hänger zu zerlegen, ansonsten gefiel es ihm aber ausnehmend gut, dass ich mal „keine Götter neben ihm“ hatte.

In den „Variationen zu Pferde“ ging er super mit der Garrocha, zum Abschluss zeigten alle Pferde Zirzensik. Hier ging er nun auch zum ersten Mal das Schaubild „Arbeit an der Hand“ – und er fühlte sich super an dabei. Zu Hause hatte er mich ein paar Mal ganz schön ausgezählt, als er merkte, ich probte für etwas Bestimmtes. Er war so frech…
Ich hätte fast doch Joya mitgenommen, wenn er sich nicht wieder zusammengerissen hätte! 
Hat er aber, er zeigte sich von seiner allerbesten Seite.
Im „Barocken Ensemble“ und in „Takt & Fußfolge“ zeigte er sich leichtrittig und lässig.
Er ging wunderbare Serienwechsel und Pirouetten und im „Barocken Ensemble“ eine tolle Piaffe und Passage.

Hach, seufz…!
Hier gibt es mehr von unseren Auftritten zu sehen und zu lesen.

Das war der Außer-Haus-Saison-Abschluss, es gab aber noch einen zu Hause.
Am 11. Oktober sorgte ich für (m)einen wirklich fantastischen (Geburts-)Tag, indem ich drei Freundinnen mit ihren Pferden einlud, der vierten Freundin Joya zur Verfügung stellte und eine Falknerin mit ihren Vögeln zu uns auf den Hof kommen ließ.
Was für ein Nachmittag!! Wahnsinn!! Sowas Tolles!!

Mehr dazu hier – danach war die Saison aber wirklich zu Ende.
Nun hieß es Winterfell kriegen und Fünfe gerade sein lassen…

So, wie Fàsci aussah, schien uns noch einiges an (toller) gemeinsamer Zeit vergönnt zu sein. Jeder Tag mit diesem Pferd ist ein Geschenk. Ich weiß das sehr wohl zu schätzen. Und bin sehr gespannt, was 2015 für uns bereithält…

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2015

Fàscino wurde stolze 23 Jahre alt. Und natürlich feierte ich ihn gebührend!

3

Der nordische, hallenlose Winter regte mich zu einem Versuch an. Naja, ein Winter in dem Sinne war’s mal wieder nicht, drei Tage Schnee, sonst halt grau und nass. Und sehr gerne sehr windig. An Reiten war oft nicht zu denken, also dachte ich auch nicht dran.
Meine Jungs standen rum, wir kuschelten, sie hatten so richtig frei.
Joya fand’s blöd, Fàsci nahm es hin. Mir ging es gesundheitlich phasenweise richtig sch…lecht, so dass der Versuch sich fast zwangsläufig ergab. Der Versuch sah so aus, dass ich mich nach einem Vierteljahr fast kompletter Abstinenz wieder drauf setzen wollte und ich war sicher, dass es sich anfühlen würde „wie gestern“. Meine Meinung zum Thema „innere Losgelassenheit“ ist, dass die Pferde, wenn sie denn insgesamt zufrieden und grundentspannt sind, sich trotz längerer Reitpause nicht steifer oder „schlechter“ anfühlen als vor der Pause.

Meine Jungs, so unterschiedlich sie auch sein mögen, bestätigten mir genau das.
Als ich dann wieder drauf saß, fühlten sie sich an, als hätten sie nie eine Pause gehabt.

Fàscino ritt ich zwar nur noch in sehr kurzen Reprisen, aber in denen war er ohne Ende versammlungsbereit und hoch motiviert. Es war einfach zu schön!

An einem wunderbar sonnigen Tag Mitte März entstanden diese Fotos.

Am 11. Juni fuhr ich mal wieder mit beiden Jungs an die Nordsee. Wir hatten gezielt nach einer spätabendlichen Hochwasser-Zeit gesucht, um Fotos im Abendlicht zu machen.
Die großartigen Ergebnisse sind hier zu sehen!

Am 4. Juli machte Fàsci mir (mal wieder) ein großes Geschenk: zum ersten Mal ging er vor Publikum freihändig mit Banderillas! Zu Hause hatte ich ihn überhaupt nur drei Mal freihändig geritten und das wurde jedes Mal so deutlich besser, dass ich es relativ spontan in ein Schaubild einbaute. Es war so schön… Mehr dazu hier

Am 4. Oktober hätte ich ihn zum Kiekeberger Pferdetag mitnehmen wollen. Fàscino ließ mich zuvor drei Mal spüren, dass ihm dieser Tag zu viel werden würde und er Sorge hatte davor. Und so cancelte ich das und teilte mir mit Nic ihren Merlin in den Schaubildern.
Ich wollte es überhören, wollte Fàsci so gerne mitnehmen, aber das Gefühl war deutlich, dass er nicht mit wollte, und so disponierte ich eben um. Und so war es gut und richtig.

Bei Joya ahnte ich, dass die Auftritte am 4. Juli und das Turnier in Eutin unsere letzten sein würden. Bei Fàsci ahnte ich das nicht, aber es wirkte, als habe er für sich mit Joyas Tod am 24. August damit abgeschlossen. Im Mai hatte ich einen jungen Hengst gekauft, im September kam ein zweites Nachwuchspferd daneben. Das Jungvolk stand in den Startlöchern. Zum ersten Mal zeigte Fàsci wirklich an, dass er möchte, dass es um ihn ruhiger wird. Dann sollte es eben so sein.
Er sah einfach nur schön aus und ich hoffte nur, dass wir noch eine gute Zeit vor uns haben.

In den Paddock-Boxen gab es noch einmal Bewegung – Fàsci zeigte sehr deutlich, dass er in der ersten Box wohnen wollte. Das war erst Festus‘ und nach dessen Auszug Joyas Box.
Und so stand er ab dann neben Lilly, die seine Box bezog. Die beiden waren inzwischen unzertrennlich.

Ich reite ihn selten und wenn, bin ich jedes Mal ergriffen und erstaunt, wie sich dieses Pferd so versammeln kann (und will) und derartig leicht anfühlen kann.
Einfach nur großartig.

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2 0 1 6

Am 23. Februar 2016 wurde er stolze vierundzwanzig Jahre alt – meine Güte…
Dieses Alter hat noch keines unserer Pferde erreicht. Sollte er 25 werden, bin ich an dem Geburtstag genau doppelt so alt, was heißt, dann ist er genau mein halbes Leben an meiner Seite. Was für ein Wahnsinn… Ich wünsche mir sehr, dass wir beide das erleben.
Erst einmal erlebten wir aber einen wunderbar sonnigen 24. Geburtstag – Fàsci bekam neben einem bunten Snack-Teller eine neue Decke, da seine Lieblingsdecke vor kurzem leider den Geist aufgegeben hatte. Die Möhren waren ihm ganz klar wichtiger, er fragte sich nur, warum die auf einer grünen Decke lagen, die sich natürlich bei dem Wind bewegte, so dass mein altes, routiniertes, selbstbewusstes, stoisches, äh….??? Pferd nicht auf drei Meter an das Podest herangehen konnte. Nee, is klar!
Ein Glück, dass sein Hals so lang ist… 🙂

1

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Am Sonntag nach seinem Geburtstag war Traumwetter, und so entstanden am 28. Februar diese Fotos vom so versammlungsbereiten und (wahrlich mehr als) rüstigen Jubilar:

3 .

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Am 30. August zog ich zum ersten Mal mit meinem kompletten Trio los.
Und am 2. September nur Fàscino und ich.
Tolle Bilder von unseren Ausflügen auf das Stoppelfeld sind hier zu sehen!

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Danach beschloss ich eigentlich, keinen Sattel und keinen Zaum mehr anzulegen (also nicht wegstellen, sondern halt „ohne alles“ reiten), aber Fàscino machte da direkt wieder einen Strich durch – langsam sollte ich ihn doch besser kennen! Er wurde so frech und schnell, dass ich doch nochmal zu Sattel und Zaum griff, und siehe da – er ging wunderbar. Also Rente ist echt nicht seins, und die ganz große Freiheit auch nicht.
Faszinierend, dieses Pferd. Immer und immer wieder.
Manchmal stehe ich da, schaue ihn nur an, sein wunderschönes blütiges Gesicht, und dann versuche ich mir diese ungeheuer lange Zeit vorzustellen und was wir nicht schon alles miteinander erlebt haben… Und er schafft es immer und immer wieder, dass ich mich neu in ihn verliebe. Einfach unglaublich 

Anfang Oktober hatten wir viel Spaß in Heist – Fàsci lief frei mit und sprang auch etliche Male. Es war einfach zu toll, ihn dabei zu haben. 

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Richtig kernig war er, als ich mit ihm in das Feld mit den schönen Blüten ging. Die sind wie Schlingpflanzen und teilweise höher als 1,50 m (!), und wenn sich diese Stengel um die Füße schlingen, zieht es einen fast vom Pferd. Zumindest, wenn ich da ohne Sattel drauf sitze und Fàsci, ganz Sturm und Drang, mit riesigen Sätzen durch die Blüten springt.
Was für eine Kraft…!!! Er war mit dem Halsring auch kaum zu halten.

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Ich habe ihn im Sommer deutlich weniger geritten, im Herbst wurde es wieder etwas mehr, bevorzugt gehen wir schöne Geländerunden mit Lilly als Handpferd.

Fàsci hat schönes Winterfell bekommen, deutlich mehr als früher, so dass er nun gut ohne Decke auskommt. Er ist zwar ziemlich eckig und kantig geworden, was mit den dicht bewinterfellten Puschelbeinen noch viel mehr auffällt, er bewegt sich in der Box auch deutlich „schlurfiger“ und hebt die Füße nur noch, wenn’s sein muss (kein Vergleich, wenn ich draufsitze…), aber im Gesicht ist er noch immer sehr jugendlich – trotz zunehmend weißer Haare. Nicht mehr lange bis zu seinem 25. Geburtstag…!!!

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2017

Ich fliege ja normalerweise jedes Jahr einmal runter. Und ich muss mich fragen, warum ich so viele junge Pferde habe, wenn ich dann doch von dem alten fliege. 

2017: Soll erfüllt! Der erste Ritt auf Fàsci war auch gleich der erste (und hoffentlich einzige) Abgang des Jahres. Fàsci war extrem guckig und der größte Zuckfuß von allen, ich konnte nur am Rand der Weide entlang reiten, da war ein gefrorener, aber relativ ebener Streifen. Alles andere war so durchgefroren, dass die Pferde schon länger nicht raus kamen. Fàsci war gehfreudig und kernig, fühlte sich aber super an. Und als er eine wirklich schöne Piaffe zeigte, wollte ich spontan abspringen, wie ich das ja oft als Lob so mache. Ich hielt an, direkt neben dem Zaun, wollte abspringen, und berührte ganz leicht mit der Gerte den Zaun. Fàsci sprang aus dem Stand drei Meter nach links, stand wieder und schnorchelte den Zaun an. Ich hielt mich noch eine Sekunde auf halb Acht und klatschte dann mit voller Breitseite auf den gefrorenen Boden.

Davon hatte ich noch ein paar Tage was, aber was uns nicht umbringt, macht uns bekanntlich härter. Fàsci war höchst erstaunt. Wie lange ist das denn bloß her, dass ich von ihm runtergeflogen bin?? Das letzte Mal mit ihm gestürzt bin ich in Eutin in einer Siegerehrung, da ist er in der Ecke ausgerutscht und wir gingen gemeinsam über den Kopf. Aber von ihm? Keine Ahnung…
Je oller, je doller…! 🙂

Unser nächster Ritt – Anfang Februar – war dann allerdings mal wieder ein echtes Stückchen Himmel. Alle Gangarten nebst Piaffe, Passage, Serienwechseln und Terre à Terre in einer Qualität und Leichtigkeit, dass ich mich immer nur kopfschüttelnd und ehrlich ergriffen fragen kann, wo er das hernimmt. Alles in ganz kurzen Reprisen, immer wieder unterbrochen von kurzen Steh- und Leckerli-Pausen, und so schenkt Fàsci mir eine Hammer-Bewegung nach der anderen. Das erleben zu dürfen, ist wirklich Glück pur.

Und nun ist er stolze 25… Ein Vierteljahrhundert…
Zeit für eine Rückschau – die gibt es hier!

Ende April zogen Fàscino & Lilly um in einen Offenstall. Fàsci ist der einzige Kerl hier unter zehn Stuten – er findet’s gut 🙂

Er darf, wenn ich da bin, frei auf dem Hof laufen und natürlich genießt er das maßlos.
Er genießt einige Privilegien in seiner – ich sage mal, „Senioren-Residenz“ 🙂

Der erste Ritt nach wenigen Tagen war natürlich auch hier ganz frei, Fàsci fühlte sich leicht und sicher an und war vom Podest kaum runterzukriegen.

Im Mai entstanden diese tollen Bilder:



Wir verlebten einen schönen Sommer. Ich reite selten, im Winter saß ich fünf Monate gar nicht drauf, aber im Sommer und Herbst hatten wir noch wunderbare Momente. Fàsci ist fit und ich hoffe, dass wir im kommenden Sommer noch ein paar schöne Ritte haben werden. Bis er sagt, dass das nicht mehr sein muss. Dann ist es ok. Aber noch hat er das nicht gesagt 🙂

Diese Bilder entstanden im Oktober bei schönstem Herbstlicht:



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2018

Am 23. Februar feierten wir Fàscinos 26. (!!) Geburtstag. Irgendwie wird das immer unglaublicher. Ich hatte seit den Oktober-Bildern nicht mehr drauf gesessen, aber kurz vor Fàscis Geburtstag juckte es mich sehr, zumal ich gerne an seinem Geburtstag Reitbilder machen wollte. Fàsci hatte Lust, das war mehr als deutlich – und das freute mich so sehr, denn ohne seine Zustimmung setze ich mich nicht mehr drauf.
Die Reprisen waren kurz, klar, und auch klar, dass er sich im Hals steifer anfühlte, aber er ging in einem Schritt los – meine Güte! Völlig taktklar in allen Gangarten, eifrig, ehrgeizig, einfach nur der Hammer. Er piaffierte und ging ein abartig lässiges Terre á Terre…
Ich frage (noch) nichts in Richtung Verstärkungen oder auch nur Arbeitstempo an, er darf mit ganz wenig Raumgewinn gehen, weil er sich in Versammlung einfach am wohlsten fühlt und sie anbietet. Er sucht zwar mehr Unterstützung durch die Anlehnung, aber auch nur phasenweise. Und dann darf er die gerne haben.

Ich bin gespannt, wie leicht und beweglich er noch einmal werden kann, wenn wir jetzt behutsam wieder etwas regelmäßiger etwas machen können – so er Lust hat – aber er ist so schon leichter und beweglicher als die meisten Pferde, altersunabhängig. Von denen in seinem Alter, so sie denn überhaupt noch leben und geritten werden können, wollen wir mal gar nicht reden.
Ich weiß nicht, wie er das macht und wo er das hernimmt. Und ich weiß nicht, wie er es schafft, mich nun seit 26 Jahren wieder und wieder und wieder zu faszinieren und zu begeistern und dass ich mich immer wieder neu in ihn verliebe – aber er schafft es.
Diese Bilder sind an seinem 26. Geburtstag entstanden:



Lilly kann’s nun auch! 🙂

Anfang April nahm ich Fàsci mit zu den Jubiläumstagen bei Krämer.
Mein Großer übertraf sich mal wieder selbst… Hier ist der Bericht!
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Fàscinos Auftritte, Prüfungen und Erfolge

1 9 9  2 :
in der Nacht vom 22. auf den 23. Februar wird Fàscino in Neuenfelde geboren

1 9 9 4 :
1.5.: Ich hole Fàscino und seine Schwester Arsienne zu mir
27.11.: Zum ersten Mal sitze ich auf Fàscinos Rücken!

1 9 9 5 :
1 Turnier, 1 Prüfung, 1 Platzierung
16.9.: Das 1. Turnier! Reitpferdeprüfung: 3. Platz
9.10.: Fàscino und ich machen unsere ersten Sprünge
November: die erste Quadrille, Schritt-Formation anlässlich der Hubertusmesse

1 9 9 6 :
7 Turniere, 12 Prüfungen, 2 Siege, 4 Platzierungen, u.a.:
16.5.: Longierwettbewerb: 2. Platz
Reitpferdeprüfung: 2. Platz
Eignungsprüfung: 2. Platz
und damit erfolgreichster Vierjähriger
11.8.: Die 1. Springpferde-A
3.10.: Die 1. A-Dressur: 1. Platz
Eignungsprüfung:
2. Platz

1 9 9 7 :
17 Turniere, 26 Prüfungen, 3 Siege, 1 Platzierung, u.a.:
20.4.: Die 2. A-Dressur: 1. Platz
27.4.: Die 1. Geländepferde-A (0 Fehler)
18.5.: Das 1. A-Stilspringen: 1. Platz
27.5.: Die 1. Geländepferde-L
10.8.: Die 1. Springpferde-L
Komb. Wettkampf DA/SA: 7. Platz
16.8.: Die 1. A-Vielseitigkeit
18.10.: Reiten mit Handpferd (mit Liten svensk): 1. Platz
9.11.: Die 1. Jagd

1 9 9 8 :
15 Turniere, 42 Prüfungen, 2 Siege, 9 Platzierungen, u.a.:
21.6.: Das erste L-Springen
5.7.: A-Vielseitigkeit: 4. Platz
19.7.: L-Springen mit Stechen: 6. Platz
29.8.: Reiten mit Handpferd (mit Liten svensk): 2. Platz
die 1. L-Kür (Trense)
3.10.: Die 1. A-Kür: 1. Platz
4.10.: Die 1. Dressurreiter-A: 2. Platz
die 1. L-Dressur (Trense)
A-Springen mit Stechen: 1. Platz
25.10.: Jagd

1 9 9 9 :
12 Turniere, 30 Prüfungen, 8 Platzierungen, u.a.:
18.4.: A-Stilgeländeritt (8,0): 4. Platz
20.6.: unser schwerster Sturz (Geländepferde-L) beendet diese Saison
31.10.: Solo-Kür auf Kandare anlässlich der Hubertusmesse

2 0 0 0 – unsere letzte „FN-Saison“
8 Turniere, 16 Prüfungen, 3 Siege, 5 Platzierungen, u.a.:
27.5.: 1. Dressurreiter-L: 1. Platz
A-Stilspringen: 1. Platz
17.6.: Fàscino wird Military-Kreismeister!
A-Vielseitigkeit: 3. Platz
Vielseitigkeits-Kreismeisterschaft: 2. Platz
Kreismeisterschaft Senioren: 1. Platz
26.8.: 1. L-Kandare (Kür): 4. Platz
Reiten mit Handpferd (mit Liten svensk): 1. Platz

2 0 0 1 – es geht los mit Breitensportturnieren und Show!
4 Auftritte, 2 Turniere, 5 Prüfungen, 1 Sieg, 4 Platzierungen, u.a.:
5.8.: Helmstorfer Pferdetag:
Dressur-Kür Show und Springen mit Halsring
19.8.: Landesbreitensportturnier Bad Segeberg
Schwere Kür: 1. Platz
26.8.: Pferdegala Heist
Schaubild “Military”
16.9.: Messe NORLA in Rendsburg
Schaubild “Sevillana”
8.12.: Adventsturnier in Willenscharen: Schaubild
“Gegenüberstellung der Ausbildungswege der FN und der klassischen Reitweise”

2 0 0 2 :
26 Auftritte, 4 Turniere, 9 Prüfungen, 2 Siege, 4 Platzierungen, u.a.:
26.-28.4.: Messe Hansepferd Hamburg, Galashow
„Variationen zu Pferde“ und „Kaleidoskop der Rassenvielfalt“
9.5.: Galaabend auf Gut Grabau
„Variationen zu Pferde“
11./12.5.: Frühlingsfest auf Gut Seedorf
u.a. „Der Ausbildungsweg des Dressurpferdes“
9.6.: Breitensportturnier in Bargfeld-Stegen:
Gangarten-Stafette: 1. Platz
Schwere Kür: 3. Platz
6./7.7.: Barockpferdetage auf Gut Seedorf
„Der Ausbildungsweg des Dressurpferdes“
„Iberische Impressionen“
„Variationen zu Pferde“
13./14.7.: Barockfest in Traventhal
„Der Ausbildungsweg des Dressurpferdes“ und „Iberische Impressionen“
18.8.: Landesbreitensportturnier Bad Segeberg
Schwere Kür: 3. Platz
1.9.: Schleswig-Holstein-Tag in Bad Segeberg
„Der Ausbildungsweg des Dressurpferdes“ und „Variationen zu Pferde“
21.9.: Feuerwerk des Pferdes in Hannover-Herrenhausen
Begrüßung der Zuschauer und „Iberische Impressionen“
6.10.: Bundesbreitensportfestival Hamburg-Horn
Schwere Kür: 1. Platz (schönstes Kostüm) und 2. Platz (harmonischster Ritt)
Schaubild „Variationen zu Pferde“

2 0 0 3 :
31 Auftritte, 5 Turniere mit 7 Prüfungen, 2 Siege, 5 Platzierungen, u.a.:
11.-13.4.: Messe Nordpferd Neumünster
„Der Ausbildungsweg des Dressurpferdes“
„Aus der Arbeit der Reitschule Johannenhof“
„Variationen zu Pferde“
17.-18.5.: Barockpferde-Show auf Gut Bredeneek
„Der Ausbildungsweg des Dressurpferdes“
„Die Entwicklung der Lektionen der Doma Vaquera“
25.5.: „Dressurzauber“ in Stotel-Loxstedt
M-Kür: 2. Platz
„Der Ausbildungsweg des Dressurpferdes“
8.6.: Turnier Henstedt-Ulzburg
Kür: 1. Platz
20.7.: Non-Stop-Show Eutin-Fissau
Kür (Viereck 15×30 m): 1. Platz
Kür (Viereck 20×40 m): 2. Platz
17.8.: Landesbreitensportturnier Bad Segeberg
Schwere Kür: 3. Platz
Pas de deux (mit Svea Lunburg-Second Fire): 2. Platz
24.8.: Pferdegala Heist
„Variationen zu Pferde“ und „Military-Schaubild“
9.11.: Reitabzeichen Kl. I “Silber mit Lorbeer”
(M-Dressur und M-Springen)
27.-30.11.: Messe Pferd & JAGD Hannover
„Variationen zu Pferde“, „Pure Freiheit“,
„Klassik meets Western“ mit Pete Kreinberg

2 0 0 4 :
21 Auftritte, 4 Turniere, 5 Prüfungen, 4 Platzierungen, u.a.:
März: Messe „Rund ums Pferd“ in Schöningen
„Variationen zu Pferde“ und „Pure Freiheit“
16.5.: Horse, Show & Races auf der Galopprennbahn Bremen
„Variationen zu Pferde“, „Iberische Impressionen“, „Pure Freiheit“
19.6.: Verden, Verdiana
„Pure Freiheit“ und „Der Ausbildungsweg des Dressurpferdes“
18.7.: Non-Stop-Show und Breitensportturnier Eutin-Fissau
Schwere Kür: 3. Platz
„Pure Freiheit“, „Der Ausbildungsweg des Dressurpferdes“, „Variationen zu Pferde“
8.8.: Holmer Pferdetag
„Der Ausbildungsweg des Dressurpferdes“, „Pure Freiheit“, „Variationen zu Pferde“
22.8.: Landesbreitensportturnier Bad Segeberg
Schwere Kür: 5. Platz
26.9.: Breitensport- und Quadrillenturnier HH-Klein-Flottbek
Schwere Kür: 4. Platz

2 0 0 5 :
35 Auftritte, 4 Turniere, 8 Prüfungen, 4 Siege, 4 Platzierungen, u.a.:
8.-10.4.: Messe NORDPFERD Neumünster (mehr dazu hier)
„Variationen zu Pferde“, „Iberische Impressionen“, „Pure Freiheit“
Prüfung Hunterklasse
14.5.: Hannover-Herrenhausen
„Ein Hannoveraner im 17. Jahrhundert“, „Iberische Impressionen“
16.5.: Pferdemarkt Treia
„Variationen zu Pferde“, „Iberische Impressionen“,
„Der Ausbildungsweg des Dressurpferdes“, „Jede Rasse ist klasse!“
„Ein Hannoveraner im 17. Jahrhundert“
18.6.: Damensattel- und Kürturnier HH-Vierlanden
Schwere Kür: 1. Platz (8,0 / 8,0),
Offene Kür der Reitweisen (Halsring): 4. Platz (7,5 / 7,4)
2.7.: Country- und Western-Festival Otterndorf
„Variationen zu Pferde“, „Iberische Impressionen“,
„Der Ausbildungsweg des Dressurpferdes“, „Jede Rasse ist klasse!“
24.7.: Breitensportturnier und Non-Stop-Show Eutin-Fissau
Schwere Kür: 2. Platz
Zum ersten Mal die Note 10!

Auszüge aus der A-Note:
Sitz und Einwirkung des Reiters: 8
Grundgangarten, Übergänge: 8
Korrektheit der Figuren und Lektionen: 8
Schwierigkeitsgrad: 9
Gesamteindruck, Harmonie zwischen Reiter und Pferd: 10
und die B-Note:
Choreographie (Ideenreichtum, Einteilung): 8
Einklang von Musik und Bewegung: 9
Herausgebrachtsein von Pferd und Reiter: 8
Pas de deux (unter Birte Matzick, mit Negócio und mir): 1. Platz
„Variationen zu Pferde“, „Jede Rasse ist klasse!“
„Pure Freiheit“, „Ein Hannoveraner im 17. Jahrhundert“
20./21.8.: Landesbreitensportturnier Bad Segeberg
Offene Kür der Reitweisen (Renaissance-Lektionen): 1. Platz (8,5 / 7,9)
Pas de deux (unter Petra Köpcke, mit Negócio und mir): 4. Platz (7,2)
Schwere Kür: 1. Platz
„Iberische Impressionen“
27./28.9.: Messe NORLA Rendsburg
„Variationen zu Pferde“, „Ein Hannoveraner im 17. Jahrhundert“
24.-27.11.: Hannover, Messe „Pferd & JAGD“
„Variationen zu Pferde“, „Barockes Ensemble“

2 0 0 6 :
8 Auftritte, 2 Turniere, 4 Prüfungen, 4 Platzierungen, u.a.:
12.2.: Holstenhalle Neumünster
Schaunachmittag anlässlich der Körung der Spezialrassen
Fàscino als Ritterpferd in „Der Glücksritter“ (Info)
28.4.-1.5.: Messe HANSEPFERD Hamburg
Gala-Show „Iberische Impressionen“
Tagesprogramm „Norddeutsche Ausbilder stellen sich vor“
10.6.: Damensattel- und Kür-Turnier HH-Neuengamme (Info)
Schwere Kür: 3. Platz
Offene Kür der Reitweisen (mit Negócio, Halsringe / Handpferd): 2. Platz
19.8.: Landesbreitensportturnier Bad Segeberg:
„Pure Freiheit“ (mit Negócio, Halsringe / Handpferd)
Offene Kür der Reitweisen (mit Negócio, Halsringe / Handpferd): 2. Platz

2 0 0 7 :
1 Auftritt, 1 Turnier, 1 Prüfung, 1 Platzierung
31.3.: Elferdinger Barocktage, Turnier
Offene Kür der Reitweisen (mit Negócio, Halsringe / Handpferd): 6. Platz (7,5)
1.4.: Elferdinger Barocktage, Showprogramm
mit Negócio, Halsringe / Handpferd

2 0 0 8 :
2 Seminare,  1 Auftritt
17.5.: Tag der offenen Tür (Info)
„Querschnitt durch die Lektionen der Renaissance-Reiterei“
28.6.: Seminar „Die klassische Bodenarbeit“ (Info)
Fàscino demonstrierte verschiedene Ausbindemöglichkeiten an der Longe
sowie die Arbeit an der Doppellonge
16.11.: Seminar „Biegung macht gerade – gerade die Biegung macht’s!“ (Info)

2 0 0 9 :
1 Auftritt, 1 Turnier, 1 Prüfung, 1 Platzierung
20.9.: Tag der offenen Tür, Reitstall Wüstenkate Kaltenkirchen (Info)
27.9.: Barockturnier Köthenwald-Sehnde
Barockprüfung II
(eine Prüfung mit „barocken“ Hufschlagfiguren wie Kleeblatt und Schlange)

2 0 1 0 :
2 Seminare
13.3.: Seminar „Was der Reiter wissen muss, damit sein Reitpferd gesund bleibt“ (Info)
23.10.: Seminar „Seitengänge“ (Info)
Fàscino demonstrierte neben purer Lebensfreude Reiten gerade, Reiten in Stellung, Schultervor, Schulterherein auf drei und vier Hufspuren, Travers, Renvers, Traversale, Kurzkehrt, Hinterhandwendung, Schritt- und Galopp-Pirouette, Volltraversale im Schritt und im Terre á Terre und und und…
So witzig und aufgeschlossen wie an diesem Tag habe ich ihn noch nie vor Publikum erlebt. Es war eine wahre Freude!

2 0 1 1 :
2 Seminare, 1 Auftritt
14.5.: Seminar „Takt, Rhythmus, Fußfolge“ (Info)
15.5.: Seminar „Spannung – ein spannendes Thema“ (Info)
15.7.: Der furchtbare Sturz auf der Weide…
18.9.: Wüstenkate-Show-Tag (Info)
Fàscino konnte das Abschlussbild „Jede Rasse ist klasse!“ mitgehen

2 0 1 2 :
4 Seminare, 1 Turnier, 1 Prüfungen, 1 Platzierung, 4 Auftritte
Am 23.2. wird Fàscino stolze 20 Jahre alt!

17.3.: Seminar „Arbeit an der Hand“ (Info)
1.4.: Seminar „Takt, Rhythmus, Grundspannung“ (Info)
21.7.: Seminar „Wege zur Versammlung“ (Info)
5.8.: 3. Team-Légèreté-Turnier (Info)
Arbeit an der Hand (schwer): 3. Platz (6,7) (Info)
Zum Abschluss des Turniers unsere Abschiedsvorstellung: „Hannoversche Vielseitigkeit“
10.11.: Seminar „Seitengänge“ – Fàscino präsentiert sich in Topform vorwärts, rückwärts, seitwärts in diversen nur denkbaren Varianten
6.-8.12.: Messe „Pferd & JAGD“ in Hannover (Info)
3x „Variationen zu Pferde“

2 0 1 3 :
2 Vorträge, 6 Auftritte, 3 Turniere, 7 Prüfungen, 2 Siege, 5 Platzierungen
10.4.: Pressekonferenz für die NORDPFERD in Neumünster
19.4.: Krämer Jubiläumstage in Henstedt-Ulzburg (Info)
Demonstration: „Taktverschiebungen in der klassisch-barocken Reiterei“
26.-28.4.: Messe NORDPFERD in Neumünster (Info / Info)
Barockes Ensemble (unter dem Sattel)
Der Tanz mit der Garrocha (Solo)
Reiten mit Handpferd (Solo mit Joya)
und Rumstehen bei zwei Vorträgen 
1.6.: Breitensportturnier in Hoisbüttel (Info)
gerittene Kür: 5. Platz
Kür an der Hand: 3. Platz
9.6.:
4. Team-Légèreté-Turnier in HH-Altengamme (Info)
KB 2 (gerittene Aufgabe schwer): 1. Platz (8,5)

Schwere Kür: 1. Platz (9,0 + 8,8)
Offene Kür der Reitweisen: Reiten mit Handpferd (Joya): 5. Platz (8,3 + 8,0)
22.6.:
Midsummer Sale bei Krämer Henstedt-Ulzburg (Info)

Demonstration: „Reiten mit Handpferd (Joya)“
21.7.: Breitensportturnier in Eutin-Fissau (Info)
Schwere Kür: 5. Platz
Offene Kür der Reitweisen: Reiten mit Handpferd (Joya): 3. Platz (7,9)

11.8.: 2. „Tierfaszination“ in Ruschwedel (Info)
Reiten mit Handpferd (mit Joya)
Jede Rasse ist klasse!

2 0 1 4 :
7 Live-Demonstrationen, 15 Auftritte, 2 Turniere, 2 Prüfungen, 1 Sieg, 1 Platzierung
23.2.: Wir feiern Fàscinos 22. Geburtstag (Info)
2.5.: Krämer Jubiläumstage in Henstedt-Ulzburg (Info)
„Spaß mit zwei Pferden“ 
22.-24.5.: Mit den Jungs im Watt (Info)
29.6.: 10 Jahre Team Légèreté e.V. – Showtag in Altengamme (Info / Info)

Jede Rasse ist klasse!
Jump & Run
Senioren-Treff
Reiten mit Handpferd
Variationen zu Pferde
11.-14.7.: 66. Tarmstedter Ausstellung (Info)

Reiten mit Handpferd
Seitengänge und Taktverschiebungen in der klassisch-barocken Reiterei
Takt & Fußfolge in vier Gangarten
Zirzensik & Podest
zudem hat Fàscino – frei laufend – sehr zur Erheiterung beigetragen bei den eigentlich für Joya bestimmten Schaubildern Doma Vaquera, Reiten mit Halsring, Arbeit an der Hand und Am Langen Zügel. Und an der Abschlussparade nahm er natürlich auch teil – und stellte sich hierbei auf das hintere Trittbrett eines Zweispänners!
20.7.: Breitensportturnier und Non-Stop-Show in Eutin-Fissau (Info)
Schwere Kür – 8,9 + 9,0 = 1. Platz
Schaubild „Zirzensik & Podest“
24.8.: 3. Tier-Faszination in Ruschwedel (Info)
Reiten mit Handpferd (natürlich mit Joya als Handpferd)
Iberische Impressionen
Takt & Fußfolge
Bunte Pferdevielfalt (Abschluss-Schaubild)
26.8.: ein traumhafter Nachmittag an der Nordsee (Info)
5
.10.: 17. Kiekeberger Pferdetag (Info)

Variationen zu Pferde (Garrocha / Zirzensik & Podest)
Arbeit an der Hand
Takt & Fußfolge
Barockes Ensemble
11.10.: Ein Nachmittag mit Falken – Wahnsinn!! (Info)

2 0 1 5 :
1 Live-Demonstration, 2x Öffentliches Training, 9 Auftritte
17.4.: Krämer Jubiläumstage in Henstedt-Ulzburg (Info)
Live-Demonstration „Das innere Bild“
10.5.: Öffentliches Training in Alveslohe (Info)

Thema: „Takt & Fußfolge“
Fàscino war für die Details in den Gangarten Schritt und Galopp und deren Tempiunterschiede sowie für einen Überblick über die Seitengänge zuständig
11.6.: Einmal mehr St.-Peter-Ording – dieses Mal im Sonnenuntergang! (Info)

13.6.: Öffentliches Training in Alveslohe (Info)
Thema: „Anlehnung, Aufrichtung, Dehnung“
28.6.: Reitplatzeinweihung in Auufer (Info)
Reiten mit Handpferd, Doppel-Longe und Zirzensik im Doppelpack
4.7.: Tag der offenen Tür im Möschenhof in Alveslohe (Info)
Im Schaubild Arbeit an der Hand nahm ich Fàscino für die Zirzensik dazu
Reiten mit Handpferd
Iberischer Tanz –
nach dem Garrocha-Duo ging Fàscino zum ersten mal freihändig mit Banderillas!
20.12.: Melanies 30. Geburtstag – mit vier Pferden stellten wir Stationen ihres Lebens nach. Eine beeindruckende, ergreifende Show. Fàscino war beteiligt an den Schaubildern „Singapur“(Zirzensik an der Hand), „Segel-WM“ (Halsring) und wir zeigten zum Abschluss eine Einhorn-Solo-Kür
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Seit nunmehr zwanzig (!) Jahren ist dieses großartige Pferd mein Begleiter.
Wenn ich mich nicht verrechnet habe, dann sind dabei bei Turnier und Show zusammen gekommen:

85 Turniere mit 177 Prüfungen
22 Siege und 62 Platzierungen, u.a. Military-Kreismeister
Wir haben das Reitabzeichen Kl. I „Silber mit Lorbeer“ (Dr./Spr. M) zusammen gemacht

164 Auftritte, 2 Vorträge, 10 Seminare, 8 Live-Demonstrationen und 2x Öffentliches Training…
…und so vieles, was sich nicht in eine Statistik packen oder mit Zahlen ausdrücken lässt…

2 0 1 6:
9.7.: Themen-Tag „Minimierung der Hilfengebung“ – Info
30.8./1.9.: Mit meinem Trio auf dem Stoppelfeld! – Info

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2 0 1 7:
Am 23. Februar wird Fàscino stolze 25 Jahre alt!
Ein Rückblick

2 0 1 8:
Am 23. Februar feierten wir Fàscis 26. Geburtstag
5.4.: Jubiläumstage bei Krämer – Info

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